Gallenschmerzen – was Sie gegen Gallenbeschwerden tun können!

Gallenschmerzen lassen Betroffene nur allzu schnell an Gallensteine denken. Allerdings ist die Gallenblase ein Organ, das auch auf andere Gesundheitsbeschwerden sehr empfindlich reagiert. Deshalb müssen für Schmerzen in der Gallenblase bzw. im Gallengang nicht zwangsläufig Gallensteine verantwortlich sein. Erfahren Sie in diesem Beitrag deshalb, welche Ursachen für Gallenschmerzen noch in Frage kommen und welche Optionen der Behandlung der Symptome bestehen.

Wie entstehen Gallenschmerzen?

Die Gallenblase befindet sich im rechten Oberbauch hinter der Leber. Sie ist mit der auch als Galle bekannten Gallenflüssigkeit (Bilis) gefüllt. Diese wird in der Leber produziert, über den gemeinsamen Lebergang (Ductus hepaticus communis) in den Gallengang (Ductus cysticus) und später zu ihrem finalen Einsatzort in den Zwölffingerdarm (Duodenum) transportiert. Die Aufgabe der Gallenflüssigkeit ist es dabei, die Verdauung von Nahrungsfetten im Zwölffingerdarm zu unterstützen. Zu diesem Zweck enthält sie äußerst aggressive Bestandteile, wie etwa den Gallensäuren. Diese können mitunter auch Ursache für Gallenbeschwerden sein, nämlich dann, wenn sie die Gallenwände angreifen.

Im Normalfall ist die Gallenblase von innen mit einer Schleimhautschicht (Tunica mucosa) ausgekleidet, welche die Gallenwand vor den aggressiven Gallensäften schützt. Allerdings kann es durch verschiedene Einflüsse dazu kommen, dass besagte Schleimhautschicht in ihrer Schutzfunktion beeinträchtigt wird. Die Folge sind dann meist kolikartige Schmerzen, die sich gerne im rechten Oberbauch ausbreiten. Daneben entstehen Symptome wie Fieber oder Erbrechen. Grundsätzlich kommen dabei verschiedene Ursachen für die Gallenbeschwerden in Frage:

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  • Gallensteine: Gallensteine stellen wohl die bekannteste Ursache für Gallenschmerzen dar. Es handelt sich dabei um eine vermehrte Ablagerung kristallisierter Rückstände aus der Gallenflüssigkeit im Gallengang oder der Gallenblase. Im schlimmsten Fall sorgen Gallensteine für schmerzhafte Verstopfungen, die ein Abfließen der Galle in den Zwölffingerdarm verhindern. Im Normalfall wird die Galle von hier aus zurück in die Leber transportiert. Bei einem Sekretstau verbleibt die aggressive Flüssigkeit jedoch in der Gallenblase und reizt dort vermehrt die Gallenschleimhäute. Es kommt zur Zersetzung der Schleimhaut, wodurch die scharfe Gallensäure ungehindert das Organgewebe angreifen kann.
  • Entzündungen: Neben einem Gallensteinleiden gehören auch chronisch entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen zu den möglichen Ursachen für Gallenbeschwerden. So können Entzündungen, wie sie für Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa üblich sind, zum Beispiel auf die Gallenblase übergreifen und dort eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) auslösen. Zudem besteht hier die Gefahr, dass die aggressive Gallenflüssigkeit durch Zersetzungen der Schleimhaut Schmerzen verursacht.
  • Ernährung: Zu fettiges Essen oder zu üppige Mahlzeiten regen die Leber zu einer erhöhten Produktion von Gallenflüssigkeit an. Zwar lässt sich die Nahrung hierdurch besser verdauen, doch die gesteigerte Menge an Gallensäure, die folglich durch die Gallenblase fließt, hinterlässt häufig Schäden an den Gallenwänden. Des Weiteren kann durch falsche Ernährung auch das Gallensteinrisiko steigen. Gut 80 % aller Gallensteine sind Cholesterinsteine, die aufgrund eines ungesunden Cholesterinwertes entstehen.
  • sonstige Ursachen: Stress, ebenso wie Diabetes oder Tumore ziehen die Galle mitunter ebenfalls in Mitleidenschaft. Gallenbeschwerden in Form von kolikartigen Schmerzen sind hier nicht ausgeschlossen und können irrtümlicher Weise als ein Gallensteinleiden interpretiert werden. Geht es um stressbedingte Ursachen für die Schmerzen, wird hier auch häufig von einer Reizgalle (Cholezystopathie) gesprochen.

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Was tun gegen Gallenschmerzen?

Zur Diagnose ist bei Gallenschmerzen zunächst eine ausführliche Befragung wichtig. Vor allem die Ernährung und mögliche Vorerkrankungen des Patienten müssen hier sorgfältig überprüft werden. Anschließend erfolgen Tastuntersuchungen am rechten Oberbauch, sowie Blut- und Ultraschalluntersuchungen. Daraufhin werden die Ursachen der Gallenschmerzen behandelt. Begleitend kann gegen die Gallenbeschwerden aber durch folgende Maßnahmen vorgegangen werden:

  • Ernährungsumstellung – Haben die Gallenbeschwerden ihren Ursprung in einer falschen Ernährung, so ist es ratsam, vorerst auf fettreiche und schwerverdauliche Nahrung zu verzichten. Auch sollten die Mahlzeiten wohlportioniert sein, damit sich Galle und Darm nicht allzu schwer mit der Verdauung tun. Insgesamt ist eine ausgewogene Schonkost zu empfehlen.
  • Stressabbau – Dass sich Hektik und Stress schnell auf den Verdauungstrakt auswirken, ist kein Geheimnis. Auch die Galle ist hiervor nicht geschützt, weshalb stressbedingte Gallenschmerzen bzw. eine Reizgalle vor allem anderen durch Stressreduzierung entlastet werden muss. Ähnlich sieht es bei bestehenden Vorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes aus. Gerade Entzündungen machen den Verdauungstrakt oftmals noch empfindlicher gegenüber Stresseinflüssen. Geeignete Entspannungsmethoden sind bei psychosomatisch bedingten Gallenbeschwerden deshalb unerlässlich.
  • pflanzliche Hausmittel – Es gibt einige Hausmittel, die bei Gallenbeschwerden Abhilfe schaffen. Zu nennen ist hier vor allem Schöllkraut, das Schmerzen durch den Wirkstoff Chelidonin lindern kann. Greifen Sie hier aber bitte nur auf Fertigpräparate aus der Apotheke zurück, denen eine genaue Dosierungsanweisung beiliegt. Eine Überdosis Chelidonin kann nämlich die Leber schädigen. Weitere hilfreiche Heilkräuter bei Gallenschmerzen sind Artischocke, Bockshornklee, Flohsamen, Knoblauch, Löwenzahn und Mariendistel.
  • Medikamente – Zu den nützlichen Arzneimitteln gehören bei Gallenbeschwerden unter anderem, Silymarin, Hepar Hevert, Gelum, Legalon und Cholecysmon. Diese enthalten häufig Zusätze der bereits genannten Heilkräuter und können die Funktion der Gallenblase so auf schonendem Wege regulieren. Eine Absprache mit dem Arzt ist aber dennoch zu empfehlen, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
  • Operation – Sollte tatsächlich ein Gallensteinleiden hinter den Gallenschmerzen stecken, so erfordert dies meist eine Entfernung der Gallensteine. Je nachdem, wie stark die Galle durch das Steinleiden bereits angegriffen wurde, ist hier auch mit einer Teilresektion oder Komplettentfernung der Galle zu rechnen. Ebenso können Tumorerkrankungen eine OP nach sich ziehen. Genaue Informationen zur Notwendigkeit einer Operation erhalten Sie dabei von Ihrem behandelnden Arzt.

Gallenschmerzen – Wann zum Arzt?

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Die Gallenblase ist zur Verdauung unerlässlich. Schmerzen in diesem Organbereich können die Körperfunktionen deshalb entschieden beeinträchtigen. Auch ist das Risiko einer Gallenblasenentzündung sowie eines Gallensteinleidens nicht zu unterschätzen. Unbehandelt können etwaige Gallenbeschwerden zu nachhaltigen Organschäden führen und lebensbedrohliche Konsequenzen nach sich ziehen. Gehen Sie bei Schmerzen im Bereich der Gallenblase darum grundsätzlich zum Arzt, um Ihre gesundheitliche Situation abklären zu lassen.

Fazit

Schmerzen in der Gallenblase können auf eine Cholezystitis hinweisen, müssen es aber nicht. Generell kommen auch Ernährungsfehler, ein stressreicher Alltag und bestimmte Vorerkrankungen als Auslöser der Gallenschmerzen in Betracht. Häufig liegt dies an einem Überschuss an Gallensäure, der durch Schleimhautzersetzungen tiefer gelegene Gewebeschichten schmerzhaft angreift. Ein Arztbesuch ist hier in jedem Fall angeraten, um ernste Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen. Auch orientiert sich die Behandlung der Schmerzen an den Ursachen. Demnach lassen sich nur durch eingehende Untersuchungen geeignete Maßnahmen zur Therapie finden. Zwar ist es oft möglich, die Schmerzen selbst durch Hausmittel und Ernährungsumstellungen in den Griff zu bekommen – eine langfristige Ausheilung bedarf jedoch meist einer ärztlichen Behandlung.

 

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