Donnerstag, September 19, 2019

Herzschwäche

Herzschwäche – Ursachen, Symptome, Therapie

Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzrhythmusstörungen – Viele Erkrankungen des Herzens oder dessen blutleitender Gefäße begünstigen sich gegenseitig. Ähnlich sieht es auch mit der sogenannten Herzschwäche (Herzinsuffizienz) aus. Sie tritt nicht selten als Folge einer bereits bestehenden Herzkrankheit auf und kann daher auch ein ernstzunehmender Hinweis darauf sein, dass das Herz in seiner Funktion beeinträchtigt ist. Selbst als Vorbote oder Folge von Herzinfarkt ist Herzinsuffizienz nicht auszuschließen, weshalb Sie auf entsprechende Symptome umgehend reagieren sollten.

Was ist eine Herzschwäche? – Einzelheiten zur Herzinsuffizienz

Wie der Name bereits vermuten lässt, liegt bei einer Herzschwäche eine Leistungsminderung des Herzens vor, welche den Bluttransport stark erschwert. Die Folgen einer Herzinsuffizienz sind demnach schwerwiegende Durchblutungsstörungen, welche für das Herz-Kreislauf-System auf Dauer tödlich enden können. Nicht auszuschließen sind darüber hinaus Symptome wie Atemnot, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Hauptauslöser für ein geschwächtes Herz ist in den meisten Fällen eine verminderte Pumpleistung des Herzmuskels (systolische Herzinsuffizienz). Doch auch mangelnde Elastizität der linken Herzhauptkammer (diastolische Herzinsuffizienz) kann den Bluttransport des Herzens beeinträchtigen. Je nach Zentrum und zeitlichem Entstehungsprozess der Herzschwäche wird dabei zwischen folgenden Erscheinungsformen unterschieden:

  • akute Herzinsuffizienz – die Herzschwäche ist auf kurzfristig entstehende Einflussfaktoren zurück zu führen und entwickelt sich binnen weniger Stunden oder Tage
  • chronische Herzinsuffizienz – die Herzschwäche weist eine Langzeitentwicklung auf und kam innerhalb mehrerer Monate oder Tage zustande
  • Linksherzinsuffizienz – die Herzschwäche betrifft die linke Herzhälfte
  • Rechtsherzinsuffizienz – die Herzschwäche betrifft die rechte Herzhälfte
  • globale Herzinsuffizienz – die Herzschwäche betrifft beide Herzhälften

Ursachen für Herzinsuffizienz

© Gina Sanders - Fotolia.com
© Gina Sanders – Fotolia.com

Bei bereits bestehenden Herz- oder Gefäßkrankheiten ist Herzschwäche in bis zu 90 Prozent der Fälle Bestandteil krankheitsbedingter Symptome sein. Allerdings gibt es daneben auch diverse Risikofaktoren, welche das Entstehen der Herzinsuffizienz begünstigen. Hier ein kleiner Überblick für Sie:

 

bestehende Herzkrankheiten: Die Liste möglicher Herzerkrankungen, die eine Herzschwäche zur Folge haben, ist lang. Zu ihnen zählen unter anderem Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler, koronare Herzkrankheiten, Myokarditis und Endokarditis. Sobald sich besagte Krankheiten auf den Pumpmechanismus des Herzens ausweiten, oder die Elastizität der Herzkammern beeinträchtigen, ist eine Herzinsuffizienz kaum mehr auszuschließen. Darüber hinaus begünstigen Herzkrankheiten in Kombination mit Herzschwäche einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt.

bestehende Gefäßkrankheiten: Erkrankungen der Blutgefäße können das Herz ebenfalls in seiner Pumpleistung stören. Allen voran sind es ein zu hoher Blutdruck und Arteriosklerose, die häufig zu Herzinsuffizienz führen. Ähnlich wie bei Herzkrankheiten droht auch hier ein Herzinfarkt, der nicht selten tödlich endet.

sonstige Krankheiten: Neben Herz- und Gefäßkrankheiten sind auch andere Gesundheitsbeeinträchtigungen als Ursache für eine Herzschwäche bekannt. So können beispielsweise Stoffwechselstörungen wie Diabetes eine Herzinsuffizienz begünstigen. Darüber hinaus sollten Sie bakterielle Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung oder Magen-Darm-Grippe als Auslöser für eine Herzschwäche nicht unterschätzen. Insbesondere, wenn die Krankheiten nicht vollständig ausgeheilt werden, bedeuten Sie eine große Gefahr für das Herz und dessen Funktionalität.

Nährstoffmangel: Vitamin D und Eisen sind für die Gesundheit des Herzens unerlässlich. Besteht in diesem Zusammenhang ein Nährstoffmangel, kann das Herz seine Funktionen nicht mehr korrekt oder nur unzureichend ausführen. Um einer Herzinsuffizienz vorzubeugen ist eine ausreichende Aufnahme von Vitaminen und Mineralien demzufolge äußerst wichtig.

schädliche Alltagsfaktoren: Nicht nur die Herzschwäche selbst, auch viele Krankheiten in deren Rahmen die verminderte Herzleistung auftreten kann, werden durch alltägliche Faktoren beeinflusst. Insbesondere eine fett- bzw. zuckerreiche Ernährung, Bewegungsmangel, Stress, Zigaretten- und Alkoholkonsum gelten als häufige Ursachen für Herzinsuffizienz. Ebenso können Übergewicht, Schlafstörungen und Burnout eine Herz- und Gefäßkrankheiten auslösen.

Traumata: Gelegentlich tritt Herzinsuffizienz nicht als Vorzeichen, sondern als Folge von Herzinfarkt auf. Da der Infarkt eine lebensgefährliche Überlastung des Herzens darstellt, kann die Herzleistung danach stark abfallen. Zu den traumatischen Ereignissen, die eine Herzschwäche befördern können, zählen zudem intensive Schockzustände und Gewalteinwirkungen, wie sie etwa bei einem Unfall auftreten.

 

Welche Symptome gehen mit einer Herzschwäche einher?

Herz
CC0

Je nachdem, wie weit die Herzinsuffizienz voran geschritten ist, können verschiedene Symptome mit der verminderten Pumpleistung einhergehen. Unterschieden wird diesbezüglich zwischen folgenden Stadien:

  • Stadium I – die Herzinsuffizienz verursacht noch keine Symptome
  • Stadium II – die Symptome treten unter starker körperlicher Anstrengung auf
  • Stadium III – die Symptome treten bereits bei leichter körperlicher Anstrengung auf
  • Stadium IV – die Symptome treten auch während körperlichen Ruhephasen auf

Sehr häufig klagen Betroffene bei Herzschwäche über Atemnot. Diese kann mit Husten einher gehen und nächtliche Atmungsstörungen auslösen, die zur sogenannten Cheyne-Stokes-Atmung führen. Letztere bezeichnet eine intervallartige Zu- und Abnahme der Atmung während des Schlafes. Des Weiteren ist in höheren Stadien der Herzinsuffizienz eine dauerhafte Brustenge in Verbindung mit Luftnot nicht auszuschließen. Auch sind hier zusätzliche Symptome denkbar, wie zum Beispiel:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • blasse Haut
  • hoher Blutdruck
  • Blutstaus in Organen und Organgewebe
  • brodelnde Atemgeräusche zusätzlich zur Atemnot
  • Funktionsstörungen der Organe Herzrhythmusstörungen
  • kalte Schweißausbrüche
  • Kreislaufprobleme
  • Ödeme im Bereich der Lunge, der Beine oder anderen Organen
  • unerklärliche Gewichtszunahme durch Ödeme
  • Unruhezustände und depressive Verstimmungen
  • verringerte Belastbarkeit

Diagnose und Therapie bei Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz
CC0

Wie die meisten Herzprobleme lässt sich auch Herzinsuffizienz am besten durch medizinische Untersuchungen bzw. bildgebende Verfahren erkennen. Dabei kann sowohl das Abhören von Herz und Lunge, als auch die Untersuchung des Herzens durch Echokardiografie, Röntgen oder Magnetresonanztests helfen. Das Horchen an der Lunge im Speziellen offenbart hierbei möglicherweise auffällige Rasselgeräusche, die möglicherweise ein Anzeichen für Atemnot oder Lungenödeme sind. Bluttests hingegen werden bei Herzschwäche üblicherweise nur dann angewandt, wenn eine Vorerkrankung (z.B. Arteriosklerose oder Diabetes) als Ursache für die Beschwerden vermutet wird.

Zur Erfassung von Risikofaktoren ist es ergänzend zu den medizinischen Untersuchungen hilfreich, den Patienten zu seinen Lebensumständen zu befragen. Gerade Stress im Alltag und andere persönliche Belastungen müssen Sie deshalb stets wahrheitsgetreu an den behandelnden Arzt übermitteln. Was geeignete Behandlungsmethoden anbelangt, so ist bei Herzschwäche meist eine kausale Therapie, also eine ursachenorientierte Behandlung notwendig.

 

medikamentöse Therapie: Sollte eine Vorerkrankung für die Herzinsuffizienz verantwortlich sein, empfiehlt sich deren Behandlung durch entsprechende Arzneimittel. So senken ACE-Hemmer und Betablocker zum Beispiel Bluthochdruck ab, wie er für manche Herzkrankheiten typisch ist. Ferner ist eine Regulierung von Herzrhythmusstörungen, sowie eine Verbesserung der Durchblutung durch entsprechende Präparate möglich.

Behebung von Risikofaktoren: Um das Herz bei Insuffizienz zu entlasten, gibt es diverse Optionen. Erfahrungsgemäß hilft eine Reduzierung von Übergewicht, Stress, Alkohol- und Nikotinkonsum sehr gut, um die Herzleistung wieder zu stabilisieren. Daneben sind Ernährungs- und moderate Bewegungstherapien effiziente Maßnahmen gegen Herzschwäche.

Operationen: Sind Herzklappenfehler oder tiefgreifende Gewebebeschädigungen für die Herzinsuffizienz verantwortlich, ist unter Umständen ein operativer Eingriff notwendig. Vom Einsatz eines Herzschrittmachers über die künstliche Weitung erkrankter Arterien bis hin zu Gefäß- und Organtransplantationen sind hierbei zahlreiche Operationsmethoden denkbar.

 

Nützliche Tipps im Umgang mit Herzinsuffizienz

  • extreme Höhenlagen und tropisches Klima könnten die Atemnot bei Herzschwäche intensivieren. Auch muss das Herz bei extremen Klimaverhältnissen eine höhere Leistung erbringen, was der Herzinsuffizienz nicht gerade zuträglich ist. Vermeiden Sie daher Urlaubsreisen in besonders heiße und feuchte Gebiete, sowie in Gebirgsregionen.
  • Ob eine Arteriosklerose begünstigende Ernährung, gefäßverengende Genussmittel oder für das Herz belastende Situationen – viele Risikofaktoren für Herzinsuffizienz lassen sich im Vorfeld durch entsprechende Alltagsgestaltung vermeiden. Achten Sie deshalb auf eine gesunde Lebensführung und nehmen Sie ausreichend herzstärkendes Vitamin D und Eisen zu sich. Gleichzeitig senken Sie mit Ihrem Blutdruck zusätzlich einen Risikofaktor.
  • Für eine gute Herzleistung ist Ausdauertraining sehr wichtig. Zur Prävention gegen Herzschwäche sollten Sie deshalb nach Möglichkeit mehrmals die Woche sportliche Einheiten in Ihren Alltag mit einbauen. Vor allem Personen, die sitzgebundenen Berufstätigkeiten (z.B. Büroarbeit) nachgehen, ist regelmäßige Bewegung dringend angeraten, um Herzkrankheiten zu vermeiden.
  • Sofern die Herzinsuffizienz als Folge eines Herzinfarkts entstanden ist, bedarf das Herz besonderer Schonung. Durch Aufregung oder eine ungesunde Ernährung riskieren Sie ansonsten einen tödlichen Folgeinfarkt. In Sachen Sport ist hier moderate Anstrengung empfehlenswert, um den Herzmuskel nicht überzustrapazieren.

Fazit

Herzinsuffizienz deutet meistens auf bestehende Gesundheitsprobleme im Bereich des Herzens bzw. der Herzgefäße hin, von denen sich viele im Vorfeld durch gesunde Lebensführung vermeiden lassen. Wichtig ist besagte Prävention vor allem mit Blick auf einen möglichen Herzinfarkt. Dieser kann nicht nur Folge, sondern auch Ursache einer Herzschwäche sein und sollte deshalb so gut es geht in seiner Entstehung aufgehalten werden. Denken Sie also stets daran, dass Ihr Herz in Sachen Ernährung und Lebensweise besondere Bedürfnisse hat, welche dringend erfüllt werden müssen, damit der pumpende Motor Ihres Körpers Beschwerdefrei bleibt.