Eukalyptus als Heilpflanze – Inhaltsstoffe und Wirkung

Als Heilmittel gegen Erkältungskrankheiten ist Eukalyptus bzw. Eukalyptus-Öl so gut wie jedem ein Begriff. Die wenigsten wissen aber, dass von den über 600 existierenden Eukalypten hauptsächlich der seltene Blaue Eukalyptus (Eucalyptus globulus) zu Heilzwecken genutzt wird. Bis auf Apothekergärten ist besagte Sorte fast ausschließlich in Tasmanien zu finden, wodurch sich der Eucalyptus globulus gemeinsam mit Gewächsen wie der Telopea, der Austrobaileya und der Nuytsia einen exklusiven Standort auf dem australischen Kontinent teilt.

Woher stammt der Blaue Eukalyptus? – Einzelheiten zu Ursprung und Geschichte des Eucalyptus globulus

Eucalyptus globulus unterteilt sich in folgende Unterarten:

  • Eucalyptus bicostata
    (auch: Eucalyptus globulus bicostata nach Maiden, Blakely & Simmonds)

  • Eucalyptus gigantea
    (auch: Eucalyptus globulus gigantea nach Labillardière)

  • Eucalyptus maidenii
    (auch: Eucalyptus globulus maidenii nach Mueller)

  • Eucalyptus pseudoglobulus
    (auch: Eucalyptus globulus pseudoglobulus nach Maiden oder Eucalyptus stjohnii nach Baker)


Ebenfalls gerne zu Heilzwecken oder als Duftöl genutzt werden zudem Honig-Eukalyptus (Eucalyptus mellifera), Pfefferminz-Eukalyptus (Eucalyptus radiata) und Zitronen-Eukalyptus (Eucalyptus citriodorus).

Mit Ausnahme von Indonesien kommen Eukalypten natürlich nur in Australien vor. Hier macht der bis zu 97 m hohe Baum aus der Familie der Myrtengewächse nicht nur gut 70 Prozent des gesamten Baumbestandes aus, sondern stellt zudem auch das älteste Heilkraut des Kontinents. Es wird vermutet, dass die Aborigines Eukalyptus bereits vor mehreren 1000 Jahren zu Heilzwecken nutzten. Darüber hinaus existieren antike Wandmalereien, welche den Gebrauch von Eukalyptusholz zur Herstellung traditioneller Didgeridoos belegen.

Wie die Telopea, die Austrobaileya und die Nuytsia gehört auch der Eucalyptus globulus zu den endemischen Pflanzen Australiens. Genauer gesagt wächst diese spezielle Sorte der Eukalypten nur im australischen Tasmanien, wo sie 1800 erstmals durch den französischen Botaniker Jacques Julien Houtou de Labillardière identifiziert wurde. Eine umfassende Artenaufstellung der Eukalypten erfolgte jedoch erst 134 Jahre später durch den australischen Botaniker William Blakely. Dieser widmete der Gattung Eucalyptus 1934 ein ganzes Bestimmungsbuch namens ‚A Key to the Eucalypts‘. Auch existiert seinem Lebenswerk zu Ehren eine nach ihm benannte Eukalyptusart, der Eucalyptus blakelyi.

Nicht nur Blakely wird häufig mit den Eukalypten in Verbindung gebracht. Viel häufiger assoziiert man das Wappentier Australiens, den Koala mit Gewächsen dieser Gattung. Der Name des Tieres bedeutet in der Sprache der Aborigines ‚trinkt nicht‘. Aus gutem Grund, denn der Koala deckt den seinen Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über den Verzehr von Eukalyptusblättern.

Von Aborigines empfohlen – Über die Heilwirkung von Eucalyptus globulus

© Scisetti Alfio - Fotolia.com

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In Europa fand die Heilwirkung des Blauen Eukalyptus erst Mitte des 19. Jahrhunderts Anklang. In den Überlieferungen der Aborigines existieren Mythen zu den heilsamen Fähigkeiten des Eucalyptus globulus jedoch schon seit unvorstellbar langer Zeit. So erzählt man sich unter den australischen Ureinwohnern beispielsweise die Geschichte vom ‚Blauen Nebel‘, welcher immer dann aufkommt, wenn die Pflanzensäfte des Eucalyptus globulus in die Luft aufsteigen. Dem nebulösen Treiben wird nachgesagt, es könne selbst Bewohner Kilometer weit entfernter Dörfer von Fieber, Mückenstichen und anderen Krankheiten heilen.

Doch nicht nur die Dämpfe des Eucalyptus globulus werden von den Aboriginevölkern hoch geschätzt. Auch die Herstellung von Eukalyptus-Öl und -Urtinkturen ist der australischen Urbevölkerung wohl bekannt und dient unter anderem der Zahnpflege, Insektenabwehr, sowie der Behandlung von Wunden und Atemwegsbeschwerden. Nachgewiesen sind heute viele dieser Heileffekte, wobei dem Blauen Eukalyptus vor allem antibakterielle, bronchienerweiternde, entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben werden. Insgesamt können Sie Eucalyptus globulus bei folgenden Beschwerden anwenden:

  • bronchiale Beschwerden
    z.B. Asthma, Erkältung, Grippe oder Schnupfen

  • Entzündungen
    z.B. Blasen-, Mandel-, Nieren- oder Rachenentzündung

  • Gelenkprobleme
    z.B. Arthrose, Gicht oder Rheuma

  • Hautprobleme
    z.B. Akne, Gürtelrose oder Herpes

  • Schmerzbeschwerden
    z.B. Muskel-, Nerven- oder Halsschmerzen

  • sonstige Beschwerden
    z.B. Fieber, gestörte Wundheilung oder Migräne

Inhaltsstoffe des Eucalyptus globulus

© JPC-PROD - Fotolia.com

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Der wichtigste Inhaltsstoff des Blauen Eukalyptus ist Cineol. In hochkonzentrierter Form befindet sich dieses erfrischend riechende Limonenoxid hauptsächlich im Eukalyptus-Öl und wirkt sowohl schleimlösend als auch desinfizierend. Darüber hinaus kann Cineol für eine Erweiterung der Atemwege sorgen, was es zu einem beliebten Arzneistoff zur Lungenfunktionsverbesserung bei Asthmatikern macht.

Weitere Zusätze von Eukalyptus-Öl, welche den Heilungseffekt des Myrtengewächses unterstützen, sind neben den ätherischen Ölen Pinen, Cymen, Limonen und Geraniol folgende Inhaltsstoffe:

  • Baumharze
  • Euglobale
  • Flavonoide
  • Gerb- und Bitterstoffe
  • Triterpene
  • Phenolcarbonsäuren
  • Proanthocyanidine

Vorsicht: Blätter des Eucalyptus globulus wie auch Eukalyptus-Öl wirkt äußert stark und seine scharfen Essenzen können in höheren Dosen Hautreizungen verursachen. Ebenso gelten größere Mengen der Inhaltsstoffe Phellandren und Piperidon als Auslöser für Schleimhautreizungen.

Anwendung und Nebenwirkungen – Reizungen bei Überdosierung von Eucalyptus globulus nicht ausgeschlossen

© PhotoSG - Fotolia.com

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Von Lutschpastillen über Dampfbäder und Tees bis hin zu Urtinkturen und Salben lässt sich Eucalyptus globulus in vielen Formen Anwenden. Genutzt werden hierbei zum einen die Blätter des Blauen Eukalyptus, zum anderen ist auch die Extraktion von Eukalyptus-Öl gebräuchlich. Allerdings gestaltet sich eine private Herstellung der Ölauszüge aufgrund der geringen Extraktionsmengen relativ aufwändig. Empfehlenswerter ist daher ein Kauf von Eukalyptus-Öl in der Apotheke, da Apothekergärten für gewöhnlich einen höheren Ertrag erzielen.

Die allgemeingültige Tagesdosis von Eucalyptus globulus liegt zwischen 3 und 7 g. Nehmen Sie Eukalyptus jedoch nur gut verdünnt zu sich, um Nebenwirkungen auszuschließen.

Nebenwirkungen: In Anbetracht möglicher Haut- und Schleimhautreizungen ist bei Eucalyptus globulus von einer unverdünnten Einnahme dringend abzuraten. Die scharfen Essenzen könnten bei einer innerlichen Anwendung ansonsten Ekzeme hervorrufen. Auch dürfen Sie Blauen Eukalyptus niemals ohne ärztliche Anleitung an Säuglinge abgeben. Hier droht aufgrund des frühkindlichen Kratschmer-Reflexes erhöhte Erstickungsgefahr. Weitere Gegenanzeigen für eine Behandlung mit Eucalyptus globulus sind reizempfindliche Magen-, Darm-, Gallen- und Lebererkrankungen.

Fazit – Eucalyptus als australisches Urgewächs (wie Nuytsia oder Telopea) und wirksames Heilkraut

Wie Austrobaileya, Nuytsia und Telopea ist auch Eucalyptus globulus ein australisches Urgewächs und gehört zu den ältesten Heilkräutern des Kontinents. Neben Erkältungssymptomen können Sie mit Eukalyptus bzw. Eukalyptus-Öl auch Schmerzen und Entzündungen zuverlässig bekämpfen, sollten bei der Dosierung aber äußerst behutsam vorgehen, um Reizungen der Haut oder Schleimhäute zu vermeiden.

 

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