Beitragsbemessung in der PKV – wie wird die Prämie berechnet?





Seit 2009 gilt in Deutschland eine allgemeine Versicherungspflicht für den Bereich der Krankenversicherung. Davon erfasst werden aber nicht nur alle Bundesbürger, die aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung fallen. Der Gesetzgeber hat mit § 193 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) die Versicherungspflicht auch auf den Bereich der privaten Krankenversicherung ausgeweitet.

Die logische Konsequenz: Sie sind entweder gesetzlich oder privat versichert.

Eine Tatsache, aus der sich im Alltag erhebliche Unterschiede ergeben – nicht nur für die Leistungen Ihrer Krankenversicherung. Auch die Beitragsbemessung in der PKV beruht im Vergleich zur GKV auf gänzlich anderen Regeln. Warum? Während der gesetzliche Zweig der Krankenversicherung auf dem Umlageverfahren und dem Solidaritätsgedanken beruht, stützt sich die private Krankenversicherung auf das Äquivalenzprinzip. Was heißt dies im Klartext?

© SP-PIC - Fotolia.com

© SP-PIC – Fotolia.com

Für die Beitragsbemessung in der GKV ist das Einkommen des Versicherten ausschlaggebend. Erzielen Sie ein hohes Einkommen, wird dieses durch den Versicherungsbeitrag stärker belastet (bis zu Höhe der Beitragsbemessungsgrenze). Daher wird der GKV-Beitrag auch nicht als fixer Betrag angegeben – sondern prozentual in Bezug auf Ihre Einkünfte. In der privaten Krankenversicherung entscheiden dagegen andere Faktoren über die Prämienhöhe. Wesentlichen Einfluss haben nach dem Äquivalenzprinzip beispielsweise die versicherten Leistungen.

PKV-Beitrag – die Bemessungsgrundlage ist Ihre Gesundheit

Wer als Mitglied einer privaten Krankenversicherung umfassende Leistungen – wie beispielsweise die Behandlung durch den Chefarzt im Krankenhaus, eine Unterbringung im 1-Bettzimmer oder einen hochwertigen Zahnersatz – versichern will, muss einfach tiefer in die Tasche greifen. Es kommt aber nicht allein darauf an, für welche Leistungsdichte Sie sich in der PKV entscheiden.

Die Gesellschaften versichern ein Risiko, dessen Eintritt für die Versicherer natürlich finanzielle Folgen hat. Entsprechend dieser Tatsache spielen auch recht individuelle Faktoren eine Rolle. Leiden Sie beispielsweise bereits an einer chronischen Erkrankung, verändert sich die Grundlage für die Berechnung Ihrer Prämie. Im Vergleich zu einem gesunden Privatversicherten müssen Sie letztlich damit rechnen, durch Risikozuschläge deutlich höhere Prämien zu finanzieren. Alternativ können Leistungsausschlüsse die Beitragshöhe zu Ihren Gunsten beeinflussen. Experten sehen diesen Schritt allerdings kritisch, da Ihr Versicherungsschutz auf diese Weise lückenhaft wird.

  • Tipp: Vorerkrankungen sind übrigens nicht der einzige Grund, welcher zu Risikozuschlägen führen kann. Auch andere gesundheitliche Risikofaktoren, wie starkes Übergewicht o. ä., können eine ähnliche Wirkung auf die Beitragsbemessung in der PKV haben. Das Geschlecht spielt seit Ende 2012 allerdings keine Rolle mehr, da seit 21. Dezember 2012 auch in Deutschland Unisex-Tarife in der PKV gelten.

Eine Bemessungsgrundlage, die viele Versicherte anfangs unterschätzen, ist übrigens das Eintrittsalter. Generell gilt der Grundsatz, dass die private Krankenversicherung für junge Antragsteller wesentlich günstiger ist. Entscheiden Sie sich erst spät für den Eintritt in die PKV, können die Prämien sogar im Vergleich zum gesetzlichen Pendant höher ausfallen.

Am Beitrag sparen – es geht auch ohne Abstriche bei den Leistungen

Die Bemessungsgrundlagen für Ihren Beitrag in der PKV haben Sie letztlich nur zum Teil in der Hand. Eine gesunde Lebensweise kann in begrenztem Umfang helfen, die Kosten einzugrenzen. Oder Sie machen Abstriche bei den Leistungen. Allerdings geht es auch anders. Wer als Privatversicherter die Prämie reduzieren will, kann zu zwei wesentlichen Mitteln greifen:

  • der Beitragsrückerstattung (BRE)
  • dem Selbstbehalt (SB).

Beide Instrumente führen zwar zu einem niedrigeren Beitrag, haben in der Versicherungspraxis aber unterschiedliche Auswirkungen.

Die Beitragsrückerstattung:

Die BRE können Sie als Bonus wahrnehmen, den Ihnen der Versicherer bei Leistungsfreiheit gewährt. Je nach Vertrag in der Höhe festgeschrieben oder ans Ergebnis des Versicherungsjahres gekoppelt, erhalten Sie nach Ablauf des Kalenderjahres einen Teil Ihrer Beiträge zurückerstattet.

  • Das Problem: Hängt die Erstattung an der Entwicklung des Versicherungsjahres, gehen Sie im schlimmsten Fall leer aus – und haben keine Einsparung realisieren können.

Der Selbstbehalt:

Hier erklären Sie sich dazu bereit, einen Teil der entstandenen Kosten zu übernehmen. Im Gegenzug verringert sich der PKV-Beitrag – Sie genießen also in jedem Fall niedrigere Prämien. Allerdings wird der Selbstbehalt zum Bumerang, wenn Sie häufiger zum Arzt müssen. Denn erst wenn Sie die SB-Grenze erreichen, trägt der Versicherer weitere Kosten. Letztlich kann sich aus dem Selbstbehalt ein Kostenrisiko ergeben, das für Sie als Mitglied der PKV zum Problem wird. Zumal der Selbstbehalt einen weiteren Nachteil hat: Wechseln Sie in Tarife ohne SB, kann Ihr Versicherer den Gesundheitszustand erneut prüfen – mit den entsprechenden Folgen (Hintergrund ist die Tatsache, dass Sie durch den Verzicht auf den SB eine höherwertige Leistung in Anspruch nehmen wollen).

  • Tipp: Sofern Sie tatsächlich einen SB vereinbaren, sollte dieser finanziell zu keiner Hürde werden. Achten Sie also immer darauf, inwiefern sich Behandlungskosten aus dem laufenden Einkommen decken lassen – und ab welchem Punkt die Luft für Ihren Haushalt relativ dünn wird.

Sie suchen eine günstige Private Krankenversicherung? Unser Vergleichsrechner könnte die Lösung sein!

Mit unserem PKV Vergleich haben Sie die Möglicheit, schnell und unkompliziert eine private Krankenversicherung zu finden, die günstige Beiträge mit einem starken Leistungsportfolio verbindet. Auf diese Weise lassen sich die Kosten deutlich reduzieren!

 

Related Posts

Leave a Comment