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Beriberi – Ursachen, Symptome, Therapie

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Als Beriberi bezeichnet der Volksmund Gesundheitsbeschwerden, die durch einen Vitamin-B1-Mangel ausgelöst werden. Sie fühlen sich in letzter häufig schwach oder haben Magen-Darm-Beschwerden oder können sich nicht konzentrieren?

In diesem Fall könnten Sie unter einem Mangel an Vitamin B1 leiden!

Die Betonung liegt jedoch auch „könnten“, denn die Symptome von Beriberi erscheinen besonders zu Beginn der Erkrankung eher diffus. Eine Diagnose ist deshalb oft schwierig. Steht die Diagnose jedoch fest, kann Beriberi in den meisten Fällen recht einfach therapiert werden. Erfahren Sie hier mehr zur Entstehung der Krankheit, welche Symptome sie aufweist und wie es sich am besten behandeln lässt.

Entstehung von Beriberi

Für die körperliche Gesundheit ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen eine Grundvoraussetzung. Jedes Vitamin ist dabei für die Erhaltung einer oder mehrerer Körperfunktionen zuständig. Dies gilt auch für Vitamin B, welches genau genommen einen ganzen Vitaminkomplex beschreibt, der aus acht verschiedenen B-Vitaminen besteht. Eines davon ist das so genannte Vitamin B1, auch als Thiamin bekannt.

Thiamin, bzw. Vitamin B1 ist in erster Linie zuständig für die Funktionalität von Herz-Kreislauf- und Nervensystem. Wird dem Körper nun zu wenig Thiamin über die Nahrung zugeführt oder liegt eine Erkrankung vor, bei welcher das Vitamin nicht oder nicht ausreichend vom Körper aufgenommen werden kann, drohen diverse Symptome einer Mangelerscheinung. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so ist Beriberi die Folge. Unterschieden wird hierbei zwischen verschiedenen Formen von Beriberi:

  • Trockene Beriberi – von dem Vitamin-B1-Mangel ist maßgeblich das Nervensystem betroffen und es kommt zu neurologischen Ausfallerscheinungen.
  • Feuchte oder nasse Beriberi – der Thiaminmangel beeinträchtigt das Herz-Kreislauf-System und sorgt außerdem für Funktionsstörungen an inneren Organen.
  • Infantiles Beriberi / Säuglings-Beriberi – Der Vitamin-B1-Mangel betrifft einen Säugling, dessen Mutter an Thiaminamangel leidet und deshalb über die Muttermilch nicht ausreichend Vitamin B1 an ihr Kind abgeben kann.

Ursachen für Beriberi

Beriberi kommt in Mitteleuropa eher selten vor, da die häufigste Ursache für Krankheiten dieser Art Mangelernährung ist, wie sie überwiegend in Entwicklungsländern und Krisengebieten anzutreffen ist. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Hier ein kleiner Überblick zu möglichen Gründen:

  • Mangelernährung: Mangelernährung muss nicht zwangsweise durch Armut oder Lebensmittelknappheit entstehen. In Asien, von wo auch die Bezeichnung ‚Beriberi‘ stammt, kommt es zum Beispiel durch den vermehrten Verzehr von geschältem Reis des Öfteren zu Beriberi. Grund hierfür ist, dass Vollkorngetreide mitunter äußerst wichtig für eine ausreichende Thiaminversorgung ist, weil sich in der Getreideschale ein besonders hoher Gehalt des B-Vitamins befindet. Wer zu viele Weißmehlprodukte anstatt von Vollkornprodukten isst und gleichzeitig auch auf andere thiaminreiche Lebensmittel wie Fisch, Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse verzichtet, riskiert ein Beriberi-Syndrom.
  • Alkoholabhängigkeit: Steter Alkoholkonsum führt häufig dazu, dass Thiamin vom Körper nicht mehr richtig aufgenommen, bzw. umgewandelt werden kann. In solchen Fällen entsteht die Krankheit also unabhängig von der Art der Ernährung.
  • Vorerkrankungen: Ebenfalls nicht mit der Ernährung in Verbindung steht Beriberi, wenn es durch bestimmte Grunderkrankungen entstanden ist. Vor allem chronisch-entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. wie etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sorgen hier dafür, dass Vitamin B1 nicht mehr ausreichend verwertet werden kann. Allerdings kann es bei derartigen Vorerkrankungen zusätzlich zu Lebensmittelunverträglichkeiten kommen, die den ausreichenden Verzehr thiaminhaltiger Nahrung zusätzlich erschweren.

Symptome bei Beriberi

Bei Beriberi unterscheiden sich die Symptome je nach Form und Schwere der Erkrankung. Während die trockene Form vor allem mit neurologischen Beschwerden inklusive Unruhe, Reizbarkeit und Erschöpfung einhergeht, sind bei der feuchten Form vor allem Herz und Kreislauf vom Mangel betroffen. Im Allgemeinen können folgende Symptome Hinweise darstellen:

  • Verdauungsprobleme
  • Schmerzen im Bauch
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erschöpfung und/oder Müdigkeit
  • Innere Unruhe und Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • neurologische Ausfallerscheinungen (z.B. Lähmungen, Sprach- und/oder Gehstörungen)
  • Störungen des Herz- und Kreislaufsystems mit Schmerzen
Achtung: Säuglinge, die an Beriberi leiden, zeigen abweichende Symptome in Form von Trinkschwäche, Erbrechen, Apathie und Unruhe. Die Mangelerscheinung muss hier umgehend behandelt werden, da es ansonsten zu lebensgefährlicher Herzinsuffizienz kommen kann, die binnen weniger Stunden zum Tod des Säuglings führt!

 

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Diagnose und Behandlung bei Beriberi

Die Diagnose von Beriberi erweist sich in unseren Breitengraden als kompliziert, da vor allem bei neurologischen und Herz-Kreislauf-Störungen häufig zunächst eine andere Ursache in Betracht gezogen wird. Im Anfangsstadium der Erkrankung sind die Symptome wie Schmerzen oder Reizbarkeit zudem oft unspezifisch, sodass sich die Diagnose eines Vitamin-B1-Mangels nicht immer sofort ergibt.

Umso wichtiger ist ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt, der Sie auch in Bezug auf Ihre Ernährungsgewohnheiten befragen sollte. Kommt Beriberi bei Ihnen als mögliche Ursache für Ihre Beschwerden in Betracht, wird der Arzt sie zudem eingehend körperlich untersuchen und einen Bluttest anordnen. Bestätigt sich der Verdacht, stehen zur Behandlung folgende Maßnahmen zur Auswahl:

  • Vitaminpräparate: Die übliche Behandlung leichterer Formen von Beriberi erfolgt durch die Gabe von Vitamin B1 in Tablettenform. Der Zustand Ihrer Gesundheit sollte sich dann binnen kurzer Zeit bessern. Dennoch sollte auch hierbei Ihr Befinden in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um eine schwerere Verlaufsform zu vermeiden und bei Bedarf die Medikamentendosis anpassen zu können.
  • Infusionstherapie: Liegt eine schwere Form von Beriberi vor, wird Ihr Arzt Sie in ein Krankenhaus einweisen. Hier verabreichen dann Stationsärzte Thiamin über eine lokale Infusion. Eine ergänzende Überwachung des Allgemeinzustandes ist bei der Infusionstherapie ebenfalls wichtig.
  • Ernährungsumstellung: Die Vitamin-B1-Zufuhr muss bei Beriberi auch durch entsprechende Änderungen der Ernährung unterstützt werden. Neben Vollkornprodukten wie Reiskleie, Weizen, Roggen und Haferflocken enthalten auch Sonnenblumenkerne, Nüsse (z.B. Macadamianüsse, Paranüsse oder Sesam), Champignons, Kohlgemüse, Mango, Kabeljau, Geflügel- und Schweinefleisch nennenswerte Mengen an Thiamin. Zudem sind Kräuter wie Spirulina, Brennnessel, Löwenzahn und Schnittlauch zu empfehlen, etwa als Küchen- oder Teekräuter.
  • Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung: Liegt dem Leiden eine Vorerkrankung zugrunde, sollte neben der Gabe von Thiamin selbstverständlich auch die Erkrankung selbst behandelt werden. Bei alkoholkranken Patienten ist diesbezüglich ein sofortiger Entzug wichtig, um die optimale Aufnahme von Vitamin B1 im Körper wieder gewährleisten zu können.
  • Sonstige Therapiemaßnahmen: Bei der trockenen Form von Beriberi, die mit neurologischen Ausfallerscheinungen einhergeht, ist es unter Umständen notwendig, eine Physiotherapie durchzuführen. Nur so lässt sich Lähmungs- und Ausfallserscheinungen erfolgreich entgegenwirken. Bei einer schweren feuchten Verlaufsform von Beriberi ist hingegen die zusätzliche Gabe von Herz-Kreislauf-Medikamenten erforderlich.

Beriberi – Verlauf, Komplikationen und Prävention

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  • In der Regel lässt sich Beriberi gut behandeln. Nach der Gabe von Thiamin sowie einer gezielten Vitaminzufuhr über die Ernährung bessern sich die Symptome wie Schmerzen und Reizbarkeit recht schnell. Einzig bei schwereren Formen, ausbleibender Behandlung oder bei bestehenden Vorerkrankungen kann sich die Therapie als langwieriger erweisen.
  • Komplikationen entstehen bei Beriberi vor allem durch eine Nichtbehandlung oder ein zu spätes Erkennen der Erkrankung. Aus diesem Grund sollten Sie eine häufig auftretende Erschöpfung oder länger andauernde Magen-Darm-Beschwerden immer medizinisch abklären lassen. Bleibt die Therapie aus, können Ausfallserscheinungen wie Lähmungen oder Herz-Kreislauf-Probleme zu ernsthaften Problemen führen.
  • Die beste Vorbeugung von Beriberi ist eine abwechslungsreiche, gesunde und ausgewogene Ernährung. Verzichten Sie auf Weißmehlprodukte und Alkohol und legen Sie stattdessen viel Wert auf eine Ernährung durch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie frisches Obst und Gemüse. Die vorbeugende Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist mit Blick auf Beriberi aber nicht notwendig.

Fazit

Beriberi entsteht immer dann, wenn dem Körper nicht ausreichend Vitamin B1, bzw. Thiamin zugeführt wird. In Mitteleuropa kommt diese Erkrankung aufgrund des Nahrungsangebotes eher selten vor, weshalb sie häufig auch nicht sofort von jedem Mediziner erkannt wird. Zudem sind die Symptome vor allem im Anfangsstadium sehr uneindeutig. Schmerzen im Bauch, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen können bei vielen Krankheiten auftreten. Steht die Diagnose jedoch fest, kann Beriberi mit recht einfachen Mitteln behandelt werden. Diese sehen neben Thiamingaben auch eine vitamin-b1-reiche Ernährung vor. Besser ist es allerdings, einem Thiaminmangel von vornherein durch gesunde Ernährung vorzubeugen, denn Beriberi kann mit ernsten Nerven- und Herz-Kreislauf-Störungen einhergehen, mit denen nicht zu spaßen ist.

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