Revolution in der Darmkrebsvorsorge – diesen Test bezahlen die Krankenkassen bald!

Blut im Stuhl ist ein Schock! Und ein Warnsignal, das auf eine Darmkrebserkrankung hindeutet. Der Tumor macht sich aber schon früher bemerkbar – durch unsichtbare Blutungen. Jetzt soll auch für Kassenpatienten die Früherkennung verbessert werden. Darauf haben sich die Mitglieder des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) geeinigt.

Guajak-Test (Hämokkulttest) soll abgelöst werden

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben ab dem 50. Lebensjahr die Möglichkeit, sich auf okkultes Blut untersuchen zu lassen. Den bisher hierfür eingesetzten Test will der Gemeinsame Bundesausschuss jetzt durch ein neues Verfahren ablösen. Entsprechendes geht aus einer Pressemeldung des G-BA hervor.

© flashpics - Fotolia.com

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Durch die Einführung des iFOBT (human haemoglobin immunochemical based FOBT) soll das Darmkrebs Screening und die Trefferquote in der Früherkennung verbessert werden. Das bislang verwendete Verfahren beruht auf einem Papierstreifentest, welcher mit Proben aus drei Stuhlgängen durchgeführt wird. Die mit Guajakharz bestrichenen Papierstreifen werden anschließend mit Wasserstoffperoxid betropft.

Ist in einer der Stuhlproben verdecktes, makroskopisch nicht sichtbares Blut vorhanden, färbt sich das betroffene Testfeld blau ein. Problematisch ist am Guajak-Test die Fehlerquote. Beispielsweise führen:

  • Mikroblutungen aufgrund von Arzneimitteleinnahme
  • Verzehr verschiedener Gemüsesorten
  • Verzehr von rohen Fleischprodukten
  • Hämorrhoidalblutungen

zu einem positiven Ergebnis des Tests.

Das neue Testverfahren vereinfacht des Verfahren deutlich – bei gleichzeitig höherer Trefferquote. Für das iFOBT ist die Untersuchung anhand einer Stuhlprobe ausreichend, für welche die Anwesenheit des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin bestimmt wird. Überschreitet die Konzentration des Hämoglobins eine Grenzwert, liegt der Verdacht auf ein Karzinom bzw. einen Darmpolypen vor. Laut einer Studie des Krebsforschungszentrums in Heidelberg aus dem Jahr 2013 fällt die Erkennungsquote mit dem iFobt-Test deutlich besser aus:

Fortgeschrittene Krebsvorstufen: 300% mehr Erkennungen
Darmkrebs: 200% mehr Erkennungen
Quelle: European Journal of Cancer« DOI: 10.1016/j.ejca.2013.04.023


Wann profitieren Patienten vom neuen Krebsscreening?

Dem Beschluss des G-BA ging ein Prüfungs- und Untersuchungsverfahren seit 2013 voraus, das von intensiven Beratungen begleitet wurde. Bislang können Kassenpatienten den iFOBT als Leistung ihrer Krankenversicherung allerdings noch nicht in Anspruch nehmen.

Trotz der Einigung zur Einführung des neuen Testverfahrens ist vor dem 01. Oktober 2016 nicht mit dessen Freigabe zu rechnen. Bedingung ist, dass das Bundesministerium für Gesundheit keine Beanstandung anmeldet und die Verwendung des iFOBT im Bundesanzeiger bekannt gegeben wird.

Laut Pressemeldung des G-BA ist die Einführung des neuen Testverfahrens aber nur ein Teilschritt. Der Gemeinsame Bundesausschuss verfolgt das Ziel, die bisherigen – auch auf Eigeninitiative beruhenden Maßnahmen – „zu einem systematischen Screening-Programm“ weiterzuentwickeln.

Fakten über Darmkrebs

Pro Jahr sterben etwa 25.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Und es kommen zehntausende Neuerkrankungen hinzu. Die Erkrankung gehört damit zu den häufig auftretenden Tumoren. Tückisch ist Darmkrebs vor allem aufgrund der Tatsache, dass Patienten die Krankheit in den frühen Stadien nicht bemerken.

Die Symptome sind eher unspezifisch. Sichtbare Blutungen treten erst häufig erst bei fortgeschrittenem Wachstum auf. Deutlich früher kommt es zu unsichtbaren – den okkulten Blutungen. Diese entstehen bereits im Zusammenhang mit den Tumorvorstufen – Darmpolypen.

Hierbei handelt es sich um Schleimhautaussackungen in das Darmlumen. Diese bilden sich im Lauf des Lebens, weshalb die Zahl mit dem Alter zunimmt. Aufgrund von Untersuchungen geht die Medizin davon aus, dass die Lebensgewohnheiten Einfluss auf die Entstehung der Polypen haben.

Fazit

Die Vorsorge in Form der Früherkennung ist bei Darmkrebs bereits seit langem Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen. Dass nun mit dem neuen iFOBT Test eine unkomplizierte und deutlich treffsichere Vorsorge-Möglichkeit von den Krankenkassen bezahlt wird, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung!

 

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