Kontaktlinsen Ratgeber

Kontaktlinsen – allgemeine Infos und Tipps zu Linsen

Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, Keratokonus uns Weitsichtigkeit – es gibt viele Fehlsichtigkeiten, die heute in der modernen Augenheilkunde behandelt werden können. Eines der wesentlichen Instrumente sind Sehhilfen. Bis vor einigen Jahren war es hier vor allem die Brille – das „Nasenfahrrad“ – mit der Ärzte Ihnen als Patient zu einem höheren Sehvermögen verhelfen konnten. Inzwischen kann bei verschiedenen Augenerkrankungen noch zu anderen Hilfsmitteln gegriffen werden. Die Rede ist von Kontaktlinsen. Im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger auch als Haftschale bezeichnet, sind die Linsen in einigen Fällen sogar die bessere Alternative zur Brille, da sich mit deren Hilfe einige Fehlsichtigkeiten umfassender korrigieren lassen.

Beide Varianten – sowohl die Brille als auch die Kontaktlinse – verfolgen ein Ziel: Sie verändern den Strahlengang des einfallenden Lichts durch die Linse im Auge. Auf diese Weise soll der Strahlengang so angepasst werden, dass Veränderungen (die zur Fehlsichtigkeit geführt haben) im Bereich der Linse, Hornhaut oder des Augapfels korrigiert werden und wieder ein scharfes Sehen möglich ist.

Kontaktlinsen – formstabil oder weich

Kontaktlinsen haben bei schweren Fehlsichtigkeiten, wie dem Astigmatismus oder Keratokonus Vorteile. Neben den rein therapeutischen Aspekten spielt für Sie als Patient aber auch die praktische Anwendung eine Rolle. Die Brille ist in diesem Zusammenhang eine denkbar einfache Sehhilfe. Bei Bedarf aufgesetzt, bemerken Sie den Effekt sofort. Das Problem: In verschiedenen Situationen ist eine Brille störend. Und das ständige Auf und Ab erhöht das Risiko eines Schadens an der Brille.

Haben Sie dagegen eine Kontaktlinse einmal eingelegt, kann diese problemlos über einen längeren Zeitraum getragen werden – ohne das mit Komplikationen zu rechnen ist. Wie einfach der Anwendung in der Praxis aber wirklich ist, hängt davon ab, ob Sie sich für formstabile oder weiche Kontaktlinsen entschieden haben.

© pavel Chernobrivets - Fotolia.com

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Eine formstabile Linse wird heute normalerweise aus einem festen Kunststoff gefertigt und individuell auf den Träger zugeschnitten. Wie das weiche Gegenstück liegt sie nicht direkt auf der Hornhaut auf – die Linse schwimmt auf einem Tränenfilm und ist sauerstoffdurchlässig. Gerade in den ersten Tagen ist das Einlegen und Tragen formstabiler Linsen gewöhnungsbedürftig. In einigen Fällen (zum Beispiel bei Fehlern in der Anpassung) kann es zu andauernden Problemen kommen, die einen Wechsel zu anderen Linsen nötig machen.

Weiche Kontaktlinsen werden heute aus verschiedenen Materialien hergestellt und haben einen großen Vorteil gegenüber Brille und formstabilen Linsen – sie passen sich automatisch der Form der Hornhaut an. Aus diesem Grund werden Sie das Tragen solcher Linsen als besonders angenehm empfinden. Allerdings haben die weichen Linsen einen Nachteil: Sie besitzen im Vergleich zu harten Kontaktlinsen eine wesentlich kürzere Haltbarkeit.

Kontaktlinsen im Detail

© Africa Studio - Fotolia.com

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Kontaktlinse vs. Brille – die Vorteile

Kontaktlinsen sind für viele Patienten aus dem Alltag inzwischen nicht mehr wegzudenken. Wo liegen eigentlich deren Stärken gegenüber einer klassischen Brille? Vorteile ziehen Linsen aus dem direkten Sitz auf dem Auge. Anders als beim Tragen einer Brille, wo sich bei Weit- und Kurzsichtigkeit entsprechende Verkleinerungs- und Vergrößerungseffekte beobachten lassen, haben Sie mit einer Kontaktlinse immer scharfe Sicht. Des Weiteren beschlägt eine Linse nicht und es stört keine Brillenfassung das Sehen. Zumal es durch ein nicht optimal eingestelltes Brillengestell zu Druckempfindungen und Kopfschmerzen kommen kann.

Inzwischen ist die Fertigung der Kontaktlinsen sogar soweit fortgeschritten, dass sich Linsen für unterschiedliche Verwendungszwecke anfertigen lassen. Mit deren Hilfe ist so nicht nur ein Ausgleich der Weit- und Kurzsichtigkeit möglich. Dank torischer Kontaktlinsen lässt sich der Astigmatismus ausgleichen und Bi- bzw. Multifokallinsen enthalten verschiedene optische Zonen (beispielsweise für das Nah- und Fernsehen). Hier noch einmal die Vorteile von Kontaktlinsen im Überblick:

  • Sitzt direkt auf dem Auge
  • Keine störende Brillenfassung
  • Linse beschlägt nicht
  • Immer scharfe Sicht

Tipp: Der Griff zur Kontaktlinse kann auch praktischen Nutzen haben. Dort, wo beim Einsatz einer Brille das Verletzungsrisiko steigt, helfen die Linsen beim sicheren Sehen – etwa am Arbeitsplatz.

Kontaktlinse vs. Brille – die Nachteile

Kontaktlinsen haben gegenüber einer Brille nicht nur Pluspunkte. Als potenzieller Träger müssen Sie sich auch über deren Nachteile im Klaren sein. Beispielsweise:

  • können fehlerhaft angepasste Linsen zu Verletzungen führen
  • sind die Kosten in der Summe für Linsen oft höher
  • müssen die Kontaktlinsen regelmäßig geprüft und angepasst werden
  • ist die Pflege der Linsen deutlich aufwendiger
  • haben gerade weiche Kontaktlinsen eine geringe Haltbarkeit
  • stören Linsen die Sauerstoffversorgung der Hornhaut
  • sind Kontaktlinsen keine Standardleistung der Krankenkassen
  • ist eine falsche Anwendung der Linsen Ursache für Augenerkrankungen.

Gerade der Aspekt der Pflege und der korrekten Anpassung kann zu negativen Erfahrungen mit den Linsen führen. Achten Sie im Alltag immer auf das Einhalten der Pflegehinweise und tragen Sie Ihre Kontaktlinsen nie zu lange. Andernfalls kann das Auftreten von Entzündungen, trockenen Augen oder Infektionen die Folge sein.

Um eine Brille werden Sie als Kontaktlinsenträger also nicht ganz herumkommen. Denn gerade in den Herbst- und Wintermonaten kann es sein, dass Sie auf die Linsen verzichten müssen. Ist die Bindehaut – beispielsweise durch eine Erkältung angegriffen – raten Experten vom Tragen der Kontaktlinsen ab.