Frauenmantel als Heilpflanze – Inhaltsstoffe und Wirkung

Wie der Name es bereits vermuten lässt, ist Frauenmantel (Alchemilla), auch Frauenmantelkraut genannt, ein klassisches Heilkraut der Frauenheilkunde. Ob unerfüllter Kinderwunsch, Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden – Alchemilla hilft gegen eine Vielzahl klassischer Wehwehchen des weiblichen Körpers. Als Frau sollten Sie daher stets Blüten und Blätter der Pflanze in Ihrer privaten Kräuterapotheke haben, um daraus heilsame Präparate wie etwa Frauenmanteltee oder eine Tinktur aus Frauenmantel herstellen zu können

Was ist Frauenmantel? – Einzelheiten zu Ursprung und Geschichte der Alchemilla

© Reena - Fotolia.com

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Für den Einsatz als Heilpflanze verwendet wird überwiegend der Spitzlappige Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Dessen Ursprungsgebiet umfasst in erster Linie die kalkhaltigen Hochland- und Gebirgsböden Nordeuropas wie sie zum Beispiel in Sibirien und Nordrussland zu finden sind. Doch auch in mittel- und südeuropäischen Gebirgen, etwa in den Alpen, sind gelegentlich Exemplare der Gattung Alchemilla vulgaris zu finden.

Erstmals beschrieben wurde der Frauenmantel von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné. Dieser widmete der Pflanze 1753 eine umfassende Definition in seinem Werk ‚Species Plantarum‘ und machte die Alchemilla so in ganz Europa bekannt. Allerdings kursierten Aufzeichnung zur Destillation von Frauenmantelkraut schon im 15. und 16. Jahrhundert. So erwähnte Gabriel von Lebenstein das den Frauenmantel beispielsweise in seinem ‚Buch von den gebrannten Wässern‘ und auch der deutsche Wundarzt Hieronymus Brunschwig verlor in seinem ‚Kleinen Destillierbuch‘ einige Worte zur Wirkung und Extraktion der Alchemilla. Es darf also zu Recht angenommen Werden, dass der Frauenmantel in Europa schon seit dem frühen Mittelalter eine medizinische Rolle spielt.

Die kleine Alchemistin – über die Heilwirkung von Frauenmantel

Verheißungsvolle Beinamen für den Frauenmantel gibt es viele. Die altertümlichen Bezeichnungen Allerfrauenheil, Frauenhilf, Marienkraut und Mutterkraut geben zum Beispiel die besondere Stellung der Pflanze im Bereich der Frauenheilkunde wieder, während der Begriff Wundwurz definitiv für die desinfizierenden und blutstillenden Eigenschaften der Alchemilla steht.

Der Name Alchemilla selbst hingegen bedeutet übersetzt ‚kleine Alchemistin‘ und gibt Auskunft über die ehemalige Nutzung von Frauenmantel im Bereich der Alchemie. Etwa ab dem 15. Jahrhundert wurden hier vorrangig die Tauperlen der pflanzeneigenen Blätter als sogenannte Guttationstropfen für alchemistische Versuche genutzt, was der Alchemilla ihren Beinamen Sinntau einbrachte.

Experimentelle Alchemieversuche waren jedoch mit Nichten die ersten Funktionen der Alchemilla. Bereits Jahrhunderte zuvor entdeckten griechische Mediziner wie Dioskurides die heilsame Wirkung von Frauenmantel und schrieben diesem unter anderem aphrodisierende, fruchtbarkeitssteigernde und blutreinigende Eigenschaften zu. Darüber hinaus gehörte Frauenmantelkraut lange Zeit zu den sogenannten Zauberpflanzen, die zur persönlichen Abwehr von Krankheiten, Dämonen oder, im Falle der Alchemilla, zum Schutz schwangerer Frauen, ungeborenen und neugeborenen eingesetzt wurden.

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Die positive Wirkung der Pflanze auf Wunden und Entzündungen konnte mittlerweile nachgewiesen werden. Ebenfalls belegt ist der positive Effekt von Frauenmantel auf besondere Phasen des weiblichen Körpers. Insgesamt kann die Alchemilla Ihnen bei folgenden Beschwerden helfen:

  • allgemeine Krankheitsbeschwerden
    z.B. Fieber und Kopfschmerzen


  • Entzündungen
    z.B. Bindehaut-, Hals-, Haut-, Mund-, Rachen- und Blasenentzündung


  • Erkältungsbeschwerden

    z.B. Schnupfen, Heiserkeit und Atemwegsprobleme


  • Kinderwunsch
    z.B. Verbesserung der Einnistgewohnheiten befruchteter Eizellen


  • Magenbeschwerden

    z.B. Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall und Magenschwäche


  • Menstruationsbeschwerden
    z.B. Blutungsstörungen, gestörter Menstruationszyklus, Periodenschmerzen und PMS


  • gestörte Sekret- und Substanzbildung
    z.B. verminderte Milchproduktion während der Stillzeit und Weißfluss


  • Unruhezustände
    z.B. Angstzustände, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen


  • Wechseljahrsbeschwerden
    z.B. Östrogenschwankungen und Stimmungsschwankungen


  • Wundbehandlung
    z.B. Ekzeme, Furunkel, Geschwüre, Ödeme, eitrige und entzündete Wunden

Inhaltsstoffe von Alchemilla vulgaris

Für die heilende Wirkung bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden sind bei Frauenmantel vor allem Phytohormone verantwortlich. Besagte Pflanzenhormone wirken zwar ähnlich stabilisierend auf den weiblichen Hormonspiegel wie Progesteron, sind aber um einiges sanfter als künstliche Hormonpräparate. Ebenfalls hilfreich sind die Phytohormone der Alchemilla bei Fruchtbarkeitsproblemen, da sie zum einen den Zyklus der Frau stabilisieren und zum anderen die Produktion von Gelbköprerhormonen anregen, welche befruchteten Eizellen das Einnisten in der Gebärmutter erleichtern. Beide Aspekte sind für eine erfolgreiche Familienplanung unerlässlich, sodass Frauenmantel, beziehungsweise Frauenmanteltee von der Homöopathie zu Recht als Fruchtbarkeitspräparat empfohlen wird.

Weitere, etwa für die Behandlung von Wunden, Magenproblemen oder innerer Unruhe relevante Inhaltsstoffe der Alchemilla vulgaris sind:

  • ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Glykoside
  • Saponine
  • Tannine

Anwendungen und Nebenwirkungen – Keine Gegenanzeigen bei Frauenmantel

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Am besten ist es, wenn Sie Blüten und Blätter der Alchemilla in verdünnter Form einnehmen. Besonders beliebt ist in diesem Zusammenhang Frauenmanteltee. Er hilft gegen so gut wie alle weiblichen Beschwerden und kann selbst während der Schwangerschaft und Stillzeit ohne Bedenken eingenommen werden. Als Tagesdosis für die Einnahme von Frauenmantel gilt hierbei ein Richtwert von 5 bis 10 g, was umgerechnet ca. 5 bis 10 Teelöffeln an Pflanzenteilen entspricht.

Für die Anwendung einer Tinktur aus Alchemilla vulgaris wird eine Dosis von 3 mal 5 Tropfen pro Tag empfohlen. Sie können entweder zur äußeren Behandlung, etwa von Wunden und Ekzemen genutzt, oder eingenommen werden, um die Fruchtbarkeit durch Frauenmantel auf natürliche Weise zu erhöhen.


empfohlene Anwendungsdauer bei Frauenmantel: Auch wenn es sich bei Frauenmantel um ein sehr sanftes Heilkraut handelt, sollten Sie von einer Anwendung, die länger als 3 bis 4 Monate andauert, absehen. Ansonsten könnten sich bei Ihnen Nebenwirkungen in Form von Durchfall oder Leberschäden bemerkbar machen. Diese sind auf den hohen Gehalt an Gerbstoffen in Blüten und Blättern der Alchemilla vulgaris.


Fazit

Frauenmantel bzw. Frauenmanteltee ist ein exzellentes Heilmittel für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, intensiven Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden. Selbst zur Wund- und Ekzembehandlung können Sie Blüten und Blätter die Pflanze ohne Bedenken nutzen, vorausgesetzt, Sie halten sich an die vorgeschriebene Tagesdosis und Anwendungsdauer von Frauenmantel.

 

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