Medikamente gegen Sodbrennen – Übersicht und Wirkung

Eine Schwangerschaft, chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts, oder einfach nur das falsche Essen. Für Sodbrennen kann es diverse Gründe geben. Noch weitaus vielseitiger ist das Angebot möglicher Medikamente, die gegen unentwegtes Aufstoßen helfen und entweder rezeptpflichtig oder rezeptfrei gekauft werden können. Wichtig ist es hier auf mögliche Gegenindikationen zu achten, denn gerade schwangere Frauen müssen bei der Wahl von Arzneimitteln gegen Sodbrennen sehr stark darauf aufpassen, dass entsprechende Inhaltsstoffe dem ungeborenen Kind nicht schaden. Einen kleinen Überblick zu gängigen Präparaten und Arzneimittelgruppen, die bei Magenbeschwerden in Form von Sodbrennen helfen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Mittel helfen bei Sodbrennen – Infos zu einzelnen Wirkstoffgruppen

Unter Sodbrennen versteht man Magenbeschwerden, die sich durch das lang- oder kurzfristige Aufstoßen von Magensäure auszeichnen. Verursacht wird dieses Symptom durch einen Magensäureüberschuss, der zu einer Übersäuerung des Magens führt und folglich den Magen-pH-Wert in den sauren Bereich sinken lässt.

© ruigsantos - Fotolia.com

© ruigsantos – Fotolia.com

Magenbeschwerden in Form von Sodbrennen können entweder akute oder krankheitsbedingte Ursachen haben. So ist bei kurzfristigen Magenbeschwerden im Allgemeinen meist schwer verdauliches Essen, Alkohol oder Kaffee der Grund dafür, dass im Verdauungstrakt zu viel Magensäure produziert wird und eine Person deshalb unnatürlich oft aufstoßen muss. Hält das Sodbrennen hingegen länger und ohne ersichtlichen Ernährungsgrund an, rührt die überschüssige Magensäure womöglich von einer Schwangerschaft her, in deren Rahmen die Magensäureproduktion aus dem Gleichgewicht gerät. Ebenso kommen Magen-Darm-Erkrankungen wie die Säurerefluxkrankheit und Infektionen des Verdauungstrakts als Auslöser für das Sodbrennen in Frage. Je nach Ursache eignen sich hierbei unterschiedliche Wirkstoffgruppen zur Behandlung.

Antazida bei leichtem Sodbrennen

Um einmaliges Sodbrennen zu behandeln, können Sie in der Apotheke rezeptfrei ein Antizidum erstehen. Der Begriff bezeichnet Arzneimittel, welche die Magensäure binnen weniger Minuten binden können und so dem lästigen Aufstoßen schnell ein Ende bereiten. Häufige Inhaltsstoffe der Antizida sind Aluminium- und Magnesiumverbindungen, sowie Calcium- und Magnesiumcarbonat.

Üblicherweise sind Antazida gegen Sodbrennen rezeptfrei in Form von Kautabletten, Trinkpulver oder Gels sowohl in Apotheken als auch Drogerien erhältlich. Bekannt sind hier vor allem Kautabletten, welche besonders sanft wirken. Wie die meisten Antazida erfolgt die Einnahme hier entweder 2 bis 3 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme oder direkt vor dem Schlafengehen. Verschwunden sein sollten die Magenbeschwerden und das Auftsoßen nach der Anwendung relativ schnell.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen: Auch wenn Antazida erfahrungsgemäß harmlos sind, sollten diese Medikamente während der Schwangerschaft und bei vorliegender Niereninsuffizienz nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Auch in Kombination mit Fruchtsäure, Vitamin C und anderen Arzneimitteln (z.B. Antibiotika) ist in Bezug auf Wechselwirkungen der Antazida Vorsicht geboten. Bekannte Nebenwirkungen der Medikamente, insbesondere bei einer Überdosierung von Präparaten auf Aluminium- oder Magnesiumhydroxidbasis, sind:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Ödembildung
  • Hypertonie
  • Hypernatriämie
  • metabolische Alkalose

H2-Blocker bei mittelschwerem Sodbrennen

© Henrie - Fotolia.com

© Henrie – Fotolia.com

Antihistaminika, welche die Magensäure bei Sodbrennen nicht wie Antazida binden, sondern ihre Sekretion verhindern, sind in der Medizin als H2-Blocker bekannt. Ihre Inhaltsstoffe, meist Cimetidin, Famotidin und Ranitidin, docken im Falle einer Überproduktion von Magensäure direkt an die H2-Rezeptoren der Magenschleimhaut an. Auf diese Weise wird der Magen-pH-Wert von einem unnatürlich sauren in einen neutralen Zustand angehoben. Ein bei Sodbrennen durch zu viel Magensäure äußerst wünschenswerter Effekt, der dank Anwendung von H2-Blockern bis zu 12 Stunden anhält. Erreicht wird die pH-Wert-Erhöhung durch spezielle Wirkstoffeigenschaften der Medikamente. Sie verhindern, dass für die Magensäureproduktion wichtiges Histamin an die H2-Rezeptoren der Schleimhaut anbindet, wodurch sich die gebildete Menge an Magensäure reduziert.

H2-Blocker wirken deutlich stärker als Antazida und sind daher, wenn auch rezeptfrei, apothekenpflichtig. Angeboten werden sie als Brause-, Film- oder Kautabletten, wobei es sich bei den Medikamenten entweder um Wirkstoffe in Reinform oder um Kombinationspräparate handeln kann. Aufgrund der Tatsache, dass die Magensäureproduktion insbesondere nachts auf Hochtouren läuft, eignet sich die Einnahme von H2-Blockern vor allem abends. Am häufigsten eingesetzt werden die H2-Antihistaminika bei Sodbrennen durch Säurerefluxerkrankungen, sowie Geschwüre und Infekte im Magen-Darm-Trakt.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen: Antihistaminika sind oftmals sehr starke Arzneimittel, die neben Sodbrennen auch gegen andere Magenbeschwerden helfen und vom Anwender wohl dosiert werden müssen. Auf keinen Fall sollten die Medikamente von Kindern, sowie schwangeren und stillenden Frauen eingenommen werden. Kombinationseinnahmen mit anderen Medikamenten bedürfen einer ärztlichen Abklärung. Als häufige Nebenwirkungen der von H2-Blockern gelten:

  • Durchfall oder Verstopfung
  • Juckreiz
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schwindel

Protonenpumpenhemmer bei schwerem Sodbrennen

© Kurhan - Fotolia.com

© Kurhan – Fotolia.com

Hemmen lässt sich die Produktion von Magensäure auch durch die Blockierung der sogenannten Protonenpumpe. Der Begriff bezeichnet umgangssprachlich ein Enzym in den Belegzellen des Magens, welches für den Transport von Magensäure in den Magen verantwortlich und somit maßgeblich an der Entstehung von Sodbrennen beteiligt ist. Gängige Wirkstoffe der Protonenpumpenhemmer (PPI) sind Dexlansoprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol.

Wirkstoffe wie Omeprazol heben den Magen-pH-Wert bei Sodbrennen am nachhaltigsten an und eignen sich darum zur Behandlung chronischer Ursachen als Auslöser für diese Form der Magenbeschwerden. Gerne angewendet werden sich bei Säurereflux, schweren Magen-Darm-Infekten und größeren Magen-Darm-Geschwüren. Ihre Wirkdauer erstreckt sich über bis zu 3 Tage nach der Ersteinnahme. Diese erfolgt mittels Kapseln, Film- oder Kautabletten etwa 1 bis 2 Stunden vor dem Essen.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen: Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol gehören zu den stärksten Medikamenten gegen Sodbrennen und andere Magenbeschwerden. Demnach sind sie nicht nur apothekenpflichtig, sondern bedürfen in der Regel auch eines ärztlichen Rezepts. Schwangeren, Stillenden und Kindern, ebenso wie Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen ist von einer Einnahme gänzlich abzuraten. Ferner sollten die Medikamente niemals gemeinsam mit Thrombozytenaggregationshemmern verabreicht werden. Darüber hinaus stehen PPI im Verdacht, Osteoporoseerkrankungen zu begünstigen, da mit einer Hemmung der Protonenpumpe auch eine verminderte Aufnahmefähigkeit von wichtigen Knochenmineralien einhergeht. Weitere mögliche Nebenwirkungen können sein:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Sehstörungen
  • Veränderungen des Hautbilds
  • Veränderungen der Leberwerte

Heilerde als homöopathische Alternative bei Sodbrennen

Nicht immer muss bei Magenbeschwerden wie Sodbrennen und unentwegtem Aufstoßen sofort an starke Medikamente gedacht werden. Oftmals helfen schon sanfte, heilpflanzliche Hausmittel aus, um einen vorübergehenden Überschuss an Magensäure zu neutralisieren und damit pH-Wert des Magens auszugleichen. Besonders empfohlen wird diesbezüglich Heilerde. Das herkömmlich aus Mineralgemischen wie Löss, Lehm oder Ton hergestellte Arzneimittel ist dank seiner besonderen Oberflächenbeschaffenheit dazu in der Lage, Magensäureüberschüsse zuverlässig aufzunehmen, zu binden und so aus dem Körper zu schleusen.

Zur Einnahme gegen Sodbrennen wird Heilerde mit Wasser aufgeschlämmt und dann schluckweise getrunken. Das Präparat ist wie Antazida rezeptfrei in der Apotheke oder Drogerie erhältlich und hat selbst bei Schwangerschaft oder im Kindesalter keinerlei Nebenwirkungen.

Übersicht zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen Sodbrennen

WirkstoffgruppePräparateAnwendung
AntazidaAncid, Gastripan, Glysan, Hevert Mag, Hydrotalcit, Magaldrat, Magastron, Magmed, Marax, Megalac, Rennie, Simagel, Simaphil, Talidatakutes Sodbrennen
H2-BlockerCimetidin, Famotidin,
Macrogol HEXAL® plus Elektrolyte, Ranitidin, Pepcid
mittelschweres, krankheitsbedingtes Sodbrennen
ProtonenpumpenhemmerAgopton, Antra MUPS, Gastracid, Lanzor, Nexium, OMEP® HEXAL, Rifun, Pantazol, Pantoloc, Parietschweres, krankheitsbedingtes Sodbrennen
HeilerdeArgila Tonerde, Bullrich's Heilerde, Logona Lavaerde, Luvos-Heilerde, Sivash-Heilerdeakutes Sodbrennen

Fazit

Manchmal lassen sich Magenbeschwerden wie Sodbrennen schon durch eine bloße Umstellung der Ernährungsgewohnheiten vermeiden. Auch gibt es für Einzelfälle zahlreiche sanfte Heilmittel, die rezeptfrei in der Apotheke oder Drogerie erhältlich sind. Schwere Magenerkrankungen erfordern jedoch meist stärkere Medikamente, die häufig nicht rezeptfrei sind und nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden sollten. Besonders sorgfältig ausgewählt werden sollten Arzneimittel gegen Sodbrennen im Falle einer Schwangerschaft, bei Osteoporose oder Nierenschwäche und bei an Sodbrennen leidenden Kindern. Hier könnten die Nebenwirkungen starker Präparate gegen Sodbrennen sehr ungünstig ausfallen.

 

Related Posts

Leave a Comment