Stechen im Kopf – was hat das zu bedeuten? – Ursachen und Gegenmittel

Migräne-Patienten kennen das fiese Stechen im Kopf nur allzu gut. Allerdings ist Migräne nicht der einzige Grund, der als Ursache stechender Kopfschmerzen in Frage kommt. Es gibt sowohl harmlosere als auch gefährlichere Auslöser für Stiche im Bereich des Kopfes. Erfahren Sie hier mehr zu deren Entstehungsweg sowie zu geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.

Wie entsteht stechender Kopfschmerz?

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Kopfschmerzen können sich auf gut 250 verschiedene Arten bemerkbar machen. Schmerzhaftes Stechen im Kopf ist eine davon. Der Kopfschmerz zeichnet sich in den meisten Fällen durch ein äußerst tiefdringendes und pulsierendes, lokales Schmerzempfinden aus, das an die Stiche einer Nadel erinnert. Gelegentlich kann das Stechen aber auch nur an der Kopfhaut auftreten. In seiner Dauer variiert das Stechen im Kopf von wenigen Sekunden oder Minuten (z.B. bei leichten Stößen) bis hin zu mehreren Stunden oder Tagen, wie es etwa bei Migräne der Fall ist. Ein intervallartiges Wiederkehren der Stiche ist nicht auszuschließen.

Stechende Kopfschmerzen werden wie jedes körperliche Schmerzempfinden durch Nervensignale erzeugt. Es muss demnach eine bestimmte Nervenreizung im Kopf oder Bereich der Kopfhaut vorliegen. In vielen ernsteren Fällen sind neurologische Erkrankungen (z.B. Nervenentzündungen oder Neuropathien) als Ursache für das Stechen auszumachen. Hier ein kleiner Überblick zu den häufigsten Auslösern:

  • Migräne: Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die etwa 10 % aller Deutschen betrifft. Frauen sind dabei gut dreimal häufiger von Migräne geplagt als Männer. Als Ursache hierfür gilt die besondere Sensibilität des weiblichen Geschlechts gegenüber klassischen Auslösern der Migräneerkrankung. Hierzu zählen neben hormonellen Schwankungen (z.B. während dem Menstruationszyklus oder der Menopause) vor allem Stress, Umwelteinflüsse wie Lärm oder grelles Licht, Schlafmangel und Lebensmittelallergien. Das Stechen im Kopf sitzt bei Migräne-Patienten häufig in der Stirn-Schläfen-Region. Übliche Begleitsymptome sind Schwindel, Appetitslosigkeit, Geruchs- und Lichtempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen.
  • Augen- und Zahnerkrankungen: Aufgrund ihrer besonderen Verbindung zu den Kopfnerven, machen sich Erkrankungen des Auges sowie der Zähne gerne durch ein Stechen im Kopf bemerkbar. Die Nervenreizungen nehmen ihren Ursprung hier entweder in den Augen- oder Zahnnerven und strahlen im Anschluss bis in den Kopf. Denkbare Krankheiten sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel eine Zahnwurzelentzündung (Pulpitis) oder eine Sehnerventzündung (Optikusneuritis).
  • Gefäßerkrankungen: Sofern sich eine Gefäßkrankheit im Kopf manifestiert, kann dies verschiedene Kopfnerven reizen und auf diesem Wege zu Stechen im Kopf oder an der Kopfhaut führen. Nennenswert ist beispielsweise die Sinusvenenthrombose. Sie betrifft den gehirneigenen Sinusnerv und führt neben Sehstörungen auch zu stechenden Kopfschmerzen oder Druckschmerzen in der Nasen-Augen-Falte. Daneben können sich auch Erkrankungen wie Arteriosklerose auf die Blutgefäße im Gehirn ausweiten und über Gefäßschwellungen zu stechenden Nervenreizungen führen.
  • Verletzungen am Kopf: Ein Schädel-Hirn-Trauma durch starke Gewalteinwirkung kann Stiche im Kopf ebenso begünstigen wie leichte Prellungen, Stürze oder Schläge. Je nach Ausmaß der Verletzung muss hier mit kurzfristigen oder langanhaltenden Kopfschmerzen gerechnet werden. Eine medizinische Abklärung ist in solch einem Fall sehr wichtig, denn außer einem Stechen können Kopfverletzungen auch zu Gehirnblutungen oder gar einem Hirninfarkt führen.
  • sonstige Ursachen: Wetterfühligkeit wird als Auslöser stechender Kopfschmerzen häufig unterschätzt. Verantwortlich ist hier ein plötzlicher Wechsel der Hoch- und Tiefdruck-Verhältnisse, die das Wetter maßgeblich mitgestalten. Die Druckverhältnisse wirken auf kopfeigene Gefäße oft wie eine zu schnelle Kompression oder Dekompression und machen den Kopfnerven damit stark zu schaffen. Weitere Ursachen, die Stiche im Kopf verursachen können, sind Cluster-Kopfschmerzen, paroxysmale Hemikranie und die sogenannte Trigeminusneuralgie, eine Nervenreizung des 5. Hirnnervs. Besonders Gefährlich ist ein Stechen im Kopf zudem als Vorbote eines Schlaganfalls.
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Behandlung bei Stechen im Kopf

Eine erfolgreiche Behandlung erfordert bei Stechen im Kopf zunächst natürlich eine sorgfältige Abklärung der zugrundeliegenden Ursachen. Neben einer ausführlichen Patientenanamnese, in deren Verlauf Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen, aber auch mögliche Vorerkrankungen und Alltagsgewohnheiten abgeklärt werden. müssen ggf. auch differenzialdiagnostische Verfahren zur Anwendung kommen. Bildgebende Verfahren (z.B. CT oder MRT) sind hier ebenso hilfreich wie Sehtests, Blut-, Speichel- und Urinanalysen. Ergänzend zu einer ursachenorientierten Behandlung kann das Stechen im Kopf dann mittels geeigneter Schmerztherapie behoben werden:

  • Medikamente – Zur Behandlung von Kopfschmerzen können verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Herkömmliche Präparate sind hier Analgetika wie ACC akut, Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen oder Paracetamol. Bei sehr starken Kopfschmerzen oder Migräne helfen zudem Antiemetika (z.B. Metolclopramid oder Domperidon), Antiepileptika (z.B. Valproinsäure) und Triptane weiter. Kalziumantagonisten und Opioide wie Tramadol sind ebenfalls häufig im Gebrauch.
  • heilpflanzliche Mittel – Auch aus der heilpflanzlichen Ecke gibt es gute Hilfe gegen fiese Stiche im Kopf. Je nach Ursache bieten sich dabei unterschiedliche Heilkräuter an. Augen- und Zahnerkrankungen sprechen zum Beispiel gut auf Augentrost, Johanniskraut, Kamille und Salbei an. Bei Migräne-Kopfschmerzen und Stechen im Kopf aufgrund von Wetterfühligkeit sind hingegen Baldrian, Basilikum, Lavendel, Linde, Melisse, Minze, Salbei, Wacholder, Waldmeister und Weide zu empfehlen. Die Kräuter werden am besten als Tee getrunken oder, im Falle erkrankter Augen und Zähne, mittels Kompressen bzw. in Tinktur getauchter Wattestäbe auf die betroffene Stelle aufgetragen.
  • Alltagsumstellung – Entspannungsmaßnahmen und ein stressfreier Alltag, in dem Triggerfaktoren wie Lärm und andere schädliche Umwelteinflüsse vermieden werden, ist bei Stechen im Kopf immer zu empfehlen. Den gereizten Nerven muss die Möglichkeit gegeben sein, sich zu erholen, und zwar unabhängig von der Ursache der Kopfschmerzen. Eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und frische Luft tragen ebenfalls dazu bei schmerzgeplagte Köpfe zu beruhigen.

Stechender Kopfschmerz – Wann zum Arzt?

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Tritt stechender Kopfschmerz einmalig auf, ist dies meist kein Grund zur Sorge. Bei eindeutigen Begleiterscheinungen (z.B. Sehstörungen, Schwindel oder Übelkeit) sowie stechenden Kopfschmerzen, die immer wiederkehren oder überdurchschnittlich lange anhalten, ist dagegen Vorsicht geboten. Hier sollten Sie umgehend zum Arzt gehen. Gleiches gilt, wenn Stiche im Kopf gezielt nach einer Kopfverletzung auftreten oder sie nachweislich an einer Gefäßerkrankung leiden. Hier besteht die Gefahr eines Schlaganfalls!

Fazit

Stechen im Kopf beruht fast immer auf einer Reizung kopfeigener Nerven, die in Folge Schmerzsignale aussenden. Als Ursache kommen nicht nur neurologische Erkrankungen wie die berühmt berüchtigte Migräne in Frage. Auch Gefäß-, Augen- und Zahnerkrankungen sowie Kopfverletzungen und belastende Umwelteinflüsse sind mögliche Auslöser stechender Kopfschmerzen. Eine erfolgreiche Behandlung muss deshalb gezielt und ursachenorientiert erfolgen. Zusätzlich können kopfschmerzstillende Medikamente, Kräuter und Alltagsmaßnahmen fiese Stiche im Kopf lindern.

 

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