Rippenschmerzen – Ursachen und Gegenmaßnahmen

Ob bei einem unfallbedingten Rippenbruch oder als Begleiterscheinung einer Rippenblockade, Pleuritis oder Organerkrankung – schmerzende Rippen können als Symptom verschiedenster Gesundheitsprobleme auftreten. Selbst Fehlhaltungen des Körpers sind als Ursache für Rippenschmerzen nicht ausgeschlossen und stellen heue sogar einer der häufigsten Gründe für die Beschwerde dar. Erfahren Sie in diesem Ratgeber wichtige Infos zum Symptom, sowie geeignete zu geeigneten Maßnahmen der Behandlung.

Wie entstehen Rippenschmerzen?

Der Mensch besitzt insgesamt 12 Rippenpaare, wobei die oberen sieben Paare unmittelbar durch einen Rippenknorpel mit dem Brustbein verbunden sind. Die Rippenpaare acht, neun und zehn wiederum sind über einen knorpelähnlichen Anteil miteinander verbunden und ergeben so den Rippenbogen.

Aufgrund der vielseitigen Rippenlage können Rippenschmerzen an unterschiedlichen Stellen des Brustkorbes auftreten. Diese unterscheiden sich dabei sowohl in der Symptomatik als auch in der Behandlung. Häufig entstehen die Schmerzen aber entweder an den Rippen selbst oder an ihren knorpeligen Anteilen, die sie mit dem Rippenbogen verbinden. Bei Unfallursachen (z.B. einem Rippenbruch) sind meist auch die an den Rippen befindlichen Bänder betroffen. Insgesamt kommen folgende Ursachen für Schmerzen im Bereich der Rippen in Frage:

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  • Rippenfellentzündung: Eine Rippenfellentzündung geht grundsätzlich mit Schmerzen in den Rippen einher. Grunderkrankungen sind meist eine akute Lungenentzündung oder aber eine akute Bronchitis sowie eine Lungenembolie oder Tuberkulose. Auch Reizzustände, wie sie bei falscher Körperhaltung gegeben sind, können langfristig eine Rippenfellentzündung auslösen.
  • sonstige Entzündungen: Eher selten entstehen Rippenschmerzen durch Entzündungen wie das Tietze-Syndrom. Charakteristisch für dieses Syndrom ist ein entzündlicher Prozess im Rippenbogen- oder Brustbeinbereich, der dann zu Schmerzen führt.
  • Verspannungen und Skoliose: Muskeln haben oft ihren Ansatz ganz oder teilweise im Bereich der Rippen. Damit liegt es auf der Hand, dass Verspannungen in diesem Bereich – vor allem der Brust-, Rücken- und Bauchmuskeln – leicht zu Schmerzen in der Rippengegend führen. Liegt dann noch eine Skoliose vor, sind Schmerzen an den Rippen oder am Rippenbogen oft unumgänglich. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich die Wirbelsäule des Betroffenen zu einer Seite hin verbiegt und sich gleichzeitig die Wirbel entsprechend verdrehen.
  • Fraktur oder Prellung: Unfallursachen für Rippenschmerzen gibt es viele. Zum Beispiel kann ein Sturz auf den Brustkorb aus großer Höhe zu einem Rippenbruch oder einer Rippenprellung führen. Auch Schläge und andere Gewalteinwirkungen von außen, sind dazu in der Lage, die Rippen oder den Rippenbogen zu verletzen und so Rippenschmerzen zu provozieren.
  • Erkrankungen der Knochen und Gelenke: Knochenkrankheiten wie Morbus Bechterew können dazu führen, dass die Gelenke am Rippenbogen zunehmend verknöchern oder anderweitig deformiert werden, was Schmerzen an den Rippen natürlich begünstigt. Auch bei Arthrose und rheumatischen Erkrankungen sind Rippenschmerzen nicht ungewöhnlich. Meist treten die Beschwerden hier zusammen mit Atemproblemen auf.
  • Erkrankungen benachbarter Organe: Ebenso wie bei der Rippenfellentzündung, die gerne nach einer Vorerkrankung der Lunge auftritt, können auch andere Organerkrankungen Rippenschmerzen begünstigen. Denkbar sind zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung, Zwerchfellhochstand oder ein Zwerchfellbruch. Hier strahlen die Schmerzen nur zu gerne bis in den Brustraum aus und muten deshalb wie Rippenschmerzen an.
  • Thoracic-Outlet-Syndrom: Bei dieser Erkrankung bildet sich eine sogenannte Halsrippe, die den Betroffenen hinsichtlich Arm- und Überkopfbewegungen deutlich eingeschränkt. Ein weiteres Symptom des Thoracic-Outlet-Syndroms sind Gefühls- und Durchblutungsstörungen, sowie nicht unerhebliche Rippenschmerzen.
  • Abdominelle Ursachen: Auch im Verlauf einer Schwangerschaft kann es im Bereich der Rippen zu Schmerzen kommen. Dies ist immer dann der Fall, wenn der wachsende Platzbedarf des ungeborenen Kindes immer stärker zunimmt und damit verbundene Unterleibsdehnung einen Zug auf Rippen ausübt. Ab dem achten Monat der Schwangerschaft kann diesbezüglich der oberste Pol der Gebärmutter den Bereich des Rippenbogens erreichen, womit gelegentlich ein schmerzhafter Druck auf den Brustkorb und einzelne Rippen entsteht.

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Behandlung von Rippenschmerzen

Ärzte können durch ausführliche Gesprächsanamnese, sowie durch eine einfache Tastuntersuchung des Brustkorbs Ursachen wie einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung gut diagnostizieren. Ist die Ursache nicht auf Anhieb ersichtlich sind Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen oder eine Kernspintomographie denkbar. In Einzelfällen bringt auch eine Knochenszintigrafie Klarheit, mit welcher sich der Stoffwechsel der Rippe genau in Augenschein nehmen lässt.

Es liegt auf der Hand, dass sich die Behandlung von Rippenschmerzen nach deren tatsächlicher Ursache richtet. Demgemäß stehen Ihnen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl:

  • Medikamente – Richtet sich die Behandlung vorwiegend auf die Bekämpfung der Schmerzen, erfolgt eine medikamentöse Therapie. Je nach Schwere der Grunderkrankung ist es auch möglich, die schmerzenden Zwischenrippennerven lokal zu betäuben. Dies kann in der Folge sogar positive Auswirkungen auf etwaige Entzündungsprozesse haben, wie es bei der Rippenfellentzündung der Fall ist. Bei Rippenfrakturen oder Prellungen kommt es ebenfalls zu einer schmerzstillenden Therapie.
  • Stabilisierung – Die Rippen zu schonen, bis Schmerzen und Schmerzursachen behoben sind, erklärt sich eigentlich von selbst. Zusätzlich können Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, welche die Rippen entlasten. Während Stützgurte, die zwischen Hals und Bauch straff befestigt werden, aber eine gute Hilfe bieten, machen Gips oder ein starrer Verband nur selten Sinn und könnten bestehende Schmerzsymptome noch verschlechtern.
  • Hausmittel – Ergänzend zu schmerzstillenden Mitteln und Schonung der Rippen kann vor allem bei Rippenfellentzündung die private Behandlung mit Hausmitteln Linderung verschaffen. Gerade entspannende Brustwickel und Salben aus Heublumen sind hier sehr wirksam.

Rippenschmerzen – Wann zum Arzt?

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Wurde sich nur leicht gestoßen und der Brustkorb kurzfristig verpsannt, handelt es sich bei den Rippenschmerzen meist nur um eine vorübergehende Beeinträchtigung. Die Schmerzen sollten hier binnen weniger Tage von selbst wieder verschwinden. Liegt der Grund für die Rippenschmerzen jedoch in ernsten Krankheiten begründet, halten die Schmerzen in den Rippen länger an und bedürfen meist auch einer professionellen Behandlung. Bitte suchen Sie deshalb dringend einen Arzt auf, wenn…

    …Ihre Rippe länger als eine Woche stark schmerzt.
    …Sie sich bezüglich einer Grunderkrankung nicht ganz sicher sind.
    …Hausmittel und Medikamente keine Wirkung zeigen.
    …sich Begleitsymptome wie Fieber oder Atembeschwerden zeigen.

Fazit

Rippenschmerzen können bei schwerer Grunderkrankung eine äußerst schmerzhafte und langwierige Angelegenheit sein. Neben einer Rippenprellung und einem Rippenbruch als Folge eines Sturzes oder Stoßes, ist vor allem die Rippenfellentzündung in Deutschland eine weit verbreitete Ursache für die Schmerzen. Eine geeignete Therapie bieten hier meist nur spezielle Medikamente, sowie eine gezielte Schonung des Brustkorbs. Auch mit den Extrakten der Heublume ließen sich in der Vergangenheit gute Behandlungserfolge erzielen.

 

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