Sind künstliche Fingernägel ungesund? – ein Überblick

Künstliche Fingernägel sind heutzutage vor allem bei Frauen sehr beliebt. Jede dritte Frau zwischen 15 und 50 Jahren in Deutschland hat sich mindestens bereits einmal in ihrem Leben mit den künstlichen Nägeln verschönern lassen. Die meisten Männer hingegen finden den unechten Fingerschmuck nicht sonderlich hübsch. Nichtsdestotrotz können immer mehr junge Frauen mit den künstlichen Nägeln angetroffen werden. Doch Ärzte warnen davor, sich allzu häufig mit den Kunstnägeln auszustatten, denn auf Dauer können diese die natürlichen Nägel stark schwächen und somit zu diversen Erkrankungen und Folgesymptomen führen:

  • Nagelpilz
  • Allergieanfälle
  • Juckreiz
  • Hautausschlag

Was genau sind künstliche Fingernägel und wie werden diese befestigt und aufgetragen?

© Igor Stepovik - Fotolia.com

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Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Ihre Fingernägel von einer Modellistin bearbeitet werden können. Viele verwenden die Methode, die Nägel durch das Auftragen eines speziellen Gels, welches unter UV-Licht ausgehärtet wird, zu verschönern. Hierdurch ist es jedoch möglich, dass die benötigte Sauerstoffzufuhr zu Ihrem Nagel unterbunden wird, wodurch sich Härtegrad und Nagelqualität auf Dauer reduzieren.

Auch das Aufkleben von ganzen, künstlichen Fingernägeln wird mittlerweile immer wieder angeboten und angewandt. Auch hier besteht dasselbe Problem wie beim Auftragen der Gelmasse. Die künstlichen Nägel verhindern eine adäquate Sauerstoffzufuhr zu Ihren Fingernägeln. Als Klebstoff für die Kunstnägel werden im Regelfall Methacrylate und Acrylmonomere verwendet, die bei Ihnen auf Dauer eine Kontaktallergie auslösen können.

Was genau passiert bei einer Dauerverwendung von künstlichen Nägeln?

Ist Ihr natürlicher Nagel durch die permanente Verwendung eines Kunstnagels und die geringe Sauerstoffzufuhr bereits geschwächt, wird er zunehmend aufweichen, bis er Ihr Nagelbett nicht mehr ausreichend schützen kann. Dadurch ist mit einer starken Druckempfindlichkeit im Bereich Ihres Nagelbettes zu rechnen. Zudem erhöht sich das Risiko einer Infektion, da Pilze und Viren leicht durch den aufgeweichten Nagel in Ihren Organismus eintreten können.

Beim Aufkleben der Kunstnägel atmen Sie vermehrt acrylhaltige Dämpfe ein. Eine allergische Reaktion kann dabei vor allem Ekzeme an Händen, Gesicht und Hals mit sich bringen. Auch die deutlich sichtbare Ausbildung von Hautbläschen lässt sich wahrnehmen. Starker Juckreiz kann ebenfalls als Symptom der allergischen Reaktion auftreten. Im extremsten Fall sind sogar Taubheitsgefühle in Armen und Händen möglich. Forscher machten vor allem das Ethyl-Cyanoacrylat, das Ethylenglykol-Dimethacrylat sowie das 2-Hydroxypropyl-Methacrylat als Auslöser der allergischen Reaktion verantwortlich.

Wie können allergische Reaktionen oder das Aufweichen der natürlichen Nägel vermieden werden?

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, dass Sie versuchen, Ihre Nägel auf natürliche Weise, wie durch Cremes oder Massagen, zu pflegen. Wenn Ihre Nägel bereits geschwächt sind, nutzen Sie insbesondere Cremes, die Glyzerin oder Harnstoffe enthalten. Prophylaktische Cremes für die Anwendung von Kunstnägeln gibt es leider nicht. Bei empfindlichen oder geschwächten Nägeln ist auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ratsam. Hier sollten Sie vor allem auf eine erhöhte Zufuhr von Keratin, schwefelhaltigen Aminosäuren und Biotin H achten.

Möchten Sie auf Ihre Kunstnägel dennoch nicht gänzlich verzichten, vermeiden Sie den Kontakt mit acrylhaltigen Gasen oder Stoffen. Gebrauchen Sie daher nur acrylatfreie Cremes oder Gelstoffe. Ist es nicht anders möglich, tragen Sie zumindest einen Mundschutz beim Aufkleben der Kunstnägel. Auch künstliche Nägel müssen gepflegt werden. Sollten sich die Kunstnägel von Ihrem Naturnagel lösen, ist eine Säuberung vor dem erneuten Aufkleben notwendig. Ansonsten erhöhen Sie die Gefahr einer Nagelpilzinfektion durch Bakterien, die sich unter dem Kunstnagel ansammeln können. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zur Vermeidung von Nagelschäden:

  • Eine regelmäßig Nagelpflege ist unerlässlich
  • Cremes mit Glyzerin und Harnstoffen helfen bei geschwächten Nägeln
  • In Absprache mit dem Arzt können Nahrungsergänzungsmittel helfen
  • Nach Kunstnagelabnahme unbedingt eine gründliche Reinigung durchführen
 

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