Wespenstich – was tun? – Symptome und Behandlungstipps

Quelle: © RioPatuca Images – Fotolia.com

Sommerzeit ist Wespenstichzeit. An die 3000 Wespenstiche werden hier pro Jahr durch die angriffslustigen Insekten gezählt, deren Vorliebe für Süßes gerade in der Eis- und Fruchtsaison zum Verhängnis werden kann. Denn Wespen gelten nicht ohne Grund als gefährlich. Jährlich enden etwa 40 Wespenstiche tödlich, was vor allem an den schweren allergischen Reaktionen liegt, die so ein Stich hervorrufen kann. Doch wie lässt sich schlimmen Verläufen durch geeignete Hausmittel und Gegenmaßnahmen vorbeugen. Wir geben Ihnen ein paar nützliche Tipps, wie Sie einen Stich behandeln können.

Symptome bei Wespenstich

Wespen horten sich leider mit Vorliebe dort, wo wir sie überhaupt nicht gerne sehen. Ihre Nester bauen sie gerne unter Hausdächern, was nicht selten den Kammerjäger zur Schädlingsbekämpfung auf den Plan ruft. Mehr noch, ernähren sich die Insekten bevorzugt von zuckerhaltigen Substanzen, den Sie in unseren süßen Backwaren, Eiskugeln, Früchten, Säften und Softdrinks recht schnell ausmachen. In ganzen Horden sieht man die gelb-schwarzen Kampfinsekten manchmal auf einem Stück Kuchen sitzen. Wer den Wespen hier zu nahe kommt, der fängt sich im Handumdrehen einen Wespenstich ein.

Und hier beginnt die Gefahr. Denn das Giftsekret der Wespe, das beim Stich in den Körper injiziert wird, gilt als hochaggressiv und versetzt das Immunsystem in höchste Alarmbereitschaft. Giftstoffe wie Melittin, Hyaluronidase und Phosphliapase, provozieren eine heftige Abwehrreaktion im Körper, welche die vermehrte Ausschüttung von Antikörpern zur Folge hat. Entsprechende Abwehrreaktionen zeigen sich beim Wespenstich vor allem durch folgende Symptome an der Einstichstelle:

  • starke Schmerzen
  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Hautausschlag

Gefahren und Komplikationen bei einem Wespenstich

Quelle: © M.Dörr & M.Frommherz – Fotolia.com

Das Risiko einer allergischen Reaktion wird mit jedem weiteren Wespenstich größer, weil die Immunabwehr nach und nach immer sensibler auf das Gift reagiert. Es kommt zu immer stärkeren Ausschüttungen von Antikörpern sowie einem Anstieg des Gewebshormons Histamin, das für die Entstehung allergischer Reaktionen verantwortlich ist.

Besonders gefährlich ist dies für etwa 25 Prozent der Bevölkerung, die von Haus aus unter einer Allergie gegen Wespen leiden. Gerade exzessive Atemnot und Kreislaufbeschwerden können in solchen Fällen lebensgefährliche Ausmaße annehmen. Hinzu kommt die Gefahr eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks, der bei Allergikern recht schnell durch das Gift einer Wespe ausgelöst werden kann. Deutliche Anzeichen eines solchen Schocks sind:

  • Schwindel
  • Fieber
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Nervenzittern
  • Kreislaufbeschwerden
  • Übelkeit und Erbrechen
Achtung: Eine weitere Komplikation bilden beim Wespenstich besondere Einstichstellen wie der Halsbereich. Die durch den Stich einer Wespe provozierte Atemnot wird hier ggf. durch starke Schwellungen im Bereich der Luftröhre verschlimmert. Auch hier befinden sich Patienten in akuter Lebensgefahr.

Tipps zur Behandlung – Hausmittel und Notfallmaßnahmen bei Wespenstich

Quelle: © Marina Lohrbach – Fotolia.com

Je nachdem, wie heftig die Immunreaktion bei einem Wespenstich ausfällt, bieten sich verschiedene Methoden zur Behandlung an. Hausmittel können im Normalfall helfen. Allergiker sollten im Sommer dagegen immer ein Notfall-Kit mit sich führen. Nachstehend die wichtigsten Sofortmaßnahmen im Überblick:

  • Hitze und Kühlen: Ein Wespenstich, wie auch Insektenstiche im Allgemeinen, reagieren gut auf eine gezielte Temperaturbehandlung. Erwärmen Sie die Einstichstelle zunächst kurz auf bis zu 50 °C, etwa indem Sie diese mit heißem Wasser übergießen oder einen heißen Löffel darauflegen. Die Hitzezufuhr zerstört das Eiweiß des Wespengiftes, wodurch es an Wirkung verliert. Danach kühlen Sie die Einstichstelle stark herunter – zum Beispiel mit Eiswürfeln oder einem mit eiskaltem Wasser getränkten Tuch. Der Temperaturwechsel durch das Kühlen reduziert Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen.
  • Kräuter und Naturextrakte: Alternative Hausmittel bei einem Wespenstich sind zum Beispiel von Zwiebel- und Zitronensaft gestellt. Sie haben eine hemmende Wirkung auf Entzündungen und lindern zeitgleich auch die durch den Stich verursachte Schwellung. Ähnlich wirkungsvoll sollen Hausmittel wie Aloe Vera, Basilikum, Heilerde, Honig, Kapuzinerkresse, Kohlblätter, Lavendel, Salbei und Spitzwegerich sollen helfen. Die Hausmittel können für einen kühlenden Umschlag, als Salbenzusatz oder für Kräuterwaschungen verwendet werden. Auch Essigwickel sollen als Hausmittel gut gegen Wespenstiche wirken.
  • Salben und Sprays für Wespen- und Insektenstiche: Menschen, die nachweislich an einer Allergie gegen Wespen leiden, sollten im Sommer als Notfallset immer eine Wespensalbe oder ein Wespenspray mit sich zu führen. Beispiele wären hier die Präparate von Wespex. Doch auch gewöhnliche Gels gegen Wespen- und Insektenstiche wie Fenistil bieten bei einem Wespenstich gute Hilfe.
  • Medikamente: Ebenfalls wichtig bei allergischen Reaktionen auf einen Wespenstich sind Präparate, die Adrenalin oder Antihistaminika enthalten. Diese sollten von Allergikern sofort eingenommen werden, wenn Sie von einer Wespe gestochen wurden. Sind keine geeigneten Arzneimittel zur Hand, hat im Falle allergischer Reaktionen der Notarzt oberste Priorität. Abzuwarten, bis die Symptome lebensgefährliche Ausmaße annehmen, ist hier definitiv nicht ratsam.
  • Nachbehandlung: Inzwischen gibt es für Personen, die beim Stich einer Wespe allergische Reaktionen zeigen spezielle Immuntherapien. Hierbei wird dem Patienten eine über den Zeitraum von etwa immer wieder eine kleine Menge des Wespengiftes verabreicht, um das Immunsystem zu desensibilisieren. Es sei aber darauf hingewiesen, dass es sich hier um eine langfristige Behandlung handelt, die zwischen 3 und 5 Jahren in Anspruch nehmen kann.

Fazit

Wespenstiche sind deshalb so gefährlich, weil das Gift der Wespen unser Immunsystem überreagieren lässt. Im schlimmsten Fall kommt es hier zu allergischen Reaktionen oder gar einem allergischen Schock, der dann lebensbedrohliche Symptome wie Atemnot, Herzrasen oder Kreislaufversagen hervorrufen kann. Am besten ist es darum, Wespenstiche sofort durch geeignete Hausmittel zu behandeln, um zu verhindern, dass das Gift sich ungebremst im Körper ausbreitet. Personen, die bereits wissen, dass sie gegen Wespen allergisch sind, sollten zusätzlich spezielle Salben, Sprays und Medikamente mit sich führen, wenn sie sich im Sommer nach draußen wagen.

 

Post Comment