Montag, Dezember 16, 2019

Krätze (Scabies)

Krätze (Scabies) – unser Ratgeber gegen Krätzmilben

Bei Krätze (Scabies) handelt es sich um eine Hautkrankheit, die mit einem starken Juckreiz verbunden ist. Sie wird häufig, aber nicht in allen Fällen durch Geschlechtsverkehr übertragen. Mit den richtigen Medikamenten werden Sie die Beschwerden meist schon in kurzer Zeit los. Allerdings sollte die Behandlung auch gleich bei Personen im näheren Umfeld angewendet werden, selbst wenn diese noch nicht unter den typischen Symptomen leiden. Denn Krätze zeichnet sich unter anderem durch eine hohe Ansteckungsgefahr aus.

Was ist Krätze – eine Definition

Der Name „Krätze“ deutet schon auf die Beschwerden hin, denen von der Krankheit Betroffene ausgesetzt sind. Durch den starken Juckreiz, den die Verursacher der Scabies, die Krätzmilben auslösen, fällt es Betroffenen schwer, auf ein „Kratzen“ zu verzichten. Zusätzlich zu diesen Beschwerden verändert sich auch das Hautbild bei Krätze an den betroffenen Stellen. Dies geschieht aber oft erst Wochen nach einem Befall. So wird ein Befall mit den Milben in vielen Fällen erst mit einer deutlichen Verzögerung entdeckt. Familienmitglieder, Lebenspartner oder Mitbewohner eines von Krätze Betroffenen sollten sich deshalb am besten gleich vorsorglich mitbehandeln lassen. Auf diese Weise kann der Befall mit den Krätzmilben unter Umständen verhindert werden.

Ursachen für Krätze – Parasiten bauen Gänge

Krätze
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Bei den Verursachern von Scabies handelt es sich um winzige Parasiten, die sogenannten Krätzmilben. Während die männlichen Milben nur kurze Zeit auf der Oberfläche der Haut überdauern, bilden die Weibchen kleine Gänge in der Haut und legen dort Eier ab. Sie sind in erster Linie für die Symptome bei Krätze verantwortlich. Betroffen sind vor allem Stellen mit einer dünnen Hornschicht.

Dazu gehören:

  • Genitalbereich
  • Zwischenräume zwischen den Fingern und den Zehen
  • Brust- und Achselbereich
  • Handgelenke
  • Bei Säuglingen außerdem die Innenflächen von Füßen und Händen und der Kopf
  • Bauchnabel

Krätze zeichnet sich durch eine schnelle Ausbreitung aus. Auf der anderen Seite macht sie sich in vielen Fällen erst nach einigen Wochen durch Symptome wie Juckreiz bemerkbar.

Diagnose – die Milbengänge sichtbar machen

Krätze
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In den meisten Fällen ist Krätze von einem Arzt leicht am äußeren Erscheinungsbild der Haut zu erkennen. Die Papeln bzw. Knötchen sind deutliche Indizien. Ein weiteres ist der starke Juckreiz, den die Milben auslösen. Zusätzlich gibt es weitere Möglichkeiten der Diagnose, vor allem wenn sich Scabies noch nicht so deutlich nach außen bemerkbar macht:

  • Dazu kann der Arzt eine Papel mit einem Skalpell öffnen und Material abschaben, das anschließend untersucht wird.
  • Eine andere Methode, die Milben nachzuweisen, stellt der sogenannte Tesafilmabriss dar. In diesem Fall wird eine Papel zunächst eingefettet und dann mit einem Klebestreifen versehen. Diesen entfernt der Arzt ruckartig und untersucht ihn dann auf die Verursacher von Krätze.
  • Bei der Tintenmethode wird wasserlösliche Tinte zur Hilfe genommen. Der Arzt trägt diese auf eine Papel auf und entfernt sie dann mit einem Tupfer. So werden die Gänge der Milben sichtbar.

Wie bereits angedeutet, genügen einem Arzt oft schon eine oberflächliche Untersuchung und eine Schilderung der Beschwerden (Juckreiz etc.), um eine Diagnose zu stellen.

Symptome der Scabies – Jucken und Hautausschlag

Sind Sie von Krätze betroffen, werden Sie von einem starken Juckreiz geplagt. Dieser ist vor allem nachts nur schwer zu ertragen. Weitere Symptome, die durch die Milben ausgelöst werden, sind die folgenden:

  • Die Haut an den betroffenen Stellen ist gerötet und weist Schuppen auf.
  • Es bilden sich Bläschen mit einem schwarzen Punkt in der Mitte.
  • Das Kratzen an den betroffenen Stellen führt zu Hautverletzungen, die wiederum von Bakterien befallen werden. So kommt es zu einem Eiterausschlag
  • Die Milbengänge sind häufig unter der Lupe als rötliche Linien erkennbar. Deren Ende ist leicht erhaben. Dort sitzt die Milbe.
  • Wie stark sich Krätze bemerkbar macht, hängt auch von der Form der Krankheit ab. Einige Sonderformen wie Borkenkrätze führen zu besonders starken Veränderungen des Hautbilds. Auch ein Ausschlag am ganzen Körper ist eine mögliche Folge von Krätze.

In der Regel vergehen etwa vier bis sechs Wochen zwischen einem Befall und dem Auftreten der genannten Symptome. Eine Ausnahme stellt eine Wiederbesiedelung durch die Parasiten dar. Hier verkürzt sich die Dauer auf ein bis zwei Tage. Auf einen Gang zum Arzt sollten Sie in keinem Fall verzichten. Von alleine werden Sie die Krankheit leider nicht los.

Therapie gegen Krätze – Arzneien und Maßnahmen zur Tötung der Milben

Mit den entsprechenden Mitteln kann Scabies in den allermeisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Gehen Sie aber nicht zu spät zum Arzt, andernfalls kann die Erkrankung chronisch ausfallen. In der Regel wird Ihnen ein Arzt entsprechende Wirkstoffe in Form von Cremes oder Salben verschreiben, die einmal oder auch über mehrere Tage hinweg auf die Haut aufgetragen werden.

Kinder sowie schwangere oder stillende Frauen müssen mit manchen dieser Präparate jedoch vorsichtig sein. Ziehen Sie in diesem Fall Ihren Arzt zurate. Ist die Haut an den betroffenen Stellen stark entzündet, kann es sein, dass Ihnen zusätzlich entzündungshemmende Mittel verschrieben werden.

Außerdem sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wenn Sie von Scabies betroffen sind:

  • Waschen Sie Bettwäsche und Kleidung.
  • Lüften Sie beides am besten über vier Tage hinweg. So lange können die Milben nicht überleben.

Außerdem ist es ratsam, dass sich Personen in Ihrem näheren Umfeld ebenfalls einer Behandlung unterziehen. Das gilt auch dann, wenn sie noch nicht unter Juckreiz oder anderen Symptomen von Scabies leiden. Eine Infektion mit Krätzmilben kann unter Umständen trotzdem bereits stattgefunden haben.

Vorsorge

Krätze wird vor allem dort übertragen, wo sich viele Menschen auf engem Raum befinden. Dazu gehören auch Kindergärten und Schulen. Der Aufenthalt an solchen Orten lässt sich schlecht vermeiden, Sie sollten sich aber bemühen, keinen Hautkontakt mit infizierten Personen zu haben. Eine Sonderform von Scabies, Scabies crustosa, kann sogar über Gegenstände übertragen werden. In diesem Fall ist ein Schutz nur schwer möglich. Obwohl ein Befall mit den Milben auf schlechte hygienische Verhältnisse hindeuten kann, ist eine mangelhafte Körperhygiene in vielen Fällen nicht der Grund für Krätze.

Fazit

Krätze hat in der jüngsten Vergangenheit zugenommen. Vor allem Symptome wie der starke Juckreiz machen die Krankheit zu einer sehr unangenehmen Erfahrung für die Betroffenen. Ohne ärztliche Behandlung besteht außerdem die Gefahr, dass Scabies chronisch wird. Wenn Sie Symptome, die auf Krätze hindeuten, bei sich entdecken, gehen Sie schnellstmöglich zu einem Arzt. Dasselbe gilt für Personen, mit denen Sie häufig Kontakt haben. Wenn Sie zudem Ihre Bettwäsche und Kleidung lüften, töten Sie die verbliebenen Krätzmilben. Mit der richtigen Behandlung gehören die Beschwerden bald der Vergangenheit an.