Metastudie bezweifelt Vitamin D Mangel

© radub85 - Fotolia.com
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Ein Mangel an Vitamin D wird von vielen Medizinern als Auslöser für diverse Erkrankungen angesehen. Asthma, rheumatische Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen oder Diabetes – bei allen Krankheitsbildern soll das Vitamin wesentlichen Einfluss haben. Eine Studie im Fachmagazin The Lancet wirft jetzt einen anderen Blick auf die Bedeutung des Vitamin D Mangels. Grundlage der Analyse waren verschiedene wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten des Vitaminmangels beschäftigten.

Das Ergebnis: Die Autoren der Studie vertreten die Ansicht, dass der Vitamin D Mangel verschiedenen Krankheitsbildern nicht ursächlich zugrunde liegt. Die im Kontext der verschiedenen Primärstudien festgestellten niedrigen Vitamin D Spiegel seien vielmehr eine direkte Folge der Grunderkrankung. Als ein Beispiel nannten die Autoren entzündliche Prozesse, als deren Folge es bei den betroffenen Patienten zu einem Vitaminunterschuss kommen kann.

Vitamin D Prophylaxe teilweise fraglich

Die Metaanalyse hat nicht nur den Mangel an Vitamin D untersucht, sondern sich auch mit der Frage einer Supplementierung befasst. Hier kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Ergänzung von Vitamin D nur begrenzt positiven Einfluss hat.

Gerade im Zusammenhang mit Diagnosen wie Herzinfarkten oder Krebserkrankungen kommt die Metastudie zu keiner signifikanten Verbesserung allein durch die zusätzliche Vitamingabe. Wo sich positive Effekte zeigten, ging es um Knochenfrakturen (etwa der Hüfte) wo parallel eine Kalziumgabe erfolgte.

Vor dem Hintergrund der veröffentlichten Metaanalyse ist die Vitamin D Prophylaxe in Teilen kritisch zu betrachten. Dies gilt unter anderem auch vor dem Hintergrund inzwischen umstrittener Tagesdosen. Für die Rachitisvorbeugung bei Kindern bzw. im Zusammenhang mit dem Osteopathierisiko bei Senioren steht ein sinnvoller Nutzen dagegen nicht in Frage.

 

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