Donnerstag, September 19, 2019

Angina Pectoris

Angina Pectoris – Informationen zur Herzenge

Menschen, die mit einer Angina Pectoris zu kämpfen haben, leiden unter einer im Herzmuskel lokalisierten Störung der Durchblutung. Aufgrund verengte Herzkranzgefäße kommt es hier zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff. Blut- und Sauerstoffmangel gehen dabei mit Schmerzen einher, die von vielen Patienten mit einem beengenden Gefühl in der Brust in Verbindung gebracht werden. Aufgrund der Empfindung ist bei einer Angina Pectoris auch von Herzenge die Rede.

Die Folgen des Herzleidens sind weitreichend und können bei Nichtbehandlung zum Herzinfarkt bzw. Herzstillstand und somit zum vorzeitigen Tod führen. Betroffen sind von der Erkrankung gut 30 % der Männer und 15 % der Frauen. Speziell bei Frauen steigt die Gefahr einer Erkrankung in den Wechseljahren, weshalb die männliche und weibliche Erkrankungsrate sich im Alter nahezu ausgleicht.

Ursachen

Eine Arterienverkalkung ist in vielen Fällen das Spiegelbild einer ungesunden Lebensweise. Meist sind es Fettablagerungen in der Gefäßwand, verursacht durch eine falsche Ernährung, die zu einer Verengung oder einem vollkommenen Verschluss der Gefäße führen. In Kombination mit Calcium, welches sich nach einiger Zeit ebenfalls in den Gefäßengpässen ablagert, entsteht aus den Fettrückständen eine zähflüssige Substanz, genannt Plaques. Diese beschädigt die Gefäße und hindert sie im Falle großer, körperlicher Anstrengung am Ausdehnen. Selbst die geringste Anstrengung wird so zur mühevollen Tätigkeit und bedeutet eine große Belastung für das Herz. Neben der Ernährung oder als Folge eben dieser spielen für die Herzenge aber noch weitere Faktoren eine Rolle:

Körperliche und seelische Belastung: Stress und dauerhafte Anspannung, kann ebenfalls dazu führen, dass Gefäße sich dauerhaft verengen. Bestes Beispiel hierfür ist Nikotin, welches den Körper in eine künstliche Stresssituation versetzt und so nachgewiesenermaßen zu einer Gefäßverengung führt. Daneben begünstigt ein Stressreiches Leben die Gefahr weiterer Herzprobleme, die in Verbindung mit Durchblutungsstörungen stehen.

Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte: Ein hoher Blutdruck muss nicht immer in einer falschen Ernährung begründet liegen. Ähnlich wie zu hohe Cholesterinwerte kann er auch erblich bedingt sein. Nichts desto trotz beeinflussen Nahrungsmittel gerade bei genetisch bedingten Neigungen zu erhöhten Blutdruck- und Cholesterinwerten zusätzlich das Risiko einer Herzenge.

Diabetes und Thrombosen: Leiden Personen unter einer oder beiden Erkrankungen bzw. deren Vorstufen, ist die Gefahr für eine Angina pectoris ebenfalls sehr groß, da hier bereits veränderte Blutwerte und Gefäßleiden vorliegen ihre Vorstufen

Genetische Veranlagung: Insbesondere Familienangehörige ersten Grades sind in Bezug auf Herzerkrankungen sogenannte Risikopatienten. Rechtzeitige Vorsorgeuntersuchungen sind hier deshalb von großer Bedeutung.

Symptome

Was die Merkmale und somit auch die Erkennung einer Herzenge anbelangt, so muss zwischen stummer, stabiler und instabiler Angina pectoris unterschieden werden. Während die stumme Herzenge nur wenige bzw. harmlose Begleiterscheinungen aufweist (z.B. leichtes Druckgefühl), sind die Symptome einer stabilen Herzenge schon deutlicher zu erkennen und treten meist bei starker, körperlicher Belastung auf. Noch eindeutiger sind die Anzeichen bei einer instabilen Angina pectoris. Hier treten die Symptome unkontrolliert und in schnell zunehmender Häufigkeit auf. Die Schmerzen können sowohl bei der stabilen, als auch der instabilen Herzenge vom Kopf bis zu den Fingerspitzen den gesamten Oberkörper erfassen und bis zu 15 Minuten anhalten.

Weitere Symptome sind:

  • Angstattacken
  • beengendes oder drückendes Gefühl im Brustkorb
  • Brennen im Bereich des Brustbeins
  • Herzinfarkt
  • Herzrhythmusstörungen
  • hoher Puls
  • Schweißausbrüche

Behandlung

Grippe
CC0

Weil eine ganzheitliche Therapie der Herzenge sowohl akute Anfälle, als auch die Krankheit an sich behandeln muss, gliedert sich das medizinische Vorgehen in verschiedene Behandlungsbereiche

Operative Behandlung: Die Angioplastie bezeichnet im Allgemeinen Verfahren, die dazu dienen, die Blutgefäße zu erweitern. Zu einem der üblichen Methoden gehört dabei die Ballondilatation. Durch einen operativen Eingriff werden hier ballonartige Katheter in das betroffene Gefäß eingesetzt und durch Druck langsam aufgebläht. Steht durch die Herzenge das Leben des Patienten auf dem Spiel, erwägen Ärzte oftmals auch eine Herzkranzgefäßoperation, bei welcher mittels einer Bypassoperation Gefäße aus anderen Regionen des Körpers verpflanzt werden, um eine Umgehung der beschädigten Herzkrankgefäße herz zu stellen. Das zu verpflanzende Umgehungsgefäß dient dabei als direkte Verbindung zwischen der Aorta und einer Gefäßstelle vor der Verengung verwendet. Die Operation kann in besonders bedrohlichen Fällen Leben retten, allerdings muss sich der Patient danach auf einen strikten Ernährungsplan, sowie die lebenslängliche Einnahme von Medikamenten einstellen, um eine erneute Gefäßverengung zu vermeiden.

Medikamentöse Behandlung: Für akute Anfälle wird während der Therapie auf Nitroglyzerin basierte Medikamente gesetzt. In Form von Sprays oder Kapseln müssen die Nitrate nur im Mund zerkaut werden und wirken durch den schnellen Transport über die Mundschleimhäute in zum Herzen schon nach kurzer Zeit. Darüber hinaus werden nach einer Gefäßoperation für gewöhnlich Blutdrucksenkungs- und Blutverdünnungsmittel eingesetzt.

Ursachenorientierte Behandlung: Bedenkt man die Gründe für eine Arterienverkalkung, so erscheint eine Reduzierung der Risikofaktoren für eine erfolgreiche Behandlung unerlässlich. Sowohl Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung und gesünderen Ernährung, als auch die Vermeidung von Stress und Schadstoffen, wie etwa Nikotin, sind deshalb fester Bestandteil einer Angina-Pectoris-Therapie. Auch spezielle Bewegungstherapien, welche auf die Belastbarkeit des Patienten abgestimmt sein müssen, können zur Behandlung hinzu kommen.

Vorsorge und Prävention

Damit eine Behandlung rechtzeitig erfolgen bzw. einem weiteren Voranschreiten der Erkrankung vorgebeugt werden kann, sollten bereits die möglichen Vorstufen zu einer koronaren Herzkrankheit sehr früh erkannt werden. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb sehr wichtig. Weitere Präventionsmaßnahmen ähneln der ursachenorientierten Behandlung.

  • Um Herzproblemen vorzubeugen, sollten Sie sich ausgewogen und rohkostorientiert ernähren. Extrem fettreiche, sowie zucker- und koffeinhaltige Nahrungsmittel und Getränke sind zu meiden. Auch die Verwendung von Kochsalzen muss auf ein moderates Maß reduziert werden. Für das Herz wichtige Nährstoffe, wie Magnesium und Kalium sollten Sie hingegen vermehrt zu sich nehmen.
  • Regelmäßig praktizierter Sport ist nicht nur gut für die Figur, er fördert auch die Durchblutung. Bewegen Sie sich daher ausreichend, um Durchblutungsstörungen vorzubeugen. Ebenso eignen sich Kneipkuren zur Anregung des Blutkreislaufes.
  • Schränken Sie Ihren Nikotinkonsum ein, damit Ihre Gefäße keiner künstlichen Verengung ausgesetzt sind. Auch der Rest Ihres Körpers wird es begrüßen, wenn Sie ihn mit Zigaretten verschonen.
  • Wie viele Krankheiten wird auch die Herzenge durch psychosomatische und psychosoziale Faktoren begünstigt. Vermeiden Sie deshalb stressreiche Situationen und achten sie auf ihre seelische Balance.