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Entzündungshemmende Lebensmittel – Tabelle und Infos

Rheumapatienten und Menschen mit chronischen Entzündungen im Bereich der Gelenke wissen um die Bedeutung von entzündungshemmenden Lebensmitteln. Doch auch gegen andere Formen von Entzündungen können solche Lebensmittel eine wertvolle Hilfe bieten. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, worauf Sie bei einer entzündungshemmenden Ernährung achten sollten und welche Inhaltsstoffe die Heilwirkung ausmachen.

Wie wirken entzündungshemmende Lebensmittel?

Entzündungen entstehen im Körper meist durch Erreger wie Bakterien, Pilze oder Viren. Doch auch Stress, Bewegungsmangel und häufige Reizzustände (Gelenke) können eine Entzündung hervorrufen. Entzündungen an sich sind eigentlich keine schädlichen Reaktionen des Körpers. Im Gegenteil deuten Sie auf einen beginnenden Heilungsprozess hin und stellen eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf Erreger dar. Entzündungshemmende Lebensmittel sollten also nicht darauf abzielen, die Entzündung zu unterdrücken. Sie sollen ihren Verlauf und damit die Heilung eher beschleunigen.

© Printemps - Fotolia.com

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Welche entzündungshemmende Wirkung die einzelnen Lebensmittel haben, hängt sehr stark von den jeweiligen Inhaltsstoffen ab. So helfen die antibakteriellen Pflanzenstoffe von Aronia und Brennnessel zum Beispiel sehr gut bei Infekten der Harnwege. Zudem fördern sie durch ihren harntreibenden Effekt die Ausschwemmung bakterieller Erreger aus den Harnwegen. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Leinöl beruhen dagegen auf ihrem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Die Fettsäuren werden zum Beispiel von Patienten mit Rheuma, Arthritis und Arthrose hoch geschätzt. Sie schwächen fördernde Faktoren einer Entzündung im Bereich der Gelenke und Knochen nämlich ab. Entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa sprechen wiederum gut auf die antioxidativen bzw. antibiotischen Gerbstoffe und Anthocyanide von Beeren und fermentierten Lebensmitteln an. Die Vielfalt der Lebensmittel mit einer entzündungshemmenden Wirkung ist also sehr groß und kann je nach Art der Nahrung bei folgenden Entzündungen helfen:

  • Entzündungen der Knochen und Gelenke
    z.B. durch Arthritis, Arthrose oder Rheuma
  • Entzündungen der Harnwege
    z.B. Cystitis, Cholecystitis oder Nephritis
  • Entzündungen des Verdauungstraktes
    z.B. durch Colitis, Gastritis oder Morbus Crohn
  • entzündliche Hauterkrankungen
    z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte oder Gürtelrose
  • entzündliche Systemerkrankungen
    z.B. Diabetes, Kollagenose oder Vaskulitis
  • entzündliche Zahnerkrankungen
    z.B. Gingivitis, Parodontitis oder Karies

Entzündungshemmende Ernährung – hierauf sollten Sie achten

Neben entzündungshemmenden Nahrungsmitteln gibt es auch Lebensmittel, die Entzündungen fördern. Allen voran sind hier ungesättigte Fettsäuren in Form von Arachidonsäure zu nennen. Sie versteckt sich in vielen, augenscheinlich harmlosen Nahrungsmitteln. Zudem ist die Arachidonsäure dafür bekannt, bestehende Entzündungen zu verschlimmern oder eine Entzündung überhaupt erst entstehen zu lassen. Dies kann vor allem bei chronischen Krankheiten wie Rheuma und Colitis ulcerosa sehr gefährlich sein. Ähnlich sieht es bei Omega-6-Fettsäuren, Alkohol, Zucker und Lektinen aus, die wie Arachidonsäure eine bestehende Entzündung weiter fördern können. Lebensmittel, in denen sich die entzündungsfördernden Stoffe verstecken, sind zum Beispiel:

  • Distelöl
  • Getreideprodukte (Croissants)
  • Hülsenfrüchte
  • Milchprodukte
  • Produkte mit Schweinefleisch
  • Sonnenblumenöl
  • Süßigkeiten
  • Thunfisch

Bei einer Entzündung sollten Sie entsprechende Lebensmittel folglich meiden. Dies gilt umso mehr bei Erkrankungen der Gelenke wie Rheuma oder Arthrose. Greifen Sie stattdessen lieber zu folgenden Produkten:

© Jana Behr - Fotolia.com

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  1. fermentierte Lebensmittel
  2. Durch Fermentation haltbar gemachtes Gemüse zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Probiotika aus. Diese sind gerade bei Darmentzündungen von besonderer Bedeutung, weil sie die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen und so die darmeigenen Abwehrkräfte stärken. Der Heilungsprozess bei einer Entzündung wird damit natürlich enorm beschleunigt.

    Als fermentiertes Lebensmittel Nummer eins gegen Entzündungen gilt hierzulande Sauerkraut. Noch mehr Auswahl hat hier die asiatische Küche zu bieten. Von Tofu über Kimchi und Tsukemono bis hin zu Miso und Natto gibt es hier sehr viele fermentierte Gemüsearten. Ebenso kann fermentierter Tee ein effizientes Mittel gegen Entzündungen sein. Meiden sollten Sie hingegen fermentierte Milchprodukte wie Kefir oder Käse, da diese Lebensmittel schädliche Mengen an Arachidonsäure enthalten. Auch könnte das hohe Maß an Milchsäurebakterien für eine Übersäuerung des Körpers sorgen, was Entzündungen eher begünstigt, denn lindert.

  3. entzündungshemmendes Gemüse
  4. Ob Blatt-, Kohl-, Zwiebel- oder Wurzelgemüse – auch bei den unfermentierten Gemüsearten verstecken sich eine Vielzahl wichtiger Lebensmittel gegen Entzündungen. Die in ihnen enthaltenden Vitamine (v.a. Vitamin C, E und B) und Mineralien wie Mangan, Zink und Selen sind unglaublich wertvolle Inhaltsstoffe zur Beruhigung entzündeter Körperstellen. Darüber hinaus enthält Gemüse auch entzündungshemmende Antioxidantien, Flavonoide und Senfölglycoside. Diese stehen dem Immunsystem bei Entzündungen allesamt unterstützend zur Seite.

    Setzen sollten Sie in Sachen Gemüse auf Brokkoli, Knoblauch, Spinat, Tomaten, Weißkohl, Yamswurzeln und Zwiebeln. Gerade Knoblauch, Yams und Zwiebeln lassen sich hier sehr vielseitig anwenden und außer dem bloßen Verzehr auch zur Herstellung von Umschlägen und Kompressen nutzen. Dies ist zum Beispiel bei entzündeten Hautstellen oder Wunden sehr hilfreich. Die heilsamen Inhaltsstoffe dringen hier durch äußere Anwendung wesentlich schneller zum Entzündungsherd vor. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden zudem Braunalgen sehr umfangreich gegen Entzündungen angewandt.

  5. entzündungshemmendes Obst
  6. Auch entzündungshemmende Obstsorten gibt es reichlich. Die wichtigen Wirkstoffe in vielen Früchten sind hierbei antioxidative Anthocyane, die rotem und blauviolettem Obst ihre Farbe verleihen. Die Pflanzenfarbstoffe sollen in ihrer entzündungshemmenden Wirkung sogar deutlich effizienter sein als Vitamin C und E. Deshalb empfiehlt sich bei chronischen Entzündungen ein gezielter Verzehr.

    Obstsorten, die aufgrund ihrer Färbung besonders viele Anthocyane enthalten sind Kirschen, Äpfel und Heidelbeeren. Sie sollten zur Behandlung am besten roh verzehrt werden. Konzentrierte Beerensäfte müssen hingegen ausreichend verdünnt werden. Denn die in reinem Fruchtsaft enthaltenen Konzentrationen von Fruchtsäure und Fruchtzucker könnten eine Entzündung ansonsten fördern. Alternativ zu den Beerenfrüchten mit Anthocytanen sind auch das Bromelain der Ananas und das Papain der Papaya als entzündungshemmende Inhaltsstoffe bekannt.

  7. entzündungshemmende Fettsäuren
  8. Wie bereits aufgezeigt, ist in Sachen Tierfette und Pflanzenöle mit Blick auf Fettsäuren wie Arachidonsäure Vorsicht geboten. Nur ungesättigte Omega-3-Fettsäuren besitzen nachweislich eine entzündungshemmende Wirkung. Sie schwächen nämlich Botenstoffe ab, die eine Entzündung fördern. Insbesondere das sogenannte NLRP3-Inflammasom, ein besonderer Proteinkomplex in weißen Blutkörperchen, der durch viele Entzündungserreger aktiviert wird, spricht gut auf besagte Fettsäuren an.

    Eine wichtige Rolle spielt Inflammasom vor allem bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen. Deshalb sind Omega-3-Fettsäuren gerade für Patienten mit Rheuma, Diabetes und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen von großer Wichtigkeit. Zudem können Omega-3-Fettsäuren auch schädliche Arachidonsäure neutralisieren. Entsprechende Lebensmittel, die besonders viele Omega-3-Fettsäuren enthalten, werden zum Beispiel von Hanföl, Leinöl, Walnüssen und Lachs gestellt.

  9. entzündungshemmende Kräuter
  10. Besonders groß ist die Vielfalt entzündungshemmender Lebensmittel im Bereich der Gewürze und Teekräuter. Schier unendlich ist hier die Liste antioxidativer, antibakterieller und antiviraler Inhaltsstoffe. Zu denen gehören maßgeblich:

  • ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Polyphenole
  • Terpene
  • Saponine,
  • Salicyle
  • Gerb- und Bitterstoffe gehören

Besonders häufig werden die Kräuter als Spülung bei Entzündungen im Mundraum angewandt. Doch auch bei entzündlichen Krankheiten der Haut, Harnwege, Darm oder Gelenke sind Heilpflanzen eine gute Hilfe.

Die Welt entzündungshemmender Heilkräuter ist sehr groß. Bereiten Sie die entzündungshemmenden Kräuter einfach als Tee bzw. Mundspülung zu oder geben Sie die Heilpflanzen im gemahlenen Zustand mit ins Essen. Auch die Herstellung entzündungshemmender Salben und Umschläge ist mit Kräutern kein Problem.

© Floydine - Fotolia.com

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Liste entzündungshemmender Lebensmittel

Gruppe von LebensmittelnLebensmittelentzündungshemmende Inhaltsstoffe
fermentierte LebensmittelSauerkraut, Tofu, Kimchi, Tsukemono, Miso, NattoProbiotika
GemüseBrokkoli, Knoblauch, Spinat, Tomaten, Weißkohl, Yams, ZwiebelnAntioxidantien, Flavonoide, Mangan, Selen, Senfölglycoside, Vitamin B (Carotin), Vitamin C, Vitamin E, Zink
ObstAnanas, Apfelbeeren (Aronia), Heidelbeeren, Kirschen, PapayaAnthocyane, Bromelain (in Ananas), Papain (in Papaya)
Tier- und PflanzenfetteHanföl, Lachs, Leinöl, Walnüsse Omega-3-Fettsäuren
Heil- und GewürzkräuterAloe vera, Bärlauch, Beinwell, Brennnessel, Dill, Frauenmantel, Ingwer, Isländisch Moos, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Kurkuma, Leinkraut, Nachtkerze, Ringelblume, Salbei, Schafgarbe, Thymian, WaldmeisterÄtherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Polyphenole, Salicylsäure, Saponine, Terpene,

Fazit

Ob Gemüse, Obst, Öle, Fisch oder Heilkräuter – passende Nahrungsmittel finden sich in jeder der genannten Gruppen. Bei sorgfältiger Produktwahl lassen sie sich folglich problemlos in die Ernährung einbauen. Dies ist für Sie vor allem dann besonders wichtig, wenn Sie an chronischen Entzündungen wie Rheuma leiden. Daneben ist es aber auch wichtig, auf Lebensmittel wie Milchprodukte und Schweinefleisch zu verzichten. Diese enthalten nämlich ein hohes Maß an Arachidonsäure. Zwar können zumindest Hanföl, Lachs, Leinöl und Walnüsse die schädliche Säure ausgleichen. Um das Potential entzündungshemmender Lebensmittel aber voll auszuschöpfen, muss die Zufuhr von Arachidonsäure vorübergehend eingestellt werden.

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