Ratgeber Rauchentwöhnung

Rauchentwöhnung – Tipps für werdende Nichtraucher

Rauchen gilt zwar als ungesund. Trotz dieses gesellschaftlichen Konsenses greifen täglichen Millionen Deutsche zum Glimmstängel. Auf Grundlage der Mikrozensusdaten des Statistischen Bundesamts kommt beispielsweise die Drogenbeauftragte der Bundesregierung zu dem Schluss, dass 2009 bundesweit 14,7 Millionen der Erwachsenen in Deutschland rauchten. Damit genoss rund ein Viertel im Alltag Nikotin – obwohl dessen gesundheitliche Risiken hinreichend bekannt sind.

Erfreulicherweise geht diese Entwicklung zwar zurück (gerade bei Jugendlichen sinkt die Akzeptanz von Zigaretten). Aber jeder Raucher ist eigentlich ein Raucher zu viel. Der Grund: Jedes Jahr sterben allein in Deutschland mehr als 110.000 Menschen an den Folgen des aktiven oder passiven Rauchens. Generell gilt Tabakrauchen damit – neben Alkohol – als eines der größten vermeidbaren Risiken für Ihre Gesundheit.

Das Rauchen von Tabak ist keineswegs neu. Bereits in den Kulturen der amerikanischen Ureinwohner existierten entsprechende Rituale. Und nach der Eroberung durch Spanier und Portugiesen setzte sich das Tabakrauchen auch in Europa allmählich durch. Die gesundheitlichen Auswirkungen wurden allerdings erst sehr viel später bekannt.

Wie weit verbreitet Rauchen war, zeigen die Rahmenbedingungen, unter denen eine erste groß angelegte Studie in Großbritannien stattfand. Zu Beginn der 1960er Jahre rauchten rund 70 Prozent der britischen Männer. Inzwischen hat ein Trend zum Umdenken eingesetzt – unter anderem durch die Erkenntnis, dass Rauchen der Gesundheit schweren Schaden zufügt. Welchen Risiken setzen Sie sich als Raucher genau aus?

Wesentlichen Einfluss auf die gesundheitlichen Folgen des Tabakrauchens haben die im Rauch enthaltenen Bestandteile. Hierzu zählen Rauchstaub und Teer (das Kondensat): Im Rauch selbst sind aber noch andere Stoffe enthalten, zu denen unter anderem:

  • Schwermetalle
  • Benzol
  • Benzpyren
  • Nitrosamine
  • Blausäure usw.
© Trueffelpix - Fotolia.com
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gehören. Alle diese Schadstoffe werden mit dem Rauch eingeatmet und in die Lunge aufgenommen, von wo aus sie in die Blutbahn gelangen.

Die Folge: Rauchen Sie über einen Zeitraum von mehreren Jahren, besteht für diverse schwere Krankheitsbilder in höheres Erkrankungsrisiko. Zu den Diagnosen, die mit dem Tabakrauchen in Verbindung gebracht werden, zählen:

  • Lungenerkrankungen, wie:
    • chronische Bronchitis
    • asthmatische Erkrankungen
    • Raucherhusten; COPD
  • verschiedene Krebserkrankungen, wie:
    • Lungenkrebs
    • Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs
    • Tumore der Pankreas
    • Magenkrebs
  • Diabetes Typ II
  • Schlaganfall
  • Augenerkrankungen usw.

Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird die Hautgesundheit, welche erheblich unter den Auswirkungen des Rauchens leidet.

Fazit: Wer mit dem Rauchen aufhört, tut seiner eigenen Gesundheit und seinem Umfeld einen großen Gefallen. Leider ist die Raucherentwöhnung meistens wesentlich schwerer als der erste Griff zu Zigaretten. Sehr viele Betroffenen schaffen den Sprung zum Nichtraucher trotz mehrerer Versuche nicht.

Mit dem Rauchen aufhören – wie werde ich Nichtraucher?

Die letzte Zigarette – manchmal fällt der Abschied schwer. Andere Raucher legen einfach eine halb volle Schachtel beiseite und fassen nie wieder eine Zigarette an. Grundsätzlich ist die Rauchentwöhnung ein eher individueller Weg, den jeder Raucher für sich finden muss. Starre Regeln können hier schnell zum Hindernis werden. Andernfalls heißt es sonst vielleicht: Ich habe kein Problem mit dem Aufhören, schon mehrfach gemacht.

Generell muss bei Ihnen die Motivation für die Raucherentwöhnung da sein – und zwar aus dem Inneren heraus. Einfach mit dem Rauchen aufhören, weil es das Umfeld will, ist oft der falsche Weg. Ist der Druck von außen weg, greift man wieder zur Zigarette. Gibt es aber Tipps und Tricks, welche über die Durststrecke der ersten Tage und Wochen helfen? Hier einige Ideen und Wege für werdende Nichtraucher:

  • Tipp Nr. 1: Vermeiden Sie Stress
    Für viele Raucher ist die Zigarette zum gefühlten Stresskiller geworden. Vermeiden Sie es daher, in stressigen Phasen mit der Raucherentwöhnung zu beginnen. Legen Sie sich die letzte Zigarette lieber in den entspannten Jahresurlaub.
  • Tipp Nr. 2: Bleiben Sie konsequent auf dem Weg zum Nichtraucher!
    Immer wieder wird versucht, langsam von den Zigaretten loszukommen. Bei der Rauchentwöhnung heißt die Devise: Ganz oder gar nicht. Entweder lassen Sie es sofort bleiben – oder rauchen weiter.
  • Tipp Nr. 3: Nikotinersatz nutzen
    Nikotinpflaster oder -kaugummis werden zwar gerne belächelt – können aber durchaus nützlich sein. Durch das reduzierte Verlangen nach dem Suchtmittel Nikotin fällt Ihnen die Raucherentwöhnung vielleicht ein wenig leichter.
  • Tipps Nr. 4: Andere Therapieformen ausprobieren
    Einige Menschen werden tatsächlich durch eigene Willenskraft rauchfrei. Sollten Sie nicht dazugehören, können Ihnen eventuell alternative Ansätze wie Hypnose oder Akkupunktur helfen, den Rauchstopp zu erreichen.

Es gibt also sehr viele Wege zum Nichtraucher. Sie müssen letztlich die Lösung für sich finden, die zu Ihren Bedürfnissen passt. Nur so schaffen auch Sie es, bald rauchfrei zu sein.

 

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