Fettleber – und nun? – Tipps für Betroffene

Die Fettleber ist eine immer häufiger vorkommende Erkrankung, bei der sich Fett in der Leber bzw. den Leberzellen eingelagert. Die Symptomatik zählt zu den häufigsten Folgen von Übergewicht, wobei für Leberverfettung grundsätzlich auch andere Ursachen in Frage kommen. Anfangs bereitet die Ansammlung von Fett im Leberorgan kaum größere Beschwerden. In späteren Verlauf drohen jedoch ernste Leberschäden und Erkrankungen wie die Fettleberentzündung oder Leberzirrhose. Patienten, die bereits an einer Fettleber erkrankt sind, müssen deshalb sehr viel Wert auf eine leberfreundliche Lebensweise achten, um die Symptome nicht zu verschlimmern. Nützliche Informationen und Tipps zum Thema Fettleber haben wir in diesem Ratgeber für Sie bereitgestellt.

Wie entsteht die Fettleber?

Von Verfettungen der Leber (Hepar) wird in der Medizin gesprochen, wenn mindestens 5 Prozent der Leberzellen (Hepatozyten) Ablagerungen von verschiedenen Fetten aufweisen. Bei Leberverfettung wird dieser Wert allerdings deutlich überschritten und kann bis zu 50 Prozent betragen. Schätzungen zu Folge sind in westlichen Industrieländern heutzutage ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung an einer Fettleber erkrankt. Die moderne Lebensweise und Ernährung lässt sich somit durchaus als Urheber dieser neuen Volkskrankheit bezeichnen.

© rainbow33 – Fotolia.com

Zu unterscheiden ist bei Leberverfettungen zwischen gewöhnlicher Fettleber (Steatosis hepatis) und Fettleberhepatitis (Steatohepatitis). Letztere ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das oft im fortgeschrittenen Stadium einer Fettleber entsteht. Neben klassischen Symptomen der Fettleber wie Druckgefühle im rechten Oberbauch oder Völlegefühl kommen bei Fettleberhepatitis auch Fettleberentzündungen hinzu. Eindeutige Anzeichen sind hier oft Gelbsucht, Fieber, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Ebenso kann eine so vergrößerte Leber durch extreme Schwellungen, Schmerzen und besondere Druckempfindlichkeit auffallen. Ohne geeignete Behandlung kann sich Steatohepatitis sogar bis zu einer Leberzirrhose auswachsen. Je nach Beschwerdebild wird die Fettleber in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

  • leicht ausgeprägte Fettleber – es sind weniger als ein Drittel der Leberzellen von Verfettung betroffen. Der Verfettungsprozess schreitet hier noch sehr langsam voran. Eindeutige Symptome lassen sich in diesem Stadium häufig nicht feststellen.
  • mäßig ausgeprägte Fettleber – es sind mehr als ein Drittel der Leberzellen von der Verfettung betroffen. Fettleberentzündungen und damit auch eine Fettleberhepatitis sind in diesem Stadium nicht mehr auszuschließen.
  • schwer ausgeprägte Fettleber – es sind mehr als zwei Drittel der Leberzellen an Leberverfettung erkrankt. Eine begleitende Fettleberentzündung kann nun binnen kürzester Zeit zu einer Leberzirrhose führen.

Es wird davon ausgegangen, dass die Fettleber auf Störungen des Fettsäure- und Triglyceridstoffwechsels in den Leberzellen zurückzuführen ist. Als Ursache kommen hier folgende Einflussfaktoren in Betracht:

  • Ernährung: Als Folge sehr fettiger Ernährung ist die Fettleber wohl am häufigsten anzutreffen. Ihr voraus geht hier meist ein ungesunder Cholesterinwert. Fetteinlagerungen kündigen sich demnach durch erhöhte Fettgehalte im Blut an. Über die Blutgefäße gelangt das Fett schließlich vermehrt in die Leber, wo es dann rasch für Leberverfettungen sorgt.
  • Alkohol: Alkoholische Getränke werden maßgeblich in der Leber abgebaut. Bei diesem Abbau entstehen verschiedene Fettsäuren, die sich nur allzu gerne in der Leber ablagern. Wird Alkohol sehr häufig konsumiert, kann die Leber entsprechende Abbauprodukte irgendwann nicht mehr vollständig abtransportieren. Es erscheint daher nicht verwunderlich, dass Personen mit Alkoholproblemen nach Menschen mit Übergewicht die zweitgrößte Risikogruppe bei Fettleber sind.
  • krankheitsbedingte Stoffwechselstörungen: Die gestörte Insulinproduktion von Diabetikern hat auch Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel. Dieser schüttet bei einem Mangel an Insulin nämlich vermehrt Fette im Körpergewebe aus, wodurch auch die Leber mehr Fette aufnimmt. Darüber hinaus können auch Medikamente (v.a. Paracetamol), Mangelernährung und systemische Erkrankungen wie Morbus Wilson, Hämochromatose oder Akanthozytose Stoffwechselstörungen verursachen, die zu einer Fettleber führen.

Behandlung der Fettleber

Zu den normalen Unteruschungen gehören bei Fettleber Anamnesen sowie verschiedene Labortests (zum Beispiel Blutwerte) und bildgebende Verfahren. Zu allererst wird der Patient nach Lebens- und Ernährungsgewohnheiten gefragt, die den Verdacht auf Fettlebererkrankung erhärten könnten. Zusätzlich wenden Ärzte Ultraschalluntersuchungen und CTs an, durch die sich Vergrößerungen der Leber aufdecken lassen.

Wurde eine Fettleber diagnostiziert, geht es vor allem darum, einen fortschreitenden Verlauf zu verhindern. In vielen Fällen ist das Gesundheitsproblem vollständig heilbar. Besonders schwere Fälle von Leberverfettung könnten jedoch eine OP erfordern. Insgesamt lassen sich zur Therapie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Alkoholverzicht – Sollte die Ursache für eine verfettete Leber in einem übermäßigen Alkoholkonsum liegen, kann nur ein vollständiger Verzicht auf Alkohol helfen. Die Leber wird sich bei gewissenhafter Abstinenz nach und nach erholen. Ihr Fettgehalt lässt sich so wieder auf ein Normalmaß reduzieren.
  • leberfreundliche Ernährung – Als Folge falscher Ernährung und Übergewicht, aber auch zur Behandlung anders gearteter Leberverfettungen, ist eine fettarme Ernährung unheimlich wichtig. Stattdessen sollte vermehrt leberfreundliches Obst wie Äpfel, Bananen, Erdbeeren, Kiwi oder Orangen verzehrt werden. In Sachen Gemüse gelten Karotten, Rote Bete, Tomaten und Spinat als ideal bei Fettleber. Bei den Milchprodukten sind es hart gekochte Eier, Joghurt, Magerquark und Käsesorten mit weniger als 30 % Fett. Zu meiden sind hingegen gebratene Lebensmittel sowie fettreiche Milchprodukte, Wurst- und Fleischsorten. Eine leberfreundliche Ernährung tut zudem auch der Darmflora gut.
  • leberfreundliche Kräuter – Zu den wichtigsten Kräutern bei Fettleber zählen Artischocke, Boldo, Chinesische Beerentraube, Löwenzahn, Mariendistel, Schwarzkümmel und Schöllkraut. Brühen Sie die Heilpflanzen am besten als Tee auf, denn neben richtiger Ernährung ist bei Fettleber vor allem eine gute Flüssigkeitszufuhr wichtig.
  • Bewegungs- und Verhaltenstherapie – Gerade Menschen, die aufgrund von Übergewicht oder einer systemischen Erkrankung an Fettleber leiden, sollten sich im Umgang mit der Symptomatik fachkundliche Unterstützung holen. Von Sporttraining unter Anleitung bis hin zu Suchtberatungen und Bewältigungsstrategien für den Alltag gibt es hier zahlreiche Angebote, die teils sogar von der Krankenkasse übernommen werden.
  • Operationen – Sollte eine anfängliche Steatosis hepatis bereits zu einer Fettleberentzündung oder gar einer Leberzirrhose geführt, sind die dadurch entstehenden Leberschäden oftmals irreversibel. Die einzigen Therapiemöglichkeiten sind hier meist Leberresektionen, in schlimmen Fällen auch eine vollständige Lebertransplantation. Ob eine derart drastische Maßnahme nötig ist, kann nur der behandelnde Arzt feststellen.
© Peter Hermes Furian – Fotolia.com

Fettleber – Wann zum Arzt?

Eine Fettleber erzeugt anfänglich keine Beschwerden. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig hellhörig zu werden. Ein Arztbesuch ist dabei anzuraten, wenn…

    …ständiges Völlegefühl zusammen mit Magenschmerzen oder „Magendruck“ auftritt.
    …zusätzlich Fieber, Gelbsucht oder unerklärlicher Gewichtsverlust entstehen.
    …Sie nachweislich hohe Cholesterinwerte haben.
    …Sie ein Alkoholproblem haben.
    …die genannten Symptome Folge von Übergewicht sein könnten.
    …die genannten Symptome Folge systemischer Krankheiten sein könnten.

Fazit

© Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Die Hauptursachen für Leberverfettung sind fettreiche Lebensmittel, Alkohol und Stoffwechselerkrankungen. Anfangs eher unscheinbar verlaufend, meldet sich die Fettleber später mit schweren Symptomen wie Gelbsucht, Fieber und Übelkeit zu Wort. Lebensbedrohliche Fettleberentzündungen und Leberzirrhosen sind dann eine reale Gefahr, weshalb es besser ist, Verfettungen der Leber durch eine gesunde Lebensweise vorzubeugen. Auch Menschen, die bereits an einer Steatosis hepatis erkrankt sind, müssen ihre Alltagsgewohnheiten unter die Lupe nehmen. In jedem Fall sind gezielte Ernährungsumstellungen notwendig. Leberfreundliche Kräuter, Bewegung sowie der Verzicht auf Alkohol bieten dann weitere Unterstützung. Doch Vorsicht: Wurde die Leber durch Verfettung stark angegriffen ist eine vollständige Heilung trotz sinnvoller Maßnahmen nicht immer garantiert. Immer wieder macht die Fettleber nämlich Leberresektionen und Lebertransplantationen notwendig.

 

Post Comment