Heilfasten – ist eine Heilfastenkur sinnvoll oder schädlich?

Der absolute Verzicht, das Leben von Brot und Wasser. Nein, nicht von Brot und Wasser, denn Brot gehört dank der darin enthaltenen Kohlenhydrate während des Fastens zu den ausgeschlossenen Lebensmitteln. Sie haben sicherlich schon einem etwas vom Heilfasten gehört und vielleicht selbst schon einmal überlegt, ob der Verzicht nicht sinnvoll wäre? Immerhin wird dem Heilfasten eine gesunde Wirkung zugeschrieben und schaden? – nun, wer die Thematik falsch angeht und übertreibt, schadet seinem Körper eher, als dass er ihm hilft. Sicherlich spielt auch die Vorgehensweise beim Heilfasten eine wichtige Rolle, denn aus einem Grund sollten Sie niemals in die Fastenzeit starten: um abzunehmen. Es handelt sich also eher um eine gesundheitsfördernde Maßnahme in gewissen Situationen.

Heilfasten ist keine Diät

Um Gewicht zu verlieren, sollten Sie auf keinen Fall fasten. Sie können das Heilfasten jedoch einsetzen, um von der sich danach anschließenden Ernährungsumstellung zu profitieren. Genau in dieser verbirgt sich nämlich der Sinn des Fastens. Sie entziehen Ihrem Körper während der Kur die schädlichen Stoffe und stellen ihn sprichwörtlich auf die Werkseinstellung zurück. Sobald das Fasten abgeschlossen ist, stellen Sie Ihre Ernährung grundlegend um und greifen vermehrt zu einer gesunden und ausgewogenen Kost. Dadurch verlieren Sie bereits überschüssige Pfunde und profitieren somit doppelt.

Entschlackende Wirkung ist nicht belegt

© Heike Rau – Fotolia.com

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Wissenschaftlicher und Ärzte vermuten, dass sich einige Schadstoffe in den Fettzellen des Körpers ablagern. Fastenbefürworter behaupten, dass der Körper während der Fastenkur die Schadstoffe ausschwemmt und somit entschlackt wird. Diese Behauptung kann zurzeit weder belegt noch widerlegt werden. Sicher ist, dass Sie durch die vermehrte Flüssigkeitszufuhr Ihre Nieren und Verdauungsorgane spülen und durch die sehr abgespeckte Ernährung weniger belasten.

Heilsame Wirkung oder das Spiel mit dem Glauben?

Heilfasten kann sich tatsächlich positiv auf die Gesundheit auswirken, ohne dass sich Fastenbefürworter die gesunde Wirkung einreden. Gerade bei Personen mit rheumatischen Erkrankungen wurde eine nachhaltige Verbesserung der Symptome erkannt. Es ist jedoch bis heute nicht geklärt, ob die Symptomlinderung mit dem Fasten an sich zusammenhängt oder auf der sich anschließenden Ernährungsumstellung beruht. In den USA wurden Studien veröffentlich, nach denen Patienten mit Migräne, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen nach dem Heilfasten bessere Werte hatten.

Darf jeder fasten?

Wenn Sie gesund sind, können Sie wahrscheinlich beruhigt mit dem Heilfasten beginnen. Lassen Sie sich vor dem Beginn von Ihrem Hausarzt durchchecken und fragen Sie ihn nach etwaigen Bedenken. Leiden Sie jedoch unter einer gravierenden Herzerkrankung, Krebs oder Gicht, sollten Sie das Fasten unterlassen. Möchten Sie nicht von Ihrem Vorhaben abweichen, sollten Sie sich in eine Fastenklinik begeben und das Heilfasten unter medizinischer Beobachtung durchführen. Auch Schilddrüsenerkrankungen und vorliegende Essstörungen gelten als Ausschlusskriterium. Zu den Essstörungen zählen in diesem Fall auch Personen mit gravierendem Übergewicht. Für Patienten mit kritischen Werten oder schweren Vorerkrankungen stellt das Heilfasten eine zu große Belastung dar, die sich negativ auf die Erkrankung auswirken kann.

Wie funktioniert das Fasten?

Mittlerweile gibt es unzählige Vorschläge zum Heilfasten. In den USA liegt zurzeit der vollständige Verzicht auf alle Lebensmittel im Trend, hier wird dem Körper über mehrere Tage hinweg ausschließlich Wasser zugeführt. Andere Vorschläge berufen sich auf die Zunahme von Saft und Obst, andere hingegen ausschließlich auf Brühe. Die verbreitetste Fastenkur läuft nach Buchinger ab. Der Arzt Otto Buchinger entwickelte die Heilfastenkur, die aus der ausschließlichen Aufnahme von Gemüsebrühen und Säften besteht. Die Kalorienaufnahme liegt bei dieser Variante bei unter 500 Kilokalorien am Tag, Vitamine und Mineralstoffe erhält der Körper ausschließlich in einem geringen Maß.

Nach den Lehren Buchingers beginnt die Fastenkur mit dem Abführen. Zuerst entleeren Sie Ihren Magen- und Darmtrakt mit abführenden Tees, da ein leerer Darm das Hungergefühl vermindert. Während der Fastenzeit trinken Sie täglich mindestens drei Liter Flüssigkeit und essen regelmäßig Sauerkraut. Ihre sonstige Ernährung besteht rein aus Gemüsebrühe, selbst Obst steht nicht auf dem Speiseplan.

Während des Fastens verzichten Sie natürlich möglichst auch auf Alkohol und Nikotin.

Die Dauer der Fastenzeit

Vorgaben, nach denen Sie mehrere Wochen auf eine ausgewogene Ernährung verzichten sollen, sind in jedem Fall gesundheitlich bedenklich. Das richtige Heilfasten dauert meist fünf Tage. Nur selten und unter medizinischer Aufsicht kann es deutlich länger ausgeweitet werden. Allerdings beginnen Sie auch nach der Fastenzeit langsam, Ihren Körper auf die neue Ernährung umzustellen. Erhöhen Sie langsam die Ration und achten Sie direkt darauf, sich gesund zu ernähren. Sie können in den ersten Tagen eine breiartige Kartoffelsuppe essen oder auf andere, leicht verdauliche Stoffe zurückgreifen.

Und wie geht es weiter?

Wenn das Heilfasten weder aus spirituellen Gründen ausgeführt wird, noch zur Gewichtsabnahme dient, muss es doch einen tief liegenden Grund haben? Den hat es, denn Sie können sich durch das Fasten leichter an eine gesunde und ausgewogene Ernährung gewöhnen. Der vorhergehende Verzicht macht es leichter, in Zukunft auf fettige und schädliche Speisen zu verzichten. Gestalten Sie sich bereits vor dem Fasten einen Ernährungsplan, der auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Auf den Punkt gebracht

Heilfasten

  • Kann unterstützend bei rheumatischen Erkrankungen wirken
  • Hilft, die Ernährung im Anschluss dauerhaft umzustellen
  • Sollte mit Bedacht angewandt werden
  • Eignet sich nicht für Menschen mit starkem Übergewicht, Essstörungen und schweren Herzkrankheiten
  • Ist keine Diät

Wer mit Bedacht vorgeht und während des Fastens auf den Körper hört, wird eine positive Wirkung feststellen.

 

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