Dienstag, Oktober 4, 2022

Analfissur

Analfissur – Ursachen, Symptome, Therapie

Eine Analfissur, auch Afterriss genannt, ist ein Einriss in der Schleimhaut des sogenannten Analkanals. Dabei handelt es sich um den Abschluss des Enddarms. Dieser Einriss kann verschiedene Ursachen haben und verursacht vor allem Symptome wie starke Schmerzen beim Stuhlgang, die teilweise auch noch für eine lange Zeit im Anschluss anhalten. In der Regel lässt sich eine Analfissur aber im Rahmen einer geeigneten Therapie gut behandeln.

Was ist eine Analfissur?

Eine Analfissur gehört wie Hämorrhoiden zu Erkrankungen des Enddarms. Sie kann verschiedene Ursachen haben, ihre Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt. Von einer primären Analfissur spricht man, handelt es sich um eine eigenständige Erkrankung, die sekundäre Analfissur tritt dagegen als Folge einer Grunderkrankung wie beispielsweise Morbus Krohn oder auch einer Krebserkrankung auf. Heilt eine akute primäre Analfissur nicht ab, kann sie chronisch werden. Dann ist unter Umständen eine Therapie durch eine Operation notwendig. Ein akuter Afterriss lässt sich dagegen meist problemlos mit Mitteln wie Salben, Zäpfchen und einer Regulation des Stuhlgangs beheben.

Die zentralen Symptome bei einer Analfissur sind starke Schmerzen beim Stuhlgang. Dazu können auch Symptome kommen, die denen bei Hämorrhoiden ähneln, wie ein Jucken und Nässen. Einer primären Analfissur können Sie in bestimmten Grenzen vorbeugen, zum Beispiel durch eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung.

Ursachen

Welche Ursachen genau für die Entstehung einer Analfissur verantwortlich sind, ist noch nicht vollständig geklärt. Die folgenden können aber wohl Verursacher sein oder zumindest zur Entstehung eines Afterrisses beitragen:

  • Starkes Pressen beim Stuhlgang – zum Beispiel im Rahmen einer chronischen Verstopfung -, aber auch anhaltender Durchfall
  • Besonders harter Stuhl, auch aufgrund einer ballaststoffarmen Ernährung und wenig Flüssigkeitszufuhr
  • Hämorrhoiden
  • Analverkehr oder das Einführen von Gegenständen in den After
  • Entzündung des Enddarms

Bei einer sekundären Analfissur ist der Afterriss die Begleiterscheinung einer Grunderkrankung, beispielsweise:

  • Morbus Krohn
  • Colitis Ulzerosa
  • Infektionskrankheiten wie Syphilis oder auch HIV
  • Krebserkrankungen

Von einer chronischen Analfissur ist in der Regel die Rede, wenn diese länger als etwa acht Wochen besteht. Dann steigt die Gefahr von Komplikationen und es kann eine Operation zur Therapie notwendig werden.

Diagnose

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CC0

Wenn Sie Schmerzen beim Stuhlgang haben und zu Ihrem Hausarzt gehen, wird dieser Sie wahrscheinlich an einen Spezialisten, einen Proktologen verweisen. Dieser wird nach einer Schilderung der Symptome den äußeren Analbereich untersuchen. In vielen Fällen genügt dies bereits für eine Diagnose. Vor einem Abtasten der inneren Schleimhaut erfolgt eine Betäubung des Analbereichs, da die Untersuchung sonst mit starken Schmerzen verbunden ist.

Eine Enddarm-Spiegelung, die sogenannte Proktoskopie, geschieht unter Narkose. Möglicherweise entnimmt der Arzt außerdem eine Gewebeprobe, sieht die Analfissur auffällig aus. Zudem können zusätzliche Untersuchungen wie eine Computertomographie oder auch eine Darmspiegelung notwendig werden, um andere Erkrankungen auszuschließen, und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Symptome

Im Vordergrund bei einer Analfissur stehen starke Schmerzen, die in Verbindung mit dem Stuhlgang auftreten, manchmal auch noch Stunden danach. Außerdem entdecken Sie womöglich helles Blut am Toilettenpapier. Dies kann aber auch auf Hämorrhoiden hindeuten. Weitere mögliche Symptome einer Analfissur sind:

  • Teils starkes Nässen der betroffenen Stelle
  • Juckreiz

Bei einer chronischen Analfissur lassen die Beschwerden zwischenzeitlich immer wieder nach. Außerdem bildet sich eine Verdickung an der betroffenen Stelle, die als Vorpostenfalte bezeichnet wird.

Oft entsteht bei einer Analfissur ein Teufelskreis, der durch die starken Schmerzen hervorgerufen wird. Denn durch diese verspannt sich der Schließmuskel, was letztendlich die Heilung verzögert. Außerdem reagieren manche Betroffenen mit der Einnahme von Abführmittel. Auch dadurch bzw. durch den so ausgelösten häufigen Stuhlgang wird die betroffene Stelle noch zusätzlich gereizt. Ähnliches gilt, wenn Sie aufgrund von Angst vor Schmerzen einen Stuhlgang möglichst vermeiden und es so zu einer Verstopfung kommt. Im Rahmen einer Therapie wird deshalb auch darauf geachtet, diesen Teufelskreis möglichst zu durchbrechen.

Therapie

Die Therapie einer akuten Analfissur beschränkt sich im Regelfall auf verschiedene Medikamente, die Sie durch eigen Maßnahmen unterstützen können:

  • Salben oder Zäpfchen (vor allem sogenannten Analtampons) lindern den Schmerz und wirken zudem abschwellend.
  • Um den Schmerzkreislauf erstmalig zu unterbrechen, spritzt der Arzt unter Umständen ein Betäubungsmittel in den Bereich der Analfissur.
  • Wichtig ist, dass Sie bei einer Analfissur ausreichend trinken und auf eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen achten. Bewegung wirkt sich ebenfalls positiv aus.
  • Warme Sitzbäder entspannen den Schließmuskel. Auf diese Art lässt sich einer Verstopfung vorbeugen.
  • Außerdem können Sie mehrmals am Tag sogenannte Analdehner verwenden, um die Therapie zu unterstützen. Mit diesen lässt sich der Schließmuskel dehnen und einer zu starken Anspannung der Muskeln vorbeugen.

Verzichten Sie bei Verdacht auf eine Analfissur nicht auf den Gang zum Arzt. Wird eine akute Analfissur nicht ausreichend behandelt, kann sie chronisch werden. Dann ist unter Umständen eine Operation notwendig, um die Symptome zu beseitigen. Auch Analfisteln oder ein Analabszess sind mögliche Komplikationen. Bei einem Abszess ist eine sofortige Operation unumgänglich.

Außerdem können Symptome wie Blut im Stuhl und Schmerzen beim Stuhlgang auch durch noch ernstere Erkrankungen als eine Analfissur hervorgerufen werden. Auch deshalb sollten Sie auf eine ärztliche Untersuchung nicht verzichten. Eine operative Entfernung einer Fissur zieht nur sehr selten Komplikationen nach sich.

Vorsorge

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einem harten Stuhl und damit einer Analfissur vorzusorgen. Dazu gehören die folgenden:

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich und trinken Sie ausreichend.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung.

Analsex sollte möglichst vorsichtig und unter Anwendung von Gleitgel ausgeführt werden.

Fazit

Eine Analfissur ist sehr unangenehm und teils mit starken Schmerzen verbunden, aber im Regelfall nach einer kurzen Therapie bereits überwunden. Nehmen Sie die typischen Symptome, die auch auf Hämorrhoiden hindeuten können, bei sich wahr, sollten Sie aber in jedem Fall bald zu einem Arzt gehen, um schwerwiegende Erkrankungen ausschließen und eine Therapie einleiten zu können.

Beachten Sie: Eine länger bestehende Analfissur kann chronisch werden. Dann steigt die Gefahr von Komplikationen und Sie müssen unter Umständen mit einer Operation rechnen.