Freitag, Dezember 6, 2019

Was tun bei einem Augeninfarkt? Symptome, Behandlung und Heilungschancen

Zu wissen, was bei einem Augeninfarkt zu tun ist, kann äußerst wichtig sein. Denn unbehandelt wird das Krankheitsbild die Sehfähigkeit massiv beeinträchtigen, schlimmstenfalls sogar zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges führen. Wir zeigen Ihnen nicht nur, was bei einem akuten Augeninfarkt zu tun ist, sondern auch wie sie diesen zuverlässig erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was ist ein Augeninfarkt?

Bei einem Augeninfarkt oder auch Sehsturz genannt, handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Auges. Das Gewebe der Netzhaut wird über die Blutgefäße mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, was die Augenfunktion und damit die Sehkraft ermöglicht. Bei einem Augeninfarkt kommt es zu Verschlüssen dieser Blutgefäße.

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Bei dem Krankheitsbild ist zu unterscheiden, ob der Blutfluss vom Auge in Richtung Herz oder vom Herz in Richtung Auge entsteht. Kann das Blut nicht mehr aus dem Auge herausfließen, entwickelt sich ein Blutstau, der eine Schwellung hervorruft. Dabei werden weitere Arterien abgedrückt, sodass die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung unterbunden ist. Diese Form des Augeninfarkts wird von einem Venenverschluss hervorgerufen.

Bei einem Arterienverschluss, also wenn das Blut vom Herz in das Auge gelangt, kann das Organ sofort nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Ursachen für einen Augeninfarkt

Am häufigsten tritt ein Augeninfarkt durch ein Blutgerinnsel auf. Patienten bemerken dies in vielen Fällen erst spät, da nur ein Auge von den Durchblutungsstörungen betroffen ist. Das andere Auge ist in der Lage, die verminderte Sehkraft vorerst auszugleichen. Zu den am meisten verantwortlichen Ursachen zählen beispielsweise:

  • Blutgerinnsel

Ein Blutgerinnsel kann grundsätzlich überall entstehen, wobei es in diesem Fall in das Auge wandert. Dort verstopft es Arterien oder Venen und sorgt dadurch für einen Blutstau. Die unterbundene Sauerstoff- und Nährstoffversorgung schädigt das Auge, was schlimmstenfalls zum Verlust der Sehkraft führt. Ein Blutgerinnsel kann auch weitere Organinfarkte wie den Lungeninfarkt hervorrufen.

  • Augenkrebs
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    Erhöhter Druck

Besteht ein erhöhter Druck auf das Gewebe um das Auge, können dabei kleine Blutgefäße geschädigt werden oder es kommt zu einer Unterversorgung der Netzhaut. Druck auf dem Organ entsteht beispielsweise unter Wasser oder beim Fliegen. Auch Bluthochdruck und Einblutung im umliegenden Gewebe können für einen Augeninfarkt verantwortlich sein.

  • Arteriosklerose

Bei einer Arteriosklerose verkalken die Veneninnenwände. Dadurch wird der Blutfluss eingeschränkt und Organe werden nicht mehr richtig versorgt. Das Krankheitsbild kann auch Einfluss auf das Auge nehmen und dessen Blutzufuhr unterbinden. Bleibt der Zustand unerkannt, kann es zu einem Sehsturz kommen.

Das Risiko für einen Augeninfarkt nimmt im Laufe der Jahre zu. Mit dem Alter bauen die Gefäße immer weiter ab und werden anfälliger für Gefäßerkrankungen wie Venenentzündungen. Demzufolge steigt die Gefahr, einen Sehsturz zu erleiden.

Symptome und erste Anzeichen bei einem Augeninfarkt

Um zu wissen, was bei einem Augeninfarkt zu tun ist, ist es wichtig, die ersten Anzeichen des Krankheitsbildes zu erkennen. In vielen Fällen bleibt der Sehsturz zunächst völlig unbemerkt, was die Gefahr einer dauerhaften Sehstörung maßgeblich erhöht. Hinzu kommt, dass Betroffene keine Schmerzen wahrnehmen. Daher ist es notwendig, bei einer Beeinträchtigung der Sehkraft beispielsweise durch Flimmern oder Verschwommenheit umgehend einen Arzt zu konsultieren. Zu den weiteren Symptomen der Erkrankung gehören mitunter:

  • Schleiergefühl auf dem Auge
  • Verminderte Sehkraft mit abnehmender Sehstärke
  • Punkte im Sichtbereich
  • Schatten im Sichtbereich

Behandlung eines Sehsturzes

Nach dem Auftreten der ersten Symptome ist eine schnelle Behandlung äußerst wichtig. Durch reine Blickdiagnose kann ein Arzt in den meisten Fällen den Augeninfarkt sofort erkennen. Zusätzliche Abklärung erfolgen durch Sehproben, Überprüfung der Pupillenreflexe und eine Untersuchung des Augenhintergrunds.

Wurde die Diagnostik eines Sehsturzes gestellt, stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Der Arzt injizierte durchblutungsfördernde Medikamente direkt in die betroffenen Gefäße. Diese verdünnen das Blut und das Gerinnsel löst sich. Abhängig von der Ursache ist es unter Umständen nötig, dass der Patient dauerhaft Blut verdünnende Präparate einnimmt, um einen weiteren Venenverschluss vorzubeugen.

  • Massage

Mit der sogenannten Bulbus-Massage lassen sich verschlossene Gefäße am Auge öffnen. Dabei wird Druck auf das Unterlid aufgebaut, was dazu führt, dass Kammerwasser aus dem Unterlid abfließt und der Augeninnendruck sinkt. Der gesenkte Druck soll den Blutfluss anregen, um das Auge wieder mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen.

  • Laser- und Kältetherapie

Durch Kälte- und Lasertherapien soll ein erhöhter Augeninnendruck gesenkt und Flüssigkeitsansammlungen gelöst werden. Diese Behandlungsmethoden lassen sich auch präventiv einsetzen, um die Entstehung eines weiteren Augeninfarkt zu vermeiden.

Lässt sich der Gefäßverschluss nicht durch Medikamente, Massagen und Therapien beseitigen, ist ein operativer Eingriff nötig. Dafür macht der Arzt kleine, schlüssellochgroße Löcher um das Auge, durch diese er seine Instrumente zur betroffenen Stelle hin einführen kann. Anschließend öffnet er das beschädigte Gefäß.

Vorbeugen eines Augeninfarkt

Vorsorgemaßnahmen sind vor allem dann wichtig, wenn ein erhöhtes Risiko für einen Venenverschluss besteht. Davon betroffen sind beispielsweise Raucher und Personen, die an Übergewicht oder entsprechenden Vorerkrankungen leiden.

Zur Prävention des Augeninfarkts gehören alle Maßnahmen, die sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken:

  • Eine gesunde Ernährung
  • Täglich Bewegung und regelmäßige Sporteinheiten
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr
  • Vermeiden von Stress, Nikotin, Alkohol und Übergewicht
  • Regelmäßige Überprüfung der Blutwerte und Vorsorgeuntersuchungen