Leberwerte senken – so verbessern Sie erhöhte Leberwerte!

Treten innerhalb einer Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte zu Tage, so ist dies meist ein erstes Anzeichen für eventuelle Erkrankungen der Leber oder eine ungesunde Lebensweise. Zusätzliche Symptome wie anhaltende Abgeschlagenheit oder Verdauungsbeschweren können weitere Hinweise auf eine Lebererkrankung geben. Je früher eine Leberwerterhöhung dabei erkannt werden, desto besser lassen sich gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen, um der Leber wieder auf die Sprünge zu helfen. Im Folgenden finden Sie diesbezüglich Tipps und Behandlungsstrategien um erhöhte Leberwerte nachhaltig zu senken.

Wie entstehen erhöhte Leberwerte?

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Die Leber (Hepar) ist ein weiches Stoffwechselorgan und gleichzeitig die größte Drüse unseres Körpers. Neben der Verwertung und Speicherung von wichtigen Nährstoffen sowie dem Abbau von Nahrungsfetten dient die Leber dabei auch als Filterorgan von Schadstoffen und zur Produktion von Blutgerinnungsstoffen. Für die Leberfunktionen verantwortlich sind diesbezüglich verschiedene Enzyme, die in den Leberzellen produziert werden und gemeinsam die Leberwerte im Blut bilden. Werden die Leberenzyme vermehrt ausgeschüttet, etwa weil die Leber durch den Verzehr von Alkohol oder fettigen Lebensmitteln strapaziert wird, hat dies einen Anstieg der Leberwerte zur Folge. Neben fettreicher Ernährung und starkem Alkoholkonsum gibt es aber noch einige weitere Risikofaktoren, die erhöhte Leberwerte begünstigen. Nachstehend ein kleiner Überblick:

  • Substanzmissbrauch und Vergiftungen: Die mitunter häufigste Ursache für erhöhte Leberwerte ist exzessiver Alkoholkonsum. Die Leber ist hier dauerhaft mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt und benötigt hierzu eine gesteigerte Menge an Leberenzymen. Zudem sorgt Alkohol in rauen Mengen für eine stete Vergiftung der Leber, was die Enzymproduktion ebenfalls in die Höhe treibt. Ähnlich sieht es bei Drogenmissbrauch, dauerhafter Medikamenteneinnahme (v.a. Antibiotika, Antirheumatika, Antiepileptika) und Lebensmittelvergiftungen aus. Im schlimmsten Fall kommt es dabei zu einer toxisch bedingten Leberzirrhose oder einer Fettleber.
  • Ungesunde Ernährung: Nach starkem Alkoholkonsum ist eine zu fettreiche Ernährung die zweithäufigste Ursache für erhöhte Leberwerte. Wie bei Alkohol müssen muss die Leber hier deutlich mehr Enzyme produzieren, um die Lebensmittelfette zu verarbeiten. Trotz erhöhter Leberwerte kann dies über einen gewissen Zeitraum auch funktionieren. Irgendwann lagert sich das Fett aber vermehrt in der Leber ein und sorgt dann für Lebererkrankungen wie Fettleber, Hepatitis oder Leberzirrhose.
  • Infektionen und Erkrankungen: Durch bakterielle, virale, mykotische oder auch parasitäre Infektionen kann es zu Entzündungen des Lebergewebes kommen. In Folge werden vermehrt enzymhaltige Leberzellen abgebaut, was unweigerlich eine Erhöhung der Leberwerte hervorruft. Dies ist zum Beispiel bei Infektionen durch Salmonellen, Candida-Pilze, Herpesviren oder Bandwürmer der Fall. Daneben sind auch entzündliche Lebererkrankungen wie Hepatitis, Fettleber, Gelbfieber, Röteln, Mumps oder Gallensteine als Ursache eines vermehrten Abbaus von Leberzellen denkbar. Ebenso kommen Leberzirrhose oder Leberkrebs als Ursache in Betracht.

Diagnose bei erhöhten Leberwerten

Die medizinische Maßeinheit für Leberwerte ist Unit, also Einheit pro Liter (U/l), wobei Ärzte entsprechende Werte im Labor über eine Blutanalyse entnehmen. Von besonderer Bedeutung sind diesbezüglich die Werte der Leberenzyme AP, GGT, GOT und GPT. Die Enzyme werden in den Leberzellen gebildet, sind jedoch auch im Blut nachweisbar, was eine Diagnosestellung sehr erleichtert. Je nachdem, um welchen Wert es sich handelt, geben die Enzyme der Leberzellen Auskunft zu verschiedenen Gesundheitsproblemen:

  • Alkalische Phosphatasen (AP) – Diese Enzymgruppe ist dazu in der Lage, Phosphorsäuremonoester zu spalten. Ihre genaue Funktion im Körper ist noch nicht geklärt, da sie neben der Leber aber auch im Dünndarm, den Nieren und Knochen vorkommen, scheinen Sie am Stoffwechsel beteiligt zu sein. Erhöhte AP-Werte weisen dabei entweder auf eine entzündliche Leber- bzw. Gallenerkrankung hin, stehen mit Knochen- oder Leberkrebs in Verbindung oder sind das Resultat eines tiefgreifenden Knochenumbaus, wie er zum Beispiel für schwere Knochenbrüche oder Morbus Paget kennzeichnend ist.

    Normwerte für AP:
    • 35 bis 105 U/l bei Frauen
    • 40 bis 130 U/l bei Männern
    • 40 bis 390 U/l bei Kindern

  • Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT) – Ein Leberenzym, das für den Transfer von Aminosäuren in die Zellen der Leber verantwortlich ist. Liegt ein erhöhter Wert an GGT, kann das auf sehr viele verschiedene Ursachen für Leberschäden hinweisen. In Frage kommen Fettleber, Hepatitis Lebertumore, Leberzirrhose, Gallenstau oder entzündete Gallenwege, Vergiftungserscheinungen durch Alkoholmissbrauch oder Medikamenteneinnahme sowie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.

    Normwerte für GGT:
    • 38 bis 40 U/l bei Frauen
    • 55 bis 60 U/l bei Männern

  • Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) – Erhöhte GOT-Werte können auf eine Lebervergiftung durch Alkohol, eine Leberzirrhose, Leberkrebs, Lebervergiftungen sowie eine Entzündung der Leber- oder Gallengänge hinweisen. Allerdings kommt GOT nicht nur in der Leber, sondern auch in der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel vor, weshalb eine Wert-Erhöhung nicht immer leicht zu deuten ist. Bei starker körperlicher Anstrengung, Herzinsuffizienz oder einem drohenden Herzinfarkt zeigen sich nämlich ebenfalls erhöhte GOT-Werte im Blutbild. Ebenso können Muskelschwund oder Verletzungen der Skelettmuskulatur für den erhöhten GOT-Wert verantwortlich sein.

    Normwerte für GOT:
    • 35 U/l bei Frauen
    • 50 U/l bei Männern und Kindern

  • Glutamat- Pyruvat-Transaminase (GPT) – Dieses Leberenzym wird vor allen Dingen bei einer stark fetthaltigen Ernährung freigesetzt, und kann daher ein Indikator für eine Fettleber, Leberentzündungen oder auch einen Venenverschluss innerhalb der Galle sein. Neben Leber- und Gallenkrankheiten lassen sich anhand eines erhöhten GPT-Wertes im Blut auch Pilzinfektionen und Tumorkrankheiten feststellen.

    Normwerte für GPT:
    • 35 U/l bei Frauen
    • 50 U/l bei Männern
    • 44 U/l bei Kindern
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Behandlung bei erhöhten Leberwerten

Wurden innerhalb einer Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte festgestellt, so können diese durch zahlreiche Maßnahmen wieder gesenkt werden. Vor allem eine gesunde und möglichst stressfreie Lebensweise kann meist erhebliche Verbesserungen herbeiführen. Ebenso sollten Patienten Alkohol nur in Maßen konsumieren und Grunderkrankungen zügig therapieren lassen. Nachstehend einige Empfehlungen zur Senkung erhöhter Leberwerte:

  • Flüssigkeit – Durch die tägliche Aufnahme von mindestens 2 l Flüssigkeit wird die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion unterstützt, wodurch schädliche Stoffe wie Alkohol schneller abgebaut werden. Am besten eignen sich hierzu Wasser und ungesüßte Kräutertees.
  • Ernährungsumstellung – Um die Leber zu entlasten, ist eine gesunde Ernährung wichtig, die wenig tierische Fette, dafür aber viel Obst und Gemüse beinhaltet. Neben Fleisch sollten auch Milchprodukte, Eier und Fisch nur in Maßen verzehrt werden, da sie ebenfalls sehr fetthaltig sind. Förderlich wirken sich außerdem Lebensmittel mit Bitterstoffen wie Endiviensalat oder Radicchio aus, ebenso wie natives Olivenöl, Nussöle oder Leinöl.
  • heilpflanzliche Hausmittel – Neben Lebensmitteln können auch naturheilkundliche Hausmittel wie Pflanzenauszüge oder spezielle Teemischungen die Lebergesundheit fördern. Hierbei sind vor allem Tees mit Enzian, Schafgarbe, Wermut und Löwenzahn zu nennen, ebenso wie Tee aus der Mariendistel zu empfehlen. Auch Artischocken-Saft wird eine leberstärkende Wirkung nachgesagt, da die in ihm enthaltenen Bitterstoffe die Gallenproduktion anregen und damit die Leber entlasten. Als Hausmittel gegen hohe Leberwerte etwas ungewöhnlich ist das sogenannte Saathaferbad. Ob es wirkt, muss wohl jeder für sich selbst ausprobieren.
  • Vermeidungsstrategie – Damit sich die Leber erholen kann, sollten Sie zukünftig auf schädigende Faktoren wie Alkoholkonsum verzichten. Ebenso empfiehlt es sich den Verzehr von Gerichten mit Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln und großen Mengen Zucker zu vermeiden.

Erhöhte Leberwerte – Wann zum Arzt?

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Da Erhöhungen der Leberwerte auch von kurzfristiger körperlicher Anstrengung oder einem Knochenbruch herrühren können, ist nicht jeder Fall automatisch besorgniserregend. Dauerhaft erhöhten Leberwerten sollten betroffene allerdings schon Aufmerksamkeit schenken, insbesondere, wenn…

    …Begleitsymptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit auftreten.
    …Symptome wie Rötungen, Kaltschweißigkeit oder Fieber bemerkt werden.
    …eine virale, bakterielle, mykotische oder parasitäre Infektion vorliegen könnte.
    …Verdacht auf eine Vergiftung besteht
    …der Bauch geschwollen erscheint.

Fazit

Ergeben sich innerhalb einer Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte, so ist dies zunächst noch kein alarmierender Befund. Werden im weiteren Verlauf der Untersuchung aber bestimmte Grunderkrankungen festgestellt, so ist es neben einer geeigneten Ursachenbehandlung auch wichtig, die Leberwerte durch entsprechende Verhaltensänderungen zu senken. Gerade Angewohnheiten wie starker Alkoholkonsum oder eine fettreiche Ernährung müssen hier umgehend abgestellt werden, damit die Erhöhung der Leberwerte nicht zu einem Vorboten für ein Leberversagen wird!

 

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