Schwangerschaft

Schwangerschaft – Anzeichen, Verlauf, Tipps

Im Leben einer Frau gibt es kaum eine tiefgreifendere Erfahrung als die eigene Schwangerschaft. Die Bedürfnisse des weiblichen Körpers wie auch die des ungeborenen Kindes bedeuten für die werdende Mutter eine bis dato unbekannte Sensibilität in diversen Bereichen des alltäglichen Lebens. Auch gilt es für Schwangere, möglichen Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt durch besondere Vorkehrungsmaßnahmen so gut wie möglich entgegen zu wirken.

Wer nun aber glaubt, Schwangerschaft und Geburt beträfen einzig und allein die schwangere Frau, der irrt. Ob behandelnde Ärzte, Hebammen, Lebenspartner, Familie oder Freunde – auch für das Umfeld der werdenden Mütter hält die Entstehung neuen Lebens einige Veränderungen bereit, sodass die Geburt eines Kindes fast wie ein Gemeinschaftsprojekt anmutet. Aus diesem Grund hier ein kleiner Ratgeber zum Thema Schwangerschaft.

Vor der Schwangerschaft – Von der Befruchtung zum positiven Schwangerschaftstest

© RioPatuca Images - Fotolia.com
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Die Entscheidung, neues Leben in diese Welt zu setzen, bedeutet für die meisten schon vor der eigentlichen Schwangerschaft und Geburt eine Zeit der Umstellung. Dies betrifft auch die Zeugung an sich, denn nicht bei jedem Paar klappt die Befruchtung auf Anhieb und ohne entsprechende Vorbereitung. Statistiken zufolge bleibt der Kinderwunsch in Deutschland bei über 6 Millionen Menschen aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen des Mannes oder der Frau unerfüllt. Fruchtbarkeitsrechner richten hier nur bedingt etwas aus, weshalb gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Fruchtbarkeit notwendig werden können, um eine Schwangerschaft zu gewährleisten. Entsprechende Schritte können sowohl eine fachärztliche Unterstützung als auch eine besondere Schonung des Körpers, Lebens- und Ernährungsumstellungen mit einschließen. Geduld hinsichtlich einer erfolgreichen Schwangerschaft ist demnach manchmal durchaus erforderlich.

Ein geglückter Versuch macht sich hingegen schon nach wenigen Tagen oder Wochen bemerkbar. Dabei sind die Anzeichen einer Schwangerschaft mitunter recht umfangreich. Grundsätzlich müssen Sie als Schwangere in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft mit folgenden Veränderungen rechnen:

  • allgemeine Symptome einer durch die Schwangerschaft bedingten Hormonumstellung
    (z.B. Hitzewallungen, Gemütsschwankungen oder Übelkeit)
  • Veränderungen der Brust durch Öffnung der Milchkanäle
    (z.B. Brustschmerzen oder farbliche Veränderungen der Brust)
  • Veränderungen der körpereigenen Bedürfnisse
    (z.B. gesteigertes Hungerbedürfnis oder vermehrtes Bedürfnis nach Ruhephasen)
  • Veränderungen der Wahrnehmung
    (z.B. geschärfter Geruchs- und Geschmackssinn, Lärm- oder Lichtempfindlichkeit)

Absolute Gewissheit erhalten Sie bei einer Schwangerschaft durch einen Urintest. Dieser vermag es, eine erfolgreiche Befruchtung bereits ab dem ersten Tag nach aus Ausbleiben der Periode zu diagnostizieren. Zur Ermittlung der Schwangerschaft dient hierbei das das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Chroiongonadotropin), dessen Wert nach der Befruchtung einer Eizelle rapide ansteigt. Durchführen können Sie besagten Urintest zum einen selbst mit Hilfe eines in der Apotheke erstandenen Schwangerschaftstests. Zum anderen können Sie bei sich an Ihren Frauenarzt oder ihre Frauenärztin wenden und um einen professionellen Labortest bitten, der Ihre Schwangerschaft bestätigt. Sollten Sie tatsächlich schwanger sein, kann eine der interessantesten Reisen im menschlichen Leben beginnen!

Das erste Trimester – Tipps zur 1. bis 13. SSW

© mmphoto - Fotolia.com
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In den ersten Wochen einer Schwangerschaft geht es zunächst darum, das Überleben des ungeborenen Kindes zu sichern und notwendige Vorkehrungen zum weiteren Schwangerschaftsverlauf zu treffen. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und das Abklären von Formalitäten (z.B. Mutterpass beantragen) gehören hier ebenso dazu, wie das Einholen bestimmter Informationen und Umstellungen im alltäglichen Leben.

Am besten ist es darum, wenn Sie sich schon zu Beginn der Schwangerschaft in geeignete Fachbetreuung begeben. Zur Verfügung stehen ihnen dabei zum Beispiel gynäkologische Arztpraxen, Hebammendienste und spezielle Schwangerschaftsberatungsstellen. Auch Fachzeitschriften und Literatur zum Thema Schwangerschaft sind eine gute Möglichkeit für schwangere Frauen, um sich auf die bevorstehenden Monate vorzubereiten. Ergänzend dazu hier einige grundlegende Tipps:

Arztbesuche: Grundsätzlich wird für Schwangere ein Kontrollbesuch beim Arzt nach jeder zweiten SSW empfohlen. Zu den üblichen Routinemaßnahmen gehören hier vor allem Ultraschalluntersuchungen. Mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens kann die Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft dokumentiert und mögliche Komplikationen mit dem Fötus frühzeitig erkannt werden. Daneben bieten Arztbesuche während der Schwangerschaft die Möglichkeit, Beschwerden anzusprechen, Risiken abklären zu lassen oder erste Prognosen zum Datum der Geburt einzuholen. In Sachen Arzttermine und Arbeitszeit werden schwangere Frauen durch § 16 des Mutterschutzgesetzes ausreichend berücksichtigt, welcher besagt, dass Kontrollbesuche während der Schwangerschaft als Arbeitszeit angerechnet werden müssen und nicht zu Lasten der werdenden Mutter auszulegen sind.

Lebensführung: Bei einer Schwangerschaft ist es sinnvoll, den eigenen Alltag so früh wie möglich auf das ungeborene Kind abzustimmen. Stress, anstrengende, körperliche Arbeit oder lange Aufenthalte in schadstoffbelasteter Umgebung sollten Sie in diesem Zusammenhang bereits ab der 1. SSW tunlichst vermeiden, könnte dies doch zu einem vorzeitigen Abbruch der Schwangerschaft führen. Äußerst gefährlich für die Entwicklung des Kindes ist darüber hinaus der Konsum von Rauschmitteln. Alleine das Rauchen in der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Fehlbildungen des Fötus, im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Kindes führen. Ähnlich verhält es sich auch mit Drogen- und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.

Formulare und Dokumente: Das erste Schwangerschaftsdokument, das jede Frau nach der Feststellung ihrer besonderen Umstände erhält, ist der Mutterpass. Er beinhaltet wichtige Informationen über den aktuellen Zustand der Mutter und des Kindes, Angaben zum voraussichtlichen Termin der Geburt, sowie Einzelheiten zu Untersuchungsergebnissen. Neben dem Mutterpass werden bei der Schwangerschaft jedoch meist noch andere Dokumente erforderlich. So müssen unter anderem Elterngeldanträge rechtzeitig gestellt, Kindergeld beantragt, sowie Krankenkassen und Meldeämter informiert werden. Es steht also eine Menge Arbeit an, wenn Sie schwanger sind!

Das zweite Trimester – mögliche Beschwerden während der 14. und 27. SSW

Haben Sie das oftmals kritische, erste Trimester erfolgreich gemeistert und alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, beginnen die mitunter ereignisreichsten Wochen einer Schwangerschaft. Während der 14. und 27. SSW legt der Fötus im Bauch der Mutter nämlich nicht nur rasch an Gewicht zu (bis zu 300 g pro Woche), auch die schwangerschaftsbedingte Hormonumstellung erreicht während des zweiten Trimesters ihren Höhepunkt. Zu den üblichen Begleiterscheinungen besagter Veränderungen gehören dabei neben intensiven Gemütsschwankungen vor allem Sodbrennen und Wadenkrämpfe. Gut 14 bis 50 Prozent aller Schwangeren leiden unter diesen Symptomen, wobei eine richtige Ernährung die Beschwerden in vielen Fällen lindern kann.

Auch die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft lässt sich durch spezielle Ernährungskonzepte gut in den Griff bekommen. Im Vordergrund stehen sollte dabei nährstoff- und vitaminreiche Kost für Sie und Ihr Baby. Zusätzlich können sie Schwangerschaftsgymnastik und Sport betreiben, wenn Sie befürchten, die Kontrolle über Ihr Körpergewicht zu verlieren. Die Bewegung kurbelt nicht nur den Stoffwechsel an, sondern beugt gleichzeitig auch Gelenk- und Rückenschmerzen vor, welche durch das zusätzliche Gewicht entstehen können. Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen folgende Beiträge:

Das dritte Trimester – Vorbereitung auf die Geburt während der 28. bis 42 SSW

© drubig-photo - Fotolia.com
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In den letzten 14 Wochen der Schwangerschaft wird es für Schwangere und ihre Partner schließlich ernst, denn die Anzeichen der bevorstehenden Geburt sind kaum mehr zu übersehen. So sind die Bewegungen des Kindes während der letzten Wochen immer deutlicher zu spüren und auch die ersten Wehen setzen allmählich ein. Der beste Zeitpunkt also, um Schwangerschaftskurse in Angriff zu nehmen. Von besonderen Maßnahmen im letzten Trimester der Schwangerschaft über spezielle Atemübungen bis hin zum richtigen Verhalten der Paare während der Geburt lassen sich hier alle notwendigen Dinge erlernen. Entsprechende Angebote reichen heutzutage von traditionellen Partnerkursen bis hin zu Familienschulungen, in denen auch ältere Geschwister und Angehörige im Umgang mit dem Neugeborenen geschult werden.

Darüber hinaus sollten Eltern in den letzten 14 Wochen der Schwangerschaft allmählich darüber nachdenken, wie die Geburt von statten gehen soll. Bevorzugen Sie diesbezüglich eine stationäre Entbindung, oder sagt Ihnen eine Geburt im Wasserbecken oder zu Hause mehr zu? In jedem Fall müssen Sie die nötigen Schritte einleiten, damit zum Geburtstermin alle Weichen für eine sichere Ankunft des Kindes im Licht der Welt gestellt sind. So lange Sie aber alle Vorsorgetipps zur Schwangerschaft beachten und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet haben, steht einer glücklichen Geburt kaum etwas im Wege.

Fazit

Von der Befruchtung über die Schwangerschaft bis hin zur Geburt eines Kindes sind es 42 aufregende und ereignisreiche Wochen. Viele Vorbereitungen müssen getroffen und zahlreiche private Umstellungen in Betracht gezogen werden. Wichtig ist es darum, etwaige Planungen zu gegebener Zeit zu vollziehen, um Schwangerschaft und Geburt so stressfrei und angenehm wie möglich zu gestalten. Auf diese Weise wird die Nachricht „Ich bin schwanger“ zu einer frohen Botschaft!

 

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