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Magenkrebs Therapie – Heilungschancen und Lebenserwartung

Mit Heilungschancen von bis zu 100 % ist das Magenkarzinom die mit Abstand am besten heilbare Form von Krebs. Jedoch kommt es bei einer erfolgreichen Behandlung von Magenkrebs vor allem auf die Früherkennung der Symptome an. Nur wenn eine Ausbreitung des Magenkrebs durch Metastasen rechtzeitig verhindert wird, haben Patienten Aussicht auf eine vollständige Heilung. Zu diesem Zweck existieren für Magenkrebs unterschiedliche Therapiemöglichkeiten.

Operationsstrategien bei Magenkrebs

© psdesign1 - Fotolia.com

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Die Therapiemethode mit den besten Heilungschancen stellt bei der Behandlung von Magenkrebs der operative Eingriff dar. Wie umfangreich sich die Operation dabei gestaltet und wie groß die Heilungschancen im Einzelfall sind, hängt davon ab, in welchem Stadium sich der Magenkrebs befindet. Zur besseren Einteilung besagter Stadien existiert in der Medizin die sogenannte TNM-Klassifikation. Die Bezeichnung TNM gibt dabei folgende Beurteilungskriterien wieder:

  • T für Tumorbeschreibung – Angaben zu Ausmaßen und Verhalten des Magenkrebs
  • N für Nodes – Angaben zur Existenz bzw. Nichtexistenz von Lymphknotenmetastasen
  • M für Metastasen – Angaben zur Existenz bzw. Nichtexistenz von Fernmetastasen

Sobald die Einzelheiten zum Charakter des vorliegenden Magenkrebs geklärt sind, können erste Prognosen zu den Heilungschancen getroffen und entschieden werden, welche der folgenden Operationsmethoden zur Behandlung am sinnvollsten ist.

  1. endoskopische Submukosa-Dissektion:

    Als relativ neue Therapieform verspricht die endoskopische Submukosa-Dissektion (kurz: ESD) des Magens eine minimal-invasive, operative Entfernung des Magenkrebs ohne dabei Teile des Verdauungstrakts mit entfernen zu müssen. Der Eingriff geschieht im Rahmen einer Magenspiegelung (Endoskopie) und beinhaltet das Unterspritzen des betroffenen Gewebes mit einer viskosen Flüssigkeit. Diese lässt bösartige Wucherungen im Bereich des Magens bzw. deren Untergewebe kurzfristig anschwellen, was Chirurgen die Möglichkeit gibt, den Tumor präzise und ohne Rückstände heraus zu schneiden.

    Heilungschancen: Eine ESD Operation ist am besten für die Heilung von Magenkrebs im Anfangsstadium und somit für das Entfernen von Darmpolypen, der Vorstufe für bösartige Magenkarzinome geeignet. Früher wurden zur Entfernung dieser Polypen via Magenspiegelung meist Operationsschlingen verwendet. Da die Schlinge bösartige Wucherungen aber häufig nicht im Ganzen erfassen konnte, wies besagte Behandlung von Magenkrebs ein Rückfallrisiko von etwa 30 bis 45 %. Dank ESD beträgt das Risiko nach der Magenspiegelung inzwischen aber nur noch 1 %.

  2. Magenteilresektion:

    Sollten Darmpolypen sich bereits in ein Magenkarzinom verwandelt haben, so müssen neben dem Magenkrebs selbst häufig auch Teile des Magens selbst, ggf. auch angrenzende Lymphknoten operativ entfernt werden, um der Entstehung von Metastasen vorzubeugen.

    Heilungschancen: Geeignet ist eine Magenteilresektion nur in den Anfangsstadien von Magenkrebs – also bei Früherkennung der Symptome. Hier kann davon ausgegangen werden, dass das Magenkarzinom noch nicht gestreut hat und somit lokal begrenzt ist. Die Heilungschancen liegen dann bei etwa 70 % bis 80 %.

  3. Gastrektomie:

    Im fortgeschrittenen Stadium von Magenkrebs kann oftmals nur noch eine vollständige Entfernung des Magens helfen. Als Ersatzmagen dient dann der Obere Abschnitt des Dünndarms (Zwölffingerdarm), welcher bei der Operation entsprechend umgeformt und mit der Speiseröhre verknüpft wird. Zu beachten ist aber, dass nach einer Magenentfernung zahlreiche Symptome auftreten können, die auf das Fehlen natürlicher Verdauungsabschnitte zurück zu führen sind.

    Heilungschancen: Die Heilungschancen gestalten sich bei einer Gastrektomie unterschiedlich. Sollte die Operation im 2. oder 3. Stadium durchgeführt werden, ist eine vollständige Heilung beim Magenkarzinom in 20 % der Fälle möglich. Im Endstadium liegen die Heilungschancen bei einer Gastrektomie hingegen nur noch im Bereich von 5 %. Trotzdem ist auch nicht alle Hoffnung verloren und der Magenkrebs kann zusätzlich durch eine Chemotherapie bekämpft werden.

Überlebenschancen und Komplikationen bei Magenkrebs

Vorausgesetzt, das Magenkarzinom wird in den ersten fünf Jahren erkannt und entfernt, überleben heute bis zu 75 % aller Patienten. Jedoch müssen Betroffene mit möglichen Komplikationen während der Operation rechnen, welche die Überlebens- wie Heilungschancen ohne entsprechende Behandlung eventuell herabsetzen könnten. Hierzu zählen:

  • Wundblutungen und Wundinfektionen
  • Fehlfunktionen des Ersatzmagens
  • Abstoßung des Ersatzmagens
  • Schleimhautentzündungen

Zusätzlich kann es nach der Operation zu Übelkeit, Durchfall, Diabetes und Nährstoffmangel aufgrund der verminderten Speicherkapazitäten des Ersatzmagens kommen. Die Symptome setzten die Heilungschancen zwar nicht herab, können den Heilungsprozess beim Magenkarzinom aber verzögern.

Strahlen- oder Chemotherapie bei Magenkrebs

Im Gegensatz zu anderen Arten von Krebs, bei denen Strahlen- oder Chemotherapie durchaus als Hauptbehandlungsmaßnahme zum Einsatz kommen können, dienen sie bei Magenkrebs oftmals nur zur Verkleinerung der Karzinome vor einem operativen Eingriff. Auf diese Weise kann in manchen Fällen eine alternative Behandlung zur Komplettentfernung des Magens doch noch ermöglicht werden, was selbstverständlich auch die Heilungschancen enorm verbessert. Ebenso steigen die Überlebenschancen der Patienten, wenn das Magenkarzinom durch Strahlen- bzw. Chemotherapie in seinem Wachstum gehemmt wird.

Nachsorge bei Magenkrebs

© DOC RABE Media - Fotolia.com

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Grundsätzlich ist bei einer Therapie gegen Krebs eine Nachbehandlung unerlässlich. Sei es nun, um eine erneute Krebsbildung durch intensive Beobachtung des behandelten Körperabschnitts zu verhindern, oder den Gesundheitszustand des Patienten nach einer Chemo- bzw. Radiochemotherapie zu verbessern. Bei einem Magenkarzinom im Speziellen kann die Nachbehandlung zum einen aus der Behebung therapeutischer Nebenwirkungen wie Organschwellungen oder ein geschwächtes Immunsystem bestehen. Zum anderen beinhaltet die Nachsorge bei Magenkrebs Kompensationstherapien ernährungstechnischer Beschwerden (z.B. hoher Blutzuckerspiegel) aufgrund des teilweisen bzw. kompletten Fehlens von Verdauungsorganen.

Darüber hinaus gehören zu einer effizienten Langzeitnachsorge bei Magenkrebs auch Ernährungstherapien, in denen Patienten den Umgang mit ihrem veränderten Verdauungstrakt erlernen können. Dies kann zum Beispiel durch Ausarbeitung eines individuellen Ernährungsplans oder den gezielten Ausgleich des Nährstoffmangels gesehen, welcher durch die eingeschränkte Magenfunktion nach einer Gastrektomie entsteht. Insgesamt sollten Nachsorgeuntersuchungen bei Magenkrebs alle 3 bis 6 Monate stattfinden.

Fazit

Magenkrebs lässt sich bei rechtzeitiger Erkennung der Symptome sehr gut behandeln, weshalb die Überlebens- und Heilungschancen dementsprechend gut sind. Mit operativen Methode sowie der Chemotherapie steht den behandelnden Ärzten ein gutes Instrumentarium gegen den Krebs zur Verfügung. Wichtig ist es jedoch, zu verhindern, dass das Magenkarzinom Metastasen bildet. Ansonsten könnte auf den Magenkrebs noch eine andere Art von Krebs (z.B. Speiseröhrenkrebs) folgen.

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