Montag, Dezember 16, 2019

Pfeiffersches Drüsenfieber

Pfeiffersches Drüsenfieber – Ursachen, Symptome, Therapie

Das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber (Mononukleose), das wegen seiner häufigen Übertragung über den Mund auch „Kusskrankheit“ genannt wird, ist eine Krankheit, die beinahe jeder Erwachsene schon gehabt hat. In der Mehrheit aller Fälle läuft sie ohne schwere Komplikationen ab. Wer einmal infiziert war, trägt das Virus bis zum Ende seines Lebens im Körper. Im Regelfall verhindert das Immunsystem aber ein erneutes Ausbrechen der Erkrankung.

Was ist Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (auch Mononukleose) betrifft vorrangig Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Bei Kindern bleibt die Krankheit in vielen Fällen unerkannt, da die Symptome hier oft nur schwach ausgeprägt sind und bereits nach kurzer Zeit wieder abklingen. Bei jungen Erwachsenen und älteren Jugendlichen dauert das Pfeiffersche Drüsenfieber deutlich länger an. Auch hier lässt es sich aber nicht immer einfach von einer Erkältung unterscheiden. Besonders zu Beginn fallen die Symptome sehr unspezifisch aus.

Eine Besonderheit der Erkrankung an Mononukleose besteht darin, dass diese häufig über den Mund übertragen wird und deshalb auch den Namen Kusskrankheit trägt. Deshalb sollten Betroffene während einer gewissen Zeitspanne auf das Küssen verzichten. Ein wirkungsvoller Schutz gegen eine Ansteckung ist aber wegen der Verbreitung des Virus und der Tatsache, dass sich dieses auch nach Abklingen der Symptome immer wieder einmal reaktiviert, kaum realisierbar.

Im Regelfall klingt das Pfeiffersche Drüsenfieber auch bei Erwachsenen nach einigen Wochen wieder vollständig ab. Nur in seltenen Fällen kann es zu langwierigen Komplikationen kommen. Diese betreffen überwiegend Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Ursachen der Mononukleose

Fieber senken
CC0

Ausgelöst wird Pfeiffersches Drüsenfieber durch das zu den Herpesviren gehörige Epstein-Barr-Virus (EBV). Da sich dieses im Speichel infizierter Personen befindet, kommt eine Ansteckung häufig durch Küsse zustande. Deutlich seltener infizieren sich Menschen beim Geschlechtsverkehr.

Bei einer Übertragung befallen die Erreger zunächst die Schleimhautzellen (Epithelzellen) in Nase, Mund und Rachenraum beziehungsweise in der weiblichen Scheide und dann die B-Lymphozyten. Letztere gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind außerdem Bestandteil des Immunsystems. Durch die Epstein-Barr-Viren verändern sich die befallenen B-Lymphozyten. Sie bewirken unter anderem, dass sich innere Organe wie die Milz im Laufe der Erkrankung vergrößern.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers, variiert stark und ist deshalb nur sehr schwer zu bestimmen. Sie kann einige Tage betragen, aber auch etwa 6 Wochen oder sogar noch länger. Bei Jugendlichen und Erwachsenen dauert es im Regelfall deutlich länger als bei Kindern, bis die Krankheit ausbricht.

Die Ursachen für Mononukleose im Überblick:

  • Epstein-Barr-Virus (EBV) als Auslöser
  • Pfeiffersches Drüsenfieber wird über Küsse und seltener auch über Geschlechtsverkehr übertragen
  • Betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Diagnose – lässt sich Pfeiffersches Drüsenfieber erkennen?

Blut
CC0

Eine Diagnose anhand der Symptome ist aufgrund der Tatsache, dass diese besonders anfangs sehr unspezifisch sind, oft schwer durchzuführen. In manchen Fällen verläuft Pfeiffersches Drüsenfieber unerkannt, in anderen wird erst ein Arzt aufgesucht, wenn ein Erschöpfungszustand oder Fieber unnatürlich lange anhalten. Selten zeigen sich dann auch nach außen deutliche Anzeichen der Erkrankung wie eine ertastbare Vergrößerung der Milz oder ein Hautausschlag. Deshalb gilt es zunächst, andere Erkrankungen wie eine Mandelentzündung auszuschließen.

Wirklich Aufschluss geben kann nur ein Bluttest. Dabei lassen sich eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten sowie spezielle Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus feststellen, welche Pfeiffersches Drüsenfieber anzeigen.

Möglichkeiten der Diagnose von Pfeifferschen Drüsenfieber:

  • Durch unspezifische Symptome ist eine Infektion schwer erkennbar
  • Mitunter vergrößerte Milz oder Hautausschlag
  • Ein Bluttest kann Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus aufzeigen

Symptome – Pfeiffersches Drüsenfieber ist einer Grippe nicht unähnlich

Typisch für Pfeiffersches Drüsenfieber bei Jugendlichen und Erwachsenen sind folgende Symptome:

  • Starke Müdigkeit und Erschöpfungszustände, Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Angeschwollene Lymphknoten
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Bei etwa der Hälfte der Betroffenen kommt eine Mandelentzündung hinzu

Wesentlich seltener kommt es zu einem unterschiedlich ausgeprägten Hautausschlag oder einer Leberentzündung, die sich in starken Fällen durch eine Gelbfärbung der Haut bemerkbar macht. In Ausnahmefällen können außerdem schwerwiegende Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder Lähmungserscheinungen sowie eine Gefährdung der Atmung durch das Pfeiffersche Drüsenfieber auftreten.

Außerdem werden bestimmte Krebsarten durch eine Infektion in ihrer Entstehung begünstigt. Mitunter ist auch ein Milzriss nicht ausgeschlossen. In einem solchen Fall besteht Lebensgefahr und es muss schnell reagiert werden. Zudem verläuft Pfeiffersches Drüsenfieber bei einigen Betroffenen chronisch. Diese leiden dann unter Umständen über Jahre hinweg an Antriebslosigkeit oder sogar Fieber.

Therapie – wie kann Pfeiffersches Drüsenfieber behandelt werden?

Therapie
CC0, Couleur / Pixabay

Medikamente, die speziell Pfeiffersches Drüsenfieber bekämpfen, existieren derzeit noch nicht. Sie können aber in Rücksprache mit Ihrem Arzt fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente gegen die Symptome der Infektion einsetzen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich während der Erkrankung möglichst schonen und einige zentrale Verhaltensregeln beachten:

  • Trinken Sie viel
  • Achten Sie auf Ruhe und ausreichend Schlaf
  • Vermeiden Sie körperliche Betätigung. Üben Sie erst dann wieder Sport aus, wenn die Symptome der Erkrankung vollständig abgeklungen sind und lassen Sie sich vorher ärztlich untersuchen. Andernfalls setzen Sie sich der Gefahr eines lebensbedrohlichen Milzrisses aus.
  • Verzichten Sie auf Alkohol

Bei bakteriellen Infektionen wird manchmal auch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Allerdings ist dies nicht ganz ungefährlich, denn durch bestimmte Formen von Antibiotika kann es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion in Form von Hautausschlag kommen. Um bei möglichst schweren Krankheitsverläufen einzugreifen, wird außerdem Kortison verabreicht. Ein Milzriss erfordert natürlich eine umgehende Operation. So unterschiedlich die Symptome einer Infektion mit Pfeiferschem Drüsenfieber ausfallen können, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten der Behandlung.

Vorsorge – lässt sich Pfeiffersches Drüsenfieber vermeiden?

Einer Ansteckung mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber lässt sich kaum vorbeugen. Das wird schon daran deutlich, dass beinahe jeder Erwachsene – mehr als 95 Prozent – das Epstein-Barr-Virus bereits in sich trägt. Vor allem gibt es kaum eine Möglichkeit, herauszufinden, ob Sie sich bei Ihrem Gegenüber mit der Krankheit anstecken können.

Sie können nur eine rasche Heilung begünstigen, indem Sie sich während der Erkrankung viel Ruhe und Schlaf gönnen und auf sportliche Betätigung möglichst verzichten. Leiden Sie an einer Immunschwäche, suchen Sie bei Anzeichen der Erkrankung in jedem Fall umgehend einen Arzt auf. Denn in diesem Fall sind die Risiken für schwerwiegende Komplikationen durch Pfeiffersches Drüsenfieber deutlich größer als bei anderen Personen. In jedem Fall ist es ratsam, auch bei unnatürlich lang anhaltenden Erschöpfungszuständen einen Fachmann aufzusuchen.

Fazit

Pfeiffersches Drüsenfieber ist eine Erkrankung, die sich kaum vermeiden lässt. Gerade im Kindesalter bleibt sie allerdings oft unentdeckt und klingt schnell wieder ab. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Krankheit langwieriger verlaufen, es kommt aber auch hier nur sehr selten zu längerfristigen Komplikationen.

Vorbeugen lässt sich einer Infektion kaum und auch spezielle Medikamente gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es nicht. Im Regelfall genügen aber fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel und ausreichend Schonung, um eine Infektion unbeschadet zu überstehen. Letzterem Punkt sollten Sie besonders viel Beachtung schenken. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, verzichten Sie während der Erkrankung möglichst auf körperliche Betätigung und nehmen Sie sich einmal eine Auszeit vom Alltag – damit steigen Ihre Chancen auf eine rasche und vollständige Genesung.