Mittwoch, Oktober 17, 2018

Hepatitis A

Hepatitis A – Ursachen, Symptome, Therapie

Hepatitis A ist eine akute Leberentzündung. Sie gehört zu den Infektionskrankheiten, die vor allem durch mangelhafte hygienische Verhältnisse hervorgerufen werden. Der verantwortliche Erreger, das Hepatitis-A-Virus, kommt unter anderem in verseuchtem Trinkwasser oder kontaminierten Lebensmitteln vor. Deshalb sind oft Reisende aus Industrienationen von Hepatitis A betroffen, die ihren Urlaub zum Beispiel in tropischen Gebieten oder Mittelmeerländern verbringen und sich keiner Impfung unterzogen haben.

Eine Infektion mit Hepatitis A muss gemeldet werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Das liegt wohl maßgeblich daran, dass die Krankheit in vielen Fällen problemlos und nur mit leichten Symptomen verläuft, sodass eine Infektion oft gar nicht erkannt wird. In unserem Krankheitsratgeber können Sie nun umfassende Informationen zu Hepatitis-A-Viren nachlesen und erfahren, was Sie im Zuge einer Infektion tun sollten.

Was ist Hepatitis A

Hepatitis A gehört zu den eher ungefährlichen Hepatitis-Varianten. Sie kann sich durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Appetitverlust sowie durch eine von der Leberentzündung hervorgerufene Gelbsucht äußern. In Ländern mit weit entwickelten hygienischen Standards kommt Hepatitis A wie viele andere Infektionskrankheiten heute nur noch selten vor. Dadurch sind aber auch nur wenige Menschen aus Industrienationen ohne Impfung immun gegen den Erreger. Besonders vor Reisen in Gebiete wie Südamerika, Asien oder Afrika ist deshalb eine Impfung anzuraten. Allerdings kann auch in europäischen Regionen ein Risiko bestehen. So verzeichnete das RKI 2013 eine Häufung von Hepatitis-A-Infektionen bei Reiserückkehrern aus Italien.

Im Regelfall verläuft Hepatitis A ohne größere Komplikationen und klingt von alleine wieder ab. Betroffene müssen nur selten im Krankenhaus behandelt werden. Allerdings gehört die Krankheit zu den meldepflichtigen Infektionserkrankungen. Das heißt der behandelnde Arzt muss schon einen Verdacht auf Hepatitis A den betreffenden Gesundheitsämtern melden, die diese Information dann an das RKI weiterleiten. Auch sollten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Ursachen

© designua - Fotolia.com
© designua – Fotolia.com

Hepatitis-A-Viren gehören zu den Infektionskrankheiten, die vor allem fäkal-oral übertragen werden, das bedeutet durch direkten Kontakt mit Personen oder über mit Fäkalien verseuchte Lebensmittel oder Trinkwasser. Besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang:

  • Schalentiere aus kontaminierten Gewässern
  • Nicht ausreichend gekochte Muscheln
  • Gemüse, das mit Fäkalien gedüngt wurde

Das RKI kam außerdem bei Untersuchungen in der Vergangenheit zum Schluss, dass auch sexueller Kontakt zu einer Infektion führen kann. Grundsätzlich möglich, aber äußerst selten ist eine Übertragung durch Blut.

Das Hepatitis-A-Virus ist außergewöhnlich widerstandsfähig. Es ist resistent gegen Hitze und Kälte und trotzt herkömmlicher Seife. Da infizierte Personen die Viren schon ein oder zwei Wochen vor dem Auftreten von Symptomen ausscheiden, besteht oft unerkannt Ansteckungsgefahr. Haben Sie die Infektion einmal hinter sich, benötigen Sie keine Impfung mehr. Sie sind dann für den Rest Ihres Lebens immun. Auch darin gleicht Hepatitis A vielen anderen Infektionskrankheiten.

Die Ursachen für Hepatitis A noch einmal im Überblik

  • Kontaminierte Lebensmittel wie Muscheln und Schalentiere sowie verunreinigtes Trinkwasser
  • Direkter Kontakt – auch im Rahmen von Geschlechtsverkehr
  • Übertragung durch Blut

Diagnose

Typisch für Infektionskrankheiten mit einer Leberentzündung wie Hepatitis A ist eine Gelbsucht. Dabei färben sich Haut und Augen gelblich, der Stuhl hell und der Urin dunkel. Dies genügt allerdings noch nicht, um die spezielle Ursache der Symptome festzustellen. Um Hepatitis A zu diagnostizieren, wird das Blut des Betroffenen untersucht. Erhöhte Leberwerte sind Anzeichen für eine Leberentzündung. Außerdem lassen sich bei Hepatitis A spezifische Antikörper gegen den Erreger nachweisen.

Symptome von Hepatitis A

© Levi Lenaerts - Fotolia.com
© Levi Lenaerts – Fotolia.com

Abgesehen von der Gelbsucht fallen die Symptome von Hepatitis A oft unspezifisch aus. Teilweise treten sogar gar keine auf, besonders bei Kindern. Dann verläuft die Erkrankung im Regelfall vollkommen unbemerkt. Andernfalls können in vielen Fällen zwei Phasen unterschieden werden:

  1. In der ersten Phase sind folgende Symptome möglich:

    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Appetitlosigkeit
    • Müdigkeit
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    • Kopfschmerzen
    • Leichter Temperaturanstieg.

  2. Nach etwa einer Woche kann es zu der bereits erwähnten Gelbsucht kommen:

    • Augen und Haut färben sich gelblich
    • Der Urin ist dunkler und der Stuhl heller als sonst

Ein chronischer Verlauf tritt bei Hepatitis A nicht auf, im Regelfall verläuft die Erkrankung mild. Allerdings sind gerade bei älteren Betroffenen und Personen mit Vorschädigungen der Leber schwerere Verläufe möglich. Dann kann auch eine Behandlung der Infektion im Krankenhaus erforderlich werden.

Therapie

© Dan Race - Fotolia.com
© Dan Race – Fotolia.com

Eine spezielle Therapie bei Hepatitis A gibt es nicht. Nur die Symptome können behandelt werden, indem Sie zum Beispiel Medikamente gegen Durchfall oder Schmerzen einnehmen. Bettruhe ist förderlich, aber laut dem RKI nicht in jedem Fall notwendig. Sie sollten allerdings unbedingt Ihre Leber entlasten, indem Sie möglichst fettarm und kohlenhydratreich essen. Besonders wichtig ist der Verzicht auf den Konsum von Alkohol und anderen leberschädigenden Substanzen. Darunter können auch bestimmte Medikamente fallen. Eine strenge Diät ist dagegen nicht erforderlich.

Nur selten müssen von Hepatitis A Betroffene ins Krankenhaus eingeliefert werden. Um die Ansteckungsgefahr für Familienmitglieder ohne Impfung zu minimieren, sollten Sie wie bei anderen Infektionskrankheiten auch auf eine möglichst gute Hygiene achten. Dazu gehört vor allem eine Desinfektion von Händen, Waschbecken oder auch Toilette. Solange eine Ansteckungsgefahr vermutet wird, sollten Sie möglichst zu Hause bleiben. Das gilt besonders für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Pflegeeinrichtungen arbeiten.

Vorsorge

Die beste Vorsorge vor Hepatitis A ist eine Impfung. Diese wird als Einzelimpfung oder als Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B oder Hepatitis A und Typhus angeboten. Für einige Personengruppen ist eine Impfung gegen Hepatitis A besonders wichtig. Dazu gehören unter anderem Urlauber, die eine Reise in gefährdete Regionen antreten, Kanalarbeiter oder Personen, die unter einer chronischen Lebererkrankung leiden.

Aber auch Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen, vor allem medizinischen Einrichtungen oder Kindertagesstätten arbeiten, sollten auf eine Impfung nicht verzichten. Im Anschluss sind Sie für mindestens zwölf Jahre immun gegen den Erreger.

Ansonsten bleibt als Alternative nur, bei der Ernährung darauf zu achten, was Sie essen. Nicht durchgekochte Muscheln sollten Sie meiden und bei Schalentieren alle wichtigen Faktoren in Bezug auf Frische kontrollieren. Auf diese Weise schränken Sie das Risiko für eine Infektion mit Hepatitis-A-Viren zumindest ein.

Fazit

Hepatitis A gehört zu den weniger gefährlichen Infektionskrankheiten. Besonders bei Kindern verläuft die Krankheit in vielen Fällen sogar unbemerkt. Auch wenn Symptome wie Gelbsucht auftreten, genügt es im Regelfall, die Leber zu schonen und eventuell Medikamente einzunehmen, die die Symptome selbst lindern. Eine chronische Hepatitis A gibt es nicht und waren Sie einmal von der Krankheit betroffen, sind Sie gegen den Erreger immun. Allerdings ist eine Impfung sinnvoll, vor allem wenn Sie in Gebiete mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen fahren. Auch Menschen die in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten oder auf andere Art viel mit Menschen in Kontakt kommen, sollten die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten wie Hepatitis A nicht unterschätzen.