Sonntag, Dezember 15, 2019

Mumps

Mumps – unser Ratgeber zum Thema Ziegenpeter

Von Mumps, auch Ziegenpeter genannt, sind vor allem Kinder betroffen. Bei Letzteren verläuft die Viruserkrankung in der Regel harmlos, in vielen Fällen sogar unbemerkt. Bei erwachsenen Personen besteht infolge von Mumps die Gefahr von ernsten Komplikationen, beispielsweise einer Gehirnhautentzündung. Das allein ist ein Grund dafür, eine Impfung durchführen zu lassen. Außerdem wird dadurch der Gefahr einer Ansteckung von Mitmenschen vorgebeugt.

Haben Sie die Erkrankung einmal hinter sich, können Sie dagegen in den meisten Fällen lebenslang nicht mehr erneut an Mumps erkranken.

Was ist Mumps?

Mumps wird wie Masern oder Röteln durch Tröpfcheninfektion übertragen. Ansteckungsgefahr besteht schon vor einem Sichtbarwerden von Symptomen. Besonders häufig tritt die Krankheit bei Kindern und in der kalten Jahreszeit auf, liegt keine Impfung vor. Allerdings sind auch Erwachsene von Mumps betroffen. Mit einem fortgeschrittenen Alter steigt zudem die Gefahr von Komplikationen.

Während sich Masern oder Röteln vor allem durch einen Ausschlag kennzeichnen, ist für Mumps eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, in der Regel auf beiden Seiten, charakteristisch. Daneben kann die Krankheit auch auf verschiedene Organe übergreifen. Teilweise verläuft eine Erkrankung mit Mumps aber auch vollkommen unbemerkt. Betroffenen weisen dann nur die Symptome einer leichten Erkältung auf. Im Rahmen einer Behandlung werden ausschließlich die Symptome behandelt, zum Beispiel durch Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente.

Ursachen

Mumps
CC0

Die Mumps-Viren, die für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich sind, kommen nur beim Menschen vor. Die Infektion erfolgt in der Regel im Rahmen einer Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder auch Sprechen. Auch eine Übertragung durch Küssen ist häufig. Menschen, die eine Impfung vornehmen haben lassen, sind nicht gefährdet, aber auch sonst trifft es nur etwa jeden Vierten, der mit dem Erreger in Kontakt kommt.

Die Zeit, die zwischen Ansteckung und Ausbruch vergeht, beträgt meist etwa 16 bis 18 Tage, manchmal auch länger. Erst danach treten die charakteristischen Symptome bei den Betroffenen auf. Am höchsten ist die Gefahr einer Ansteckung etwa zwei Tage vor und vier Tage nach dem Auftreten der Symptome. Zu Zweitinfektionen kommt es dagegen nur selten.

Die Ursachen für Mumps im Überblick:

  • Infektion mit Mumps-Viren
  • Ansteckung per Tröpfcheninfektion
  • Übertragung durch Küssen ist ebenfalls möglich

Diagnose

Bei Masern oder Röteln ist der typische Ausschlag ein wichtiger Hinweis auf die Krankheit. Mumps wird von einem Arzt zum Beispiel anhand einer Schwellung der Ohrspeicheldrüsen und der Schilderung der Beschwerden festgestellt. Die daraus resultierenden Hamsterbacken sind oft eindeutige Anzeichen für die Erkrankung. Nicht immer ist die Infektion allerdings so offensichtlich. In einem solchen Fall können weitere Maßnahmen notwendig werden, um das Virus zu identifizieren:

  • Im Rahmen einer Blutuntersuchung können Antikörper gegen den Masern-Erreger festgestellt werden.
  • Außerdem lassen sich Erreger über den Urin oder durch einen Rachenabstrich nachweisen.

Weiterführende Diagnosemaßnahmen sind allein deshalb oft sinnvoll, weil eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen auch ein Hinweis auf andere Infektionskrankheiten sein kann.

Symptome

Gesicht
CC0, Noelle Otto auf Pexels

Bei etwa einem Drittel der an Mumps Erkrankten treten keine Symptome auf. Beim Rest unterscheiden sich die Beschwerden wie bei Masern auch danach, in welchem Stadium der Erkrankung sich der Betroffene befindet:

  1. Anfangs kommt es zu Kopf- und Gliederschmerzen, Unwohlsein und Appetitlosigkeit.
  2. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen tritt ein oder auch zwei Tage danach auf. In der Folge kommt es zu den für Mumps typischen „Hamsterbacken.“ Meist betrifft die Schwellung beide Seiten.

Dazu kommt eine schwankende Fieberkurve. Mit fortschreitendem Alter nehmen auch die Symptome zu. Allgemein kann es zu einer Schwellung der Lymphknoten und anderer Speicheldrüsen kommen. Das Kauen ist für Betroffene mit Schmerzen verbunden, Bauchschmerzen und Erbrechen sind weitere mögliche Symptome.

Zu den gefährlichen Komplikationen, die besonders bei Erwachsenen infolge von Mumps auftreten können, gehören eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und damit verbunden unter Umständen eine Entzündung des Gehirns. Außerdem besteht bei Männern die Gefahr einer Hodenentzündung.

Entzünden können sich außerdem die Bauchspeicheldrüse, der Hörnerv, die Eierstöcke, Nieren, Gelenke, Augen und Schilddrüse sowie der Herzmuskel. Wird die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft gezogen, ist eine Entstehung von Diabetes denkbar. Während einer Schwangerschaft ist Mumps besonders gefährlich. Wie bei Röteln kann die Erkrankung zu Missbildungen bei dem Neugeborenen führen. Eine Impfung ist für Frauen im gebärfähigen Alter deshalb besonders wichtig. Aber auch andere Erwachsene sollten eine Impfung in Erwägung ziehen.

Therapie

Gesicht
CC0, 422694 / Pixabay

Bei Infektionskrankheiten wie Röteln, Masern oder Mumps zielt eine Behandlung immer auf die Linderung der Symptome ab. Das Virus selbst lässt sich mit Medikamenten nicht bekämpfen.

Deshalb bieten sich für eine Erkrankung an Mumps vor allem fiebersenkende Mittel oder Schmerzmittel an. Wichtig ist außerdem Bettruhe. Trinken Sie ausreichend und meiden Sie den Kontakt mit anderen Menschen, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen lässt sich durch Kühlen behandeln. Saure Flüssigkeiten sollten möglichst vermieden werden. Denn diese sorgen dafür, dass die Speicheldrüsen vermehrt beansprucht sind.

Kinder sollten mindestens fünf Tage nach dem Abklingen der Symptome zu Hause bleiben und erst danach wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen.

Handelt es sich um eine schwere Erkrankung kann eine Behandlung mit speziellen Antikörpern angesagt sein. Kommt es zu einer Hirnhautentzündung, ist außerdem oft ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Möglichkeiten der Therapie im Überblick:

  • Das Virus selbst kann nicht mit Medikamenten behandelt werden
  • Als Therapie wird häufig Bettruhe verordnet
  • viel Trinken
  • die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen lässt sich durch Kühlung lindern
  • bei besonders schwerer Erkrankung können spezielle Antikörper zum Einsatz kommen
  • Kinder sollten erst 5 Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder in die Schule oder den Kindergarten

Vorsorge

Bei der Impfung gegen Mumps handelt es sich in den meisten Fällen um eine Kombinationsimpfung. Diese deckt auch Masern und Röteln ab und erfolgt zweimal, einmal im Alter zwischen dem 11. und dem 14. Monat und dann zwischen 15 und 23 Monaten. Im Anschluss sind Sie über Jahrzehnte hinweg geschützt. Empfohlen wird außerdem, gleichzeitig eine Impfung gegen Windpocken vornehmen zu lassen.

Erwachsene sollten vor allem dann eine Impfung erwägen, wenn sie in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, beispielsweise in Schulen oder Kindergärten, oder auch im Gesundheitswesen. In diesem Fall genügt in der Regel eine einmalige Impfung.

Fazit

Mumps wird wie Masern und Röteln zu den typischen Kinderkrankheiten gezählt. Vor allem bei Kindern verläuft die Erkrankung in vielen Fällen harmlos, bei Erwachsenen können dagegen ernste Komplikationen auftreten. Schon deshalb sollten Sie auf eine Impfung nicht verzichten, bei Bedarf auch als Erwachsener. So müssen sich vor allem Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten oder Frauen im gebärfähigen Alter keine Sorgen mehr machen.