Wohngegend hat Einfluss auf Diabetes und Fettleibigkeit

© PeJo - Fotolia.com
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Armut macht krank. Diese These gilt bereits seit längerer Zeit auch für Deutschland. Dass die persönliche Lebenssituation Betroffener Einfluss auf die Gesundheit hat, ist also bekannt. Forscher des Helmholtz Zentrums München haben sich mit einer anderen Frage beschäftigt: Welchen Einfluss hat das Wohnumfeld auf die Gesundheit? Als Grundlage dienten den Wissenschaftlern Daten des Gesundheitsmonitorings „Gesundheit in Deutschland aktuell“ aus den Jahren 2009 und 2010.

Untersucht, welche Auswirkungen und Folgen Faktoren wie das Einkommen, die Beschäftigungssituation, der Bildungsstand oder Umwelt und die Sicherheit haben. Insgesamt sieben solcher sozioökonomischen Rahmenfaktoren haben die Forscher zum GIMD (German Index of Multiple Deprivation) zusammengefasst, der sich an ähnlichen Modellen orientiert, die im englischsprachigen Raum bekannt sind.

Diabetes und Fettleibigkeit in ärmeren Regionen häufiger

Das Ergebnis der Untersuchung lässt erkennen, dass Menschen in ärmeren Regionen scheinbar häufiger unter Erkrankungen wie Diabetes vom Typ 2 oder Fettleibigkeit leiden. Zum Beispiel war bei den Diabetes-Erkrankungen zwischen dem oberen und dem unteren Fünftel (also jenen Personen im oberen und unteren GIMD) ein Unterschied von 42 Prozent zu erkennen. Im Fall der Fettleibigkeit sind die Unterschiede mit 16,9 Prozent zu 13,7 Prozent im Fünftel mit dem niedrigsten GIMD nicht ganz so ausgeprägt.

Angesichts dieser Zahlen liegt die Aussage nahe, dass auch das Wohnumfeld die Gesundheit beeinflusst. Allerdings lässt die Studie die genauen Ursachen und Auslöser außer Acht. Gerade die Bereiche Einkommen, Bildungsstand und der Grad der Beschäftigung wirken heute schnell als limitierende Faktoren, was infrage kommenden Wohnraum betrifft.

Es lässt sich daher in verschiedenen bereits heute ein Aggregationseffekt beobachten, der einzelne Einkommens- und Bildungsgruppen beispielsweise in Wohngebieten mit niedrigeren Mieten konzentriert. Darüber hinaus wäre ein Erklärungsansatz, dass niedrige Bildungsniveaus zu einer weniger ausgeprägten Gesundheitsvorsorge führen.

 

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