Ratgeber Kopfläuse

Kopfläuse – Tipps und Infos zum Kopflausbefall

Kopfläuse gehören zu den wohl lästigsten Körperparasiten der Welt. Nicht nur, dass es sich bisweilen mehr als kompliziert gestaltet, sie zu entdecken und wieder loszubringen, darüber hinaus gefährden sie ihre Wirte auch durch eine Reihe an übertragbaren Krankheiten. Diese gelangen in erster Linie durch die stilettähnlichen Beisswerkzeuge der Läuse, mit denen sie die obere Kopfhautschicht anritzen um das Wirtsblut zu trinken, in den menschlichen Körper.

Die Patientengruppe, die dabei am häufigsten von den flügellosen Insekten heimgesucht wird, sind Kinder. Allein in Nord- und Mitteleuropa liegt die jährliche Neuerkrankungsrate hier bei etwa 10 Prozent, wobei die Zahlen in Entwicklungsländern noch deutlich höher sind. Auch sind Mädchen wesentlich öfter von Kopfluasbefall betroffen, was wohl auf ihre meist langen Haare zurück zu führen ist, die den Parasiten einen idealen Übertragungsweg bieten.

Wie verbreiten sich Kopfläuse?

Als häufigste Art der Übertragung der Kopfläuse gilt enger Kopfkontakt. Doch auch die Nutzung von Objekten (z.B. Kämme oder Kopfkissen), die zuvor in Gebrauch einer unter Kopflausbefall leidenden Person waren, kommen für den Parasitentransfer in Frage. Aufgeräumt werden sollte an dieser Stelle aber mit einigen Irrtümern bezüglich Zusammenhängen spezifischer Wirtseigenschaften und einem vermehrten Vorkommen der Kopfläuse.

© Finanzfoto - Fotolia.com

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So herrscht in der Bevölkerung beispielsweise die Annahme, dass insbesondere Personen mit spärlicher Körperpflege als Urheber des Befalls durch die Kopflaus in Frage kommen. Gemäß einer repräsentativen Studie der James Cook University sind die Befallsraten bei Menschen, die ihrer Kopf- und Körperpflege gewissenhafter nachkommen als andere jedoch nicht geringer. Gleiches gilt für den Irrglauben, Läuse grassieren mit Vorliebe unter Personen, die in ärmlichen Verhältnissen leben oder bei Personenkreisen mit bestimmter ausländischer Herkunft. Im Gegenteil. Eine Braunschweiger Forschungsreihe fand sogar heraus, dass der parasitäre Befall von Kindern mit Migrationshintergrund bei Weitem geringer ist als bei deutschen Kindern.

Des Weiteren ist es völlig irrelevant, ob ein Kind besonders dichtes bzw. gelocktes oder dünnes bzw. glattes Haar besitzt. Vielmehr sind in Bezug auf die hohe Ansteckungsgefahr mit der Kopflaus Situationen zu nennen, in denen Personen auf engstem Raume interagieren. Hierin liegt, neben einem Mangel an geeigneten Behandlungsmethoden, womöglich auch die erhöhte Befallsrate mit der Kopflaus in Entwicklungsländern begründet. In Deutschland selbst sind diesbezüglich vor allem gemeinschaftliche Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen von großer Bedeutung, kommt es hier doch zu einer regen Kontaktaufnahme zahlreicher, potentieller Wirte, die es den Kopfläusen einfach machen.

Kopflausbefall rechtzeitig erkennen – Zuverlässige Diagnosemöglichkeiten für Kinder und Erwachsene

© K. Zernecke - Fotolia.com

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Je länger der Kopflausbefall unentdeckt bleibt, desto langwieriger kann eine Behandlung ausfallen, denn haben die Kopfläuse erst einmal ihre Eier ins Haardickicht gelegt, entwickelt sich rasch ein hartnäckiger Befall. Wichtig ist es darum, mögliche Anzeichen so früh wie möglich zu identifizieren. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen:

Bissstellen und Juckreiz: Die Beiss- bzw. Saugwerkzeuge, mit denen Läuse ihre Opfer bearbeiten, um an deren Blut zu gelangen, hinterlassen ähnlich wie bei Stechmücken ihre Spuren. Vor allem der Läusespeichel führt meist zu Immunabwehrreaktionen, die sich durch bis zu 1 cm große Schwellungen (Pappeln) äußern. Man kann sie entweder direkt durch die Sondierung der Kopfhaut oder anhand eines intensiven Juckreizes identifizieren. Allerdings treten derartige Symptome, zumindest bei einem erstmaligen Befall, erst 2 bis 3 Wochen nach dem Kopflausbefall auf, was die Diagnose stark verzögert.

Sondierung der Kopfsituation unter der Lupe: Das Krabbeln der Läuse auf dem Kopf kann auch durch ein Vergrößerungsglas festgehalten werden. Da die Kopflaus kaum größer als 3 mm wird, erleichtert der Zoom ein Aufspüren enorm und lässt eine genauere Einschätzung über die Ausbreitung der Läuse zu.

Feuchtes Auskämmen mit Hilfe eines Läusekamms: Ein weiteres Mittel zur Kopflausidentifikation ist der sogenannte Läusekamm. Der Abstand seiner Zinken beträgt anders als bei herkömmlichen Kämmen maximal 0,2 mm, wodurch sich gerade Läuselarven und -Nissen sehr zuverlässig aufspüren lassen. Sinnvoll ist es dabei, die Haare zuvor anzufeuchten und ggf. mit einer speziellen Pflegespülung zu behandeln, die ein vorzeitiges Entkommen der Parasiten verhindert.

Achtung! Bei positiver Diagnose von Kopfläusen herrscht in Deutschland Meldepflicht. Haben Sie bei sich oder ihren Kindern also einen Kopflausbefall festgestellt, sind Arbeitgeber, Kindergärten und Schulen umgehend zu informieren. Im Falle von Diagnose- oder Behandlungsunsicherheiten wird zudem empfohlen, sich mit dem behandelnden Arzt in Verbindung zu setzen.

Gesundheitliche Risiken beim Kopflausbefall

Themenwelt: Themenwelt Kopfläuse

© freshidea - Fotolia.com

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Abgesehen von Immunreaktionen können Kopfläuse noch weitere Gefahren für den Betroffenen bedeuten. Zum einen ist nicht auszuschließen, dass starkes Kratzen an den juckenden Pappeln zu einer weiteren Beschädigung der Kopfhaut führt, welche mit eitrigen Schwellungen einher gehen kann. Zum anderen gelten Läuse als Überträger zahlreicher Krankheiten. Hierzu zählen:

  • Blutinfektionen
  • Geschwüre
  • Streptokokken- und Staphylokokkeninfekte
  • Fleckfieber und
  • Fünf-Tage-Fieber

Behandlung von Kopfläusen und Anwendung der Läusemittel

© K. Zernecke - Fotolia.com

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Zur Bekämpfung von Kopfläusen gibt es zwei verschiedene Optionen. Während die mechanische Entfernung auf eine Behandlung der Läuse per Hand setzt, umfasst die medikamentöse Entfernung sämtliche Substanzen, die der Reduzierung des Läusebefalls dienen.

Mechanische Entfernung: Wie bei der Diagnose ist der Läusekamm auch bei der Entfernung der Parasiten von essenzieller Bedeutung. Gemeinsam mit entsprechenden Haarpflegeprodukten, die zu einer reduzierten Bewegungs- bzw. Handlungsfähigkeit der Läuse führen, kann der Spezialkamm unter Vorraussetzung einer dauerhafter Anwendung den Befall vollständig auflösen. Allerdings dauert die Behandlung mitunter länger als unter der Nutzung medikamentöser Substanzen.

Medikamentöse Entfernung: Um Kopfläuse durch entsprechende Wirkstoffe zu entfernen, gibt es ein vielseitiges Angebot. Zu differenzieren ist hierbei zwischen

  • toxisch-chemischen Substanzen, welche das Nervensystem der Läuse angreifen und eine ähnliche Wirkungsweise wie Insektizide aufweisen,
  • pflanzlichen Substanzen, die zwar ebenfalls eine toxische Wirkung auf Kopfläuse besitzen, jedoch aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen, und
  • physikalischen Substanzen, deren stoffliche Zusammensetzung die Fortbewegungs- und Atmungseigenschaften der Kopfläuse hemmt.

Anwendungshinweis: Die Auswahl des richtigen Produktes kann mitunter vom Entwicklungsstadium der Läuse abhängen. Neben Mitteln für ausgewachsene Kopflausexemplare existieren sowohl für das Larven- als auch für das Nissenstadium individuelle Substanzen, deren Wirkung auf die individuelle Erscheinungsform der Jungparasiten abzielt.

Erhältlich sind alle zur Beseitigung von Kopfläusen relevanten Hilfsmittel entweder in der Drogerie oder in der Apotheke. Was Medikamente und medikamentöse Substanzen anbelangt, so könnte eine Verschreibungspflicht durch den Arzt erforderlich sein.