Anzeichen für Darmkrebs – Früherkennung beim Kolonkarzinom

Im Unterschied zu den meisten Arten von Krebs stehen die Heilungschancen bei Kolonkarzinomen sehr gut. So liegen die Erfolgsraten bei einer operativen Entfernung beispielsweise bei 90 Prozent. Voraussetzung ist jedoch, dass der Darmkrebs frühzeitig erkannt wird, weshalb Betroffene bei möglichen Anzeichen umgehend reagieren sollten. Im Folgenden werden die Anzeichen und Symptome für Darmkrebs sowie die Möglichkeiten der Früherkennung genauer aufgezeigt.

Einteilung der Anzeichen für Darmkrebs in Stadien – Früherkennung für Patienten

Viele Krankheiten kennzeichnen sich durch ein stufenweises Symptomleiden aus. Auch bei Darmkrebs lassen sich die erkennbaren Symptome und Anzeichen in verschiedene Stadien einteilen, wobei die tatsächlichen Beschwerden stark von individuellen Faktoren (z.B. allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten) abhängig sind. Hier ein kleiner Überblick über mögliche Anzeichen:

Stadium 0: Zu Beginn beschränkt sich das Kolonkarzinom meist auf die inneren Schleimhautschichten. Die dort befindlichen Zellen beginnen, sich langsam zu verändern, was mit leichten Krämpfen, Blähungen oder einer erhöhten Magenschleimproduktion einhergehen kann. Des Weiteren gibt es einige unspezifische Symptome, die von Patienten irrtümlicher Weise oft als Anzeichen für eine andere Krankheit gewertet werden. Der Krebs bleibt hier häufig noch unerkannt.

Stadium I: Die Wucherungen arbeiten sich schrittweise zur äußeren Schleimhautschicht des Darmtrakts vor. Wenngleich der Krebs aber noch nicht bis in den Darm vorgedrungen ist, bewirkt die Zellmutation unter Umständen schon jetzt Symptome wie stärkere Schmerzen und Krämpfe. Auch geringe Blut als Beimengungen im Stuhl sind aufgrund der Schleimhautbeschädigung denkbar, werden von Betroffenen jedoch in den seltensten Fällen mit bloßem Auge als Anzeichen für Darmkrebs erkannt.

Stadium II: Der Krebs befällt nun die tiefer liegenden Schichten der Schleimhautwände und hat möglicherweise schon auf das umliegende Gewebe übergegriffen. Schmerzen, Krämpfe und Blutungen werden ab diesem Zeitpunkt schnell intensiver und stellen alarmierende Anzeichen dar. Zudem können die Schäden an der Darmschleimhaut für Symptome wie veränderte Stuhlgewohnheiten (z.B. Durchfall, unbegründeter Stuhldrang oder sehr fester Stuhl mit Verstopfung) sorgen.

Stadium III: In diesem Stadium sind nach den Gewebe- und Schleimhautschichten nun auch die Lymphknoten vom Darmkrebs betroffen. Bereits existierende Symptome erfahren einen weiteren Schub bezüglich ihrer Intensität. Daneben können Erschöpfungszustände, Gewichtsabnahmen, Blutarmut und ein übler Stuhlgeruch Anzeichen dafür sein, dass der Darmkrebs dem körpereigenen Stoffwechsel bereits enorm zusetzt.

Stadium IV: Im letzten Stadium setzt eine Metastasierung im Bereich angrenzender Organe ein, die sich bis in die Lunge erstrecken kann. Somit sind Atemwegsprobleme, ebenso wie Störungen der Nieren- bzw. Leberfunktion als Symptome von Darmkrebs nicht auszuschließen.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen – welche Anzeichen sind verdächtig?

© psdesign1 - Fotolia.com

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In den Stadien 0 und I verspricht ein operativer Eingriff bei Darmkrebs die besten Heilungschancen, da die Tumore noch lokal begrenzt und die Schäden am Gewebe relativ gering sind. Schwieriger wird eine Therapie in fortgeschrittenen Stadien. Hier sind Operationen meist nur bedingt möglich, sodass oft nur noch eine Chemo-, Strahlen- oder Stomatherapie gegen den Krebs in Frage kommt.

Schieben Sie einen Arztbesuch daher selbst beim Auftreten schwacher Symptome auf keinen Fall auf, denn je schneller eine verlässliche Diagnose für Darmkrebs erstellt werden kann, desto besser. Als besonders alarmierend sollten Sie Symptome wie unerklärliche Verdauungsbeschwerden und Krankheitssymptome werten, die nicht auf eine andere Grunderkrankung zurück zu führen sind. Lassen Sie besagte Anzeichen unbedingt abklären, um Gewissheit zu erlangen. Nur so lässt sich der Krebs im Darm effektiv bekämpfen.

Diese Symptome sollten Sie beim Arzt mit Verdacht auf Darmkrebs untersuchen lassen:

  • Stetige unerklärliche Krämpfe im Magen und Darm
  • Schleimrückstände im Stuhl
  • Sichtbares Blut im Stuhl (kann auch auf Hämorrhoiden hindeuten)
  • Unerwartet starke Symptome wie Krämpfe, die nach einem Tag nicht verschwinden
  • Besonders dunkler Stuhl ohne Erklärung (kann auf Blut im Stuhl hindeuten)
  • Rapider Gewichtsverlust ohne Erklärung ist ein starkes Anzeichen für Krebs
  • Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang (innerhalb weniger Tage von sehr festem Stuhl zu Durchfall und zurück) über einen längeren Zeitraum

Welche Diagnosemethoden gibt es in Bezug auf Darmkrebs?

© Jeanette Dietl - Fotolia.com

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Darmkrebs ist eine klassische Alterskrankheit, die in der Medizin der zweiten Hälfte der Lebensspanne (ab 50. Jahre) zugeschrieben wird. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung sind mit Beginn des 55 Lebensjahres Standard. Zur Verfügung stehen dabei folgende Diagnosemethoden:

Okkultbluttest (Hämokkulttest): Mit einem Hämokkulttest entnehmen Ärzte Stuhlproben, die in Folge auf Rückstände von Blut untersucht werden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass ein Krebsbefall im Bereich der Darmwände nicht selten zu Gewebeblutungen führt, deren Absonderungen als Beimengungen zum Stuhl nachgewiesen werden können. Sollte der Okkultbluttest positiv ausfallen, helfen Folgeuntersuchungen dabei, die Blutungsstelle zu lokalisieren und einen Verdacht für Darmkrebs zu erhärten oder zu entkräften.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Wenn es um die Beurteilung des Bauchraumes geht, hat das sonografische Verfahren sich schon in zahlreichen Untersuchungen bewährt. Dank der fortgeschrittenen Technik liefert der Ultraschall heute sehr detaillierte Auskünfte zum Zustand der Nieren, Leber, Gebärmutter und nicht zuletzt des Magen-Darm-Trakts. Aus diesem Grund wird eine Sonografie auch beim Verdacht oder Anzeichen von Darmkrebs standardmäßig eingesetzt.

© RRF - Fotolia.com

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Darmspiegelung (Koloskopie): Noch zuverlässiger als eine Ultraschallaufnahme ist eine Direktaufnahme aus dem Inneren des Dickdarms. Zu diesem Zweck führen Ärzte eine Sonde rektal in den Verdauungstrakt ein. Diese besteht für gewöhnlich aus einem biegsamen Schlauch, der am Kopf mit einer Miniaturkamera und ausreichender Beleuchtung zur Aufnahme ausgestattet ist. Eine Koloskopie kann auch Teil einer operativen Entfernung verdächtiger Darmpolypen sein. Die Behandlung wird meist noch während der Darmspiegelung vorgenommen. Mit einer Darmspiegelung kann Darmkrebs normalerweise zuverlässig ausgeschlossen oder bestätigt werden.

Rektale Untersuchung: Eine weitere Möglichkeit zur Diagnose von Darmkrebs ist die Abtastung des unteren Darmabschnitts. Hierzu führt der Arzt unter Zuhilfenahme von Gleitmittel und Handschuh einen Finger in das Rektum des Patienten ein. Die Methode eignet sich jedoch nur für am Darmausgang oder Rektum befindliche Karzinombildungen. Als grundsätzliche Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs ist sie leider nicht ausreichend.

Fazit – auf die Anzeichen hören und Möglichkeiten der Früherkennung nutzen!

Bei der Früherkennung von Darmkrebs kommt es vor allem auf eine sensibilisierte Wahrnehmung der Symptome des Patienten an. Wer die Warnhinweise und Anzeichen seines Körpers richtig zu deuten weiß und Vorsorgeuntersuchungen ernst nimmt, der hat gute Heilungschancen. Scheuen Sie also nicht davor zurück, bei entsprechenden Anzeichen lieber einmal zu oft als zu wenig zum Arzt zu gehen. Gerade diese Art von Krebs lässt sich durch entsprechende Früherkennung tatsächlich besiegen. Nutzen Sie diese Chance!

 

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