Donnerstag, September 19, 2019

Salmonellen

Salmonellen – Informationen im Überblick

Laut Aussagen der Gesundheitskasse AOK erkranken jährlich über 100 000 Personen an Salmonellose. Wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa handelt es sich bei der Erkrankung um eine Entzündung des Verdauungstraktes, welche durch Bakterien verursacht wird. Allerdings stammen die bakteriellen Erreger in diesem Fall von Tieren bzw. Tierprodukten. Die stäbchenförmigen Krankheitsauslöser werden hierbei als Salmonellen bezeichnet und sind eng verwandt mit den E-coli Bakterien. Des Weiteren kann eine durch Salmonellen bedingte Magen-Darm-Entzündung zu weiteren Infektionen, zum Beispiel Typhus führen.

Ursachen

Wenn die Barrierefunktionen des Verdauungsapparates auf irgend eine Weise beeinträchtigt werden, gelangen die Bakterien schnell in die Darmschleimhaut sowie deren Zellen. Eine gefährliche Enteritis (Darmentzündung) ist die Folge, welche durch von den Erregern im Gewebe freigesetzte Giftstoffe ausgelöst wird. Begünstigt wird eine Infektion dabei durch folgende Faktoren:

schwache Körperabwehr: Bei einem intakten Immunsystem ist eine Ansteckung mit Salmonellen eher schwierig, denn es sind bis zu 10 000 000 Einzelkeimen notwendig, um eine Salmonellose entstehen zu lassen. Sind die Abwehrfunktionen allerdings reduziert, ist die Gefahr einer Entzündung wesentlich höher.

Alter: Während die für eine Entzündung notwendige Keimzahl bei gesunden Erwachsenen zwischen 100 000 und 10 000 000 liegt, reichen bei Kindern oftmals schon 100 Keime aus. Auch bei älteren Menschen mit schwankender Immunfunktion herrscht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Somit sollten sich gerade diese Altersgruppen besonders vor einer Salmonellose schützen.

Magensäuregehalt: Im Normalfall ist die Magensäure dazu in der Lage, geringe Mengen an Salmonellen zu zersetzen, ehe sie im Magen-Darm-Trakt herbe Schäden anrichten. Ist der Gehalt des Magensaftes jedoch verringert (bspw. aufgrund einer Krankheit), haben Salmonellen, ähnlich wie andere Bakterien leichtes Spiel.

kontaminierte Lebensmittel: Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr, wenn Personen Lebensmittel zu sich nehmen, die bereits mit Salmonellen durchsetzt sind. Gerade Produkte mit viel Eiweiß, zum Beispiel Eier, Fleisch oder Mayonnaise, sind des Öfteren von einer Kontamination betroffen. Zudem ist die Lebensspanne von Salmonellen unter entsprechenden Lagerbedingungen äußerst hoch, weshalb sich die Erreger nach einiger Zeit auch in Nahrungsmitteln mit geringer Salmonellengefahr ausbreiten können.

Temperaturen und Hygiene: Auch das Klima begünstigt eine Ausbreitung der Salmonellen im Körper und in Lebensmitteln. Die Keime sind nämlich in der Lage, Temperaturen bis zu 70 Grad zu überleben. Gerade der Körper und warme Nahrungslagerstätten sind darum eine ideale Brutstätte für die Bakterien. Kommt dann noch eine mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung oder Körperpflege hinzu, schafft dies einen perfekten Bakteriennährboden.

Kontakt mit Tieren und Menschen: Eine Ansteckung durch Reptilien, Haus- und Zootiere, sowie deren Ausscheidungen ist zwar eher unwahrscheinlich, die Gefahr ist aber dennoch gegeben. Ebenso ist beim Kontakt mit an Salmonellose erkrankten Menschen, beispielsweise im Krankenhaus, eine Infizierung nicht ausgeschlossen.

Von den ca. 2 500 Salmonellenvariationen sind für den Menschen ungefähr 120 bis 500 ansteckend. Hochgefährlich sind diese vor allem deswegen, weil sie auch ohne direkte Nahrungsmittelaufnahme zwischen Mensch und Tier übertragen werden können. Das hohe Übertragungsrisiko führte speziell im letzten Jahrzehnt auch dazu, dass zahlreiche Lebensmittelbetriebe ihre Hygienemaßnahmen erhöhten. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass die Zahl der Infizierten seit Jahren zurück geht.

Symptome

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Charakteristisch für alle Salmonellen bedingten Begleiterscheinungen ist, dass sie unvermittelt und plötzlich in Erscheinung treten. Genau so schnell wie sie einsetzten, sind sie dann auch meist wieder verschwunden, halten die Beschwerden doch selten länger als drei Tage an. Zu den häufigsten Symptomen zählen dabei:

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall oder Brechdurchfall
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • unbehagliches Körpergefühl
  • Schüttelfrost

Behandlung

Am zuverlässigsten ist eine Salmonellendiagnose durch eine Stuhlprobe des Patienten. Auch anhand einer Blutprobe oder eines rektalen Abstrichs kann schnell festgestellt werden, ob der Betroffene an einer Vergiftung leidet. Bei positiver Diagnose gestaltet sich eine Therapie wie folgt:

Stoffausgleich: Der Verlust an Mineralstoffen, Elektrolyten und Wasser ist aufgrund des Durchfalls und des Erbrechens besonders hoch. Therapeutische Maßnahmen konzentrieren sich deshalb zunächst darauf, der Austrocknung der Organe entgegen zu wirken, sowie den Nährstoffverlust auszugleichen.

Hygiene: Um eine weitere Verbreitung der Krankheitserreger zu verhindern, ist intensive Körperpflege sehr wichtig. Insbesondere nach dem Toilettengang und vor dem Kochen müssen deshalb hygienische Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Medikamente: Viele Krankheiten lassen sich mittels Antibiotika schnell und unkompliziert ausheilen. Bei einer Salmonellose kann ein Antibiotikum jedoch das Ausscheiden des Stuhlgangs verzögern – ein unerwünschter Effekt, wenn es darum geht, die Salmonellen so schnell wie möglich aus dem Verdauungstrakt zu entfernen. Viele Ärzte verschreiben darum alternative Präparate.

Trotz der guten Heilungschancen liegt die Sterblichkeitsrate einer Salmonellen bedingten Infektion bei 5 %. Gehen Sie daher rechtzeitig zum Arzt, sobald sie Anzeichen einer Salmonellose an sich feststellen.

Vorsorge und Prävention

Die Salmonellenenteritis gehört zu den häufigsten, durch den Verzehr von Lebensmitteln hervor gerufenen Durchfallerkrankungen. Weil es aber noch eine Reihe anderer Gründe gibt, die eine Salmonellen bedingte Magen-Darm-Infektion verursachen, kann man die Krankheit nicht als reine Lebensmittelvergiftung bezeichnen. Wichtig für eine effiziente Vorbeugung gegen Salmonellenvergiftungen sind dennoch vor allem zwei Dinge: ein richtiger Umgang mit Nahrungsmitteln sowie die richtige Hygiene.

    • Waschen Sie sich nach dem Toilettenbesuch und vor dem Kochen stets die Hände. Gleiches gilt für den Kontakt mit kranken Menschen, fremden Objekten und verunreinigten Oberflächen.
    • Nach dem Streicheln von Haustieren, einem Besuch im Zoo oder dem Reinigen von Tierkäfigen müssen Sie ebenfalls unbedingt ihre Hände waschen, denn die Salmonellenerreger haften bisweilen auch im Fell und im Kot der Tiere. Aus den selben Gründen sollten Putzlappen, welche zur Käfig- oder Gehegesäuberung benutzt wurden, danach umgehend entsorgt werden.
    • Kaufen Sie ausschließlich frische Lebensmittel und achten Sie auf das Verfallsdatum. Bevorzugen Sie hierbei vertrauenswürdige Läden und Filialen, bei denen darauf vertraut werden kann, dass die Nahrungsmittel zu jedem Zeitpunkt ausreichend gekühlt und hygienisch einwandfrei verarbeitet werden. Angetaute und beschädigte Produkte sind zu meiden.
    • Lagern Sie leicht verderbliche Lebensmittel immer im Kühlschrank und verzehren Sie diese möglich schnell. Gerade Fleisch sollte niemals an der freien Luft offen liegen gelassen werden.
    • Achten Sie in Bezug auf Nahrungsmittel auch auf eine ordnungsgemäße Zubereitung. So sollten Fleisch- und Eierprodukte beispielsweise nicht unter zehn Minuten und bei mindestens 70° C gegart werden.