Sport bei Bluthochdruck – Tipps für Betroffene

Sport ist für die Gesundheit von Herz, Kreislauf und Gefäßen äußerst wichtig. Auch bei Bluthochdruck kann regelmäßiges Fitnesstraining zur Stärkung des Körpers beitragen. So lässt sich beispielsweise das kardiovaskuläre Sterberisiko von Hypertonikern durch entsprechendes Ausdauertraining um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Allerdings sollten Sie Ihre sportlichen Aktivitäten als Bluthochdruckpatient sehr sorgfältig auswählen, da zu große Anstrengung die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, stark erhöht. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche Sportarten für Patienten mit Hypertonie geeignet sind und was Sie beim Training in Bezug auf Ihr Herz beachten sollten.

Welche Sportarten stellen auch bei Bluthochdruck kein Problem dar?

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Grundsätzlich ist bei Hypertonie von Sportarten abzuraten, die das Herz zu sehr belasten und den Blutdruck rapide in die Höhe treiben. Krafttraining (z.B. Gewichtheben), aber auch Kampfsportarten und schweißtreibende Mannschaftsspiele wie Hand- oder Fußball sind bei Bluthochdruck demzufolge nicht bzw. nur bedingt sinnvoll. Mit Blick auf einen möglichen Herzinfarkt sollten Sie des Weiteren von sportlichen Aktivitäten absehen, die mit enormen Druckveränderungen verbunden sind. Hierzu zählen vor allem Tauchen, Bergsteigen, sowie Skifahren in extremen Höhen.

Moderater Ausdauersport schult bei Bluthochdruck hingegen die körperliche Belastbarkeit und schütz Ihr Herz so vor schädlichen Auswirkungen alltäglicher Anstrengungen. Selbst das Risiko, einen Herzinfarkt durch hohen Blutdruck zu erleiden, lässt sich mit regelmäßigen Sport zuverlässig reduzieren. Aus diesem Grund sind Ausdauer- und leichtes Belastungstraining mittlerweile ein fester Bestandteil zahlreicher Therapiekonzepte gegen Bluthochdruck. Hier ein kleiner Überblick zu geeigneten Sportarten:

Laufsportarten: Wandern oder Bergwandern in niedriger Höhe, aber auch Nordic Walking und leichtes Joggen sind bei Bluthochdruck ein gutes Konditionstraining für Herz, Kreislauf und Gefäße. Empfohlen werden für Hypertoniker drei bis fünf Laufeinheiten pro Woche mit einer Maximaldauer von etwa einer halben Stunde.

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moderates Krafttraining: Während exzessiver Kraftsport bei Bluthochdruck mehr als gefährlich ist, vermag es gemäßigtes Krafttraining, eine Hypertonie um bis zu 4 Prozent zu senken. Wichtig ist jedoch die richtige Technik. So sollten die Kraftübungen beispielsweise nicht zu oft hintereinander wiederholt und eine Pressatmung während der Ausübung tunlichst vermieden werden. Am besten ist es deshalb, sich als Patient mit Hypertonie im Fitnessstudio nach einem professionellen Krafttrainer umzusehen. Dieser kann Ihnen gezielte Anleitung bieten und weiß, wie viel Anstrengung einer Person mit Bluthochdruck beim Krafttraining zugemutet werden darf.

Radsportarten: Auch Radsport ist bei hohem Blutdruck sehr empfehlenswert. Achten Sie aber darauf, nur ebene Fahrtrouten in Angriff zu nehmen, denn Höhenmeter bedeuten für das Herz immer eine Mehrbelastung, die letztendlich auch den Blutdruck in die Höhe treibt. Alternativ ist auch Radfahren auf dem Heimtrainer denkbar. Hier lässt sich die Route noch besser abstimmen und durch der Blutdruck während der Fahrt zuverlässig ablesen.

Skilanglauf: Wie beim Fahrradfahren sollten Hypertoniker auch beim Skilanglauf auf eine ebene Strecke achten und eine Ausübung in großen Höhen meiden, da sich die veränderten Druckverhältnisse schädlich auf Herz und Blutdruck auswirken. Darüber hinaus bedeutet die dünne Höhenluft eine schlechtere Sauerstoffversorgung des Körpers. Ein Umstand, der einen Herzinfarkt stark begünstigt.

Wassersportarten: Generell ist gegen Wassersportarten wie Schwimmen, Paddeln oder Rudern bei Bluthochdruck nichts einzuwenden. Jedoch darf die Temperatur des Wassers 24°C nicht unterschreiten. Extreme Wasserkälte könnte ansonsten zu Schockreaktionen und verengten Blutgefäßen führen, was eine Hypertonie weiter befördert und im schlimmsten Fall sogar einen Herzinfarkt auslösen kann. Empfohlen werden deshalb Wassertemperaturen von 27°C bis 29°C.

Wie wirkt sich körperliche Belastung grundsätzlich auf den Blutdruck aus?

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Egal um welche Sportart es sich handelt – jedwede Form der körperlichen Betätigung sorgt zunächst für eine Erhöhung der Blutdruckwerte. Ein systolischer Blutdruck von 190 bis 220 mmHg gilt dabei durchaus als normal. Allerdings lässt sich die Belastungsgrenze durch regelmäßigen Sport schrittweise erhöhen, sodass körperliche Anstrengung immer seltener zu Bluthochdruck bzw. Bluthochdruckspitzen führt. Für Hypertoniker ein mehr als wünschenswerter Effekt, der auch das Herz schützt.

Ist Sport grundsätzlich nicht sogar positiv für den Blutdruck?

Die Antwort lautet ganz klar: Ja. Nicht nur, dass Sport für eine bessere Kondition sorgt und somit die Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken verringert. Daneben lassen sich durch sportliche Betätigung auch Risikofaktoren in Form von Übergewicht, Gefäßverengungen oder Sauerstoffmangel im Blut beheben. Nicht zuletzt fördert regelmäßiger Sport die Ausdauer und Belastbarkeit des Körpers, was es hohem Blutdruck und Herzinfarkt deutlich schwerer macht, zu entstehen.

Was ist in Bezug auf Sport bei Bluthochdruck zu beachten?

  • Wenn Sie von Bluthochdruck betroffen sind, sollten Sie sportliche Aktivitäten nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ausüben. Durch ein Belastungs-EKG lassen sich dabei vorab verlässliche Richtlinien zur empfohlenen Dauer und Art des Sports festlegen.
  • Die Schwere der Hypertonie ist ebenfalls entscheidend wenn es darum geht, zu ermitteln, wie Ihr individuelles Trainingsprogramm gestaltet sein muss. Während leichter bis mittelschwerer Bluthochdruck kaum Einschränkungen für sportliche Aktivitäten bedeutet, ist bei starker Hypertonie Vorsicht geboten. Ohne geeignete Vorkehrungsmaßnahmen und Beachtung ärztlich vorgeschriebener Belastungsgrenzen könnte hier ein Herzinfarkt drohen.
  • Ein weiterer, wichtiger Faktor zur Bestimmung eines geeigneten Trainingskonzeptes bildet die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente. Da die Herzfrequenz durch regelmäßig betriebenen Sport zusätzlich gesenkt wird, ist auf lange Sicht über eine Anpassung der Arzneimitteldosis nachzudenken. Auch hier ist eine Absprache mit dem Arzt zwingend erforderlich, um in Bezug auf die Medikamente keine Fehler zu machen.
  • Besonders wichtig ist eine ärztliche Betreuung für Hypertoniepatienten mit einem schwachen Herz. Eigenmächtig zu handeln bedeutet in diesem Fall, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, denn Herzversagen und Herzinfarkt stellen sich bei Herzinsuffizienz weitaus schneller ein als bei Bluthochdruck ohne entsprechende Begleiterkrankung.

Fazit – moderater Sport bei Bluthochdruck ist gesund

Ob Bluthochdruck oder nicht – Sport stärkt Herz und Blutgefäße nachhaltig und ist deshalb generell für alle Menschen zu empfehlen. Hypertoniepatienten im Speziellen müssen bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten aber sehr genau darauf achten, dass sie ihrem sensiblen Herz nicht zu viel zumuten. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten Sie bei hohem Blutdruck daher nicht durchstarten, wenn Sie einem Herzinfarkt oder ähnlich gefährlichen Konsequenzen vorbeugen möchten. Beim Krafttraining im Fitnessstudio sollten Sie zudem die Hilfe eines Trainers in Anspruch zu nehmen, um Ihr Herz bestmöglich zu schonen.

 

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