Asthma und Sport – gegen Luftnot bei Anstrengung

Medizinische Forschungen ergaben, dass sich eine moderate sportliche Betätigung für Asthmatiker positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Denn zyklische Sporteinheiten führen zu einer verbesserten Lungenfunktion bei allen Menschen, auch Asthmatikern. Gerade diese Personengruppe kann die Reizschwelle eines Asthma-Anfalls durch eine sportliche Ertüchtigung nach oben setzen. Sollten auch Sie unter Asthma leiden, ist es ratsam, sich von einem Arzt über notwendige medizinische Behandlungen informieren zu lassen, die dem Intensitätslevel der Sportart angepasst sind.

Welche Sportarten sind für Asthmatiker am besten geeignet?

© spflaum - Fotolia.com
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Bei Ausdauersportarten ist darauf zu achten, dass der Bewegungsablauf durch gleichmäßige und wiederkehrende Muster gekennzeichnet ist. Hierzu zählen beispielsweise:

  • moderates Joggen
  • Schwimmen
  • Walking
  • Fahrradfahren

Diese Sportarten begünstigen vor allem Ihre Ausdauerleistung. Achten Sie darauf, dass Ihre Herzfrequenz bei diesen Ertüchtigungen zwischen 60 und 70 Prozent Ihrer maximalen Pulsfrequenz liegt. Hierfür ist es dringend notwendig, eine Messuhr zu tragen, mit welcher die Herzfrequenz abgelesen werden kann. Am besten geeignet sind dabei Instrumente, die mit einem Brustgurt und einer dazugehörigen Pulsuhr arbeiten. Grundsätzlich liegt der optimale Intensitätslevel bei asthmatischen Kindern höher als bei Erwachsenen. Mit zunehmendem Alter werden Sie dementsprechend Ihre Belastungsgrade anpassen müssen.

Ärzte empfehlen solch eine sportliche Betätigung an drei bis maximal fünf Tagen in der Woche. Wichtig ist es, dass Sie sich vor Beginn einer Trainingseinheit langsam, aber zielgerichtet aufwärmen. Ein zu schneller Anstieg Ihrer Pulsfrequenz kann zu einer Verengung der Bronchien und somit zur Hyperventilation und letztendlich zur Atemnot führen.

Da Asthma im Regelfall deutliche Leistungsgrenzen bei den betroffenen Personen mit sich bringt, ist es wichtig, gerade Kinder auf dieses Problem vorzubereiten. Wettkämpfe und Leistungssport können zwar auch von Asthmatikern betrieben werden, jedoch ist das Steigerungspotential oftmals stark begrenzt. Die Teilnahme an sogenannten Lungensportgruppen kann gerade für Kinder und jüngere Personen daher sehr sinnvoll sein.

Worauf ist für Asthmatiker beim Sport gezielt zu achten?

Grundsätzlich bedeutet eine Asthma-Erkrankung nicht, dass Sie einen Sport auf keinen Fall ausüben können. Prinzipiell ist die Inhalation eines Medikaments, welches Ihre Bronchien erweitert, wie ein Beta-2-Sympathomimetikum, vor jeder körperlichen Betätigung zu empfehlen. Zusätzlich erscheint eine ärztliche Voruntersuchung gerade vor dem Beginn einer neuen Sportart immer sinnvoll. Auf Grundlage eines Ergometer-Leistungstests kann nicht nur Ihr derzeitiger Fitnessstand bestens beurteilt werden, es verhilft Ihrem Arzt auch bei der Einschätzung, inwiefern die gewünschte Sportart eine Überbelastung für Sie darstellen könnte und bei der Entscheidung für oder gegen eine notwendige Medikation.

Nichtsdestotrotz gilt für Sie als Asthmatiker bei jeglicher Sportart die Einhaltung bestimmter Sicherheitskriterien:

  • Trainieren Sie, wenn möglich, niemals alleine, sondern immer mit einem Trainingspartner
  • Informieren Sie sich, was genau Sie bei einer Asthma-Attacke tun müssen
  • Haben Sie Ihre Notfallmedikation immer griffbereit zur Hand
  • Informieren Sie auch Ihren Trainingspartner über alle notwendigen Schritte bei einem Asthma-Anfall
  • Ihre sportliche Betätigung muss jederzeit abgebrochen werden können
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie ärztliche Hilfe jederzeit und unverzüglich in Anspruch nehmen können
  • Gründlich aufwärmen, um den Körper an den Pulsanstieg zu gewöhnen
  • Puls sollte bei 60-70% der Maximalauslastung liegen
  • Jederzeit einen Pulsmesser tragen

Was genau passiert bei einem Asthma-Anfall während einer Anstrengung?

Ein Asthma-Anfall kann nicht nur durch eine Anstrengung, sondern beispielsweise auch durch eine Infektion oder Allergie ausgelöst werden. Dabei reagieren Ihre Atemwege auf bestimmte Auslöser oder Reize wie trockene und kalte Luft.

Grundsätzlich ist bei Beginn einer sportlichen Betätigung der physiologische Ablauf bei Asthma-Erkrankten und gesunden Menschen gleich. Sobald Sie sich einer körperlichen Überbelastung aussetzen, geraten Sie in Atemnot. Wird die Anstrengung nun beendet, hört bei gesunden Menschen auch die Atemnot wieder auf. Bei Asthma-Kranken jedoch löst dies nun eine Kettenreaktion aus, die sich vor allem in einer Verengung der Atemwege manifestiert. Nur eine akute Behandlung mit einem Bedarfsmedikament kann diesem Prozess entgegenwirken. In Deutschland gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Bei ungefähr zehn Prozent aller Kinder unter 15 Jahren wird die Erkrankung diagnostiziert. Weltweite Schätzungen gehen von circa 300 Millionen Asthmakranken aus.

 

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