Donnerstag, September 19, 2019

Arteriosklerose

Arteriosklerose – Ursachen, Symptome, Therapie

Arterienverkalkung (Arteriosklerose) gilt als häufigste Ursache für einen Herzinfarkt. Somit geht von der Gefäßerkrankung eine ernst zu nehmende Todesgefahr aus, die nicht unterschätzt werden darf. Leider sind viele Fälle von Arteriosklerose selbstverschuldet, weshalb Sie bei Ihrer persönlichen Vorsorge alles tun sollten, um entsprechende Risikofaktoren zu vermeiden und Ihre Blutgefäße gesund zu halten. Mehr Informationen zum Thema entnehmen Sie bitte dem folgenden Ratgeber.

Was ist Arterienverkalkung? – Einzelheiten zur Arteriosklerose

Als Schlagadern oder Arterien werden in der Anatomie alle Gefäße bezeichnet, die das Blut vom Herz ableiten. Zu ihnen zählen unter anderem die Hauptschlagader (Aorta) sowie die dreiteilige Halsschlagader (Arteria carotis communis), wobei sich die Gesamtheit arterieller Blutgefäße über den gesamten Körper erstreckt.

Die Aufgaben der Arterien sind für den Menschen überlebenswichtig. So sorgen sie beispielsweise für einen ausreichenden Sauer- bzw. Nährstoffaustausch und regulieren den Blutdruck. Bei einer Arteriosklerose ist die Funktionalität der arteriellen Blutgefäße allerdings nachhaltig gestört. Es kommt zu Blutgerinnseln, Durchblutungsstörungen und einer mangelnden Sauerstoffversorgung (Ischämie) im Bereich des Herzens. Ursache hierfür sind Plaqueablagerungen an den Gefäßwänden, welche meist aus Fett- oder Zuckerpartikeln bestehen. Je nach Ausmaß und Lage der Arterienverkalkung wird dabei zwischen folgenden Formen der Gefäßerkrankung unterschieden:

Gefäßverengung
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  • Makroangiopathie – Arterienverkalkung größerer bis mittlerer Arterien
    (z.B. Halsschlagader oder Aorta)
  • Mikroangiopathie – Arterienverkalkung kleinerer bis sehr kleiner Arterien
    (z.B. herzferne Schlagadern in den Füßen, Augen oder im Gehirn)
  • Mediasklerose – Arterienverkalkung im Bereich der arteriellen Muskelschichten
    (z.B. bei Diabetes oder Nierenerkrankungen)

Achtung!

Sollte eine Arteriosklerose unbehandelt voranschreiten droht dem Patienten ein vollständiger Verschluss der Arterien. Die Folgen dieses arteriellen Verschlusses können zu einer koronaren Herzkrankheit, wenn nicht sogar zu einem Herzinfarkt führen.

Ursachen für Arteriosklerose

Arteriosklerose
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Arteriosklerose wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Sie alle tragen zur Verengung der Gefäßwand durch Plaquepartikel bei und verursachen so lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen. Hier ein kleiner Überblick:

 

zu hohe Cholesterinwerte: Unter Cholesterin versteht man die natürlichen Blutfettwerte eines Menschen. Während die Blutfette in gesundem Maße aber die Zellmembran der Gefäßwand stärken, sorgen zu hohe Werte für Proteinverklumpungen im Blut. Dabei hat insbesondere LDL gebundenes Cholesterin einen hohen Einfluss auf die Entstehung von Arteriosklerose. Begünstigt wird dieses sogenannte ’schlechte Cholesterin‘ durch eine fettreiche Ernährung.

falsche Ernährung: Neben erhöhten Cholesterinwerten hat eine ungesunde Ernährung auch schädliche Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel einer Person. Gerade ein Überangebot an Industriezucker in der Nahrung ist diesbezüglich immer wieder Auslöser für Plaqueablagerungen an den Gefäßwänden. Sollten darüber hinaus noch größere Mengen fetthaltiger Lebensmittel konsumiert werden, lässt eine Arteriosklerose meist nicht lange auf sich warten.

Vorerkrankungen: Nicht immer müssen erhöhte Fett- und Zuckerwerte im Blut auf eine falsche Ernährung hindeuten. Gelegentlich sind auch krankheitsbedingte Fett- bzw. Zuckerstoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder Dyslipidämie für die Werterhöhungen verantwortlich. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass vor allem bestimmte Formen von Diabetes mellitus neben erblich bedingten Faktoren auch durch eine zuckerreiche Ernährungsweise entstehen können. Weitere Vorerkrankungen, die eine Arteriosklerose begünstigen, sind Niereninsuffizienz, Gicht, Arthritis und Schilddrüsenüberfunktion.

körperliche bzw. seelische Belastung und Bluthochdruck: Ebenfalls zu den gefährlichen Risikofaktoren für Arterienverkalkung zählt die arterielle Hypertonie, besser bekannt als Bluthochdruck. Durch den anhaltenden Druck sind die Wände der Blutgefäße dauerhaft einer hohen Belastung ausgesetzt, was sie anfälliger für Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose macht. Die Auslöser von Bluthochdruck reichen dabei von genetischen Dispositionen über Ernährungsaspekte bis hin zu einer ungesunden Alltagsgestaltung (z.B. durch Bewegungsmangel, Stress oder Lärm). Daneben sind seelische Probleme und hohe Schadstoffbelastungen in der Umwelt als Ursache für arterielle Hypertonie wie auch für eine Arteriosklerose nicht auszuschließen.

Nikotin: Besonders empfindlich reagieren blutleitende Gefäße auf Zigarettenkonsum. Die nikotinhaltigen Zusatzstoffe sorgen dafür, dass sich die Gefäßwand dauerhaft verengt, was logischerweise ein Anhaften von Plaquepartikeln befördert. Ebenso kann es zu weitreichenden Durchblutungsstörungen kommen, was einen durch Sauerstoffmangel verursachten Herzinfarkt begünstigt.

Alter und Geschlecht: Es ist medizinische erwiesen, dass Männer wesentlich häufiger an Arteriosklerose leiden als Frauen. Auch sind die Blutgefäße im Alter krankheitsanfälliger als in jungen Jahren, weshalb Personen ab 60 Jahren ein deutlich höheres Arterioskleroserisiko aufweisen. Bei Frauen im Speziellen spielt in Sachen Risikofaktoren zudem der Rückgang gefäßschützender Hormone nach der Menopause eine wichtige Rolle.

 

Welche Symptome gehen mit Arterienverkalkung einher?

© Juan Gärtner - Fotolia.com
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Eine Arteriosklerose geht erfahrungsgemäß schleichend von statten, sodass es an die 20 Jahre dauern kann, bis sich erste Anzeichen der Erkrankung bemerkbar machen. Welche Symptome eine dabei im Einzelnen auftreten, hängt stark davon ab, an welcher stelle sich die Verkalkung manifestiert. So kann es bei einem Befall der Halsschlagader beispielsweise zu einem Schlaganfall kommen, da besagte Körperregion als Schnittstelle ein- und ausgehender Gefäße des Gehirns fungiert. Ebenso sind Gehirnlähmungen und damit verbundene kognitive Störungen (z.B. gestörte Sprachfunktion) bei einer Arterienverkalkung im Bereich der Halsschlagader denkbar. Weitere, typische Symptome bei Arteriosklerose sind:

  • Angina pectoris (Brustenge)
  • Blutgerinnsel und Durchblutungsstörungen
  • beeinträchtigte Nierenfunktionalität (v.a. bei Arteriosklerose im Nierenbereich)
  • Erektionsstörungen (v.a. bei Arteriosklerose im Genitalbereich)
  • linksseitige Brust- und Armschmerzen
  • Schmerzen in Blutgefäßen und Muskeln
  • schnelle Erschöpfung bei körperlicher Anstrengung

Eines der wohl gefährlichsten Begleiterscheinungen einer Arteriosklerose ist darüber hinaus der Herzinfarkt. Er ist unausweichlich, sobald Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel innerhalb der Blutgefäße ein gewisses Maß überschreiten. Für gewöhnlich ereignet sich der Infarkt also in der Endphase der Arterienverkalkung. In diesem Stadium ist dann häufig von einer koronaren Herzkrankheit die Rede.

Diagnose und Therapie bei Arteriosklerose

Feststellen lässt sich eine Arteriosklerose unter anderem durch sorgfältige Anamnese des Patienten. Geben Sie im Gespräch mit einem Arzt deshalb immer ehrliche Auskunft bezüglich Ihres Lebensstils, Ihrer Ernährungsweise und bestehenden Krankheiten, damit eine zuverlässige Diagnose gestellt werden kann.

Ebenfalls wichtig für die Früherkennung von verkalkten Gefäßabschnitten sind allgemeine Untersuchungen. Während Bluttests Aufschluss über Cholesterin- und Blutzuckerwerte des Patienten geben, können bildgebende Verfahren wie der intravasukläre Ultraschall (IVUS), die Cernspintomographie (CT) oder ein Magnetresonanztest (MRT) Details zum Zustand der Gefäße offenbaren. Nicht zuletzt verraten auch medizinische Belastbarkeitstests viel über die Gesundheit der Arterien.

 

Ernährungstherapie: Das A und O einer erfolgreichen Therapie gegen Arteriosklerose ist selbstverständlich eine richtige Ernährung. Schlechtes Cholesterin und zu hohe Blutzuckerwerte müssen durch Verzicht auf entsprechende Lebensmittel dringend vermieden werden, wenn die Verkalkung nicht weiter voran schreiten soll. Noch genauer auf Ihre Ernährung achten müssen Sie in diesem Zusammenhang, wenn der Arteriosklerose eine Erkrankung wie Diabetes, ein gestörter Fettstoffwechsel oder Nierenversagen zugrunde liegt.

medikamentöse Therapie: Eine Verabreichung von Medikamenten zielt bei Arteriosklerose in erster Linie darauf ab, die Funktionalität der Blutgefäße zu verbessern. So können die Präparate zum Beispiel schädliches Cholesterin und Bluthochdruck reduzieren, oder die Blutgerinnung hemmen, um eine bessere Blutversorgung zu gewährleisten. Gerne zum Einsatz kommen hier ACE-Hemmer, Betablocker, Statine, Fibrate und Acetylsalicylsäure. Welche Medikamente im Einzelfall verschrieben werden, hängt jedoch oftmals von den individuellen Verträglichkeiten des Patienten ab.

Bewegungs- und Stresstherapie: Auch Sport und regelmäßige Bewegung können eine Arteriosklerose lindern. Gerade wenn es um Durchblutungsstörungen und einen Sauerstoffmangel der Gefäße geht, sind tägliche Bewegungseinheiten meist die beste Therapie. Gleiches gilt für Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel. Bei seelischen Belastungen, Burnout oder ähnlichen Risikofaktoren können zudem Stress- und Entspannungstherapien helfen, ein Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern.

operative Eingriffe: Das Einsetzen eines Ballonimplantats zur Weitung verengter Gefäße, aber auch die Transplantation gesunder Blutgefäße an von Arteriosklerose betroffene Körperstellen sind mittlerweile zwei sehr gut ausgereifte Operationsmethoden bei Arteriosklerose. Bei einer erkrankten Bein- bzw. Halsschlagader kommt zudem eine Rekanalisierung der Gefäße in Betracht. Bedenken Sie aber, dass es sich bei Implantat-, Bypass- und Rekanalisationsoperationen um sehr riskante Eingriffe an empfindlichen Körperabschnitten handelt. Aus diesem Grund werden entsprechende Maßnahmen medizinisch nur dann erwogen, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

 

Tipps zur Prävention gegen Arteriosklerose

© bilderzwerg - Fotolia.com
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Oberstes Gebot bei der Prävention gegen Arteriosklerose ist das Minimieren von Risikofaktoren. Viele Fälle arterieller Verkalkung ließen sich nämlich vermeiden, wenn Patienten Zeit ihres Lebens mehr Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Gefäße genommen hätten:

  • Verzichten Sie vor allem anderen auf ungesunde Lebensmittel, die viel Fett oder Zucker enthalten. Auch einer selbstverschuldeten Diabetes lässt sich so gut vorbeugen. Regelmäßige Überprüfungen der Cholesterin- und Zuckerwerte durch einen Arzt können ebenfalls nicht schaden, wenn Sie sichergehen möchten, dass sie ernährungstechnisch auf dem richtigen Weg sind.
  • Eine stressfreie Alltagsplanung ist zur Prävention gegen Arterienverkalkung sehr ratsam. Zusätzlich ist es wichtig, dass Sie seelisch belastende Einflüsse so gut es geht von sich fernhalten.
  • Zigaretten stellen nicht umsonst einen der gefährlichsten Risikofaktoren dar, wenn es um die Entstehung von Arteriosklerose geht. Schränken Sie Ihren Nikotinkonsum demnach ein oder hören Sie am besten ganz auf.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung, damit Ihre Gefäße so lange wie möglich gesund bleiben. Vor allem Personen ab 40 müssen dem natürlichen Abbau ihrer Arterien konstant entgegen wirken, was neben der richtigen Ernährung und Alltagsplanung auch Sport- und Fitnessangebote miteinschließt.

Fazit

Arteriosklerose ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die mit Blick auf einen möglichen Herzinfarkt sogar tödlich enden kann. Da es aber zahlreiche, beeinflussbare Risikofaktoren gibt, kann eine geeignete Prävention die Entstehung einer Arterienverkalkung zuverlässig abwenden.