Herzinfarkt vorbeugen – Tipps zur richtigen Vorsorge

In Deutschland entfallen auf 100.000 Einwohner jährlich bis zu 300 Fälle von Herzinfarkt. Zwar sank die Sterberate dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich ab, die Gesamtzahl der Infarktpatienten hat sich hingegen stark erhöht. Verantwortlich machen Ärzte hierfür immer wieder die nicht allzu gesunde Lebensweise der Betroffenen. Die Risikofaktoren reichen dabei von falscher Ernährung und Übergewicht bis hin zu seelischen Belastungen. Wie Sie persönlich einem Herzinfarkt zuverlässig vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Bewegung als Schutz gegen den Herzinfarkt

Das Herz ist ein Muskel, der wie alle Elemente der Muskulatur stetig trainiert werden muss, um gesund zu bleiben. Leider weist unser moderner Alltag aber zunehmend mehr Aspekte auf, die einen Bewegungsmangel begünstigen. Ob Büroarbeit, komfortable Transportmittel oder schulgebundenes Sitzen – die Liste der Einflussfaktoren, welche unsere körperliche Bewegung hemmen, ist lang und steht in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeitsrate von Herzinfarkt. Dabei hätte regelmäßige Bewegung mehr als nur einen positiven Effekt auf das Herz:

© SZ-Designs - Fotolia.com
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bessere Durchblutung: Die Sauerstoffzufuhr des Blutes spielt bei einem Herzinfarkt eine wichtige Rolle. Sie kann durch verengte Arterien stark beeinträchtigt werden, weshalb gerade bei Arteriosklerose für eine größtmögliche Erweiterungskapazität (Dilatationsfähigkeit) der Gefäße gesorgt werden muss. Durch Sport lässt sich besagte Elastizität sehr schnell erreichen und eventueller Bluthochdruck deutlich mindern.

verbesserte Regenerationsfähigkeit: Dank der durch Bewegung gesteigerten Erweiterung der Gefäße wird der Herzmuskel auch mit mehr Nährstoffen versorgt. Diese sind für die Regeneration und Zellerneuerung des Herz-Kreislauf-Systems von unschätzbarem Wert. Demnach lässt sich durch regelmäßigen Sport nicht nur einem Herzinfarkt vorbeugen, sondern gleichzeitig auch die Herzfunktionalität stärken.

erhöhte Belastbarkeit: Oftmals ist ein Herzinfarkt auf zu große Belastungen in Form von Stress, emotionalen Ausnahmezuständen oder starken körperlichen Belastungen zurück zu führen. Nun kann Sport die hier zwingend erforderlichen Lebensumstellungen zwar nicht ersetzen, Ausdauer und Belastbarkeit des Herzmuskels lassen sich mit Hilfe sportlicher Betätigung aber durchaus steigern. Auf diese Weise stellen zumindest kleinere Anstrengungen keine Gefahr mehr dar.

Stärkung bei Vorerkrankungen des Herzmuskels: Studien zu folge kann Bewegung auch einem erhöhten Infarktrisiko bei bestehenden Herzkrankheiten vorbeugen. So ließ sich bei Herzinsuffizienz beispielsweise eine Verringerung des Sterblichkeitsrisikos nach einem Herzinfarkt von bis zu 35 Prozent beobachten. Ebenso können Sie mit Sport durch Übergewicht verursachten Herzkrankheiten vorbeugen.

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle

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Neben Bewegungsaspekten gibt es noch einen wichtigen Faktor, der großen Einfluss auf die Entstehung von Herzinfarkt nimmt: Die Ernährung. Fette und überzuckerte Lebensmittel gehören diesbezüglich zu den Hauptverursachern von Infarktkrankheiten wie Arteriosklerose. Darüber hinaus begünstigt Übergewicht chronischen Bluthochdruck, der ebenfalls als Wegbereiter für Herzinfarkt gilt. Beachten Sie in Ihrer Ernährung daher folgendes:

  • Fett ist nicht gleich Fett – Was den Arterien vor allem anderen zu schaffen macht, sind gesättigte Fettsäuren. Diese können vom Körper nur bedingt verwertet werden und lagern sich deshalb oft als Plaque an den Gefäßwänden ab. Hier verengen die gesättigten Fette zunächst die Gefäße, bevor sie in nächster Instanz schließlich zu einem Herzinfarkt führen. Anders sieht es hingegen bei ungesättigten Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren) aus. Sie gelten als wichtiger Gefäßschutz und erhöhen die Elastizität der Arterien. Besonders viele ungesättigte Fettsäuren finden sich dabei in Fischen wieder, weshalb Sie die Meeresbewohner großzügig in Ihre Ernährung einbauen sollten.
  • Zucker ist nicht gleich Zucker – Eine grundsätzliche Differenzierung muss auch bei Zucker getroffen werden. Während weißer Raffineriezucker die Gefäße stark beeinträchtigen kann, liegt das Risiko bei Fruchtzucker mitunter niedriger. Zudem bieten Früchte durch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe zahlreiche gesundheitsfördernde Substanzen, mit denen Sie einem Herzinfarkt vorbeugen und Bluthochdruck senken können. Genießen Sie daher lieber süße Früchte, anstatt auf industriezuckerhaltige Süßigkeiten zurück zu greifen.
  • Obst und Gemüse gegen Herzinfarkt – Tatsächlich gibt es im Bereich der Ernährung zahlreiche Lebensmittel, die Ihr Herz aktiv vor einem Herzinfarkt bewahren können. Hierzu zählen insbesondere Produkte, die vor Bluthochdruck und Zellschäden schützen. So besitzen Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien beispielsweise eine unvergleichliche Zellschutzfunktion. Die Pflanzenstoffe spielen auch bei der Heilwirkung von Wein auf den Herzmuskel eine entscheidende Rolle und sind unter anderem in blauen Beeren, grünem Paprika, Tomaten und Karotten enthalten.
  • Übersäuerung vorbeugen – In der Naturheilkunde hält sich nach wie die Theorie vom Säure-Basen-Haushalt. Als ideale Säurebasis des Körpers gilt demnach ein pH-Wert von 7, im Bereich des Blutes sogar 7,4. Bereits geringe Abweichungen des pH-Wertes im Blut können laut den Lehren der Naturheilkunde zu chronischer Übersäuerung führen, was mitunter auch einen Herzinfarkt begünstigt. Des Weiteren droht durch einen ungesunden Säure-Basen-Haushalt ein Mineralmangel des Blutes und selbst entzündungsbedingte Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Arteriosklerose sind hier nicht auszuschließen. Wer einem Herzinfarkt über gesunde Ernährung vorbeugen möchte, muss demnach auch auf einen gut geregelten Säure-Basen-Haushalt achten. In der Medizin gibt es diesbezüglich jedoch auch zahlreiche Meinungen, die diese Theorie schlicht für falsch halten. Aus diesem Grund ist dieser Tipp mit Vorsicht zu genießen.

Risikofaktoren vermeiden

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Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind ein gutes Mittel, um zahlreiche Risikofaktoren für einen Herzinfarkt zu reduzieren. Daneben sollten Sie bei Ihrer Lebensweise aber auch auf folgendes achten:

  • Vermeiden Sie herzbelastende Situationen, wie Alltagsstress und seelisches Ungleichgewicht. Gemeinsam mit falscher Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel stellen die genannten Risikofaktoren die häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt dar.
  • Rauchen verengt nachweislich die Gefäße und erschwert so eine optimale Sauerstoffzufuhr für das Herz. Von Nikotinkonsum ist daher prinzipiell abzuraten, wenn eine gesunde Lebensweise dem Entstehen von Herzinfarkt vorbeugen soll.
  • Roter Traubenwein, in Maßen genossen, kann durch seine Antioxidantien eine Schutzfunktion für das Herz bedeuten. Zuviel Alkohol wirkt sich jedoch wie alle anderen Risikofaktoren schädlich auf die Herz- und Gefäßtätigkeit aus. Nehmen Sie alkoholische Getränke also nur wohl dosiert zu sich und ziehen Sie Traubenweine hochprozentigen Schnäpsen vor.

Fazit

In einem gesunden Körper wohnt nicht nur ein gesunder Geist. Auch das Herz ist auf eine gesunde Lebensführung angewiesen, wobei die richtige Ernährung und genügend Bewegung nicht die einzigen zu berücksichtigenden Aspekte darstellen. Ebenso ist der Verzicht auf gesundheitsschädliche Alltagsfaktoren von Nöten, wenn Sie einem Herzinfarkt effektiv vorbeugen möchten.

 

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