Knochenerkrankungen

Knochenkrankheiten – Ratgeber und Infos

Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, genetische Faktoren und schwere Unfälle – Knochenkrankheiten können bisweilen die unterschiedlichsten Ursachen haben. Ihnen gemeinsam ist jedoch eine oftmals schmerzhafte Symptomatik, sofern die Erkrankung nicht rechtzeitig durch eine geeignete Therapie behandelt wird. Zu den häufigsten Knochenleiden zählen dabei:

  • Arthrose (Verschleiß der Gelenke)
  • Arthritis (Entzündung der Gelenke)
  • Morbus Paget (auch Paget-Krankheit oder Osteodystrophia deformans)
  • Morbus Sudeck (auch CRPS, Algodystrophie oder Neurodystrophie)
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Osteopetrose (Marmorknochenkrankheit)
  • Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit)
  • Osteomylitis (Knochenmarksvereiterung)
  • Osteomalazie (Knochenerweichung)
  • Rachitis (Störung des Epiphysenwachstums)
  • Skoliose (Wirbelsäulenkrümmung)

Klassische Symptome von Knochenkrankheiten

So gut wie alle Erkrankungen des Knochens stehen ab einem gewissen Stadium mit starken Schmerzen in Verbindung. Diese betreffen entweder den gesamten Bewegungsapparat, einzelne Gelenke oder andere Knochenabschnitte. Eine geeignete Therapie muss deshalb nicht selten umfangreiche Maßnahmen zur Schmerzlinderung enthalten.

Besonders gefährlich ist auch das Risiko von Frakturen und Läsionen. Sie entstehen aufgrund erhöhter Bruchgefahr der erkrankten Knochenmatrix und werden selbst durch minimale Erschütterungen ausgelöst. In Abhängigkeit von der Grunderkrankung kann es darüber hinaus zu Symptomen wie

  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • eingeschränkter Bewegungsfreiheit
  • Entzündungen
  • Hautveränderungen
  • körperlichen Deformationen
  • Muskelverspannungen oder
  • Nervenschädigungen

kommen. Je nach Art der Erkrankung treten die Beschwerden schon in jungen Jahren oder erst im Alter auf, wenn die Knochenkrankheit ihr Endstadium erreicht hat. Bei älteren Patienten kann sich zusätzlich eine Osteoporose manifestieren.

Ursachen für eine Erkrankung der Knochen und Gelenke

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Kennzeichnend für viele Knochenkrankheiten ist ein überdurchschnittlicher Substanzabbau des Knochens (Osteolyse) ohne ausreichende Restrukturierung des betroffenen Zellgewebes. Als Hauptauslöser für diesen Knochenschwund gelten natürliche Alterungsprozesse des Körpers, Vorverletzungen und eine gestörte Mineralversorgung. Auch ist ein ungesunder bzw. bewegungsarmer Lebensstil häufig an der Entstehung von Krankheiten, die Knochen und Gelenke betreffen, beteiligt. Insbesondere Osteoporose lässt sich oft auf Bewegungsmangel zurück führen.

Weitere Ursachen für Osteolyse können genetische Knochendefekte sein, wie sie beispielsweise durch Hyperplasien (Zellwucherungen) oder Dysplasien (Zellfehlbildungen) gestellt werden. Derartige Deformationen sind ohne Medikamente meist nur schwer mittels Therapie behandelbar.

Krankheitsspezifische Therapiemöglichkeiten

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Wie sich eine geeignete Therapie bei Knochenkrankheiten gestaltet, hängt von der individuellen Erkrankung selbst ab. Leider lassen sich nicht alle Ursachen für Knochenkrankheiten gleichermaßen gut durch eine Therapie behandeln. Besonders schwierig verhält es sich mit Erberkrankungen, denen eine genetische Fehlfunktion im Knochenaufbau zugrunde liegt. Bessere Chancen bietet eine Therapie, wenn die Knochenkrankheit aufgrund von Nährstoff- oder Bewegungsmangel entstanden sind (z.B. bei Osteoporose). Ein kleiner Überblick:

Osteoporose:
gut behandelbar

Als häufigste Knochenkrankheit im Alter gilt Osteoporose. Früher wurde sie meist durch natürliche Alterungsprozesse ausgelöst. Seit einigen Jahren verzeichnen Forscher allerdings einen Anstieg frühzeitiger Osteoporose als Konsequenz auf eine zunehmend ungesunde Lebensführung der Bevölkerung. Zur Behandlung und Prävention werden deshalb gerne Ernährungs- und Bewegungstherapien angewandt. In seltenen Fällen, wenn genetische und hormonelle Faktoren eine Osteoporose begünstigen, wird eine medikamentöse Therapie erforderlich.

Rachitis:
gut behandelbar

Manifestiert sich im Kindesalter eine Wachstumsstörung der Knochenfugen (Epiphysen), führt dies zu einer Fehlbildungen der Gelenke und in Folge zu einer Rachitis. Die Störung des Epiphysenwachstums beruht gelegentlich auf genetisch bedingten Fehlfunktionen des Stoffwechsels. Häufiger sind jedoch auch hier ungesunde Ernährung oder Mineralmangel Grund für das Knochenleiden. Wie bei der Behandlung von Osteoporose muss daher auch bei der Therapie von Rachitis auf eine kalzium- und vitaminreiche Kost geachtet werden.

Arthrose:
bedingt behandelbar

Gerade ältere Personen haben vermehrt mit Knochenkrankheiten wie Arthrose oder Osteoporose zu kämpfen, weil der natürliche Knochenschwund ab der zweiten Lebenshälfte rapide zunimmt. In Mitleidenschaft gezogen werden dabei vor allem Abschnitte des Knochens, die besonderer Beanspruchung unterliegen. Gewisse Verschleißerscheinungen der Gelenke sind demnach durchaus normal.

Kommen jedoch Faktoren wie Übergewicht oder Fehlstellungen des Knochens hinzu, so wird der Verschleiß schnell zur krankhaften Abnutzung der Gelenke (Arthrose). In der Therapie setzt die Medizin zum einen auf den Ersatz der Gelenkabschnitte (z.B. Gehhilfen und Endoprothesen). Zum anderen helfen Medikamente dabei, den Schmerz der Patienten zu lindern.

Knochenerkrankungen im Detail

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Morbus Scheuermann
Hüftkopfnekrose
Hohlkreuz (Hyperlordose)
Spondylarthrose
Beckenschiefstand
Rachitis
Osteomalazie (Knochenerweichung)
Morbus Scheuermann
Morbus Bechterew
Skoliose
Osteoporose
Osteopetrose:
bedingt behandelbar

Nicht immer ist Substanzschwund der Auslöser für eine instabile Knochenmatrix. Unkontrollierte Knochenwucherungen können die Gesundheit der Gelenke ebenfalls beeinträchtigen. So wird die Marmorknochenkrankheit, auch Osteopetrose genannt, beispielsweise durch eine genetisch bedingte Unterfunktion der Osteoklasten ausgelöst. Besagte Zellen sind für den natürlichen Abbau veralteter bzw. überschüssiger Knochensubstanz verantwortlich. Ein Osteoklastendefizit sorgt folglich für abnormale Substanzwucherungen in der Knochenmatrix. (Ähnlich unkontrollierte Wucherungen zeigen sich auch im Krankheitsbild von Morbus Paget)

Bei Osteopetrose besteht neben einer medikamentösen Therapie die Option zur operativen Behandlung. Dank der Stammzellentransplantation läst sich die gestörte Osteoklastensynthese wieder herstellen. Die Operation ist jedoch nicht völlig risikofrei.

Osteogenesis imperfecta:
schlecht behandelbar

Die Erbkrankheit Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit) wird durch fehlerhafte DNA Eigenschaften bei der Synthese des Proteins ‚Kollagen Typ I‘ ausgelöst. Demnach zerstört die genetische Erkrankung einen der wichtigsten Bausteine zur Bildung der Knochenmatrix.

Im Verlauf der Glasknochenkrankheit verliert der Knochen seine Festigkeit. Er wird ‚gläsern‘ und reagiert fortan äußerst sensibel auf Erschütterungen, was die Bruchgefahr drastisch anhebt. Eine Therapie erweist sich bei Osteogenesis imperfecta als besonders schwierig, da die Krankheit auf veränderte Erbinformationen zurück geht, die sich nur schlecht behandeln lassen.

Morbus Sudeck:
schlecht behandelbar

Fehlwüchse in Form von Algodystrophie oder Neurodystrophie kennzeichnen die entzündliche Knochenkrankheit Morbus Sudeck. In der Medizin ist sie auch als Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) bekannt und gilt bislang als unzureichend erforscht.

Morbus Sudeck weist das wohl vielfältigste Ursachenspektrum aller Knochenkrankheiten auf. Von Unfallfrakturen der Gelenke über eine Unterversorgung des Knochens mit Mineralstoffen bis hin zu schweren psychischen Traumata und genetischen Faktoren kommen nach derzeitigem Kenntnisstand diverse Gründe für Erkrankung in Frage, was eine Therapie im Vergleich zu Osteoporose oder Rachitis stark erschwert.

Zusätzlich kann eine Algodystrophie oder Neurodystrophie degenerative Wirkung auf den Organismus ausüben. Begleiterscheinungen wie Entwicklungsstörungen im Bereich der Gelenke, Blutungen, Hautveränderungen und Schmerzen sind hierbei nicht auszuschließen.

Obwohl die Ursachen für Morbus Sudeck weithin bekannt sind, ließ sich die genaue Entstehung der Krankheit bis heute noch nicht völlig klären. Eine Therapie kann daher meist nur palliative Hilfe leisten.

Wie erfolgt die Diagnose bei Knochenkrankheiten?

© W. Heiber Fotostudio - Fotolia.com

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Um eine Knochenkrankheit frühzeitig zu erkennen oder eine geeignete Therapie einzuleiten, bedarf es eingehender Untersuchungen. Sie beinhalten unter anderem eine medizinische Beurteilung des Patientenzustandes. Erste Hinweise auf eine Knochenerkrankung können dabei nicht nur schmerzende Gliedmaßen und Gelenke sein. Ebenso sollten Patienten beim Arzt wahrheitsgetreue Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten machen, denn Ernährung, Alltagsführung und Stressbelastung fließen stets in eine verlässliche Diagnose mit ein.

Zur klinischen Feststellung einer Knochenerkrankung und somit für die Ausarbeitung einer sinnvollen Therapie verwenden Mediziner die sogenannte Knochendichtemessung. Hierbei wird die strukturelle Zusammensetzung des Knochens mittels Röntgenaufnahmen oder Kernspintomographie erfasst. Gelegentlich können auch Sonographien oder Urinprobenwerte zum Mineralgehalt des Körpers als unterstützende Diagnosemaßnahme zum Einsatz kommen.

Lässt sich gegen Knochenkrankheiten Vorsorge betreiben?

Um Knochenkrankheiten oder deren Therapie vorzubeugen, kann jeder Einzelne etwas tun. Die Präventivmaßnahmen entsprechen dabei in vielerlei Hinsicht den Therapiemaßnahmen einer bereits bestehenden Erkrankung:

  • Ausgewogene Ernährungskonzepte lassen sich nicht nur in der Therapie erfolgreich anwenden. Als Vorsorgepatient können Sie eine kalzium- und vitaminreiche Kost auch zur Vorbeugung gegen Krankheiten wie Osteoporose, Rachitis und bestimmten Formen der Arthritis nutzen.
  • Gleiches gilt für Sport und körperliche Betätigung. Tägliche Bewegungseinheiten können der Entstehung von Osteoporose und Co. positiv entgegen wirken und verhindern somit eine aufwändige Therapie.
  • Algodystrophie bzw. Neurodystrophie treten bei einem Knochenleiden unter anderem als Folge psychosomatisch bedingter Traumata (z.B. Schockzustände oder seelische Verluste) auf. Aus diesem Grund sollten Sie nicht nur bei einer Therapie, sondern im Idealfall schon vor deren Notwendigkeit auf ihr seelisches Wohlbefinden achten. Bei psychischen Belastungen und Stress empfiehlt es sich, auf eine vollständige Verarbeitung der Problemsituationen bzw. auf ausreichende Erholungsphasen zu achten.