Entzugserscheinungen beim Rauchen – ein Überblick

Ein Hauptproblem der Nikotinentwöhnung stellen die Acetylcholinrezeptoren des Nervensystems dar. Diese gewöhnen sich über die Zeit hinweg an die Aufnahme von Nikotin und schlagen bei einer Unterversorgung sofort Alarm. Was folgt ist eine ständige, innere Unruhe, die vom unterdrückten Zwang, dem Körper Nikotin zu zuführen her rührt. Selbe Ruhelosigkeit ist es auch, die schließlich als Initialsymptom alle anderen Symptome nach sich zieht:

Gesteigerter Appetit

© L.Klauser – Fotolia.com
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Insbesondere Frauen nutzen das Rauchen gerne, um damit ihr Gewicht zu halten. Wird das Nikotin allerdings abgesetzt, ist meist auch die Appetitlosigkeit dahin. So banal es sich anhört, erschwert diese Tatsache den Entzugsprozess doch sehr, denn wurden Gewichtsprobleme bislang durch Zigarettenkonsum vermieden, hat man während dem Entzug an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Noch problematischer wird die Angelegenheit, wenn man versucht, das Ausbleiben von Nikotin mit Essen zu kompensieren.

Aggressivität und Reizbarkeit

In den ersten Tagen nach Beginn der Abstinenz vom Rauchen ist der angehende Nichtraucher meist unentwegt von dem Verlangen nach einer Zigarette getrieben. Hervor gerufen wird dieser Drang durch die ausbleibende Nikotinkopplung der Rezeptoren. Weil die Versorgung mit dem Nervengift ausbleibt und sich somit die Ausschüttung von Glückshormonen, wie Dopamin oder Serotonin reduziert, kommt es beim Betroffenen oft zu einer äußerst üblen Laune. Nicht selten ist die Person dann auch leicht reizbar und aggressiv, weil ihnen die Möglichkeit, ihrer schlechten Laune mit einer Zigarette entgegen zu wirken, verwehrt wird.

Nervosität und Angstzustände

Die innere Unruhe hat noch weitere Folgen, welche sich zumeist in starker Hibbeligkeit zeigen. Auch kann ständiges Grübeln, mit dem sich der Raucher von dem Gedanken an das Nikotin ablenkt, zu Situationen führen, in denen sich eine große Angst vor dem Scheitern des Entzugs manifestiert.

Schweißausbrüche und Kopfschmerzen

Körperliche Abhängigkeitsmechanismen zeigen sich bei der Raucherentwöhnung auch anhand von Schmerzen und Körperüberfunktionen, wie erhöhter Schweißfluss. Ursache hierfür sind organische Abläufe, die bislang vom Nikotinkonsum beeinflusst oder gehemmt wurden und nun wieder ihre volle Funktion aufnehmen.

Konzentrations- und Schlafstörungen

Weil das ständige Ankämpfen von Körper und Psyche gegen das Nikotinverlangen im Bereich des körpereigenen Energiehaushaltes einen hohen Tribut fordert, fühlen Raucher sich während der Entwöhnungsphase irgendwann völlig ausgelaugt. Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren lässt folglich stark nach. Darüber hinaus lässt die Ruhelosigkeit auch in der Nacht nicht nach. Somit gerät in vielen Fällen auch der Schlafrhythmus aus dem Gleichgewicht.

Depressionen

Den Ausstieg aus der Nikotinsucht aus eigenem Antrieb heraus zu bewältigen, bedeutet aufgrund der vielen möglichen Entzugserscheinungen einen hohen geistigen und seelischen Druck. Erscheint dem Raucher das Unterfangen irgendwann als aussichtslos sind depressive Neigungen keine Seltenheit.

Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden

Je stärker der Nikotinkonsum zuvor geartet war, desto intensiver sind auch die Entzugserscheinungen. Somit ist eine begleitende Therapie nicht nur wegen verringerter Rückfallquoten, sondern auch zur besseren Bekämpfung der Beschwerden während dem Ausstieg zu empfehlen. Abschließend seien hier noch einige weitere Maßnahmen erwähnt, die Sie während dem Entzug anwenden können:

  1. Lenken Sie sich kontinuierlich von dem Gedanken und Verlangen an die Zigarette ab, indem Sie Sport betreiben, meditieren, oder ähnlich erholsame Aktivitäten ausüben. Dabei ist es wichtig, dass die Betätigungen Ihren Körper nicht zusätzlich erschöpfen, sondern stärken, um im Kampf gegen das Nikotin standhaft zu bleiben.
  2. Tragen Sie positive Aspekte zusammen, welche Sie in Ihrer Entscheidung, aufzuhören bekräftigen. Manche legen sich beispielsweise ein Sparschwein zu, um die Einsparungen zu sammeln, die sie ansonsten mit dem Zigarettenkauf verschwendeten. Auch ein vor Augen führen der gesundheitlichen Aspekte kann Sie in dem Willen bestärken, den Ausstieg weiter voran zu treiben.
  3. Im Zuge des Vorhabens, gesünder zu leben, kann auch eine gesündere Ernährung nicht schaden, zumal eine erhöhte Vitaminzufuhr dazu in der Lage ist, Nebenwirkungen des Entzuges ab zu schwächen. Darüber hinaus ist ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und Kräutern, ebenso wie der Kochvorgang selbst eine weitere Möglichkeit, sich von dem Nikotinverlangen ab zu lenken.
 

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