Demenztest – wie lässt sich Demenz erkennen?

Wo ist die Brille? Was habe ich vorgestern gemacht? Jeder Mensch kennt die Problematik, sich an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern zu können. Sie schieben es vielleicht auf Stress, doch tritt die Vergesslichkeit häufiger ein oder können Sie sich selbst an erst kurz zurückliegende Ereignisse nicht mehr erinnern, könnte sich eine Krankheit hinter der Vergesslichkeit verbergen. Demenz ist eine Krankheit, die jährlich rund 200.000 Mal neu diagnostiziert wird. Wir möchten Ihnen aufzeigen, welche Anzeichen und damit auch Symptome die Erkrankung hat und wie Sie selbst und mit Ihrem Arzt testen können, ob Sie unter der Krankheit leiden.

Wie äußert sich die Demenz?

© Marco2811 - Fotolia.com
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Zuerst sollten Sie wissen, dass Demenz ein Überbegriff für verschiedene Krankheitsformen und Krankheitsstufen ist. Zumeist werden

  • Alzheimer
  • Vaskuläre Demenz
  • Lewy-Körperchen-Demenz
  • Frontotemporale Demenz

diagnostiziert. Die Alzheimer-Erkrankung wird in drei Stadien unterteilt, die sich in ihrer Schwere deutlich voneinander unterscheiden. Im Gehirn der Betroffenen sterben Nervenzellen ab, was sich unwiderruflich auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Zu Beginn treten Probleme im Kurzzeitgedächtnis auf, zudem haben Betroffene Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Nach und nach leiden Patienten an Wortfindungsstörungen und Orientierungsschwierigkeiten. Die Wortfindungsstörungen können, müssen jedoch nicht auf die Erkrankung hinweisen. Gerade alleinlebende Senioren mit geringen sozialen Kontakten verlieren ihren Wortschatz aufgrund der sozialen Abgrenzung. Betrifft das Vergessen jedoch nach einiger Zeit auch das Langzeitgedächtnis, ist dies ein deutlicher Hinweis auf das eventuelle Vorliegen einer Alzheimererkrankung. Nach und nach können sich Betroffene an ihre eigene Vergangenheit nicht mehr erinnern und es fällt ihnen schwer, Familienmitglieder oder gute Freunde zu erkennen. Im dritten Stadium der Alzheimererkrankung ist es Demenzkranken nicht mehr möglich, ein eigenständiges Leben zu führen.

Bei der vaskulären Demenz beginnt die Erkrankung ähnlich wie Alzheimer, doch treten die Symptome deutlich stärker und rascher auf. Hirnschläge und somit zerstörte Nervenzellen sind der Auslöser dieser Demenzform. Die Lewy-Körperchen-Demenz ist für Laien kaum von Alzheimer zu unterscheiden. Allerdings können bei dieser Erkrankungen Halluzinationen auftrete. Leiden Betroffene unter der Frontotemporalen Demenz, belastet die Erkrankung nicht allein das Gedächtnis, sondern die Persönlichkeit des Betroffenen. Vielfach verändert sich das Verhalten, Betroffene gelten als reizbar und aggressiv. Der Grund für die Wesensänderung liegt darin, dass die Krankheit zuerst die Hirnregionen betrifft, über die das Sozialverhalten gesteuert wird.

Demenz selbst erkennen

Wie viel Vergesslichkeit ist normal? Wenn Sie sich diese Frage stellen, setzen Sie sich automatisch mit der Demenz auseinander. Es gibt verschiedene Tests, mit denen Sie selbst feststellen können, ob Ihre Vergesslichkeit altersgerecht ist oder ob eine ärztliche Abklärung notwendig ist. Beachten Sie aber, dass die Tests keine medizinische Diagnose ersetzen, sondern einzig als Hinweis gelten.

  • Vergesslichkeit: Ein gewisses Maß an Vergesslichkeit ist vollkommen natürlich. Können Sie sich hin und wieder nicht an Namen von Personen erinnern, ist das kein Grund zur Sorge. Vergessen Sie jedoch nicht nur den Namen einer Person, mit der Sie wenige Stunden zuvor gesprochen haben, sondern können Sie sich auch nicht an das Gespräch erinnern, könnte dies ein Anzeichen auf den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses sein.
  • Alltagsprobleme: Alzheimerpatienten haben immer größere Schwierigkeiten, sich mit ganz gewöhnlichen Alltagsdingen zu beschäftigen. Ein Indiz für eine Erkrankung könnte beispielsweise sein, dass Sie Probleme beim Ankleiden haben. In welcher Reihenfolge müssen Sie Ihre Kleidung anziehen? Auch Alltagsverpflichtungen fallen Erkrankten schwer. So können sie Gesprächen kaum folgen oder vergessen Verpflichtungen. Ebenso leidet das Einschätzungsvermögen bei Betroffenen. Ein Beispiel für beginnende Symptome besteht darin, dass Betroffene die Temperaturen nicht einschätzen können und sich im Winter zu leicht, im Sommer hingegen viel zu warm kleiden.
  • Wortfindungsstörungen: Vergessen Sie ganz gewöhnliche Wörter und umschreiben Begriffe aufwendig? Dies könnte ein Zeichen für Demenz sein.
  • Orientierungsprobleme: Verlieren Sie in vertrauten Gebieten Ihre Orientierung? Können Sie sich nicht an Ihr Wohnviertel erinnern? Dies ist ein deutliches Anzeichen für eine Demenzerkrankung.
  • Ordnungshaltung: Wo die Brille ist, fragt sich jeder einmal. An Alzheimer erkrankte Personen verlegen jedoch nicht nur alltägliche Gegenstände, sondern sie räumen sie an vollkommen abwegige Orte. Es ist durchaus möglich, das der Föhn im Kühlschrank oder das Bügeleisen im Backofen verräumt wird.
  • Persönlichkeitsänderungen: Stimmungsschwankungen und deutliche Änderungen der Persönlichkeit sind ebenfalls eine Folge der Demenzerkrankung. Mitunter werden Patienten aggressiv und zeigen sich auf eine Weise, die Angehörigen vollkommen fremd ist.

Treffen einige dieser Anzeichen auf Sie oder einen Menschen in Ihrer Umgebung zu, ist es ratsam, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auf dem medizinischen Wege lässt sich die Demenz sicher abklären.

Medizinische Tests

Tritt die Vergesslichkeit über eine lange Zeit auf, ist ein Besuch des Hausarztes unausweichlich. Dieser überprüft, ob tatsächlich eine Demenz vorliegen könnte und überweist Sie, wenn nötig, zu einem Neurologen. Ein neurologischer Test ist beispielsweise der Uhrentest. Bei diesem Test soll der Patient eine Uhr mit einer vorab festgelegten Uhrzeit in einen Kreis zeichnen. Bei körperlichen Symptomen und deutlichen Anzeichen einer Demenz wird die Erkrankung in der Regel mittels eines CT oder MRT weiter geklärt. Beide Untersuchungen zeigen die Gehirnmasse und geben Rückschlüsse darauf, ob das Gehirn bereits verkleinert ist. Sie gehen zur Abklärung der Krankheit also wie folgt vor:

  • vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt. Lassen Sie sich von Familienmitgliedern begleiten oder begleiten Sie einen Angehörigen
  • lassen Sie sich zum Neurologen überweisen
  • nehmen Sie an allen vorgeschlagenen Diagnoseverfahren teil
  • schließen Sie andere Ursachen aus

Handeln Sie möglichst bereits bei den ersten Anzeichen, denn im frühen Stadium kann die Erkrankung verlangsamt werden, sodass Sie oder Ihr Familienangehöriger ein längeres und vor allem selbstständiges Leben führen kann.

 

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