Darmträgheit – was tun gegen zu langsame Verdauung?

Wenn der Darm immer wieder durch Verstopfung Probleme macht, oder der Stuhl im Allgemeinen sehr hart und trocken erscheint, dann liegt womöglich eine chronische Darmträgheit vor. Es handelt sich dabei um kein seltenes Phänomen, das sowohl den Dick- als auch den Dünndarm betreffen kann und an dem hierzulande rund 15 Millionen Menschen leiden. Mit zunehmendem Alter ist ein träger Darm sogar eine der häufigsten Verstopfungsursachen. Im Folgenden erfahren Sie, wie es zu Darmträgheit kommen kann und wie sich diese behandeln lässt.

Wie entsteht Darmträgheit?

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Ursächlich für einen trägen Darm ist eine verlangsamte Darmbewegung (Darmperistaltik). Sie betrifft zumeist den Dickdarm, kann in seltenen Fällen aber schon im Dünndarm ihren Anfang nehmen. Der Stuhl wird hierbei nur sehr langsam in den Enddarm transportiert, weshalb er dazu neigt, sich aufzustauen und zu verdichten.

Darüber hinaus können dem Kot durch das lange Verweilen im Darm vermehrt Wasser und Salze entzogen werden, wodurch der Stuhl trocken und hart wird. Nicht selten entwickelt sich aus der Darmträgheit eine chronische Verstopfung (Obstipation), wobei die Medizin hier zwischen zwei Formen unterscheidet:

  • Primäre Obstipation – Die Ursachen der zur Verstopfung führenden Darmträgheit lassen sich medizinisch nicht erklären
  • Sekundäre Obstipation – Der träge Darm, welcher der Verstopfung zugrunde liegt, wird durch nachweisbare Ursachen (z.B. Krankheit oder Medikamente) hervorgerufen

Außerdem wird zwischen der akuten und der chronischen Verlaufsform unterschieden, wobei die akute Darmträgheit relativ selten auftritt. Häufiger liegt eine chronische Darmträgheit vor, von der gesprochen wird, wenn Patienten

  • länger als drei Monate an weniger als drei Tagen pro Woche einen Stuhlgang haben
  • beim Stuhlgang stark pressen müssen oder
  • nach dem Stuhlgang das Gefühl haben, Ihr Darm sei unvollständig entleert

Im Allgemeinen können diverse Ursachen zu einer Darmträgheit und infolgedessen zu einer Obstipation führen. Einen Überblick zu den wichtigsten Gründen finden Sie nachstehend:

  • Vorerkrankungen: Es gibt zahlreiche Basiserkrankungen für einen trägen Darm sowie eine mögliche Verstopfung. Dazu gehören unter anderem:

    Den Krankheiten ist gemeinsam, dass sie die Verdauung durch Störimpulse der Darmmuskeln und -nerven oder eine gestörte Darmdurchblutung beeinträchtigen.

  • Mangelernährung und ungesunde Gewohnheiten: Kommt es im Körper zu einer Störung des Salzhaushaltes, kann dies durchaus eine Ursache für eine Verlangsamung Ihrer Darmtätigkeit sein. Dies passiert zum Beispiel bei einem Kaliummangel. Hauptursache für eine Darmträgheit in westlichen Ländern ist jedoch eine zu geringe Flüssigkeits- und/oder Ballaststoffzufuhr in Kombination mit mangelnder Bewegung. Auch Alltagsstress und stressbedingtes Unterdrücken des Stuhlgangs befördern in Industrienationen immer häufiger einen trägen Darm.
  • Bewegungsmangel und Alter: Nicht nur in jungen Jahren kann ein Mangel an Bewegung einen trägen Darm begünstigen. Gerade im hohen Alter, wenn viele Menschen vermehrt bettlägerig werden, kann dies die Darmtätigkeit enorm verlangsamen. Überhaupt baut die Darmfunktion im Alter stetig ab. Und auch im Krankheitsfall (z.B. bei langen Klinikaufenthalten) stellt sich über Bewegungsmangel eine verlangsamte Darmperistaltik ein.
  • Medikamenteneinnahme: Die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einer Verlangsamung des Darms führen. Hierzu zählen unter anderem Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Epilepsie, Asthma und Allergien, Sodbrennen, Eisenmangel, starken Husten, Inkontinenz oder Parkinson. Aber auch Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie bestimmte Psychopharmaka können als Nebenwirkung eine Darmträgheit auslösen.
  • Fehlregulierung des Hormonhaushaltes: Neben einer Schilddrüsenunterfunktion und anderen hormonellen Störungen, kann auch eine Schwangerschaft zur Darmträgheit führen. Während der Schwangerschaft schüttet der Körper vermehrt das Hormon Progesteron aus. Das Geschlechtshormon gilt als „unterleibsberuhigend“ und provoziert auf diesem Wege eine Verlangsamung der Darmtätigkeit.
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Diagnose und Behandlung bei Darmträgheit

Für die Diagnose einer Darmträgheit führt Ihr Arzt mit Ihnen ein eingehendes Gespräch. Hierbei wird erfragt, wie häufig Sie Stuhldrang haben und welche Beschaffenheit ihr Stuhl besitzt. Daneben wird er Sie zu Ernährungsweise, Bewegungsgewohnheiten und möglichen Stressfaktoren befragen.

Um andere Darmerkrankungen auszuschließen, erfolgt zudem eine körperliche Untersuchung des Dickdarms, um bestehende Verstopfungen, Organerkrankungen und Organfehlfunktionen aufzudecken. Wichtig ist dann natürlich eine ursachenorientierte Behandlung, denn nur, wenn die Grunderkrankung behoben wird, verschwindet auch die Darmträgheit. Ergänzend lassen sich neben der Behandlung der Grunderkrankung folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Ernährungsumstellung – Essen Sie viel Gemüse, Obst sowie Vollkornprodukte und achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsmenge, damit Ihr Darm leichter verdauen kann. Auch Hausmittel wie Trockenpflaumen, trüber Apfelsaft oder Leinsamen können die Verdauung kurzfristig anregen.
  • körperliche Bewegung – Bewegt sich der Körper, so bewegt sich auch der Darm. Aus diesem Grund ist es ratsam, tägliche Bewegung oder Sport in den Alltag zu integrieren. Gerade ältere Menschen müssen ihrem Darm oftmals mit ausreichenden Bewegungseinheiten auf die Sprünge helfen. Kleine Spaziergänge oder die Treppe statt den Lift zu benutzen, genügen häufig schon, um die Verdauung anzuregen.
  • medikamentöse Maßnahmen – Verlangsamen eingenommene Medikamente Ihren Darm, kann eine verminderte Medikamentendosis erprobt oder das Medikament gewechselt werden. Abführmittel oder Zuckerstoffe sollten bei Darmträgheit hingegen erst zum Einsatz kommen, wenn nach einer Änderung des Lebensstils noch immer keine Besserung eintritt.
  • operative Maßnahmen – Nur in äußerst seltenen Fällen kommt es bei Darmträgheit zu einem operativen Eingriff. Hierfür muss neben der Darmträgheit eine sehr lange und starke Obstipation vorliegen. Da hier über längere Zeiträume kein Stuhlgang mehr möglich ist, droht ein gefährlicher Darmverschluss, weshalb der Stuhl operativ entfernt werden muss.

Darmträgheit – Wann zum Arzt?

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Meistens lässt sich eine Darmträgheit mit einer Umstellung des Lebensstils gut selbst behandeln. Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich ausreichend und vermeiden Sie ein Unterdrücken des Stuhlgangs. Einen Arzt sollten Sie dennoch aufsuchen, wenn …

    … der träge Darm trotz Umstellung der Lebensgewohnheiten anhält.
    …Sie zusätzlich zur Darmträgheit an einer bekannten Vorerkrankung leiden.
    …Sie darmverlangsamende Medikamente einnehmen.
    …eine Obstipation plötzlich auftritt und / oder
    …die Verstopfung mit Fieber und starken Schmerzen verbunden ist.

Fazit

Darmträgheit ist ein häufiges Symptom und tritt vor allem bei einem ungesunden Lebensstil oder im hohen Alter auf. Die Verlangsamung der Darmtätigkeit ist die häufigste Ursache einer chronischen Verstopfung, die ebenfalls mit zunehmenden Alter häufiger anzutreffen ist. Behandeln und zugleich vorbeugen lässt sich dem trägen Darm am besten mit gesunder Ernährung, genügend Flüssigkeitszufuhr, ausreichend Bewegung und möglichst wenig Stress. Nur in wenigen Fällen muss Darmträgheit medikamentös oder gar operativ behandelt werden.

 

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