Diät Ratgeber

Diät Ratgeber – Tipps und Infos zu Diäten

Deutschland wird zunehmend dicker. Studien kommen bereits seit einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass die Zahl derer, die an Übergewicht (Adipositas und Präadipositas) leiden, steigt. So kommt das Robert Koch Institut in seinem Ernährungsbericht 2012 „Übergewicht und Adipositas in Deutschland“ für 2009 zu einem besorgniserregenden Ergebnis. Dem Bericht zufolge litten knapp zwei Drittel aller Männer und rund 43 Prozent der Frauen und Adipositas und Präadipositas. Dieser Personenkreis wies einen BMI (Body Mass Index) von mindestens 25 oder höher auf.

Fazit: Die Bevölkerung zwischen Rhein und Oder scheint zunehmend dicker zu werden. Dabei ist bereits seit Jahren bekannt, das Übergewicht und Fettleibigkeit zu erheblichen gesundheitlichen Schwierigkeiten führen können. Diabetes Typ II entsteht häufig in Verbindung mit Übergewicht. Und auch andere Stoffwechselerkrankungen, Probleme mit dem Herzkreislaufsystem oder Gelenksbeschwerden sind mitunter auf die hohen Belastungen durch ein zu hohes Gewicht zurückzuführen.

Erkennen Sie sich wieder? Dann haben Sie wahrscheinlich bereits die eine oder andere Diät hinter sich. Wirklich geholfen hat das Motto „FDH“(Friss die Hälfte) aber nicht. Sind Diäten also grundsätzlich der falsche Ansatzpunkt, um schlank zu werden? In unserem Ratgeber zum Thema Diäten möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie mit einer Diät tatsächlich abnehmen können und was dabei zu bedenken ist.

Diäten – Wahn und Wirklichkeit

Der Begriff Diät wird heute vor allem dann benutzt, wenn es um Fasten und Verzicht geht. Betrachtet man den zugrunde liegenden Wortstamm aus dem Griechischen (díaita), geht es aber eigentlich um die Lebensführung. Die daraus abgeleitete Diätetik befasst sich mit der richtigen Lebensweise und Ernährung. Umgangssprachlich wird als Diät dagegen im Allgemeinen nur die Reduktionsdiät bezeichnet, bei der um das Abnehmen mithilfe der Reduktion von Kalorien geht.

©gbe-bund.de
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Abbildung 1: Verteilung der Bevölkerung auf Bodymass-Index-Gruppen, Quelle: gbe-bund.de

Es geht darum, sich in der Ernährung soweit einzuschränken, dass es zur Gewichtsabnahme kommt. Damit sind Reduktionsdiäten im Wesentlichen bei Übergewicht verbreitet. Diäten spielen aber noch an anderer Stelle eine Rolle – etwa im Rahmen einer Behandlung verschiedener Krankheiten. So deuten Studien darauf hin, dass sich beispielsweise bei Diabetes Typ II mit einer entsprechenden Diät ein milderer Krankheitsverlauf einstellen kann. Und für diverse Krebsleiden werden zuckerarme Ernährungsansätze als Unterstützung zur Therapie diskutiert.

Die wichtigsten Punkte zur Diät im Überblick:

  • Bei einer Diät ging es ursprünglich um die gesamte Lebensführung (díaita)
  • Heute wird eine Diät hauptsächlich zum Abnehmen genutzt (Reduktionsdiät)
  • Viele Diäten werden heute auch gegen Krankheiten eingesetzt

Der Jo-Jo Effekt – erst abnehmen und dann?

© Reimer - Pixelvario - Fotolia.com
© Reimer – Pixelvario – Fotolia.com

Diäten gelten bei vielen Betroffenen als quälende Wochen und Monate, die dann nach einem kurzzeitigen Erfolgserlebnis ohne langfristiges Ergebnis bleiben. Das Problem ist der sogenannte Jo-Jo Effekt. Unser Körper schaltet – bedingt durch die geringere Nährstoffzufuhr – auf Sparflamme und arbeitet mit den Reserven. Zwar kommt es während der Diät zu einem spürbaren Effekt und der Betroffene kann abnehmen. Sobald das frühere Angebot an Nährstoffen und Kalorien wieder zur Verfügung steht, füllt der Körper die Depots jedoch wieder auf (und legt noch eine Schippe nach).

Dieser Effekt, der eigentlich in der Natur überlebenswichtig ist, wird so zu Ihrem Nachteil. Damit der Erfolg lange anhält, braucht es nicht eine auf kurzfristigen Erfolg ausgelegte Reduktionsdiät. Vielmehr ist wichtig, dass die Ernährung langfristig in die richtige Richtung (ausgewogen, weniger Kalorien, der Bewegung im Alltag angemessen) umgestellt wird.

Tipp: Es kommt nicht nur darauf an, wie viel Kalorien wir zu uns nehmen – sondern auch auf die Frage, was auf unseren Tellern landet. Zucker (im speziellen Fruchtzucker) ist beispielsweise ein Bestandteil unserer Ernährung, der die Einlagerung von Fett begünstigt. Wer abnehmen will, sollte bei seiner Diät auch daran denken und sich entsprechend ernähren.

Welche Diäten gibt es?

Wie bereits angesprochen ist die Reduktionsdiät zum Zweck der Gewichtsverminderung nicht die einzige Diätvariante. Gerade im Rahmen der Behandlung von Krankheiten setzt die Medizin heute auf eine Kombination aus medikamentöser Therapie und besonderen Ernährungsempfehlungen. Wie diese im Detail aussehen, hängt vom Krankheitsbild bzw. dessen Erfordernissen an die Diät ab.

So wird bei Bluthochdruck zum Beispiel auf eine salzarme Ernährung gesetzt. Liegen Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln vor, müssen diese im Rahmen einer diätetischen Lebensweise gemieden werden. Und auch bei Diabetes, Gicht oder Niereninsuffizienz oder entzündlichen Darmerkrankungen sind Diäten ein sinnvoller Ansatzpunkt, um das Leiden der Betroffenen zu lindern.

Von Low-Carb bis Kohlsuppendiät – es gibt viele Arten von Diäten

Im Verlauf der vergangenen Jahre haben sich unterschiedlichste Diäten entwickelt bzw. werden über die Medien in verschiedenen Kanälen propagiert. Bekannte Vertreter sind unter anderem FdH als Diät, die Low-Carb Diät, die Kohlsuppen- oder die Mittelmeerdiät. Letztere imitiert die Ernährungsgewohnheiten des Mittelmeerraums mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Ölen, Fisch und Gemüse. Die Low-Carb-Diät greift einen ähnlichen Ansatz auf – die Reduktion kohlenhydrathaltiger Essenskomponenten (stattdessen kommen Eiweißhaltiges und Obst oder Gemüse auf den Tisch). Wie der Name schon sagt, steht bei der Kohlsuppendiät eben jene Suppe im Vordergrund. Und FdH bedeutet in der Praxis nur, dass die Quantität der zugeführten Nahrung (und der Kalorien) um die Hälfte verringert wird. Wenn Sie sich so ernähren, kann Ihnen dies durchaus beim Abnehmen helfen, jedoch ist eine solche Diät nicht alles. Zusätzlich sollten Sie mit der Zeit Ihre Lebensgewohnheiten ändern und zudem etwas Sport und Bewegung in Ihren Alltag bringen.

© Peter Atkins - Fotolia.com
© Peter Atkins – Fotolia.com

Eine Auswahl an Diätformen im Überblick:

  1. Die Schlank im Schlaf Diät
    Die Schlank im Schlaf Diät baut auf dem Konzept auf, nur eine festgelegte Menge an Kohlehydraten zu sich zu nehmen und abends sogar komplett darauf zu verzichten. Weitere Informationen zur Schlank im Schlaf Diät erhalten Sie in unserem Ratgeber.
  2. Die Steinzeitdiät
    Die Steinzeitdiät setzt darauf, nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die die Menschen auch bereits in der Steinzeit konsumiert haben. Weitere Infos hält auch hier unser spezieller Ratgeber bereit.
  3. Die Kohlsuppendiät
    Bei der Kohlsuppendiät steht die Kohlsuppe als Hauptlebensmittel im Mittelpunkt. Auf diese Weise können Sie ohne Hungergefühl abnehmen. Auch hier zeigt Ihnen unser spezieller Diät Ratgeber weitere Informationen.
  4. Die Low Carb Diät
    Bei der Low Card Diät wird größtenteils auf Kohlenhydrate verzichtet, um so die Energie aus den Fettreserven zu ziehen. Unser spezieller Ratgeber zeigt weitere Tipps zum Abnehmen mit der Low Carb Diät.
  5. Die Glyx Diät
    Bei der Glyx Diät ernähren Sie sich hauptsächlich von Lebensmitteln mit einem geringen glykämischen Index. Unser spezieller Ratgeber zeigt weitere Infos zum Abnehmen mit der Glyx Diät auf.
  6. Trennkost
    Das Konzept der Trennkost baut auf der Theorie des eigenen Säure-Basen Haushaltes im Körper auf und soll durch getrennte Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweißen dabei helfen, das Gewicht reduzieren. In unserem Ratgeber erhalten Sie weitere Informationen zum Abnehmen mit der Trennkost Diät. Außerdem wird aufgezeigt, warum die Theorie der Trennkost heute als wissenschaftlich überholt gelten kann.

Diäten richtig nutzen – durch die Schlankheitskur auch wirklich dauerhaft abnehmen

Wenn Sie wirklich daran interessiert sind, schlank zu werden, sollten Sie eine Diät richtig anwenden. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige grundsätzliche Tipps zur Durchführung einer Diät aufzeigen:

  1. Wann ist eine Diät überhaupt sinnvoll?
    Wenn Sie aus medizinischen Gründen (Nahrungsmittelunverträglichkeit, Herzleiden, andere Krankheiten) Einschränkungen in Ihrer Ernährung hinnehmen müssen, ist eine Diät in jedem Fall angemessen. Darüber hinaus können natürlich kosmetische oder allgemein gesundheitliche Gründe dafür sprechen, eine Diät zu beginnen. Sie sollten sich aber stets vorher überlegen, warum Sie abnehmen möchten. Auf diese Weise können Sie sich Ihr Ziel später immer wieder vor Augen führen und sich so selbst motivieren. Bei fehlender Zielsetzung ist der Wille zum Abnehmen oftmals zum Scheitern verurteilt.
  2. Was macht eine gute Diät aus?
    Damit eine Diät tatsächlich erfolgreich sein kann, sollten gleich mehrere Punkte erfüllt sein:

    • Die Zahl der aufgenommenen Kalorien muss insgesamt sinken
    • Es sollte trotzdem zu einem Sättigungsgefühl kommen
    • Vitamine und wichtige Nährstoffe sollten beim Abnehmen nicht zu kurz kommen (Gefahr der Mangelernährung)
    • Die Diät sollte sich in den Ernährungsalltag integrieren lassen

    Wenn eine dieser Bedingungen durch die Diät nicht erfüllt wird, können Sie eventuell sehr kurzfristig etwas abnehmen, werden aber langfristig Opfer des Jo-Jo-Effekts. Sollte zudem die Zufuhr von Kalorien grundsätzlich gar nicht gesenkt werden, kann sogar eine kurzfristige Gewichtsreduktion durch die jeweilige Diät nur schwerlich erreicht werden.

  3. Die Diät als Einstieg in eine Lebensumstellung – Schlank durch gesunde Ernährung
    Um den Jo-Jo-Effekt nach der Diät zu vermeiden, sollte die Kur immer auch als Einstieg in eine Umstellung der eigenen Lebensumstände gesehen werden. Wenn Sie langfristig beispielsweise weiterhin 1-2 Diättage pro Woche einlegen oder sich zumindest geringfügig anders ernähren, können Sie einen Teil des Gewichtsverlustes eventuell dauerhaft halten. Eventuell finden Sie einige Rezepte aus Ihrer Diät, die Ihnen einfach sehr geschmeckt haben und die Sie auch später hin und wieder als normale Mahlzeit nutzen.
  4. Die Diät durch Sport begleiten
    Wenn Sie durch eine Diät noch mehr abnehmen möchten, stellt Sport als begleitende Maßnahme eine sehr gute Ergänzung dar. Gerade deshalb ist es wichtig, durch die Diät keine Mangelernährung zu erzeugen, weil in solchen Fällen eine sportliche Betätigung nur schwer möglich ist. Wenn Sie allerdings eine ausgewogene Diät finden und diese durch Sport unterstützen, haben Sie den ersten Schritt zur Traumfigur schon vollzogen.

Fazit – wie Sie durch Diäten tatsächlich schlank werden

Wenn auch Sie mit einer Diät schlank werden möchten, gibt es einige Aspekte zu beachten. Eine Diät ist zudem meistens kurzfristig ausgerichtet, so dass Sie zwar durchaus abnehmen, aber der Jo-Jo-Effekt kann später den Erfolg wieder aufzehren. Aus diesem Grund sollte eine Diät immer nur den Einstieg in eine Umstellung der eigenen Gewohnheiten darstellen. Wenn Sie sich später anders ernähren, auf Rezepte mit weniger Kalorien achten und einzelne Diätelemente eventuell sogar dauerhaft in Ihre Lebensgewohnheiten einbauen können, dürfte einem Erfolg nichts im Wege stehen.

 

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