Freitag, Dezember 6, 2019

Bindehautentzündung

Bindehautentzündung – Informationen zur Konjunktivitis

Die Bindehautentzündung, in der Fachsprache als Konjunktivitis bezeichnet, ist die häufigste Augenerkrankung bei Menschen. Mediziner gehen davon aus, dass allein 86 Prozent der Kontaktlinsenträger in Deutschland eine Bindehautentzündung während einer fiebrigen Erkältung erleiden. In den USA wird die Zahl der jährlichen Fälle auf knapp 135 Erkrankte je 10.000 Bürger vermutet.

Während die Augenerkrankung bei Erwachsenen vermehrt durch Viren verursacht wird, leiden Kinder und Babys häufig unter der bakteriellen Form der Erkrankung. In den letzten Jahren trat eine weitere Variante der Bindehautentzündung in den Vordergrund, die sogenannte Augengrippe. Hierbei handelt es sich um eine schwere Form der Bindehautentzündung, die durch Adenoviren hervorgerufen wird. Obwohl die Anzeichen einer gewöhnlichen Konjunktivitis gleichen, besteht eine erhöhte Gefahr des Sehkraftverlusts, da die Viren die Hornhaut angreifen können, sofern die Augengrippe nicht behandelt wird.

Bei der Augenerkrankung entzündet sich die Bindehaut, eine Schleimhautschicht, die die Augenlider sowie den Augapfel bedeckt. Die leichten, ungefährlichen Varianten der Erkrankung heilen in der Regel innerhalb von vierzehn Tagen komplett ab; eine ärztliche Behandlung mit entsprechenden Medikamenten beschleunigt jedoch den Heilungsverlauf und lindert die Beschwerden.

Die Ursachen der Bindehautentzündung

Die Konjunktivitis kann auf verschiedene Wege verursacht werden. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Allergien und durch Trockenheit gereizten Augen auf. Hinzu kommen Bakterien und Viren, die sich auf die Bindehaut setzen und zu einer Entzündung führen. Im Folgenden gehen wir auf die verschiedenen Ursachen genauer ein.

Vorab ist zu sagen, dass sowohl eine bakterielle als auch eine virale Bindehautentzündung ansteckend ist. Durch die störenden Symptome neigen Erkrankte dazu, sich die Augen zu reiben, sodass die Erreger auf andere Menschen oder auf das andere Auge übertragen werden können. Hygiene steht daher an oberster Stelle, selbst, wenn sich die Bindehautentzündung als allergiegebundene Reizung herausstellt.

    • Bindehautentzündung durch Allergien

Mediziner sprechen bei allergiegebundenen Bindehautentzündung von der Rhinokonjunktivitis. Besonders häufig trifft diese Form unter Heuschnupfen leidenden Personen, die allgemein im Frühjahr und Sommer über tränende und gerötete Augen klagen. Im Gegensatz zur bakteriellen oder viralen Entzündung der Bindehaut bildet sich bei der allergiegebundenen Krankheit nur selten Eiter.

    • Bindehautentzündung durch Reizungen
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Ist das Auge sehr trocken, schützt der natürliche Tränenfilm auf dem Augapfel und dem Innenlid das Auge nicht vor Fremdkörpern und Staub. Durch die Partikel entzündet sich die Bindehaut und das Auge beginnt zu tränen und zu jucken. Die nichtinfektiöse Variante heilt, sobald das Auge mit Feuchtigkeit versorgt wurde, häufig innerhalb von einem Tag selbstständig ab.

    • Von Bakterien hervorgerufene Konjunktivitis

Insbesondere Kinder leiden unter der bakteriellen Bindehautentzündung. Sie betrifft oftmals ein einzelnes Auge und äußerst sich durch ein verdicktes Lid und ein grün-gelbliches Augensekret. Schwellen die Lymphknoten in der Ohrregion an und eitert das Auge stark, könnte es sich um eine schwere Form der Bindehautentzündung handeln. Gerade die sogenannten Gonokokken stehen im Verdacht, die schwere Entzündung auszulösen.
Genokokken befallen unter anderem den Genitalbereich und lösen mitunter die Sexualkrankheit Tripper aus.

Ebenso bilden Chlamydien die Grundlage einer bakteriellen Bindehautentzündung. Obwohl die Erreger zumeist im Genitalbereich vorkommen, können sie sich auf das Auge ausbreiten. Die Ansteckung erfolgt vielfach in Schwimmbädern.

    • Virale Konjunktivitis

In den meisten Erkrankungsfällen verbergen sich Viren hinter einer Bindehautentzündung. Sie gilt als ansteckend, da sich die ersten Krankheitsanzeichen erst mehrere Tage nach einer Infektion ausbilden und die Viren in der Zwischenzeit bereits übertragen wurden. Handelt es sich um eine gewöhnliche virale Bindehautentzündung, heilt sie ohne eine ärztliche Behandlung ab. Doch gibt es zwei schwere Formen, die sich zuerst kaum von der gewöhnlichen Bindehautentzündung unterscheiden. Daher ist es ratsam, spätestens am zweiten Tag der Reizung einen Augenarzt aufzusuchen.

Zu der schweren viralen Entzündung gehört zum Einen die Infektion mit Herpesviren, zum Anderen die Infektion mit dem Adenovirus. Der Adenovirus führt zu stärken Erkältungs- oder Grippesymptomen, sodass eine ärztliche Behandlung unausweichlich ist.

Die Symptome einer Konjunktivitis

Meist merken Betroffene von selbst, dass sie unter einer Bindehautentzündung leiden. Die gängigen Symptome sind

  • brennende, juckende Augen
  • tränende Augen
  • Rötungen
  • geschwollene Augenlider
  • Schleimbildung
  • verklebte, vereiterte Augen am Morgen
  • Fremdkörpergefühl
  • Lichtempfindlichkeit

Je nach Ursache der Entzündung sind die Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt. Leichte Bindehautentzündungen beschränken sich teils rein auf das Trockenheits- und Fremdkörpergefühl im Auge. Spätestens jedoch, wenn die Augen morgens stark geschwollen und verklebt sind, sich ein eitriges Sekret absondert oder die Sehfähigkeit durch die Entzündung beeinträchtigt ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wer zu den Beschwerden am Auge über Erkältungs- und Grippesymptome klagt, sollte umgehend einen Arzt konsultieren. Es könnte sich um die sogenannte Augengrippe handeln, die, bleibt sie unbehandelt, die Hornhaut schädigen und zu dauerhaften Sehstörungen führen kann.

Die Behandlung der Augenentzündung

Wurde während der augenärztlichen Untersuchung eine Konjunktivitis diagnostiziert, muss mittels eines Abstriches der Erreger bestimmt werden. Dies ist wichtig, da die Behandlung einer bakteriellen Infektion von der einer viralen Infektion abweicht.

Stellt der Arzt mittels des Abstrichs eine bakterielle Form der Entzündung fest, verschreibt er zumeist Tropfen oder Augensalben mit einem Antibiotikum. Virale Infektionen heilen, sofern es sich nicht um eine herpesgebundene oder durch den Adenovirus verursachte Infektion handelt, ohne Medikamente ab. Zusätzlich gibt es weitere Mittel, die die Heilung positiv beeinflussen. Gerade Augentropfen, die den Feuchtigkeitsfilm auf dem Augapfel wiederherstellen, unterstützen die Heilung. Insgesamt kommen also folgende Therapien infrage:

  • Augensalbe/Tropfen mit Antibiotika
  • Künstliche Tränenflüssigkeit
  • Augensalben mit Wirkstoffen gegen Herpes/Adenoviren
  • Entzündungshemmer

Betroffene sollten auf keinen Fall Hausmittel verwenden oder gar die Augen mit einem Aufguss aus Kamille spülen. In Kamillentee befinden sich Partikel, die das Auge reizen, außerdem besteht die Gefahr, beim Spülen die Erreger zu verbreiten.

Allergiegebundene Bindehautentzündungen können ausschließlich im Rahmen der Allergiebekämpfung behandelt werden. Betroffene sollten, soweit es möglich ist, die Allergene meiden und Antihistamine einnehmen. Um das Jucken zu mildern, helfen feuchtigkeitsspendende Augentropfen.

Präventionsmaßnahmen

Gegen die Ansteckung mit einer bakteriellen und viralen Bindehautentzündung hilft ausschließlich eine gute Hygiene. Generell gilt, dass

  • regelmäßige Händewaschen
  • reinigen der Kontaktlinsen
  • vermeiden von Überanstrengung
  • vermeiden von Kontakt mit Allergenen

als Prävention. Da gerade Kontaktlinsenträger unter einer erhöhten Ansteckungsgefahr leiden, sollten sie darauf achten, die Linsen regelmäßig zu reinigen und zu wechseln. Wer lange Zeit am Computerarbeitet, sollte zwischendurch Pausen einlegen, um das Auge zu entlasten.

Allgemein gilt, dass das häufige Händewaschen der beste Schutz ist. Über das Augenreiben mit ungewaschenen Händen gelangen die meisten Erreger in die Augen, sodass eine Bindehautentzündung hervorgerufen werden kann. Insbesondere bei langen Trockenperioden im Sommer und Wind schützen Sonnenbrillen vor Fremdkörpern im Auge. Diese könnten die Bindehaut so stark reizen, dass sich eine Entzündung bildet.