Bockshornklee als Heilpflanze – Tipps zur Wirkung und Anwendung

Heilkräuter gewinnen auch neben der alternativen Medizin an Bedeutung und viele Menschen versuchen, körperliche Leiden oder leichte Erkrankungen mit der Hilfe der Natur unterstützend zu behandeln. Zu diesen Heilkräutern, die sich in unseren Haushalten einbürgern konnten, gehört der Bockshornklee. Der Nutzen des Heilkrauts wurde bereits im Altertum bekannt und gilt seither als entzündungshemmend, aufbauend und sogar teils aphrodisierend.

Die Herkunft des Heilkrauts

© photocrew - Fotolia.com

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Ursprünglich stammt die Pflanze aus Indien und ist heute in Afrika, China, Australien, dem Nahen Osten sowie im südlichen Europa verbreitet. Zum Teil gibt es in Deutschland kleinere Anbaugebiete, in denen das Kraut, das aus der Gattung der Schmetterlingsblütler stammt, als Heilpflanze angebaut wird. Generell handelt es sich beim Bockshornklee um

  • eine einjährige Pflanze
  • mit krautigem Wuchs
  • die Pfahl- und Seitenwurzeln

ausbildet und zwischen April und August gesammelt werden kann. Als Erkennungszeichen stehen unter anderem die Laubblätter zur Verfügung, die durch ihre Wuchsform durchaus an gewöhnlichen Klee erinnern. Die einzelnen Blattstiele erreichen eine Länge von knapp 1,5 Zentimetern, die Blätter besitzen eine eiförmige Form. Bockshornklee blüht zwischen April und Juli. Für die Heilkunde sind jedoch weder die Blätter noch die Blüten von Interesse. Vielmehr nutzt die Heilkunde die Hülsenfrüchte, die während der Blütezeit ausgebildet werden. In jeder einzelnen Hülse wachsen bis zu zwanzig Samen heran, die als Tee oder als Auflage genutzt werden können.

Die Wirkung von Bockshornklee

Erste geschichtliche Überlieferungen zur Wirkung des Schmetterlingsblütlers gehen bereits auf den Propheten Mohammad zurück. Durch den engen religiösen Zusammenhang nutzten in der Vergangenheit zuerst Muslime die Heilwirkung des Krauts. Doch auch im alten Ägypten gewann die Pflanze an Beliebtheit und wurde in der Geburtshilfe eingesetzt. Der Einsatz hierzulande geht überwiegend auf die Entdeckungen des Pfarrers Kneipp zurück, der dem Heilkraut eine heilende Eigenschaft bei Geschwüren und Geschwülsten zuschrieb.

Allgemein wirken die Samen entzündungshemmend, ziehen Bakterien aus verletztem Gewebe und weichen verkapselte Entzündungen auf. Zudem kann dem Bockshornklee eine aufbauende Wirkung zugeschrieben werden. Nach einer längeren, den Patienten schwächenden Erkrankung wird der Aufguss der Samen als Tee genutzt, um den Appetit zu fördern, den Körper zu stärken und Untergewicht schnell zu behandeln. Teilweise setzen Athleten und Bodybuilder auf die stärkende Wirkung und nehmen Extrakte aus Bockshornklee zum unterstützenden Muskelaufbau ein.

Bockshornklee in der Anwendung

In der natürlichen Heilkunde konnten sich viele Bereiche herauskristallisieren, bei denen die Samen der Pflanze eine nachhaltige Wirkung erzielen. Bockshornkleesamen kann innerlich angewandt bei

  • Appetitlosigkeit
  • Schwäche
  • Verdauungsstörungen
  • Bronchitis
  • Untergewicht
  • Husten
  • Halsschmerzen

genutzt werden. Generell helfen Tees aus den Samen der Pflanze, nach längeren Erkrankungen an körperlicher Stärke zu gewinnen. Äußerlich werden Aufgüsse der Pflanze bei

  • Furunkeln
  • Abszessen
  • Aufgesprungenen Lippen oder Händen
  • Geschwüren
  • Schwellungen

genutzt. Zudem steht die Heilpflanze in Verdacht, Schuppen oder Entzündungen der Kopfhaut zu lindern und das gesunde Haarwachstum zu fördern.

Verwendung in der Heilkunde



In der Naturheilkunde beweisen überwiegend die Samen eine heilende Wirkung. Daher kommen sie zur Anwendung und werden wahlweise zum Tee aufgekocht oder als Aufguss verwendet. Zur Zubereitung zum Tee wird eine kleine Menge an Samen mit kochendem Wasser übergossen und für einige Minuten ziehen gelassen. Gerade bei Halsschmerzen, Erkältungen oder verschleimten Bronchien können die Samen mit Pfefferminzblättern oder Salbeiblättern gemischt werden, um die gesundheitsfördernde Wirkung zu erhöhen.

Zur äußerlichen Anwendung werden die Samen ebenfalls mit heißem Wasser übergossen. Nun gibt es zwei Varianten:

  • Kompressen mit dem Tee übergießen
  • die gequollenen Samen als Auflage nutzen.

In den Aufguss eingelegte Kompressen oder Tücher eignen sich beispielsweise zum Abtupfen von entzündeten Verletzungen. Der Aufguss allein hingegen kann auch zur Spülung der Kopfhaut nach der Haarwäsche verwendet werden, sodass die Kopfhaut die heilende Wirkung erfährt. Um die aufgequollenen Samen in der Heilkunde zu verwenden, müssen diese in eine dünne Mullkompresse eingeschlagen und direkt auf die Wunde gelegt werden. Der Breiumschlag wird auf der Verletzung fixiert und verbleibt dort. Verhärtete Schwellungen weichen auf, die Reifung von Abszessen wird durch die Wärme und die Inhaltsstoffe der Samen gefördert, sodass der Abszess schneller abheilt.

Praktisches Wissen rund um den Bockshornklee

Wer die Samen zu Hause hat, kann bei zahlreichen Erkrankungen, Verletzungen oder bei allgemeinem Unwohlsein immer wieder auf die Heilkraft der Pflanze zurückgreifen. Doch erweist sich Bockshornklee nicht nur beim Menschen als gesundheitsfördernd. Die heilenden Eigenschaften lassen sich mühelos auf Tiere übertragen, sodass auch hier Ekzeme, Geschwüre oder eitrige Wunden zusätzlich behandelt werden können. Allerdings gilt sowohl beim Menschen als auch beim Tier, dass die Pflanze den Besuch beim Arzt oder Tierarzt nicht ersetzt. Bessert sich die Wundheilung nicht oder verschlechtert sich der Gesundheitszustand, ist ein Arztbesuch unumgänglich.


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