Sonntag, Dezember 15, 2019

Laryngitis

Laryngitis – Ursachen, Symptome, Therapie

Unter einer Laryngitis wird eine Kehlkopfentzündung verstanden. Diese entsteht in ihrer akuten Form oft im Rahmen einer Erkältung und äußert sich durch Heiserkeit und Husten. In der Regel lassen sich die Beschwerden in einem kurzen Zeitraum mithilfe einfacher Maßnahmen beseitigen. Bleibt eine akute Kehlkopfentzündung unbehandelt, kann sich daraus jedoch eine chronische Kehlkopfentzündung entwickeln, die das Risiko gefährlicher Komplikationen birgt.

Was ist eine Laryngitis?

Eine Kehlkopfentzündung macht sich durch Symptome wie Heiserkeit und Husten und einem kratzenden Gefühl im Hals bemerkbar. In seltenen Fällen, wenn die Kehlkopfschleimhaut besonders stark anschwillt, kann es auch zu Atemnot kommen. Dann ist unbedingt schnelle ärztliche Hilfe erforderlich.

In der Regel ist eine akute Laryngitis aber – vor allem bei Erwachsenen – ungefährlich und klingt bald wieder ab. Meist basiert sie auf einem Virenbefall, manchmal kommen auch noch Bakterien hinzu.

Eine chronische Laryngitis basiert meist auf länger anhaltenden Belastungen, beispielsweise durch Schadstoffe, besonders staubige Luft, aber auch falsches Sprechen oder Singen. Ihre Behandlung gestaltet sich schwieriger als die einer akuten Kehlkopfentzündung. Auch ist eine chronische Laryngitis, je nachdem wie lange sie besteht, mit einem höheren Risiko der Entstehung von Kehlkopfkrebs verbunden.

Ursachen

Stechen im Hals
CC0

Die Ursachen für eine akute und eine chronische Laryngitis unterscheiden sich. Einer akuten Kehlkopfentzündung geht in den meisten Fällen eine Erkältung voraus. Neben Grippe- und Erkältungsviren können aber auch Bakterien zu einer Entzündung der Kehlkopfschleimhaut führen. Seltene Auslöser einer akuten Kehlkopfentzündung sind das Einatmen von Schadstoffen, starke Hitze oder auch eine starke Belastung der Stimme über einen kurzen Zeitraum hinweg.

Bei der Entstehung einer chronischen Laryngitis spielen vor allem die folgenden Ursachen eine Rolle:

  • eine nicht behandelte akute Laryngitis
  • fortwährendes Einatmen von Zigarettenrauch oder anderen Schadstoffen wie Chemikalien
  • Mandelentzündung
  • Regelmäßige Belastung durch Feuchtigkeit, Staub oder Hitze
  • chronische Überbelastung der Stimme oder auch eine falsche Stimmbildung, beispielsweise bei Sängern, aber auch bei Lehrern
  • Mundatmung durch chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder eine Allergie
  • Bronchitis
  • die Refluxkrankheit, bei der regelmäßig Magensaft in die Speiseröhre fließt

Basiert eine Laryngitis auf Viren oder Bakterien, können diese, je nach dem Typ des Erregers auch übertragen werden.

Daneben existieren noch besondere Formen der Kehlkopfentzündung, die teilweise sehr gefährlich sind. Das Krupp-Syndrom, auch Pseudokrupp genannt, kommt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern vor. Durch die Schwellung des Kehlkopfausganges kann es hier zu gefährlicher Atemnot kommen. Auch eine sogenannte Epiglottis, zu der es heute aber nur noch sehr selten kommt, führt zu Schwellungen und Atemnot sowie zusätzlich zu hohem Fieber. Eine schnelle ärztliche Hilfe ist in diesem Fall dringend erforderlich.

Diagnose

Trockener Hals
CC0

Für den Verdacht auf eine Laryngitis ist zunächst einmal die Schilderung der Beschwerden wichtig. Eine langanhaltende Heiserkeit kann jedoch auch andere Ursachen haben als eine Kehlkopfentzündung. Deshalb wird sich ein Arzt nicht allein mit Ihrer Krankengeschichte begnügen. Schon bei einem Blick in den Rachenraum mithilfe eines Holzspatels zeigt sich bei einer Kehlkopfentzündung eine gerötete Kehlkopfschleimhaut. Oft wird zusätzlich eine Kehlkopfspiegelung durchgeführt. Dazu dient ein Laryngoskop, das über den Mund oder – bei Kindern und Menschen mit starken Würgereizen – über die Nase eingeführt wird. Der Befund unterscheidet sich je nachdem, ob eine akute oder eine chronische Laryngitis vorliegt:

  • Akute Laryngitis: In diesem Fall sind die Stimmlippen sowie die Kehlkopfschleimhaut gerötet und geschwollen.
  • Chronische Laryngitis: Bei einer chronischen Laryngitis ist die Kehlkopfschleimhaut ebenfalls geschwollen und außerdem stark durchblutet. Zusätzlich zeigt sie pflastersteinartige weiße Veränderungen (Leukoplakien). Die trockene Form der chronischen Kehlkopfentzündung weist sich außerdem durch zähen Schleim und Trockenheit aus.

Besondere Formen der Kehlkopfentzündung wie eine Epiglottitis weisen sich durch spezielle Merkmale aus.

Symptome

Eine Laryngitis macht sich durch die teilweise starke Heiserkeit von Betroffenen auch nach außen hin bemerkbar. Symptome der akuten Form sind unter anderem:

  • Heiserkeit bis hin zum Verlust der Stimme
  • Husten
  • teils niedriges Fieber
  • starke Schwellungen am Kehlkopf führen, vor allem bei Kindern, in manchen Fällen zu Atemnot (Pseudo-Krupp)

Ist eine Laryngitis chronisch, äußert sich dies durch diese Symptome:

  • ebenfalls Heiserkeitssymptome bis hin zur Stimmlosigkeit
  • bei einer chronischen Laryngitis ist die Stimme oft tiefer als gewöhnlich
  • Räusperzwang und Gefühl von Trockenheit im Rachen
  • Husten
  • manchmal auch das Gefühl von einem Fremdkörper im Hals

Eine Epiglottis oder Kehldeckelentzündung äußert sich dagegen durch Atemnot, Schmerzen beim Schlucken und eine Rachenentzündung. Hinzu kommen starke Halsschmerzen und hohes Fieber sowie eine röchelnde Atmung. In diesem Fall ist sofortige ärztliche Hilfe dringend notwendig.

Behandlung

Eine akute Kehlkopfentzündung muss in jedem Fall behandelt werden, um zu vermeiden, dass sie chronisch wird. In den meisten Fällen genügen dabei aber einige einfache Maßnahmen.

Die wichtigste: Schonen Sie Ihre Stimme – je mehr desto besser. Am besten ist es, auf das Sprechen während einer Laryngitis soweit wie möglich völlig zu verzichten. Außerdem können bei einer Kehlkopfentzündung die folgenden Maßnahmen und Mittel zur Anwendung kommen:

  • entzündungshemmende und schleimlösende Medikamente
  • Inhalationen mit Dampf

Um eine chronische Laryngitis in den Griff zu bekommen, ist es zentral, den Auslöser zu identifizieren und diesen in Zukunft zu vermeiden. Je nachdem, ob es sich dabei um Nikotin oder auch Belastungen durch trockene Luft handelt, ist ein Aufhören mit dem Rauchen oder auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes erforderlich. Gegen die Refluxkrankheit helfen bestimmte Medikamente. Falls die Laryngitis auf ständiger Mundatmung aufgrund einer krummen Nasescheidewand beruht, kann Letztere im Rahmen einer Operation begradigt werden.

Vorsorge

Hals
Kristina Paukshtite auf Pexels

Einer akuten Kehlkopfentzündung lässt sich durch eine gezielte Stärkung des Immunsystems vorbeugen, also durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Erholung, Schlaf und Bewegung und Verzicht auf Rauchen oder übermäßigen Alkoholgenuss.

Der Verzicht auf das Rauchen trägt auch dazu, von einer chronischen Laryngitis verschont zu bleiben. Vermeiden Sie außerdem Schadstoffe oder tragen Sie entsprechende Masken, wenn Sie in Ihrem Beruf damit in Berührung kommen. Für Sänger oder auch Lehrer, die Ihre Stimme regelmäßig intensiv belasten, ist die richtige Stimmtechnik wichtig, um eine Kehlkopfentzündung zu vermeiden. Lassen Sie sich bei Bedarf von einem Logopäden darin unterrichten.

Fazit

Eine akute Kehlkopfentzündung ist unangenehm, aber im Regelfall kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig untersuchen lassen und Ihre Stimme schonen. Ist eine Kehlkopfentzündung chronisch, gestaltet sich die Behandlung schwieriger und die Risiken von Komplikationen sind höher. Beugen Sie deshalb so gut wie möglich vor. Gerade bei Sängern, aber auch bei anderen Berufen, die einen starken Einsatz der Stimme erfordern, ist eine Hilfestellung durch Logopäden in diesem Zusammenhang langfristig sinnvoll. So können Sie Ihren Kehlkopf entlasten und die Gefahren einer Entzündung senken.