Druck im Kopf – was steckt hinter den quälenden Schmerzen?

Wetterfühligkeit, Stress, Verletzungen am Kopf oder Erkrankungen des Gehirns – die Gründe für Druckgefühle im Kopf sind sehr vielschichtig und nicht alle gleich harmlos. Betroffene beschreiben den Druck in der Regel als dumpfes oder bohrendes Pochen. Meist treten auch Begleitbeschwerden wie Schwindel, Benommenheit oder Kopfschmerzen auf. Sehr unspezifische Symptome also, die eine Ursachenfindung ohne ärztliche Hilfe sehr erschweren. Erfahren Sie darum in diesem Beitrag, wie Druck im Kopf entstehen kann und welche Gegenmaßnahmen im Ernstfall angebracht sind.

Wie entsteht Druck im Kopf?

Einen einheitlichen Entstehungsweg gibt es bei Druck im Kopf leider nicht. Von Gesundheitsbeschwerden bis hin zu äußeren Einflüssen sind hier zahlreiche Ursachen denkbar, die das Druckgefühl häufig auf sehr unterschiedliche Art und Weise provozieren. Fast immer geht der Druck im Kopf aber mit einschlägigen Begleitsymptomen einher. Hierzu zählen:

© Syda Productions - Fotolia.com
© Syda Productions – Fotolia.com
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit (Betroffene fühlen sich dauerbenommen und schwindelig)
  • Konzentrationsprobleme
  • Sehstörungen
  • Ohrbeschwerden
  • Kieferbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Missempfindungen
  • Spannungsgefühle.

Die druckbedingten Kopfschmerzen nehmen dabei häufig zu, wenn Betroffene sich nach vorne beugen. Welche Symptome im Einzelnen auftreten, ist häufig abhängig von den jeweiligen Auslösern. Hier ein kleiner Überblick:

  • Wetterlage: Der Begriff Wetterfühligkeit beschreibt eine besondere Überempfindlichkeit gegen Wetterveränderungen. Vor allem Luftdruckschwankungen, also das Abwechseln von Hoch- und Tiefdruckgebieten sind hier häufig Auslöser für die Druckgefühle. Dabei ist der Druck im Kopf oftmals mit Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen und vorübergehenden Leistungseinbußen verbunden.
  • Verspannungen: Sowohl Verspannungen der Rücken- und Halsmuskulatur, als auch stressbedingte Spannungszustände im Kopfbereich können Druckgefühle provozieren. Sie beginnen hier meist im Stirnbereich, weiten sich später aber gerne auf den gesamten Kopf aus. Begleitende Symptome werden hier meist von Abgeschlagenheit und Spannungskopfschmerzen gestellt. Auch Kieferbeschwerden wie Verspannungen durch Zähneknirschen im Schlaf können zu Druck im Kopf führen.
  • Gehirnerschütterung: Schwere Kopfverletzungen können mitunter ein Schädel-Hirn-Trauma auslösen. Das auch als Gehirnerschütterung bekannte Trauma zeichnet sich ebenfalls durch Symptome wie Druckgefühle, Kopfschmerzen und Schwindel aus. Zusätzlich können Übelkeit, Amnesien, Halluzinationen, Benommenheit, Missempfindungen und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Das Schädel-Hirn-Trauma ist aufgrund der Gefahr einer Hirnblutung besonders ernst zu nehmen. Sollte es zu Blutungen innerhalb des Schädels kommen, ist der damit verbundene Druck oft so hoch, dass eine Notoperation vorgenommen werden muss, um Hirnschäden zu vermeiden.
  • Vorerkrankungen: HNO-Krankheiten wie die Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung oder der grippale Infekt zeichnen sich neben Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrbeschwerden und Kieferbeschwerden oftmals auch durch Druck im Kopf aus. Ebenso kommen auch Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes, sowie Lebensmittelallergien, Arthrose, Übergewicht und ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt als Auslöser der Druckgefühle in Frage.
  • Hirntumore: Besonders gefährlich ist der Druck im Kopf, wenn er von einem Gehirntumor herrührt. Das Karzinom kann sehr raumfordernd werden und damit Druck auf umliegende Hirnareale ausüben. Symptome wie Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübungen oder Schwindel sind auch hier allgemein üblich. Hinzu kommen Taubheitsgefühle, Sprach-, Schluck- und Sehstörungen, sowie Übelkeit und ggf. auch Wesensänderungen des Patienten.
  • genetische Faktoren: Es wurde nachgewiesen, dass der Druck im Kopf und Spannungskopfschmerzen unter Umständen genetisch vererbt werden kann. In welcher Höhe die genetische Veranlagung vorhanden ist, wird auch zum gegenwertigen Zeitpunkt noch untersucht.
  • sonstige Ursachen: Ebenfalls möglich ist ein Druck im Kopf als Folge von hormonellen Schwankungen, dem Tragen einer Brille, anstrengenden Bildschirmarbeiten sowie Sauerstoff- oder Schlafmangel. Auch hier sind Kopfschmerzen und Schwindel klassische Beschwerden. Je nach Ursache fühlen Betroffene sich dauerbenommen und klagen über eine eingeschränkte Sehfähigkeit und Reizbarkeit als zusätzliche Symptome.
© decade3d - Fotolia.com
© decade3d – Fotolia.com

Behandlung bei Druck im Kopf

Wird ein Druckgefühl im Kopf verzeichnet, ist es sinnvoll, die Beschwerde und mögliche Begleitsymptome eine Weile zu beobachten. Bei unkomplizierten HNO-Erkrankungen, ebenso wie bei Wetterfühligkeit und Verspannungen verschwinden Symptome wie Druckgefühle, Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel meist, sobald die Krankheit ausreichend behandelt wurde. Sollten die Beschwerden hingegen insgesamt deutlich lange anhalten oder gar stärker werden, ist eine ärztliche Diagnose ratsam.

Diese erfolgt in erster Linie durch eine Befragung des Patienten zu vorliegenden Symptomen und möglichen Ursachen. Bei konkretem Krankheitsverdacht können zudem Bluttests, Röntgen und neurologische Untersuchungen durchgeführt werden. Neben einer geeigneten Krankheitstherapie lassen sich dann ergänzend folgende Maßnahmen gegen die Druckgefühle im Kopf unternehmen:

  • Medikamente – Eine gängige Methode, um den Druck im Kopf zu behandeln, sind Medikamente. Hier werden vor allem Schmerzmittel eingesetzt, die gleichzeitig auch Kopfschmerzen bzw. Spannungskopfschmerzen lindern. Das bekannteste Präparat ist hierbei Ibuprofen. Bei Vorerkrankungen sind daneben entsprechende Arzneimittel zur Behandlung wichtig.
  • Entspannungstherapie – Verspannungen oder Stress als Ursache für den Druck im Kopf lassen sich am besten durch gezielte Entspannungstherapien beseitigen. Hierzu zählen zum Beispiel Akupunkturen, Aromatherapien, autogenes Training und Bewegungstherapie. Auch entspannende Bäder, ggf. mit heilpflanzlichen Zusätzen des Lavendels oder Bärlauchs können dabei helfen, Druckgefühle zu lindern. Auch Begleitsymptome wie Spannungskopfschmerzen oder Benommenheit sollten nach ausreichender Entspannung schnell nachlassen.
  • Kopfschmerzambulanz – Handelt es sich um schmerzhafte Druckgefühle mit chronischem Verlauf, empfehlen viele Hausärzte die Aufsuchung einer Kopfschmerzambulanz. Sie gehört in vielen Kliniken zu den Standardeinrichtungen und bietet eine teilstationäre, multimodale Behandlung für Betroffene. Dabei werden vor allem psychologische Explorationen eingesetzt.

Druck im Kopf – wann zum Arzt?

Das Druckgefühl im Kopf kann über mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen vorhanden sein. Kurzfristige und einmalige Druckgefühle sind dabei normalerweise kein Grund zur Sorge und stehen mit Wetterveränderungen, temporärem Stress oder einer unbedenklichen Vorerkrankung in Verbindung. Hält der Druck hingegen länger an und geht mit bestimmten Symptomen wie Benommenheit oder Schwindel einher, ist Vorsicht geboten. Gelegentlich ist hier eine Gehirnerschütterung oder gar ein Tumor für die Beschwerden verantwortlich. Gehen sie also zum Arzt, wenn…

© fizkes - Fotolia.com
© fizkes – Fotolia.com

    …zusätzlich zu den Druckgefühlen starke Kopfschmerzen auftreten.
    …Symptome wie Benommenheit oder Bewusstseinstrübungen vorhanden sind.
    … Sie sich dauerbenommen fühlen.
    …Sie Begleitsymptome wie Fieber, Übelkeit oder Erbrechen beobachten.
    …sich Missempfindungen wie z.B. Kribbeln oder Taubheitsgefühle einstellen.
    …dem Druck im Kopf eine schwere Kopfverletzung voraus ging.
    …sie nachweislich an einer Allergie, Gefäß- oder Gelenkkrankheit leiden.

Fazit

Die Ursachen für Druckgefühle im Kopf sind so vielseitig wie jene für Kopfschmerzen oder Schwindel. Auch treten die drei Symptome häufig gemeinsam auf, weshalb sich die Auslöser für den Druck nicht immer sofort finden lassen. Da die möglichen Ursachen sehr weit gefasst sind, kommt es bei der Beurteilung des Kopfdrucks vor allem auf die Betrachtung der Beschwerdedauer sowie vorhandener Begleitsymptome an. Diesbezüglich sind begleitende Symptome wie Bewusstseinstrübungen, Benommenheit, Missempfindungen Fieber, Übelkeit und Erbrechen äußerst ernst zu nehmen, könnten sie doch auf das Vorliegen eines Hirntumors oder Schädel-Hirn-Traumas hindeuten. Doch auch Ohrbeschwerden oder Kieferbeschwerden können den Druck im Kopf auslösen und dafür sorgen, dass Betroffene sich dauerbenommen fühlen. Im Zweifelsfall sollte ein Arztbesuch nicht hinausgezögert werden, um schwere Grunderkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

 

Post Comment