Krampfadern veröden – Therapien zur Verödung im Überblick

Die vielversprechendste Behandlungsmethode zur Entfernung von Krampfadern (z.B. Besenreiser) ist heutzutage das Veröden der erkrankten Venen. Ursprünglich aus der operativen Krampfaderentfernung entstanden, konzentriert sich die Verödung dabei auf die Wiederherstellung des gewohnten Blutflusses innerhalb der Gefäße, ohne diese vollständig aus dem Gewebe zu ziehen. Welche unterschiedlichen Ansätze es beim Veröden von Krampfadern gibt, soll im folgenden Beitrag aufgezeigt werden.

Die Chiva-Methode als Grundlage der Verödung

Die Geschichte der Verödung von Krampfadern begann bereits in den 80er Jahren. Zu dieser Zeit stellte der französische Arzt Dr. Claude Franceschi erstmals seine Chiva-Methode als zukunftsweisenden Ansatz zur Behandlung kleinerer Besenreiser und anderer Erscheinungsformen der Krampfader vor. Besagte Methode zielte darauf ab, das Gewebe der Krampfadern besonders zu schonen. Um dies zu erreichen, entwickelte Franceschi ein Verfahren, das den gestörten Blutfluss, welcher für die Entstehung von Krampfadern verantwortlich ist, buchstäblich zurück in die richtigen Bahnen lenkt. Indem er den fehlgeleiteten Blutstrom kurzerhand umleitete, erreichte der renommierte Arzt eine Normalisierung der Druckverhältnisse innerhalb der Venen und somit eine direkte Behebung der Ursachen für Besenreiser und andere Varizen. Der Grundstein für das moderne Veröden von Krampfadern war gelegt.

Moderne Methoden zum Veröden von Krampfadern

© mkrberlin - Fotolia.com
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Inzwischen gehört die Chiva-Methode gemeinsam mit dem traditionellen Krampfaderziehen (Stripping) zu den veralteten Vorläufern der fortschrittlichen Verödung, welche in der Gefäßchirurgie auch als Sklerosierung bezeichnet wird. Behandeln lassen sich durch das Veröden von Gefäßabschnitten vornehmlich Besenreiser und kleinere, netzförmige Krampfaderwucherungen der oberflächlichen Venen. Diesen ist mit normalen Operationseingriffen oft nur schwer beizukommen, da ihre zierliche Form den Einsatz von chirurgischem Werkzeug kaum zulässt. Doch auch größere Krampfadern lassen sich mittlerweile erfolgreich durch folgende Verfahren veröden:

Veröden durch klassische Sklerosierung: Um Besenreiser und kleinere Krampfadern zu veröden, wird die Umleitung des Blutflusses häufig durch intravenöse Verabreichung geeigneter Verödungsmittel eingeleitet. Diese bestehen meist aus Zusätzen wie ungesättigten Fettsäuren, Polidocanol oder Glucoselösungen mit einem Natrium Chloridanteil von 20 % bis 40 %. In die Krampfader injiziert, provozieren die Mittel eine Gefäßwandentzündung, welche in Folge zu einer Verklebung bzw. einem Verschluss der Besenreiser (Sklerosierung) führt. Venen mit einem gestörten Blutfluss werden folglich blockiert und der Blutstrom damit gezielt umgelenkt. Diese Art der Krampfaderentfernung weist eine recht hohe Erfolgsrate auf.

Veröden durch Schaumsklerosierung: Diese Sonderform der klassischen Sklerosierung dient dem Veröden von Krampfadern, die größer sind als Besenreiser und/oder sich an ungewöhnlichen Körperstellen befinden (z.B. im Gesicht). Zu diesem Zweck wird das Verödungsmittel mit Luft angereichert. Der so entstandene Mikroschaum lässt sich auf dem Ultraschallbild besonders gut erkennen, was eine präzisere Behandlung per Sklerosierung ermöglicht.

Veröden durch Lasertherapie: Zu den jüngeren Methoden der Krampfaderentfernung zählt die Verödung von Krampfadern durch Laserstrahlen. Hierbei wird die erkrankte Vene unter Einsatz eines lichtführenden Venenlasers verkleinert und im nächsten Schritt ganz geschlossen. Das Verfahren ist zum Veröden für Besenreiser und größere Krampfadern gleichermaßen geeignet und verspricht Patienten eine nahezu schmerzfreie Behandlung. Gerade dies ist ein gutes Argument für die Verödung durch Lasertherapie.

Veröden durch Radiowellen: Im Grunde funktioniert eine Radiowellentherapie wie eine Lasertherapie. Der einzige Unterschied besteht in der eingesetzten Strahlungsquelle (bei der Radiowellentherapie Strom) und den verwendeten Werkzeugen zur Verödung. Kommen bei einer Lasertherapie zum Veröden der Venen zusätzlich zur Führungssonde noch spezielle Lichtkatheter zum Einsatz, verzichtet die Radiowellentherapie komplett auf das Kathetersystem. Komplikationen wie Gefäßverletzungen und Gewebeschäden lassen sich bei dieser Art der Verödung deshalb fast vollständig ausschließen.

Veröden durch Wasserdampf: Relativ unerprobt ist derzeit noch die Verödung der Besenreiser durch den sogenannten Dampfkatheter. Anstatt verödender Lösungsmittel oder Strahlenquellen geschieht das Veröden der Venen hier durch reinen Wasserdampf. Der erhitzte Dunst lässt die Gefäßwände ebenfalls schrumpfen, wodurch ein Schließen ungünstiger Blutkanäle ermöglicht wird. Vorteilhaft am Veröden durch Wasserdampf ist vor allem die risikoarme und natürliche Verfahrensweise.

Welche Komplikationen können beim Veröden von Krampfadern auftreten?

© Jürgen Fälchle - Fotolia.com
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Wenngleich das Veröden im Gegensatz zur operativen Entfernung eine sehr schonende Behandlung von Krampfadern stellt, besitzen einige der aufgeführten Methoden ein größeres Gesundheitsrisiko als andere. So ist die Gefahr von Gefäßschäden und Hämatomen bei der klassischen Verödung beispielsweise wesentlich höher als bei einer Lasertherapie. Auch können bezüglich gespritzter Verödungsmittel allergische Reaktionen innerhalb der Venen oder Besenreiser auftreten. Eine individuelle Voruntersuchung zur Ermittlung geeigneter Verfahren zur Verödung von Krampfadern ist darum unerlässlich.

Wird eine Verödung von der Krankenkasse bezahlt?

Eine Krampfaderentfernung durch Verödung wird durchaus von der Krankenkasse bezahlt. Sollte das Veröden einer Krampfader ist medizinisch erforderlich sein, haben Patienten gute Chancen auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Leider zählen Besenreiser oftmals zu den ästhetisch und nicht gesundheitlich problematischen Krampfadern. Es kommt also auf die Beurteilung des behandelnden Arztes an, ob Sie eine Verödungsbehandlung Ihrer Besenreiser von der Kasse erstattet bekommen oder nicht.

Fazit

Ob Besenreiser oder verformte Rosenvenen – Das Veröden von Krampfadern hält für jede Venenschwäche eine passende Behandlungsmethode bereit. Wichtig ist es jedoch, die Art der Krampfader vor einem Eingriff vom Arzt abklären zu lassen. Dies ist sowohl wichtig für die Findung der richtigen Therapie zur Verödung, als auch zur Feststellung möglicher Kostenübernahmen durch die Krankenkasse. Als Fazit lässt sich herausstellen, dass Sie aufgrund der vielen Möglichkeiten der Verödung Ihre Krampfadern nicht mehr einfach hinnehmen müssen.

 

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