Geplatzte Ader im Auge – Ursachen und Gegenmittel

Bei blutunterlaufenen Augen oder einem knallroten Fleck am Augapfel ist die Ursache häufig eine geplatzte Ader. Meist stellt ein geplatztes Äderchen ein harmloses kosmetisches Problem dar, das nach Überanstrengung am Auge entsteht. Es können jedoch auch schwere Gewalttraumata oder ernst zu nehmende Erkrankungen für das Symptom verantwortlich sein. Diese erfordern unbedingt eine umgehende Behandlung. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen die Ursachen geplatzter Adern in den Augen zeigen. Darüber hinaus erfahren Sie auch etwas über die Optionen zur Behandlung.

Was sind geplatzte Adern im Auge?

Als „geplatzte Ader im Auge“ bezeichnet man landläufig die Einblutungen zwischen der Augenleder- und Augenbindehaut. Mediziner benutzen für das Symptom den Fachterminus Hyposphagma, was aus dem Altgriechischen übersetzt etwa „blutunterlaufenes Auge“ bedeutet. Dabei kommt es sowohl zu Phänomenen, bei denen das Augenweiß relativ großflächig gerötet erscheint, bis hin zu punktuellen Einblutungen aus einzelnen Gefäßen.

Wie entsteht eine geplatzte Ader im Auge?

Die Blut leitenden Gefäße des Auges sind im Vergleich zu vielen anderen Körpergefäßen sehr fein und sensibel. Schon auf geringsten Überdruck reagieren sie deshalb prompt und können platzen. Dieser Druck kann entweder durch Gefäßerkrankungen oder Verletzungen zustande kommen. Je nach Begleitsymptomen wird dabei zwischen folgenden Formen unterschieden:

  • Hyposphagmen als alleiniges Symptom – Eine geplatzte Ader im Auge tritt bis auf ein leichtes Druckgefühl ohne weitere Beschwerden oder Symptome auf. In diesem Fall handelt es sich um eine harmlose, singuläre Einblutung unter die Bindehaut.
  • Hyposphagmen als Begleitsymptom – Neben Einblutung und Druckgefühl zeigen sich noch weitere Beschwerden, wie zum Beispiel Sehstörungen, Augenbrennen oder Kopfschmerzen. Dies deutet auf eine bestehende Grunderkrankung hin, die eine ärztliche Behandlung erfordert.
© greenphotoKK - Fotolia.com
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Ursachen für geplatzte Adern im Auge

Je nach Anzahl der geplatzten Adern tritt bei Hyposphagmen eine unterschiedlich große Menge Blut aus den Gefäßen aus. Diese äußert sich durch scharf vom Augenweiß abgegrenzte, deutlich rote Flecken im Auge. Hin und wieder kommt es auch zu einem komplett geröteten Auge, was logischerweise auf eine größere Verletzung hindeutet. Zu den häufigsten Ursachen für eine geplatzte Ader im Auge gehören dabei:

  • kurzfristig erhöhter Gefäßdruck: Durch einen kurzzeitig erhöhten Druck in den Gefäßen können feine Äderchen im Auge einreißen und eine kleine subkonjunktivale Blutung auslösen. Der Druck entsteht dabei zum Beispiel bei starkem Husten, Niesen oder körperlicher Überanstrengung wie schwerem Heben oder Pressen. Die aus den Adern austretende Menge an Blut hält sich hierbei für gewöhnlich in Grenzen und bedarf im Normalfall keiner ärztlichen Behandlung.
  • Bluthochdruck: Ein erhöhter Blutdruck kann entweder vorübergehend durch Medikamente, eine Erkrankung oder Schwangerschaft ausgelöst werden oder er liegt grundsätzlich vor. Steigen die Werte permanent höher als 140 zu 90 mmHg sprechen Mediziner von einer arteriellen Hypertonie. Als Ursachen kommen Störungen im Hormonhaushalt sowie Nierenschäden infrage. Der dauerhaft erhöhte Gefäßdruck kann schwere Folgeschäden wie einen Schlaganfall verursachen. Auch äußert er sich in eher marginalen Symptomen, wie sie geplatzte Äderchen im Auge verkörpern.
  • Arteriosklerose: Unter Arteriosklerose versteht man die krankhafte Einlagerung von Cholesterin und Fett in den Gefäßwänden. Infolge der Versteifung und mangelnden Druckanpassungsfähigkeit der Blutgefäße steigt der Blutdruck an. Auf diese Weise kann eine vorliegende Arteriosklerose Auslöser für Hyposphagmen sein.
  • Blutgerinnungsstörungen: Ist die Blutgerinnung beeinträchtigt, etwa durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure oder Marcumar, können geplatzte Adern im Auge stärker in Erscheinung treten, als sie es sonst tun.
  • Gefäßverletzungen: Manchmal werden Hyposphagmen auch durch Verletzungen des Auges hervorgerufen. Diese entstehen zum Beispiel durch Fremdkörpereinwirkung, Schläge oder Stürze auf den Kopf. Je nach Stärke der Gewalteinwirkung treten hier kleinere oder größere Mengen an Blut aus den Gefäßen aus. Im Normalfall handelt es sich hier aber nicht nur um ein geplatztes Gefäß, sondern um mehrfache Verletzungen der augeneigenen Adern.
  • Infektionen: Als Begleitsymptom zahlreicher Infektionen sind Hyposphagmen ebenfalls denkbar. Insbesondere bei tiefgreifenden Bindehautentzündungen oder der meldepflichtigen Infektionskrankheit Leptospirose ist hier äußerste Vorsicht geboten. Entsprechende Erkrankungen sind nämlich nicht nur für schmerzhafte Entzündungen und so manch geplatztes Äderchen, sondern auch für bleibende Augenschäden und Sehverluste bekannt.
  • Operationsfehler: Chirurgische Eingriffe im Bereich des Auges bergen immer ein gewisses Verletzungsrisiko. Für ein geplatztes Blutgefäß kann hier vor allem die sogenannte LASIK-Methode sorgen. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Augenoperation zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. Dringt der Laser zu tief ins Gewebe ein oder kommt mit den Adern des Auges in Kontakt, ist eine Verletzung mit Gefäßblutung sehr wahrscheinlich. Ebenso können falsch geführte Skalpelle während einer Operation für Hyposphagmen sorgen.
Geplatzten Adern im Auge können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Quelle: @gesundheits-fakten.de

Behandlung bei geplatzter Ader im Auge

Feststellen lässt sich eine geplatzte Ader im Auge oft durch bloße Blickdiagnose. Der Bluterguss, welcher durch Einblutungen aus dem beschädigten Gefäß entsteht, ist von außen gut ersichtlich. Eine Behandlung kann im Großteil aller Fälle durch Eigenregie erfolgen. Dies gilt, sofern keine ernste Grunderkrankung oder schwere Augenverletzung festgestellt wurde. Zu den wichtigsten Schritten der Behandlung zählen hierbei:

Natürliche Therapie und Hausmittel

  • Kühlen – Gegen ein aufkommendes Druckgefühl im Auge kann ein kühlender Umschlag helfen. Zudem unterstützt die Kälte die Wundheilung, sowie das rasche Abklingen des Blutergusses. Tränken Sie den Umschlag am besten mit Kräuterwasser aus Augentrost. Das Heilkraut wirkt nämlich nicht nur wundstillend, sondern auch desinfizierend und entzündungshemmend. Dies ist vor allem bei Infektionen ein positiver Nebeneffekt während der Behandlung.
  • Befeuchtung – Wenn die Augen zusätzlich trocken erscheinen, können Augentropfen auf pflanzlicher Basis (z.B. mit Kamille oder Augentrost) beruhigend und befeuchtend wirken. Wer häufiger unter trockenen Augen leidet, kann zusätzlich spezielles Tränenersatzmittel (z.B. mit Hyaluronsäure) einsetzen.
  • Schonung – Die wichtigste Maßnahme zur Ausheilung von Hyposphagmen ist es, den Augen genügend Ruhe zur Erholung zu gönnen. Verzichten Sie deshalb vorübergehend auf anstrengende Tätigkeiten wie langes Arbeiten am Bildschirm. Sehen Sie zudem vom Tragen etwaiger Kontaktlinsen ab, bis die Beschwerden völlig abgeklungen sind. Auch körperliche Anstrengungen sind bis auf Weiteres auszusetzen, um ein erneutes Aderplatzen zu vermeiden. Diese könnten nämlich einen erhöhten Druck auf die Gefäße ausüben.

Medikamentöse und schulmedizinische Therapie

  • Antibiotika – treten Hyposphagmen im Zusammenhang mit einer Infektion des Auges bzw. einer bakteriellen Bindehautentzündung auf, besteht die Möglichkeit einer Therapie mit Antibiotika. Insbesondere bei schweren Verläufen verordnen Fachärzte zusätzlich zu antibiotischen Augensalben zumeist eine begleitende Tablettenkur.
  • Blutdrucksenker und Umstellung des Lebensstils – stellen geplatzte Adern im Auge nur ein peripheres Symptom von Bluthochdruck dar, gilt es, die Ursache wirksam zu therapieren. Im Fall von arterieller Hypertonie geschieht dies mittels ACE-Hemmern, AT1-Antagonisten, Betablockern, Diuretika und Calciumantagonisten sowie Kombinationen der unterschiedlichen Präparate. Entscheidender ist jedoch eine Anpassung des allgemeinen Lebensstils: das Aufgeben des Rauchens, die Reduktion des Alkoholkonsums, Gewichtsabnahme, eine erhöhte körperliche Aktivität und die Umstellung der Ernährung auf salzarme und vitalstoffreiche Kost (insbesondere Omega-3-Fettsäuren, Flavonoide und L-Arginin).
Bei wiederholt auftretenden Hyposphagmen sollte ein Facharzt überprüfen, ob eine ernsthafte Grunderkrankung vorliegt, Quelle: © massimofusaro - Fotolia.com
Bei wiederholt auftretenden Hyposphagmen sollte ein Facharzt überprüfen, ob eine ernsthafte Grunderkrankung vorliegt,Quelle: © massimofusaro – Fotolia.com

Geplatzte Ader im Auge – Wann zum Arzt?

Ein Hyposphagma heilt in der Regel von selbst wieder ab und stellt per se keine ernsthafte Erkrankung des Auges dar. Anders sieht es jedoch aus, wenn die geplatzten Adern Anzeichen einer Vorerkrankung, Infektion oder Verletzung sind. Suchen Sie daher bitte umgehend einen Arzt auf, wenn…

    …Sie eine Verletzung am Auge erlitten haben.
    …weitere Symptome wie starkes Brennen, Juckreiz oder Eiterbildung auftreten.
    …Ein gesteigerter Tränenfluss zu beobachten ist.
    …Sie Sehstörungen an sich feststellen.
    …Hyposphagmen in regelmäßigen Abständen wiederkehren.
    …Sie zusätzlich unter starken Kopfschmerzen leiden.

Fazit

Geplatzte Äderchen im Auge entstehen häufig durch harmlose Umstände wie schweres Heben, kleine Verletzungen, zu starkes Niesen oder Husten. Sie machen sich durch ein sogenanntes Hyposphagma bemerkbar. Dieses beschreibt die Einblutung ins Leder- und Bindehautgewebe des Auges nach einer Verletzung. Zudem sorgt es für einen geröteten bis blutunterlaufenen Bereich um das verletzte Gefäß. Die meisten Fälle von Hyposphagma sind also auf unbedenkliche Ursachen zurück zu führen. Trotzdem lassen sich ernste Probleme wie Gefäßerkrankungen oder Infektionen nicht gänzlich ausschließen. Bei auffälligen Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen oder wenn die Adern im Auge wiederholt platzen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Hier könnten die roten Augen ein Zeichen für Bluthochdruck und somit Risikofaktor für einen Schlaganfall sein.

 

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