skip to Main Content
Menü

Dellwarzen (Schwimmwarzen) – Ursachen, Symptome, Therapie

Quelle: © Damian Gretka – Fotolia.com

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist die Dellwarze (Molluscum contagiosum) ein weit verbreitetes Phänomen. Doch obgleich diese Sonderform der Warzen, die auch unter dem Namen Schwimmwarze oder Molluske bekannt ist äußerst unschön aussieht, ist sie in den meisten Fällen ungefährlich und kann im Gegensatz zu manch anderen Warzen recht schnell wieder verschwinden. Erfahren Sie hier mehr zur Entstehung von Dellwarzen, ihren Besonderheiten und Therapiemöglichkeiten.

Wie entstehen Dellwarzen?

Wie bei allen Warzen handelt es sich auch bei Dellwarzen um eine Infektionserkrankung der Haut. Andere Warzentypen wie die Stachel– oder Schwimmwarze sowie Feigwarzen werden jedoch durch Papillomviren ausgelöst. Bei Dellwarzen sind hingegen Viren aus der Familie der Pockenviren namens Molluscum contagiosum für die Infektion verantwortlich. Hieraus ergibt sich auch der Beiname „Mollusken“, um sie von den als Verrucae bekannten Papillomwarzen abzugrenzen.

Der Ansteckungsweg ist bei Verrucae und Mollusken allerdings derselbe. In beiden Fällen gelangen die Viren durch eine Schmierinfektion auf die obere Hautschicht. Nachdem die Erreger ins tiefer gelegene Hautgewebe eingedrungen sind (z.B. über Hautverletzungen), kommt es zu gutartigen Zellentartungen und infolgedessen zu einer Zellwucherung. die schließlich das unansehnliche Erscheinungsbild einer Warze annehmen. Bei Dellwarzen im Speziellen sorgen die Viren für rundliche, rötlich verfärbte Hautknötchen in der Größe einer Stecknadel oder Erbse. Die Oberfläche dieser Knötchen ist glatt und weist zumeist eine Delle in der Mitte auf, daher auch der Name „Dellwarze“.

Achtung: Das in den Warzenknötchen enthaltene Blut ist wie bei anderen Warzenformen auch hochansteckend! Bereits ein leichter Druck auf eine Dellwarze genügt, damit der infektiöse Inhalt entweichen und die Viren sich verbreiten können!

Ursachen für eine Infektion mit Mollsucum contagiosum

Dellwarzenerreger tummeln sich an vielen Orten, vor allem aber an schlecht gereinigten und feuchten Orten. Daneben spielen auch eine Risikofaktoren bezüglich der eigenen Gesundheit eine Rolle für die Warzenentstehung. Hier ein kleiner Überblick:

  • feuchtwarme öffentliche Orte: Häufig können Dellwarzen in Schwimmbädern gefunden werden. Die Viren vermehren sich besonders gut in einer warmen und feuchten Umgebung. Aus diesem Grund werden Mollusken auch als Schwimm- oder Schwimmbadwarzen bezeichnet. Ähnlich gute Bedingungen wie im Schwimmbad finden die Viren der Warzen in Saunen, Umkleide- oder Duschkabinen vor. Die Tatsache, dass an solch öffentlichen Plätzen viele Menschen zusammenkommen, erhöht das Risiko einer Schmierinfektion zusätzlich.
  • Schwächen in der Hautbarriere: Bei bestehenden Hautverletzungen, ebenso wie bei poröser oder trockener Haut haben Warzenerreger natürlich leichtes Spiel. Hier können die Viren ungehindert ins Hautgewebe eindringen und sich dann rasant verbreiten. Auch bestehende Hauterkrankungen wie das Atopische Ekzem (Neurodermitis) haben einen ähnlichen Effekt.
  • Immunschwächen: Die Tatsache, dass Kinder besonders häufig unter Dellwarzen leiden, ist nicht nur allein darauf zurückzuführen, dass sich die jüngsten der Gesellschaft überdurchschnittlich oft im Schwimmband tummeln. Auch ihr kindliches Immunsystem spielt hierbei eine Rolle. Denn die Immunabwehr von Kindern muss sich erst noch entwickeln, weshalb Virusinfektionen wesentlich häufiger zuschlagen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem. Neben chronischen Autoimmunkrankheiten sind dabei vor allem Immunschwächen durch Organtransplantationen, Krebstherapien und HIV-Infektionen ein besonderer Risikofaktor.
  • Risikofaktor Geschlechtsverkehr: Nicht nur Warzenformen wie die Feigwarzen gehören zu den Geschlechtskrankheiten. Auch Dellwarzenviren können über den Geschlechtsverkehr direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die lästigen Warzenknötchen entstehen dann vor allem im Intimbereich sowie am Unterbauch.
  • mangelnde Hygiene: Ob beim Intimverkehr oder bei einer Schmierinfektion durch schlecht gereinigte Oberflächen und Hände – unzureichende Hygiene ist bei einer Infektion durch Molluscum contagiosum fast immer mit von der Partie. mangelnde Hygienemaßnahmen lassen sich somit ebenfalls als Risikofaktor anführen.

Symptome bei Dellwarzen

Quelle: © mjowra – Fotolia.com

Dellwarzenknötchen entstehen mit Vorliebe an den Armen, Fingern und Händen. Doch auch am Oberkörper und im Genitalbereich ist dieser Warzentyp keine Seltenheit. Meistens verursachen Mollusken dabei kaum oder gar keine Symptome. Typisch ist jedoch ihr Aussehen, da die kleinen rundlichen Hautknötchen wie bereits erwähnt eine auffällige Delle in aufweisen. Insgesamt verursachen Warzen der Sorte Molluscus contagiosum meist folgende Beschwerden

  • weiße bis rosafarbene Hautknötchen mit glatter Oberfläche und Delle in der Mitte
  • die Knötchen sind stecknadelkopf- bis erbsengroß (Durchmesser ca 1 – 5 mm)
  • weißlicher Sekretfluss (bitte nicht vorsätzlich öffnen – hohes Ansteckungsrisiko!)
  • Juckreiz
  • Rötung
  • Schwellung
  • Wundgefühl

Diagnose und Behandlung bei Dellwarzen

Zur Feststellung von Dellwarzen genügt meistens schon eine Blickdiagnose. Nur im Anfangsstadium können Mollusken mit anderen Hauterkrankungen oder Warzentypen verwechselt werden. Sollte dies der Fall sein, wird Ihr Arzt eine Gewebeprobe entnehmen und diese labortechnisch untersuchen lassen, um eine eindeutige Befunde zum vorliegenden Viruserreger zu erhalten.

Eine Behandlung ist im Anschluss nicht immer notwendig. Oft verschwinden die Knötchen schnell von selbst wieder. Aufgrund der Ansteckungsgefahr durch die Viren empfehlen Experten jedoch, die Mollusken entfernen zu lassen. Im Allgemeinen stehen folgende Methoden der Behandlung zur Auswahl:

  • Beobachtung: In vielen Fällen bilden sich vor allem einzeln auftretende Dellwarzenknötchen, die innerhalb von einigen Monaten von alleine zurückgehen. Gelegentlich kann es allerdings auch Jahre dauern, bis eine Spontanheilung eintritt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn chronische Immunschwächen oder Hauterkrankungen vorliegen. Hier sollte dann schon über eine Behandlung nachgedacht werden.
  • Auftragen von Laugen: Das Auftragen von Laugen wie zum Beispiel Kalilauge wird vor allem dann durchgeführt, wenn sich die Warzenknötchen nicht großflächig verbreitet haben. Die Lauge sollte zwei Mal täglich aufgetragen werden, bis sich die Knötchen entzünden (Anzeichen für Zersetzung der Zellwucherungen) und anschließend vollständig abheilen. Das Therapieverfahren ist bisher das bewährteste und damit gut erprobt.
  • Kryotherapie: Das Vereisen mit flüssigem Stickstoff ist eine weitere gängige Methode in der Warzenbehandlung. Hierbei wird das entartete Gewebe kurzfristig einer Temperatur zwischen -70 und -200 °C ausgesetzt, was die wärmeliebenden Viren meist erfolgreich abtötet.
  • chirurgische Entfernung: Für die chirurgische Entfernung der Mollusken stehen zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung. Zum einen können vor allem einzeln auftretende Schwimmwarzen unter örtlicher Betäubung mit einem scharfen Löffel abgeschabt werden. Dieses Verfahren ist jedoch sehr schmerzhaft und gerade bei Kindern nicht zu empfehlen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit die Warzen anzuritzen und danach mit einer feinen Pinzette auszudrücken. Dies ist eine besonders gängige Methode, wenn sich die Dellwarzen großflächig ausgebreitet haben.

Dellwarzen – Verlauf, Komplikationen und Prävention

Quelle: © Ocskay Bence – Fotolia.com

  • In der Regel lassen sich die Warzen gut behandeln oder sie heilen von selbst wieder ab. Nach chirurgischer Entfernung, Vereisung oder dem Auftragen von Laugen sind die Warzen sofort oder nach kurzer Zeit vollständig entfernt und eine Wiederansteckung weiterer Hautareale ist nicht zu erwarten.
  • Komplikationen entstehen vor allem durch das Aufkratzen der Schwimmwarzen, da sich dadurch das Virus weiterverbreiten kann und weitere Mollusken entstehen können. Lassen Sie Eingriffe zur Behandlung daher bitte nur von einem geschulten Dermatologen durchführen und vermeiden Sie ein privates „Herumdoktern“ an den Knötchen.
  • Vorbeugen lässt sich Dellwarzen nur durch ausreichende Hygienemaßnahmen. Insbesondere Kinder und Menschen mit bestehender Immunschwäche oder Neurodermitis sollten hier besonders aufpassen. Vermeiden Sie den Kontakt zu keimträchtigen Oberflächen und waschen Sie sich im Falle des Falles sofort gründlich die Hände. Beim Schwimmbadbesuch ist das Tragen von Badeschlappen sowie das Abdecken von Hautwunden wichtig. Auf das Teilen von Handtüchern, Cremes und Co. mit Fremden ist grundsätzlich zu Verzichten.

Fazit

Dell- oder Schwimmwarzen sind eine besondere Warzenform. Sie werde nicht wie andere Warzentypen durch Papillomviren ausgelöst, sondern durch den Warzenvirus Molluscum contagiosum. Auch das Aussehen dieser Warzen weicht von der Norm ab, denn sie sind rundliche kleine Knötchen, deren glatte Oberfläche die namensgebende Delle aufweist. In der Behandlung von Dellwarzenknötchen gilt jedoch dasselbe wie bei allen Warzen: Der Sekretinhalt der Knötchen ist hochansteckend, weshalb die Zellentartungen nicht aufgekratzt werden sollten. Ein Dermatologe kann diese im Zuge der Behandlung jedoch professionell entfernen. Erfreulicher Weise verschwinden Dellwarzen anders als hartnäckigere Warzenformen oftmals schnell von alleine wieder, wenn man sie denn in Ruhe lässt.

Back To Top