Kohlensäure im Wasser – gesund oder ungesund?

Trinken Sie gerne Mineralwasser? Stellen Sie sich Ihr Wasser selbst her und versetzen es mit Kohlensäure? Der prickelnde Effekt von kohlesäurehaltigem Wasser wirkt ungemein erfrischend. Aber, Sie kennen auch den Nebeneffekt des Aufstoßens, wenn Sie eine große Menge des sprudelnden Wassers zu sich genommen haben. Was glauben Sie, schadet die Kohlensäure Ihrem Verdauungstrakt oder wird sie direkt von der Magensäure abgebaut, sodass Ihr Organismus sie nicht merkt?

Selbst hergestelltem Sprudel aus Leitungswasser setzen Sie wahrscheinlich einen gewissen Anteil an Kohlensäure hinzu. Hersteller von Mineralwasser – oder auch Erfrischungsgetränken – nutzen die sprudelnde Wirkung zur Herausarbeitung des Geschmacks. Sie haben es selbst schon einmal erlebt: Trinken Sie frische, noch prickelnde Süßgetränke wie Cola, kommt der Geschmack viel besser zur Geltung, als beim abgestandenen Getränk. Bei Mineralwasser tritt dieser Effekt zwar nicht so stark auf, da das Mineralwasser ohnehin aus den Vulkanquellen Deutschlands stammt, dennoch spüren Sie durch die sprudelnde Wirkung eine stärkere Erfrischung.

Welchen Effekt hat die Kohlensäure auf den Organismus?

© Sergey Sanin - Fotolia.com

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Die Kohlensäure aus deutschen Mineralwassern ist häufig natürlichen Ursprungs. Da das Wasser aus den tiefen Vulkanquellen fließt und die Quellen aus kohlendioxidhaltigem Gestein bestehen, mischt sich das Quellwasser direkt mit Kohlenstoffdioxid und wird vom Hersteller so abgefüllt. Auch die Kohlensäure, die zur Selbstherstellung von Sprudelwasser erhältlich ist, beinhaltet Kohlenstoffdioxid.

Trinken Sie das Wasser, geschieht zuerst einmal Folgendes:

  • Höhere Geschmacksausarbeitung,
  • gesteigerte Durchblutung der Mundschleimhaut,
  • Anregung des Speichelflusses,
  • Unterstützung der Verdauung.

Die Geschmacksintensität wird indirekt durch das Prickeln verursacht. Die feinen Sauerstoffblasen reizen Ihre Geschmacksknospen auf der Zunge, sodass Sie den Geschmack des Wassers wesentlich stärker wahrnehmen. Bei kalten Getränken erhöht die Kälte den Effekt nochmals. Auch die Durchblutung wird direkt von dem Sprudel angeregt. Berühren die Kohlensäurebläschen die Mundschleimhaut und die Zunge, platzen sie auf, wodurch eine massierende Wirkung entsteht, ganz so, als klopfen Sie mit der Fingerspitze leicht auf Ihren Arm. Die Stelle rötet sich, was auf eine gesteigerte Durchblutung hinweist. Wie stark die Durchblutung ansteigt, hängt von dem Kohlesäuregehalt des Wassers ab. Durch die Anregung des Speichelflusses reinigen sich gleichzeitig ihre Geschmacksknospen. Das führt ebenso zu einem reineren Geschmackserlebnis und lässt Sie die Erfrischung stärker spüren.

Doch, inwieweit unterstützt die Kohlensäure nun Ihre Verdauung? Falls Sie bereits die eine oder andere Diät hinter sich haben, kennen Sie sicher den Ratschlag, viel Wasser zu trinken. Beinhaltet das Wasser auch noch Kohlensäure, die sich im Magen als Luft kennzeichnet, verringert sich das Hungergefühl. Sie tricksen mit kohlesäurehaltigem Mineralwasser also Ihr Hungergefühl aus.

Aber Vorsicht: Trinken Sie zu viel des sprudelnden Nasses, überreizen Sie den Effekt und leiden an Völlegefühl bis hin zu Blähungen. Wählen Sie daher stets den Mittelweg und nehmen Sie zusätzlich stille Wasser oder Getränke ohne Kohlendioxid zu sich – gerade, wenn Sie den Flüssigkeitsverlust nach dem Sport ausgleichen möchten.

Gesund oder schädlich?

Kohlensäure in Getränken, ganz besonders in Mineralwasser oder mit Kohlenstoffdioxid zersetztem Leitungswasser ist im Grund genommen nicht schädlich. Doch es kommt auf die Menge an. Trinken Sie zu viel prickelndes Wasser, leiden Sie an Aufstoßen, Völlegefühl und Blähungen. Diese Beschwerden geben sich allerdings auch, sobald Ihr Verdauungssystem die Kohlensäure abgebaut hat. Zusammengefasst noch einige Tipps, wie Sie mit kohlesäurehaltigem Wasser umgehen sollten:

  • Bei Sport oder schwerer Arbeit trinken Sie lieber stille Wasser, Säfte oder Eistee
  • Bei Diäten können Sie bereits vor der Mahlzeit ein Glas kohlesäurehaltigen Wassers trinken, um das Hungergefühl zu stoppen.
  • Nachts eignet sich ebenfalls eher stilles Wasser.
  • Um den Durst zu löschen, sollten Sie auf stilles Wasser oder auf nur leicht prickelndes Mineralwasser zurückgreifen (Vermeidung des Völlegefühls bei großen Trinkmengen).

Dem täglichen Verzehr von Mineralwasser mit Kohlensäure ist nichts entgegenzusetzen, solange Sie nicht übertreiben. Und selbst, wenn Sie ausschließlich sprudelnde Getränke zu sich nehmen, erleiden Sie keine körperlichen Schäden, einzig die unangenehmen Nebenwirkungen können auftreten.

Guten Durst!

 

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